Dostarlimab
PD-1-Inhibitor (monoklonaler Antikörper)
Dostarlimab ist ein humanisierter monoklonaler IgG4-Antikörper, der an den Rezeptor Programmed-Cell-Death-Protein-1 (PD-1) auf T-Zellen bindet und dessen Interaktion mit den Liganden PD-L1 und PD-L2 blockiert; dadurch wird die Bremse gelöst, die Tumoren auf die Anti-Tumor-Immunantwort ausüben. In der EU ist es für Erwachsene mit Endometriumkarzinom zugelassen: zusammen mit Carboplatin und Paclitaxel zur Erstlinienbehandlung der primär fortgeschrittenen oder rezidivierenden Erkrankung bei Patienten, die für eine systemische Therapie infrage kommen, und als Monotherapie bei rezidivierender oder fortgeschrittener Erkrankung mit Mismatch-Reparatur-Defizienz (dMMR) oder hoher Mikrosatelliteninstabilität (MSI-H), die während oder nach einer platinhaltigen Therapie fortgeschritten ist. Es wird als intravenöse Infusion über 30 Minuten gegeben, zunächst alle 3 Wochen und danach alle 6 Wochen, unter Aufsicht einer Fachärztin oder eines Facharztes mit Erfahrung in der Krebsbehandlung. Da es einen Immun-Checkpoint aufhebt, besteht das wichtigste Sicherheitsrisiko in immunvermittelten Nebenwirkungen, die jedes Organ betreffen können, schwer oder tödlich verlaufen können und auch nach dem Ende der Behandlung auftreten können.
Erhältlich unter folgenden Markennamen
Dieser Wirkstoff wird je nach Region und Hersteller unter folgenden Markennamen vertrieben:
- Jemperli ®
Markennamen sind eingetragene Warenzeichen der jeweiligen Inhaber. Pharmalogistic vertritt, produziert oder vertreibt die oben genannten Markenprodukte nicht.
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Häufig gestellte Fragen
Dostarlimab: Wofür wird es angewendet?
Dostarlimab ist ein humanisierter monoklonaler IgG4-Antikörper, der an den Rezeptor Programmed-Cell-Death-Protein-1 (PD-1) auf T-Zellen bindet und dessen Interaktion mit den Liganden PD-L1 und PD-L2 blockiert; dadurch wird die Bremse gelöst, die Tumoren auf die Anti-Tumor-Immunantwort ausüben.
Dostarlimab: Ist ein Rezept erforderlich?
Ja. Dostarlimab ist ein verschreibungspflichtiges Arzneimittel. Erforderlich ist ein gültiges Rezept einer approbierten Ärztin oder eines approbierten Arztes; die Rezeptvorschriften des Bestimmungslandes werden vor jedem Versand geprüft.
Dostarlimab: Wie ist es zu lagern?
Lagern Sie Dostarlimab bei 2–8 °C; nicht einfrieren; vor Licht schützen in der Originalverpackung, vor Licht geschützt und für Kinder unzugänglich. Nach Anbruch: Nach der Verdünnung: 96 Stunden bei 2–8 °C, anschließend 6 Stunden bei Raumtemperatur (bis 25 °C), gerechnet von der Zubereitung bis zum Ende der Verabreichung; die verdünnte Lösung nicht einfrieren.
Dostarlimab: Ist ein gekühlter Versand (Kühlkette) erforderlich?
Ja. Dostarlimab muss bei 2–8 °C; nicht einfrieren; vor Licht schützen gehalten werden und wird daher in Isolierverpackungen mit Kühlelementen versendet, die für die gesamte Transitzeit dimensioniert sind, sodass die Kühlkette vom Versand bis zur Zustellung ununterbrochen bleibt.
Dostarlimab: Unter welchen Markennamen wird es vertrieben?
Dostarlimab wird je nach Land und Hersteller als Jemperli vermarktet. Markennamen sind Warenzeichen der jeweiligen Inhaber; Pharmalogistic vertritt oder vertreibt die Markenprodukte nicht.
Dostarlimab: Welche Stärken sind verfügbar?
