Toripalimab

PD-1-Inhibitor (monoklonaler Antikörper)

Toripalimab ist ein humanisierter monoklonaler Antikörper vom Typ Immunglobulin G4 (IgG4), der an den Programmed-Cell-Death-Protein-1-Rezeptor (PD-1) auf T-Zellen bindet und dessen Interaktion mit PD-L1 und PD-L2 blockiert, wodurch die Hemmung der Antitumor-Immunantwort aufgehoben wird. In der EU ist er zusammen mit einer platinbasierten Chemotherapie zugelassen zur Erstlinienbehandlung von Erwachsenen mit rezidivierendem (einer Operation oder Strahlentherapie nicht zugänglichem) oder metastasiertem Nasopharynxkarzinom (mit Cisplatin und Gemcitabin) sowie von Erwachsenen mit nicht resezierbarem fortgeschrittenem, rezidivierendem oder metastasiertem Plattenepithelkarzinom des Ösophagus (mit Cisplatin und Paclitaxel). Er wird als intravenöse Infusion von 240 mg alle 3 Wochen bis zu 24 Monate lang gegeben, unter Aufsicht eines in der Krebsbehandlung erfahrenen Arztes. Sein wichtigstes Sicherheitsrisiko sind immunvermittelte Nebenwirkungen, die schwer oder tödlich verlaufen können, jedes Organ oder Gewebe betreffen können und nach dem Ende der Behandlung auftreten können.

Erhältlich unter folgenden Markennamen

Dieser Wirkstoff wird je nach Region und Hersteller unter folgenden Markennamen vertrieben:

  • Loqtorzi ®

Markennamen sind eingetragene Warenzeichen der jeweiligen Inhaber. Pharmalogistic vertritt, produziert oder vertreibt die oben genannten Markenprodukte nicht.

Informationen anfordern

Sie suchen ein bestimmtes Markenpräparat dieses Wirkstoffs?

Kontaktieren Sie uns, um Verfügbarkeit und Beschaffung zu besprechen.

Häufig gestellte Fragen

Toripalimab: Wofür wird es angewendet?

Toripalimab ist ein humanisierter monoklonaler Antikörper vom Typ Immunglobulin G4 (IgG4), der an den Programmed-Cell-Death-Protein-1-Rezeptor (PD-1) auf T-Zellen bindet und dessen Interaktion mit PD-L1 und PD-L2 blockiert, wodurch die Hemmung der Antitumor-Immunantwort aufgehoben wird.

Toripalimab: Ist ein Rezept erforderlich?

Ja. Toripalimab ist ein verschreibungspflichtiges Arzneimittel. Erforderlich ist ein gültiges Rezept einer approbierten Ärztin oder eines approbierten Arztes; die Rezeptvorschriften des Bestimmungslandes werden vor jedem Versand geprüft.

Toripalimab: Wie ist es zu lagern?

Lagern Sie Toripalimab bei 2–8 °C; nicht einfrieren; vor Licht schützen in der Originalverpackung, vor Licht geschützt und für Kinder unzugänglich. Nach Anbruch: Nach der Verdünnung: chemische und physikalische Stabilität während des Gebrauchs für 24 Stunden bei 2–8 °C oder bei 20–25 °C nachgewiesen; aus mikrobiologischer Sicht sofort verwenden, es sei denn, die Art der Verdünnung schließt das Risiko einer Kontamination aus.

Toripalimab: Ist ein gekühlter Versand (Kühlkette) erforderlich?

Ja. Toripalimab muss bei 2–8 °C; nicht einfrieren; vor Licht schützen gehalten werden und wird daher in Isolierverpackungen mit Kühlelementen versendet, die für die gesamte Transitzeit dimensioniert sind, sodass die Kühlkette vom Versand bis zur Zustellung ununterbrochen bleibt.

Toripalimab: Unter welchen Markennamen wird es vertrieben?

Toripalimab wird je nach Land und Hersteller als Loqtorzi vermarktet. Markennamen sind Warenzeichen der jeweiligen Inhaber; Pharmalogistic vertritt oder vertreibt die Markenprodukte nicht.

Toripalimab: Welche Stärken sind verfügbar?