Dostarlimab ist in folgenden Stärken erhältlich: 500 mg/10 ml (50 mg/ml) Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung. Die geeignete Stärke und das Dosierungsschema legt die behandelnde Ärztin bzw. der behandelnde Arzt fest.
Dostarlimab: Wie lange ist es haltbar?
Die Haltbarkeit von Dostarlimab beträgt 5 Jahre (ungeöffnete Durchstechflasche) bei Lagerung gemäß Empfehlung. Nach dem auf der Verpackung angegebenen Verfalldatum nicht mehr anwenden.
Medizinische Informationen & Leitlinien
Pharmakologie, Anwendungsgebiete und Sicherheitsprofil dieses Wirkstoffs
Pharmakologische Wirkung
Dostarlimab ist ein humanisierter monoklonaler IgG4-Antikörper, der mittels rekombinanter DNA-Technologie in Ovarialzellen des Chinesischen Hamsters hergestellt wird. Er wirkt auf den PD-1-Rezeptor, einen Immun-Checkpoint auf T-Zellen, den Tumoren nutzen können, um den Immunangriff zu dämpfen; durch seine Blockade können T-Zellen wieder gegen den Krebs wirken. In der EU wird er beim Endometriumkarzinom angewendet, zusammen mit einer Chemotherapie bei primär fortgeschrittener oder rezidivierender Erkrankung und allein bei Tumoren mit Mismatch-Reparatur-Defizienz (dMMR) oder hoher Mikrosatelliteninstabilität (MSI-H).
Wirkmechanismus
- PD-1-Blockade: Dostarlimab bindet an den PD-1-Rezeptor und verhindert, dass dieser mit seinen beiden Liganden PD-L1 und PD-L2 interagiert.
- Reaktivierung der T-Zellen: Die Bindung dieser Liganden an PD-1 hemmt die Proliferation der T-Zellen und die Zytokinproduktion. Die Blockade des Signalwegs stellt T-Zell-Funktionen wie Proliferation, Zytokinproduktion und zytotoxische Aktivität wieder her und verstärkt Anti-Tumor-Immunantworten. In Tumormodellen an Mäusen mit intaktem Immunsystem verringerte die Blockade von PD-1 das Tumorwachstum.
- Mismatch-Reparatur-Defizienz: Tumoren mit dMMR oder MSI-H können die Expression von PD-1-Liganden erhöhen, sodass der Signalweg bei diesen Krebsarten ein besonderes Ziel ist. Für die Indikation als Monotherapie muss der Tumorstatus mit einem validierten Test festgestellt werden.
- Immunvermittelte Wirkungen: Der PD-1-Signalweg trägt auch dazu bei, Immunreaktionen gegen normales Gewebe in Schach zu halten; seine Blockade kann daher in jedem Organ immunvermittelte Nebenwirkungen verursachen (siehe Besondere Hinweise).
Pharmakokinetik
- Resorption: nicht zutreffend, da Dostarlimab in eine Vene infundiert wird. Spitzenkonzentration und Gesamtexposition steigen annähernd proportional zur Dosis. Bei den empfohlenen Dosierungsschemata akkumuliert die Talkonzentration etwa um das Zweifache, entsprechend der terminalen Halbwertszeit, und die Exposition ist ähnlich, ob Dostarlimab allein oder mit Carboplatin und Paclitaxel gegeben wird.
- Verteilung: Das mittlere Verteilungsvolumen im Steady State beträgt etwa 5,8 l.
- Metabolismus: Als IgG4-Antikörper wird Dostarlimab voraussichtlich in Lysosomen zu kleinen Peptiden, Aminosäuren und kleinen Kohlenhydraten abgebaut, die entweder über die Niere ausgeschieden oder dem körpereigenen Nährstoffpool wieder zugeführt werden. Es ist kein Substrat von Cytochrom-P450-Enzymen oder von aktiven Transportern.
- Elimination: Die mittlere Clearance im Steady State beträgt etwa 0,007 l/h und die Halbwertszeit etwa 23,2 Tage. Die Clearance war mit Carboplatin und Paclitaxel um etwa 7,8 % niedriger, ohne bedeutsame Auswirkung auf die Exposition.
- Exposition und Ansprechen: Eine Verdopplung der Exposition führte zu keinen klinisch signifikanten Unterschieden bei Wirksamkeit oder Sicherheit, und die vollständige Besetzung der PD-1-Rezeptoren blieb bei den empfohlenen Dosierungsschemata während des gesamten Dosierungsintervalls erhalten.
- Besondere Populationen: Für Alter (65 Jahre oder älter), leichte oder mittelschwere Nierenfunktionsstörung oder leichte Leberfunktionsstörung wird keine Dosisanpassung empfohlen. Die Daten sind begrenzt bei Patienten ab 75 Jahren, bei schwerer Nierenfunktionsstörung oder terminaler Niereninsuffizienz unter Dialyse und bei mittelschwerer Leberfunktionsstörung; bei schwerer Leberfunktionsstörung liegen keine Daten vor.
Anwendungsgebiete
- Erstlinienbehandlung des primär fortgeschrittenen oder rezidivierenden Endometriumkarzinoms (EC): in Kombination mit Carboplatin und Paclitaxel bei Erwachsenen, die für eine systemische Therapie infrage kommen.
- dMMR/MSI-H-Endometriumkarzinom nach Platintherapie: als Monotherapie bei Erwachsenen mit rezidivierendem oder fortgeschrittenem EC mit Mismatch-Reparatur-Defizienz (dMMR) oder hoher Mikrosatelliteninstabilität (MSI-H), das während oder nach einer vorangegangenen platinhaltigen Therapie fortgeschritten ist.
Der dMMR/MSI-H-Status des Tumors wird mit einer validierten Methode bestimmt, etwa Immunhistochemie (IHC), Polymerase-Kettenreaktion (PCR) oder Next-Generation-Sequenzierung (NGS).
Gegenanzeigen
- Überempfindlichkeit gegen Dostarlimab oder einen der sonstigen Bestandteile (Trinatriumcitrat-Dihydrat, Citronensäure-Monohydrat, L-Argininhydrochlorid, Natriumchlorid, Polysorbat 80).
Nebenwirkungen
Dostarlimab wird am häufigsten mit immunvermittelten Nebenwirkungen in Verbindung gebracht. Die meisten davon, auch die schweren, klangen ab, sobald eine angemessene medizinische Behandlung eingeleitet oder Dostarlimab abgesetzt wurde. Die nachstehenden Häufigkeiten stammen aus zwei Gruppen: 605 Patienten mit Endometriumkarzinom oder anderen fortgeschrittenen soliden Tumoren, die in der GARNET-Studie Dostarlimab allein erhielten (mediane Behandlungsdauer 24 Wochen), und 241 Patienten mit primär fortgeschrittenem oder rezidivierendem Endometriumkarzinom, die es in der RUBY-Studie zusammen mit Carboplatin und Paclitaxel erhielten (mediane Behandlungsdauer 43 Wochen). Gezählt werden alle unerwünschten Ereignisse, unabhängig von ihrer Ursache.
Unter Monotherapie waren die häufigsten Reaktionen (mehr als 10 %) Anämie (28,6 %), Diarrhö (26,0 %), Übelkeit (25,8 %), Erbrechen (19,0 %), Arthralgie (17,0 %), Pruritus (14,2 %), Hautausschlag (13,2 %), Fieber (12,4 %), erhöhte Aspartat-Aminotransferase (11,2 %) und Hypothyreose (11,2 %). Die Behandlung wurde bei 6,3 % der Patienten wegen Nebenwirkungen dauerhaft abgebrochen, und 11,2 % hatten schwerwiegende Reaktionen, die meisten davon immunvermittelt. Mit Carboplatin und Paclitaxel waren die häufigsten Reaktionen (10 % oder mehr) Hautausschlag (23,2 %), makulopapulöser Hautausschlag (14,5 %), Hypothyreose (14,5 %), Fieber (12,9 %), erhöhte Alanin-Aminotransferase (12,9 %), erhöhte Aspartat-Aminotransferase (12,0 %) und trockene Haut (10,0 %); 5,0 % brachen die Behandlung dauerhaft ab, 5,8 % hatten schwerwiegende Reaktionen, und die häufigste schwerwiegende Reaktion (mehr als 1 %) war Fieber (2,9 %).