Toripalimab ist in folgenden Stärken erhältlich: 240 mg/6 ml (40 mg/ml) Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung. Die geeignete Stärke und das Dosierungsschema legt die behandelnde Ärztin bzw. der behandelnde Arzt fest.

Toripalimab: Wie lange ist es haltbar?

Die Haltbarkeit von Toripalimab beträgt 3 Jahre (ungeöffnete Durchstechflasche) bei Lagerung gemäß Empfehlung. Nach dem auf der Verpackung angegebenen Verfalldatum nicht mehr anwenden.

Medizinische Informationen & Leitlinien

Pharmakologie, Anwendungsgebiete und Sicherheitsprofil dieses Wirkstoffs

Pharmakologische Wirkung

Toripalimab ist ein humanisierter monoklonaler IgG4-Antikörper gegen den PD-1-Rezeptor, der in Ovarialzellen des Chinesischen Hamsters mittels rekombinanter DNA-Technologie hergestellt wird. Der PD-1-Signalweg begrenzt die T-Zell-Aktivität und erhält die Selbsttoleranz aufrecht, und einige Tumoren nutzen ihn, um der Immunüberwachung zu entgehen. Durch seine Blockade stellt Toripalimab die T-Zell-Aktivität gegen den Tumor wieder her.

Wirkmechanismus

  • Zielbindung: bindet an den PD-1-Rezeptor und blockiert dessen Interaktion mit den Liganden PD-L1 und PD-L2.
  • Immunwirkung: Die Bindung dieser Liganden an PD-1 auf T-Zellen hemmt die T-Zell-Proliferation, die Zytokinproduktion und die zytotoxische Aktivität. Die Blockade der Interaktion hebt diese Hemmung der Immunantwort auf, einschließlich der Antitumor-Immunantwort.
  • Präklinische Belege: In Tumormodellen an der Maus verringerte die Blockade von PD-1 das Tumorwachstum.
  • Exposition und Ansprechen: Die Expositions-Wirkungs-Beziehungen für die Wirksamkeit verlaufen über die in den Studien zum Nasopharynxkarzinom und zum Ösophaguskarzinom erreichten Expositionen im Wesentlichen flach.

Pharmakokinetik

  • Resorption: wird intravenös gegeben und ist daher vollständig bioverfügbar.
  • Verteilung: hauptsächlich im Plasma; das Verteilungsvolumen im Steady State beträgt etwa 3,8 l.
  • Metabolismus: Es wurden keine speziellen Metabolismusstudien durchgeführt. Als monoklonaler Antikörper wird Toripalimab voraussichtlich über katabole Stoffwechselwege oder rezeptorvermittelte Endozytose zu kleinen Peptiden, Aminosäuren und Kohlenhydraten abgebaut; es ist kein Substrat von Cytochrom-P450-Enzymen oder Transportern.
  • Elimination: Die Pharmakokinetik folgt einem Zwei-Kompartiment-Modell mit zeitabhängiger Clearance, im Mittel 12,01 ml/h nach der ersten Dosis und 8,49 ml/h im Steady State. Die terminale Halbwertszeit im Steady State beträgt bei 240 mg alle 3 Wochen etwa 14 Tage.
  • Linearität: Die Spitzenkonzentrationen stiegen zwischen 80 und 480 mg alle 2 Wochen proportional zur Dosis an. Bei 240 mg alle 3 Wochen beträgt die Talkonzentration im Steady State etwa 26,3 µg/ml, was einer 2,7-fachen Akkumulation im Vergleich zur ersten Dosis entspricht.
  • Besondere Patientengruppen: Bei Patienten ab 65 Jahren, bei leichter oder mäßiger Nierenfunktionsstörung und bei leichter Leberfunktionsstörung ist keine Dosisanpassung erforderlich. Bei schwerer Nierenfunktionsstörung sowie bei mäßiger oder schwerer Leberfunktionsstörung sind die Daten unzureichend.

Anwendungsgebiete

  • Nasopharynxkarzinom: in Kombination mit Cisplatin und Gemcitabin zur Erstlinienbehandlung von Erwachsenen mit rezidivierendem, einer Operation oder Strahlentherapie nicht zugänglichem Nasopharynxkarzinom oder mit metastasierter Erkrankung.
  • Plattenepithelkarzinom des Ösophagus: in Kombination mit Cisplatin und Paclitaxel zur Erstlinienbehandlung von Erwachsenen mit nicht resezierbarem fortgeschrittenem, rezidivierendem oder metastasiertem Plattenepithelkarzinom des Ösophagus.

Gegenanzeigen

  • Überempfindlichkeit gegen Toripalimab oder einen der sonstigen Bestandteile.

Nebenwirkungen

Bei 403 Patienten, die Toripalimab 240 mg alle 3 Wochen zusammen mit platinbasierter Chemotherapie erhielten, waren die häufigsten Reaktionen Anämie (44,9 %), Leukopenie (41,7 %), Neutropenie (39,0 %), Thrombozytopenie (30,3 %), Übelkeit (29,8 %), Erbrechen (27,3 %), verminderter Appetit und Hautausschlag (je 23,8 %), Fatigue (23,6 %), abnorme Leberfunktionstests (22,3 %) und Hypothyreose (18,4 %). Reaktionen vom Grad 3–5 traten bei 81,5 % der Patienten mit Nasopharynxkarzinom unter Toripalimab plus Chemotherapie auf (83,9 % unter alleiniger Chemotherapie) und bei 24,9 % der Patienten mit Ösophaguskarzinom (13,6 % unter alleiniger Chemotherapie). Die nachstehenden Häufigkeiten stammen von 1.514 Patienten (1.100 unter Monotherapie, 514 mit Chemotherapie) aus 15 Studien.

Sehr häufig (≥1/10): Infektion der oberen Atemwege; Anämie, Leukopenie, Neutropenie, Thrombozytopenie; Hypothyreose; verminderter Appetit, Hyponatriämie, Gewichtsabnahme, Hypoproteinämie, Hyperglykämie, Hypokaliämie, Hyperurikämie oder Gicht; Neuropathie; Arrhythmie; Husten; Übelkeit, Dyspepsie, Aufstoßen, Erbrechen, Obstipation, Dyschezie, Kolitis oder Diarrhö, Bauchschmerzen; Hyperbilirubinämie oder Ikterus; Hautausschlag, Pruritus; Schmerzen des Muskel- und Skelettsystems; Proteinurie, Hämaturie; Fatigue, Fieber, Schmerzen; abnorme Leberfunktions- und Schilddrüsenfunktionstests, erhöhte oder erniedrigte Lipidwerte, abnorme Urinanalyse.

Häufig (≥1/100 bis <1/10), Auswahl: Pneumonie, Harnwegsinfektion, Ohrinfektionen, Infektionen der Zähne und der Weichteile der Mundhöhle, Infektion mit Herpes simplex oder Herpes zoster; Tumorschmerz; Leukozytose, Neutrophilie, Lymphopenie; Hyperthyreose; Hypochlorämie, Hypomagnesiämie, Hypokalzämie, Hypophosphatämie, Hyperkaliämie, Hyperkalzämie, Hypoglykämie, Dehydratation; Hypersomnie oder Schlaflosigkeit; Schwindel, Kopfschmerzen, Neurotoxizität, Dysgeusie; verschwommenes Sehen; Erkrankungen des Ohrs; Hypertonie, Hypotonie, Embolie und Thrombose; Dyspnoe, Pneumonitis (einschließlich immunvermittelter und interstitieller Lungenerkrankung), Hämoptyse, Epistaxis, Pleuraerguss, Schluckauf, Dysphonie, allergische Rhinitis; Stomatitis, abdominale Distension, Mundtrockenheit, Dysphagie, Zahnschmerzen, gastrointestinale Blutung, gastroösophageale Refluxkrankheit; Hepatitis (einschließlich immunvermittelter Hepatitis), erhöhte Gesamtgallensäuren; Alopezie, Vitiligo, Pigmentierungsstörung; Muskelschwäche, Arthritis; Nierenschädigung oder Nephropathie; Ödeme, grippeähnliche Erkrankung, Gesichtsödem, Schüttelfrost, Augenerkrankungen; verminderte renale Kreatinin-Clearance, Veränderungen der Kreatinphosphokinase im Blut, erhöhte Laktatdehydrogenase, Amylase, Lipase, alkalische Phosphatase, Harnstoff und C-reaktives Protein, Gewichtszunahme, abnormes EKG.