Sehr häufig (≥1/10): mit Dostarlimab allein Anämie (einschließlich autoimmunhämolytischer Anämie), Hypothyreose, Diarrhö, Übelkeit, Erbrechen, Hautausschlag, Pruritus, Arthralgie, Fieber und erhöhte Transaminasen; mit Carboplatin und Paclitaxel Hypothyreose, Hautausschlag (einschließlich makulopapulösem Hautausschlag), trockene Haut, Fieber und erhöhte Alanin- und Aspartat-Aminotransferase.
Häufig (≥1/100 bis <1/10): mit Dostarlimab allein Hyperthyreose, Nebenniereninsuffizienz, Pneumonitis (einschließlich interstitieller Lungenerkrankung), Kolitis, Pankreatitis, Gastritis, Hepatitis, Myalgie, Schüttelfrost und infusionsbedingte Reaktionen (einschließlich Überempfindlichkeit); mit Carboplatin und Paclitaxel Hyperthyreose, Pneumonitis, Kolitis und Pankreatitis.
Gelegentlich (≥1/1.000 bis <1/100): mit Dostarlimab allein Thyreoiditis, Hypophysitis, Diabetes mellitus Typ 1, diabetische Ketoazidose, Enzephalitis, Myasthenia gravis, Uveitis, Ösophagitis, Stevens-Johnson-Syndrom, immunvermittelte Arthritis, Polymyalgia rheumatica, immunvermittelte Myositis und Nephritis; mit Carboplatin und Paclitaxel Thyreoiditis, Nebenniereninsuffizienz, Diabetes mellitus Typ 1, myasthenes Syndrom, Guillain-Barré-Syndrom, Uveitis, Myokarditis, immunvermittelte Gastritis, gastrointestinale Vaskulitis, immunvermittelte Arthritis, Myositis und systemisches inflammatorisches Response-Syndrom.
Einige der Einträge zur Kombination, etwa Myokarditis, Guillain-Barré-Syndrom, myasthenes Syndrom und systemisches inflammatorisches Response-Syndrom, schließen Ereignisse ein, die in anderen klinischen Studien mit Dostarlimab bei Patienten mit soliden Tumoren festgestellt wurden.
Immunvermittelte Reaktionen. In den gepoolten Monotherapiedaten (605 Patienten) wurden immunvermittelte Reaktionen gezählt, wenn sie Grad 2 oder höher erreichten. Dazu gehörten Hypothyreose bei 7,6 % (alle Grad 2), Arthralgie bei 5,6 %, Hautausschlag bei 5,1 % (Grad 3 bei 1,5 %), Pneumonitis bei 2,3 % (Grad 3 bei 0,8 %, Grad 4 bei 0,2 %; dauerhaftes Absetzen bei 1,3 %), Hyperthyreose bei 2,3 %, Kolitis bei 1,3 %, Nebenniereninsuffizienz bei 1,2 %, infusionsbedingte Reaktionen einschließlich Überempfindlichkeit bei 1,0 %, Hepatitis bei 0,5 % (alle Grad 3), Thyreoiditis bei 0,5 % und Nephritis bei 0,5 %. Anti-Drug-Antikörper traten während der Behandlung bei 2,5 % von 315 auswertbaren Patienten in GARNET auf (neutralisierende Antikörper bei 1,3 %) und bei keinem von 225 auswertbaren Patienten in RUBY, ohne Hinweis auf eine Auswirkung auf Wirksamkeit oder Sicherheit.
Insgesamt unterschied sich die Sicherheit bei Patienten ab 65 Jahren nicht von der bei jüngeren Patienten. Unter anderen Immun-Checkpoint-Inhibitoren wurden Zöliakie und exokrine Pankreasinsuffizienz beschrieben, die auch unter Dostarlimab auftreten könnten.
Wechselwirkungen
Mit Dostarlimab wurden keine Wechselwirkungsstudien durchgeführt, und die Fachinformation nennt kein bestimmtes Arzneimittel, das Wechselwirkungen verursacht.
- Cytochrom P450 und Transporter: Monoklonale Antikörper wie Dostarlimab sind keine Substrate von Cytochrom-P450-Enzymen oder von Transportern für Wirkstoffe, daher wird keine pharmakokinetische Wechselwirkung mit niedermolekularen Arzneimitteln erwartet.
- Zytokine: Dostarlimab ist kein Zytokin und moduliert Zytokine wahrscheinlich nicht.
- Antikörper-Clearance: Es gibt keinen Hinweis auf eine Wechselwirkung, die durch die unspezifische, lysosomale Clearance von Antikörpern vermittelt wird.
- Carboplatin und Paclitaxel: Bei gleichzeitiger Gabe war die Clearance von Dostarlimab um etwa 7,8 % niedriger, ohne bedeutsame Auswirkung auf die Exposition.
Verabreichung und Dosierung
Die Behandlung muss von Fachärzten eingeleitet und überwacht werden, die in der Krebstherapie erfahren sind. Dostarlimab ist ausschließlich zur intravenösen Infusion bestimmt: Es wird vor der Anwendung verdünnt und mit einer Infusionspumpe über 30 Minuten gegeben. Es darf nicht als intravenöse Druck- oder Bolusinjektion gegeben werden. Wenn die Indikation für die Monotherapie zutrifft, wird der dMMR/MSI-H-Tumorstatus vorher mit einem validierten Test bestimmt.
Dosis mit Carboplatin und Paclitaxel
- 500 mg alle 3 Wochen zusammen mit Carboplatin und Paclitaxel alle 3 Wochen für 6 Zyklen, danach 1.000 mg alle 6 Wochen als Monotherapie für alle weiteren Zyklen. Die erste Dosis von 1.000 mg folgt 3 Wochen nach dem sechsten Zyklus.
- Dostarlimab wird am selben Tag vor Carboplatin und Paclitaxel gegeben. Für deren eigene Dosierung gelten die Fachinformationen von Carboplatin und Paclitaxel.
- Die Behandlung wird bis zur Krankheitsprogression oder inakzeptablen Toxizität fortgesetzt, höchstens jedoch 3 Jahre lang.
Dosis als Monotherapie
- 500 mg alle 3 Wochen für 4 Zyklen, danach 1.000 mg alle 6 Wochen für alle weiteren Zyklen. Die erste Dosis von 1.000 mg folgt 3 Wochen nach dem vierten Zyklus.
- Die Behandlung wird bis zur Krankheitsprogression oder inakzeptablen Toxizität fortgesetzt.
Dosisanpassungen
- Eine Dosisreduktion wird nicht empfohlen. Die Gabe kann je nach individueller Sicherheit und Verträglichkeit verschoben oder abgebrochen werden; die Fachinformation enthält eine Tabelle mit empfohlenen Maßnahmen bei bestimmten immunvermittelten Reaktionen.
- Immunvermittelte Reaktionen werden durch Aussetzen oder dauerhaftes Absetzen von Dostarlimab und die Gabe von Kortikosteroiden behandelt (siehe Besondere Hinweise). Jede wiederkehrende immunvermittelte Reaktion Grad 3 und jede Reaktion Grad 4 führt zum dauerhaften Absetzen, außer bei mit Hormonersatz kontrollierten Endokrinopathien und sofern die Tabelle der Fachinformation nichts anderes angibt.
- Bei einer schweren (Grad 3) oder lebensbedrohlichen (Grad 4) infusionsbedingten Reaktion wird die Infusion beendet und die Behandlung dauerhaft abgebrochen.
Besondere Patientengruppen
- Ältere Patienten: keine Dosisanpassung bei Patienten ab 65 Jahren; die klinischen Daten sind bei Patienten ab 75 Jahren begrenzt.
- Nierenfunktionsstörung: keine Anpassung bei leichter oder mittelschwerer Funktionsstörung; begrenzte Daten bei schwerer Funktionsstörung oder terminaler Niereninsuffizienz unter Dialyse.
- Leberfunktionsstörung: keine Anpassung bei leichter Funktionsstörung; begrenzte Daten bei mittelschwerer und keine bei schwerer Funktionsstörung.