Gelegentlich (≥1/1.000 bis <1/100), Auswahl: Überempfindlichkeit oder Serumkrankheit; Thyreoiditis, Nebenniereninsuffizienz, Hypophysitis; Diabetes mellitus; Myokarditis, Herzinsuffizienz, Perikarderguss; Enzephalopathie, Epilepsie; Augenentzündung (Iritis, Keratitis, Uveitis); Bronchospasmus, respiratorische Insuffizienz, tracheoösophageale Fistel; Pankreatitis, Magengeschwür, Darmverschluss; Lebersteatose, Cholezystitis; Myositis; Koagulopathie, Knochenmarkversagen, Myelosuppression; Tumorblutung, Tumorruptur; Bakteriämie, Osteomyelitis, Lungentuberkulose; Hautabschuppung, Photosensibilitätsreaktion; infusionsbedingte Reaktion.

Selten (≥1/10.000 bis <1/1.000), Auswahl: Reaktivierung einer Hepatitis B, Divertikulitis, Urosepsis; myelodysplastisches Syndrom, Panzytopenie; Hyperparathyreoidismus, Hypopituitarismus; intrakranielle Blutung, Paraplegie; Netzhautblutung; Aortenaneurysma, Aortenklappenerkrankung; Dermatomyositis, Pemphigus; immunvermittelte Nierenerkrankung, nichtinfektiöse Zystitis.

Zu den immunvermittelten Reaktionen bei den 403 Patienten, die Toripalimab mit platinbasierter Chemotherapie erhielten, gehörten Hypothyreose (17,1 %), immunvermittelte Hautreaktionen (9,4 %), Pneumonitis (3,2 %), Hepatitis (2,0 %), Thyreoiditis (2,0 %), Hyperthyreose (2,0 %), Kolitis (0,7 %), Myokarditis (0,7 %), Myositis (0,5 %) und, mit je 0,2 %, Nebenniereninsuffizienz, Hypophysitis, Diabetes mellitus und Nephritis. Infusionsbedingte Reaktionen traten bei 2,7 % dieser Patienten auf (1,8 % aller 1.514). Antikörper gegen Toripalimab traten während der Behandlung bei 8,7 % der auswertbaren Patienten auf, ohne klinisch relevanten Einfluss auf die Pharmakokinetik. Zwischen Patienten ab 65 Jahren und jüngeren Patienten wurden insgesamt keine Unterschiede in der Sicherheit beobachtet.

Wechselwirkungen

  • Pharmakokinetische Wechselwirkungen: Es wurden keine formalen Wechselwirkungsstudien durchgeführt. Toripalimab wird durch Katabolismus eliminiert und ist kein Substrat von Cytochrom-P450-Enzymen oder Transportern, daher sind metabolische Wechselwirkungen und pharmakokinetische Wechselwirkungen mit niedermolekularen Arzneimitteln nicht zu erwarten. Es ist kein Zytokin, und eine Modulation von Zytokinen ist unwahrscheinlich.
  • Systemische Kortikosteroide und Immunsuppressiva vor der Behandlung: vor Behandlungsbeginn zu vermeiden, da sie die Aktivität und Wirksamkeit von Toripalimab beeinträchtigen können. Nach Behandlungsbeginn können sie zur Behandlung immunvermittelter Nebenwirkungen eingesetzt werden.
  • Kortikosteroide als Prämedikation: können bei Chemotherapie-Kombinationen als antiemetische Prophylaxe oder zur Linderung chemotherapiebedingter Nebenwirkungen eingesetzt werden.
  • Kombinationspartner: Zu deren eigenen Wechselwirkungen siehe die Fachinformationen von Cisplatin, Gemcitabin und Paclitaxel.

Verabreichung und Dosierung

Die Behandlung muss von in der Krebsbehandlung erfahrenen Ärzten eingeleitet und überwacht werden. Toripalimab ist ausschließlich zur intravenösen Anwendung bestimmt und wird zusammen mit platinbasierter Chemotherapie als Infusion gegeben.