- Kinder und Jugendliche: Sicherheit und Wirksamkeit bei unter 18-Jährigen sind nicht erwiesen. Eine Studie mit Dostarlimab und Niraparib bei Kindern im Alter von 5 bis unter 18 Jahren mit rezidivierenden oder refraktären soliden Tumoren (außerhalb der zugelassenen Anwendungsgebiete) war zu begrenzt, um zu zeigen, dass der Nutzen die Risiken überwiegt.
Besondere Hinweise
Rückverfolgbarkeit
Handelsname und Chargenbezeichnung jeder verabreichten Dosis sollten eindeutig dokumentiert werden.
Immunvermittelte Nebenwirkungen
- Umfang: Immunvermittelte Reaktionen können schwer oder tödlich verlaufen, jedes Organ oder Gewebe und mehrere Körpersysteme gleichzeitig betreffen und treten in der Regel während der Behandlung auf, können aber auch nach deren Ende auftreten.
- Überwachung: Die Patienten werden auf Symptome und Anzeichen überwacht. Blutbild und klinische Chemie, einschließlich Leber-, Nieren- und Schilddrüsenfunktion, werden zu Beginn und regelmäßig kontrolliert. Eine vermutete Reaktion erfordert eine angemessene Abklärung, einschließlich fachärztlicher Konsultation.
- Behandlung: Je nach Schweregrad wird Dostarlimab ausgesetzt oder dauerhaft abgesetzt, und es werden Kortikosteroide (1 bis 2 mg/kg/Tag Prednison oder Äquivalent) oder eine andere geeignete Therapie gegeben. Sobald sich die Reaktion auf Grad 1 oder weniger gebessert hat, wird das Kortikosteroid über 1 Monat oder länger ausgeschlichen. Wenn Kortikosteroide die Reaktion nicht kontrollieren, können andere systemische Immunsuppressiva in Betracht gezogen werden. Bei Endokrinopathien wird bei Bedarf ein Hormonersatz gegeben.
- Dauerhaftes Absetzen: jede wiederkehrende immunvermittelte Reaktion Grad 3 und jede Reaktion Grad 4, außer bei mit Hormonersatz kontrollierten Endokrinopathien und sofern die Tabelle der Fachinformation nichts anderes angibt.
Organspezifische immunvermittelte Reaktionen
- Pneumonitis: Die Patienten werden auf Anzeichen und Symptome überwacht; eine vermutete Pneumonitis wird durch Bildgebung bestätigt, und andere Ursachen werden ausgeschlossen.
- Kolitis: Die Patienten werden auf Anzeichen und Symptome überwacht; das Management umfasst Behandlungsanpassungen, Antidiarrhoika und Kortikosteroide.
- Hepatitis: Die Leberfunktion wird je nach klinischer Indikation regelmäßig überwacht.
- Endokrinopathien: Hypothyreose, Hyperthyreose, Thyreoiditis, Hypophysitis, Diabetes mellitus Typ 1 (einschließlich diabetischer Ketoazidose) und Nebenniereninsuffizienz wurden berichtet. Die Schilddrüsenfunktion wird vor und regelmäßig während der Behandlung kontrolliert, eine Hypothyreose kann auf eine Hyperthyreose folgen, und die Patienten werden auf Anzeichen einer Nebenniereninsuffizienz beobachtet.
- Nephritis: Die Nierenfunktion wird überwacht.
- Hautreaktionen: Immunvermittelter Hautausschlag, einschließlich Pemphigoid, wurde berichtet. Stevens-Johnson-Syndrom, das lebensbedrohlich oder tödlich verlaufen kann, wurde unter Dostarlimab berichtet, toxische epidermale Nekrolyse unter PD-1-Inhibitoren. Die Patienten sollten die Anzeichen schwerer Hautreaktionen kennen und sofort ärztlichen Rat einholen; Verdachtsfälle werden an eine Fachärztin oder einen Facharzt überwiesen. Vorsicht ist geboten bei Patienten, die unter anderen immunstimulierenden Krebsmitteln eine schwere oder lebensbedrohliche Hautreaktion hatten.
- Arthralgie: Die Patienten werden überwacht, und bei Verdacht auf eine immunvermittelte Arthralgie werden andere Ursachen ausgeschlossen.
- Weitere Reaktionen: Myositis, Myokarditis, Enzephalitis, demyelinisierende Neuropathie (einschließlich Guillain-Barré-Syndrom) und Sarkoidose können auftreten. Enzephalitis, autoimmunhämolytische Anämie, Pankreatitis, Iridozyklitis und Uveitis wurden bei weniger als 1 % der Patienten unter Monotherapie berichtet.
Infusionsbedingte Reaktionen
Infusionsbedingte Reaktionen können auftreten und schwer sein. Bei einer schweren (Grad 3) oder lebensbedrohlichen (Grad 4) Reaktion wird die Infusion beendet und die Behandlung dauerhaft abgebrochen.
Transplantatempfänger und Stammzelltransplantation
- Solide Organtransplantation: Nach der Markteinführung wurde bei Patienten, die mit PD-1-Inhibitoren behandelt wurden, über Abstoßungen berichtet, und Dostarlimab kann das Risiko erhöhen. Der Nutzen wird gegen das Risiko einer Organabstoßung abgewogen.
- Allogene hämatopoetische Stammzelltransplantation: Bei Patienten, die vor oder nach einem PD-1/PD-L1-blockierenden Antikörper transplantiert wurden, können tödliche und andere schwere Komplikationen auftreten, darunter Graft-versus-Host-Krankheit (hyperakut, akut und chronisch), hepatische venookklusive Erkrankung nach Konditionierung mit reduzierter Intensität und steroidpflichtiges febriles Syndrom ohne identifizierte infektiöse Ursache. Die Patienten werden engmaschig beobachtet, und Nutzen und Risiko des Antikörpers werden abgewogen.
Von den Studien ausgeschlossene Patienten
Die GARNET-Studie schloss unter anderem Patienten aus mit einem ECOG-Performance-Status von 2 oder mehr, unkontrollierten Metastasen des zentralen Nervensystems oder Meningeosis carcinomatosa, anderen malignen Erkrankungen innerhalb von 2 Jahren, Immundefizienz oder immunsuppressiver Therapie innerhalb von 7 Tagen, aktiver HIV-, Hepatitis-B- oder Hepatitis-C-Infektion, aktiver Autoimmunerkrankung, die in den letzten 2 Jahren eine systemische Behandlung erforderte, interstitieller Lungenerkrankung in der Vorgeschichte oder einem Lebendimpfstoff innerhalb von 14 Tagen. Die RUBY-Studie schloss unter anderem Patienten aus mit einer gleichzeitigen oder kürzlich aufgetretenen anderen malignen Erkrankung, unkontrollierten Metastasen des zentralen Nervensystems, bekannter HIV-Infektion oder aktiver Hepatitis B oder C, Immundefizienz oder immunsuppressiver Therapie innerhalb von 7 Tagen, einer schweren unkontrollierten Erkrankung oder aktiven Infektion, die eine systemische Therapie erforderte, und einem Lebendimpfstoff von 30 Tagen vor der ersten Dosis bis 180 Tage nach der letzten. Nach sorgfältiger Abwägung des möglichen zusätzlichen Risikos kann Dostarlimab bei solchen Patienten mit angemessener medizinischer Betreuung angewendet werden.
Schwangerschaft, Stillzeit und Fertilität
- Empfängnisverhütung: Frauen im gebärfähigen Alter müssen während der Behandlung und bis 4 Monate nach der letzten Dosis eine wirksame Empfängnisverhütung anwenden.
- Schwangerschaft: Es liegen keine oder nur begrenzte Daten vor. Aufgrund seines Wirkmechanismus kann Dostarlimab den Fötus schädigen: Die Hemmung des PD-1/PD-L1-Signalwegs kann das Risiko einer immunvermittelten Abstoßung des sich entwickelnden Fötus erhöhen, was zum Tod des Fötus führt, und IgG4-Antikörper passieren die Plazenta. Es wird in der Schwangerschaft sowie bei Frauen im gebärfähigen Alter, die keine wirksame Empfängnisverhütung anwenden, nicht empfohlen. Tierexperimentelle Reproduktionsstudien wurden nicht durchgeführt.