Empfohlene Dosis

  • 240 mg alle 3 Wochen als intravenöse Infusion über 60 Minuten bei der ersten Infusion. Sind keine signifikanten infusionsbedingten Reaktionen aufgetreten, können spätere Infusionen über 30 Minuten gegeben werden.
  • Dauer: bis zur Krankheitsprogression, bis zu nicht akzeptabler Toxizität oder maximal 24 Monate lang.
  • Kombination: mit Cisplatin und Gemcitabin beim Nasopharynxkarzinom oder mit Cisplatin und Paclitaxel beim Plattenepithelkarzinom des Ösophagus. Zu deren Dosierung siehe die Fachinformationen dieser Arzneimittel. Wird Toripalimab am selben Tag wie die Chemotherapie gegeben, wird es zuerst verabreicht.

Art der Anwendung

  • Die erste Infusion wird mit einer Infusionspumpe über einen In-line-Filter mit einer Porengröße von 0,2 oder 0,22 Mikrometer gegeben.
  • Es dürfen keine anderen Arzneimittel über denselben Infusionsschlauch gleichzeitig verabreicht werden.
  • Zur Verdünnung vor der Anwendung siehe Abschnitt 6.6 der Fachinformation.

Therapieanpassungen bei Nebenwirkungen

In der Fachinformation werden Nebenwirkungen (eingestuft nach NCI CTCAE Version 5.0) durch Aussetzen, Unterbrechen oder Verlangsamen der Infusion oder durch dauerhaftes Absetzen der Behandlung gehandhabt; ein Schritt zur Dosisreduktion ist nicht vorgesehen.

  • Pneumonitis: bei Grad 2 aussetzen; bei Grad 3 oder 4 dauerhaft absetzen.
  • Diarrhö oder Kolitis: bei Grad 2 oder 3 aussetzen; bei Grad 4 dauerhaft absetzen.
  • Hepatitis: aussetzen, wenn AST oder ALT auf mehr als das 3-Fache und bis zum 5-Fachen der Obergrenze des Normbereichs (ULN) ansteigt oder das Gesamtbilirubin auf mehr als das 1,5-Fache und bis zum 3-Fachen der ULN; dauerhaft absetzen, wenn AST oder ALT das 5-Fache der ULN oder das Bilirubin das 3-Fache der ULN überschreitet.
  • Endokrinopathien: Nebenniereninsuffizienz oder Hypophysitis vom Grad 2–4 aussetzen, bis unter Hormonersatz klinische Stabilität erreicht ist; Hyperthyreose oder Thyreoiditis vom Grad 3 oder 4 sowie Diabetes mellitus vom Grad 3–4 aussetzen, bis unter geeigneter Behandlung (Insulin bei Diabetes) klinische Stabilität erreicht ist. Eine Hypothyreose vom Grad 1–4 wird mit Hormonersatz behandelt, ohne Toripalimab zu unterbrechen.
  • Nephritis mit Nierenfunktionsstörung: bei erhöhtem Kreatinin vom Grad 2–3 aussetzen; bei Grad 4 dauerhaft absetzen.
  • Exfoliative Hauterkrankungen: bei Verdacht auf Stevens-Johnson-Syndrom, toxische epidermale Nekrolyse oder DRESS aussetzen; bei Bestätigung dauerhaft absetzen.
  • Myokarditis: bei Grad 2, 3 oder 4 dauerhaft absetzen.
  • Myositis: bei Grad 2–3 je nach Schweregrad aussetzen oder dauerhaft absetzen; bei Grad 4 dauerhaft absetzen.
  • Andere immunvermittelte Reaktionen (einschließlich neurologischer Toxizität, Pankreatitis, Iritis, Uveitis, immunvermittelter Zystitis und entzündlicher Arthritis): Grad 2–3, je nach Art und Schweregrad aussetzen oder dauerhaft absetzen; Grad 4, dauerhaft absetzen.
  • Infusionsbedingte Reaktionen: Grad 1 oder 2, Infusion unterbrechen oder verlangsamen; Grad 3 oder 4, Infusion abbrechen und dauerhaft absetzen.
  • Wiederaufnahme: Nach dem Aussetzen wegen einer immunvermittelten Reaktion wird die Behandlung wieder aufgenommen, sobald sich die Reaktion nach dem Ausschleichen des Kortikosteroids auf Grad 0–1 zurückgebildet hat. Die Behandlung wird dauerhaft abgesetzt, wenn die Reaktion innerhalb von 12 Wochen nach Beginn der Steroidgabe nicht unter Grad 1 liegt, wenn Prednison innerhalb von 12 Wochen nicht auf 10 mg pro Tag oder weniger (oder Äquivalent) reduziert werden kann oder wenn eine Endokrinopathie unter Hormonersatz nicht stabilisiert werden kann.