- Stillzeit: Es ist nicht bekannt, ob Dostarlimab in die Muttermilch übergeht, und ein Risiko für das Neugeborene kann nicht ausgeschlossen werden. Es soll während der Stillzeit nicht angewendet werden, und auf das Stillen soll bis mindestens 4 Monate nach der letzten Dosis verzichtet werden.
- Fertilität: Fertilitätsstudien wurden nicht durchgeführt.
Polysorbat 80 und Natrium
- Jede Dosis enthält Polysorbat 80 (2 mg pro Durchstechflasche), das allergische Reaktionen hervorrufen kann.
- Jede 500-mg-Dosis enthält weniger als 1 mmol (23 mg) Natrium, d. h., sie ist im Wesentlichen natriumfrei. Sie kann in Natriumchlorid-Lösung 9 mg/ml (0,9 %) verdünnt werden, was für Patienten unter natriumkontrollierter Diät von Bedeutung ist.
Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit
Dostarlimab hat keinen oder einen vernachlässigbaren Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen.
Lagerungsbedingungen
Die Durchstechflaschen im Kühlschrank bei 2–8 °C lagern. Nicht einfrieren. Die Durchstechflasche in der Originalverpackung aufbewahren, um sie vor Licht zu schützen. Dostarlimab ist ein Kühlkettenprodukt, daher sollte die Temperatur während des Transports und der Lagerung in diesem Bereich gehalten werden. Jeder Umkarton enthält eine 10-ml-Durchstechflasche aus Glas. Zur Lagerung nach der Verdünnung siehe Haltbarkeit.
Haltbarkeit
- Ungeöffnete Durchstechflasche: 5 Jahre.
- Nach der Verdünnung: Die chemische und physikalische Gebrauchsstabilität wurde für 96 Stunden bei 2–8 °C, gefolgt von 6 Stunden bei Raumtemperatur (bis 25 °C), nachgewiesen, gerechnet von der Zubereitung bis zum Ende der Verabreichung.
- Aus mikrobiologischer Sicht sollte das verdünnte Produkt sofort verwendet werden. Wird es nicht sofort verwendet, liegen die Aufbewahrungszeiten und -bedingungen nach der Zubereitung in der Verantwortung des Anwenders; sie würden normalerweise 24 Stunden bei 2–8 °C oder 6 Stunden bei Raumtemperatur (bis 25 °C) nicht überschreiten, es sei denn, die Verdünnung fand unter kontrollierten und validierten aseptischen Bedingungen statt.
- Die verdünnte Lösung darf nicht eingefroren werden. Wurde sie gekühlt, muss sie vor der Anwendung Raumtemperatur erreichen.
Abgabebedingungen in der Apotheke
Verschreibungspflichtig (Rx), unter eingeschränkter ärztlicher Verschreibung (Anhang II B): Die Behandlung wird von einer Fachärztin oder einem Facharzt mit Erfahrung in der Krebsbehandlung eingeleitet und überwacht. Dostarlimab wird als intravenöse Infusion in einem Krankenhaus oder einer Klinik gegeben und deshalb an das Krankenhaus oder die Klinik geliefert, die es verabreicht, mit Kühlkettenlieferung bei 2–8 °C.
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Wichtiger Hinweis
Die auf dieser Website bereitgestellten Informationen dienen ausschließlich allgemeinen Informations- und Bildungszwecken und stellen weder eine medizinische Beratung noch eine Diagnose oder Behandlungsempfehlung dar. Diese Informationen ersetzen nicht die Konsultation einer qualifizierten medizinischen Fachperson. Holen Sie bei Fragen zu einem Gesundheitszustand oder Arzneimittel stets den Rat Ihrer Ärztin bzw. Ihres Arztes, Apothekerin bzw. Apothekers oder einer anderen qualifizierten Fachperson ein. Ignorieren Sie ärztlichen Rat nicht und verzögern Sie dessen Einholung nicht aufgrund von Informationen auf dieser Website. Produktverfügbarkeit, zugelassene Anwendungsgebiete und Fachinformationen können je nach Land unterschiedlich sein. Viele der gelisteten