Besondere Patientengruppen

  • Ältere Patienten (65 Jahre oder älter): keine Dosisanpassung.
  • Nierenfunktionsstörung: keine Anpassung bei leichter oder mäßiger Funktionsstörung; bei schwerer Funktionsstörung sind die Daten unzureichend.
  • Leberfunktionsstörung: keine Anpassung bei leichter Funktionsstörung; bei mäßiger oder schwerer Funktionsstörung sind die Daten unzureichend.
  • Kinder und Jugendliche: Die Sicherheit und Wirksamkeit bei Patienten unter 18 Jahren sind nicht erwiesen, und es liegen keine Daten vor.

Patientenkarte

Verschreibende Ärzte müssen jeden Patienten über die Patientenkarte informieren, in der erklärt wird, was zu tun ist, wenn Symptome einer immunvermittelten Nebenwirkung auftreten. Die Karte wird jedem Patienten vom Arzt ausgehändigt.

Besondere Hinweise

Immunvermittelte Nebenwirkungen

  • Immunvermittelte Reaktionen, die schwer oder tödlich verlaufen können, können bei Antikörpern auftreten, die den PD-1/PD-L1-Signalweg blockieren. Sie können jedes Organ oder Gewebe sowie mehrere Körpersysteme gleichzeitig betreffen und auch nach dem Ende der Behandlung auftreten. Bei Patienten mit bereits bestehender Autoimmunerkrankung kann das Risiko höher sein; Schübe der Grunderkrankung waren häufig, aber überwiegend leicht und beherrschbar.
  • Die Patienten sind engmaschig zu überwachen. Leberenzyme, Kreatinin und Schilddrüsenfunktion sollten zu Beginn und regelmäßig kontrolliert werden. Bei vermuteten Reaktionen sind andere Ursachen, einschließlich Infektionen, auszuschließen, und die Behandlung ist umgehend einzuleiten, gegebenenfalls mit fachärztlicher Beratung.
  • Wird die Behandlung ausgesetzt oder dauerhaft abgesetzt, werden systemische Kortikosteroide (1 bis 2 mg/kg/Tag Prednison oder Äquivalent) gegeben, bis eine Besserung auf Grad 1 oder weniger eintritt, und anschließend ausgeschlichen. Bei Verdacht auf Myokarditis werden umgehend hoch dosierte Steroide (zum Beispiel Methylprednisolon 1 g/Tag intravenös über 3–5 Tage) begonnen. Andere Immunsuppressiva können in Betracht gezogen werden, wenn Kortikosteroide die Reaktion nicht kontrollieren, und bei Endokrinopathien wird bei Bedarf Hormonersatz gegeben.
  • Die Behandlung kann innerhalb von 12 Wochen nach der letzten Dosis wieder aufgenommen werden, wenn sich die Reaktion auf Grad 1 oder weniger zurückgebildet hat und die Kortikosteroiddosis höchstens 10 mg Prednison-Äquivalent pro Tag beträgt. Bei jeder wiederkehrenden immunvermittelten Reaktion vom Grad 3 und jeder Reaktion vom Grad 4 muss die Behandlung dauerhaft abgesetzt werden, mit Ausnahme von Endokrinopathien, die mit Hormonersatz kontrolliert werden.

Organspezifische immunvermittelte Reaktionen

  • Lunge, Darm und Leber: Pneumonitis (mit Bildgebung bestätigen und andere Ursachen ausschließen), Kolitis (die sich als Diarrhö äußern kann; bei kortikosteroidrefraktärer Kolitis ist die Infektionsdiagnostik zu wiederholen, da bei anderen PD-1/PD-L1-Antikörpern über Cytomegalievirus-Infektionen oder -Reaktivierungen berichtet wurde) und Hepatitis.
  • Endokrin: Nebenniereninsuffizienz, Hypophysitis, Schilddrüsenerkrankungen und Diabetes mellitus Typ 1, der sich mit diabetischer Ketoazidose äußern kann. Auf diese Anzeichen ist vor und während der Behandlung zu achten, einschließlich Schilddrüsenfunktion und Hormonspiegeln.
  • Niere, Haut, Herz und Muskel: Nephritis; Hautausschlag oder Dermatitis, einschließlich exfoliativer Dermatitis (Stevens-Johnson-Syndrom, DRESS und toxische epidermale Nekrolyse); Myokarditis, die eine umgehende kardiologische Konsultation erfordert und bei der, wenn innerhalb von 48 Stunden nach Gabe von Kortikosteroiden keine Besserung eintritt, Immunsuppressiva in Betracht zu ziehen sind; sowie Myositis (Aldolase und Kreatinkinase überwachen).
  • Sonstiges: Enzephalitis, demyelinisierende Neuropathie (einschließlich Guillain-Barré-Syndrom), myasthenes Syndrom, Sarkoidose, Vaskulitis und Rhabdomyolyse können auftreten. Pankreatitis, Iritis, Uveitis, immunvermittelte entzündliche Arthritis und immunvermittelte Zystitis wurden bei weniger als 1 % der Patienten berichtet.

Transplantationsbedingte Reaktionen

Nach der Markteinführung wurde bei mit PD-1-Inhibitoren behandelten Patienten über Abstoßungsreaktionen nach Transplantation solider Organe berichtet, sodass der Nutzen der Behandlung gegen das Risiko einer Abstoßung abgewogen werden muss. Bei Patienten, die vor oder nach einem PD-1/PD-L1-blockierenden Antikörper eine allogene hämatopoetische Stammzelltransplantation erhalten hatten, können tödliche und andere schwerwiegende Komplikationen auftreten (Graft-versus-Host-Krankheit, hepatische venookklusive Erkrankung nach Konditionierung mit reduzierter Intensität, steroidpflichtiges febriles Syndrom). Diese Patienten sind engmaschig zu überwachen.

Infusionsbedingte Reaktionen

Es können schwere und potenziell lebensbedrohliche infusionsbedingte Reaktionen auftreten. Sie sind wie unter den Therapieanpassungen beschrieben zu behandeln; bei Patienten, bei denen eine solche Reaktion aufgetreten ist, kann eine Prämedikation mit Antipyretika und Antihistaminika in Erwägung gezogen werden.

Von klinischen Studien ausgeschlossene Patienten

Patienten mit aktiven Infektionen (aktive Tuberkulose, Hepatitis B oder C, HIV), einem immungeschwächten Zustand (systemische Kortikosteroide über 10 mg täglich Prednison-Äquivalent innerhalb von 2 Wochen vor der Randomisierung), aktiver systemischer Autoimmunerkrankung (außer kontrollierter Hypothyreose oder kontrolliertem Diabetes mellitus), aktiven oder unbehandelten Metastasen des zentralen Nervensystems, einem ECOG-Leistungsstatus von 2 oder mehr oder einer interstitiellen Lungenerkrankung in der Anamnese wurden nicht aufgenommen. Bei schwerer Nierenfunktionsstörung sowie bei mäßiger bis schwerer Leberfunktionsstörung sind die Informationen begrenzt, daher sollte Toripalimab in diesen Gruppen nach sorgfältiger Nutzen-Risiko-Abwägung mit Vorsicht angewendet werden.

Rückverfolgbarkeit

Zur besseren Rückverfolgbarkeit dieses biologischen Arzneimittels müssen Name und Chargenbezeichnung des angewendeten Arzneimittels eindeutig dokumentiert werden.

Schwangerschaft, Stillzeit und Fertilität

  • Kontrazeption: Frauen im gebärfähigen Alter sollten während der Behandlung und für mindestens 4 Monate nach der letzten Dosis eine wirksame Verhütungsmethode anwenden.
  • Schwangerschaft: Es liegen keine Daten bei Schwangeren vor. Tierstudien mit Toripalimab wurden nicht durchgeführt, aber die Hemmung des PD-1/PD-L1-Signalwegs kann das Risiko einer immunvermittelten Abstoßung des sich entwickelnden Fetus erhöhen und zum fetalen Tod führen, und humanes IgG4 passiert die Plazenta. Toripalimab sollte während der Schwangerschaft und bei Frauen im gebärfähigen Alter, die keine wirksame Verhütungsmethode anwenden, nicht angewendet werden, es sei denn, der klinische Nutzen überwiegt das potenzielle Risiko.
  • Stillzeit: Es ist nicht bekannt, ob Toripalimab in die Muttermilch übergeht, Antikörper (einschließlich IgG4) tun dies jedoch, sodass ein Risiko für das gestillte Kind nicht ausgeschlossen werden kann. Eine Frau, die sich für die Behandlung entscheidet, sollte während der Behandlung und für mindestens 4 Monate nach der letzten Dosis nicht stillen.
  • Fertilität: Studien zur Wirkung auf die Fertilität wurden nicht durchgeführt.

Sonstige Bestandteile

Jede Durchstechflasche enthält weniger als 1 mmol (23 mg) Natrium, d. h., sie ist im Wesentlichen „natriumfrei“, und 1,2 mg Polysorbat 80 (0,2 mg/ml). Polysorbate können allergische Reaktionen hervorrufen.

Auswirkungen auf die Fahrtüchtigkeit

Toripalimab hat einen geringen Einfluss auf die Fahrtüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen. Bei einigen Patienten wurden Schwindel und Fatigue berichtet.

Lagerungsbedingungen

Die Durchstechflasche im Kühlschrank (2–8 °C) in der Originalverpackung aufbewahren, um den Inhalt vor Licht zu schützen, und nicht einfrieren. Die Kühlkette ist beim Transport und bei der Lagerung nicht zu unterbrechen. Jeder Umkarton enthält eine 6-ml-Durchstechflasche aus Glas (Typ 1) mit Chlorobutyl-Gummistopfen und Aluminium-Flip-off-Kappe. Zur Lagerung nach der Verdünnung siehe Haltbarkeit.

Haltbarkeit

  • Ungeöffnete Durchstechflasche: 3 Jahre.
  • Nach der Verdünnung: Die chemische und physikalische Stabilität während des Gebrauchs wurde für 24 Stunden bei 2–8 °C oder bei 20–25 °C nachgewiesen. Aus mikrobiologischer Sicht sollte das Produkt sofort angewendet werden, es sei denn, die Art der Verdünnung schließt das Risiko einer mikrobiellen Kontamination aus; andernfalls liegen die Aufbewahrungszeiten und -bedingungen während des Gebrauchs in der Verantwortung des Anwenders.

Abgabebedingungen in der Apotheke

Verschreibungspflichtig (Rx), auf eingeschränkte ärztliche Verschreibung. Die Behandlung muss von in der Krebsbehandlung erfahrenen Ärzten eingeleitet und überwacht werden. Loqtorzi wird als intravenöse Infusion gegeben und daher an das Krankenhaus oder die Klinik geliefert, die es verabreicht, unter gekühlter Handhabung in der Kühlkette (2–8 °C).

Weitere Wirkstoffe aus demselben Therapiegebiet oder derselben Wirkstoffklasse.

Wichtiger Hinweis

Die auf dieser Website bereitgestellten Informationen dienen ausschließlich allgemeinen Informations- und Bildungszwecken und stellen weder eine medizinische Beratung noch eine Diagnose oder Behandlungsempfehlung dar. Diese Informationen ersetzen nicht die Konsultation einer qualifizierten medizinischen Fachperson. Holen Sie bei Fragen zu einem Gesundheitszustand oder Arzneimittel stets den Rat Ihrer Ärztin bzw. Ihres Arztes, Apothekerin bzw. Apothekers oder einer anderen qualifizierten Fachperson ein. Ignorieren Sie ärztlichen Rat nicht und verzögern Sie dessen Einholung nicht aufgrund von Informationen auf dieser Website. Produktverfügbarkeit, zugelassene Anwendungsgebiete und Fachinformationen können je nach Land unterschiedlich sein. Viele der gelisteten Arzneimittel sind verschreibungspflichtig; wo ein Rezept erforderlich ist, muss dieses im Bestimmungsland gültig sein, und die Produkte sind unter ärztlicher Aufsicht anzuwenden. Wir beschaffen, versenden oder listen keine Suchtmittel im Sinne des österreichischen Suchtmittelgesetzes (SMG) oder vergleichbarer internationaler Regelungen.

Vollständige Nutzungsbedingungen und medizinischen Haftungsausschluss ansehen

Informationsquelle

Diese Produktinformation basiert auf:

DrugBank — Toripalimab (DB15043); EMA SmPC — Loqtorzi

Zuletzt geprüft: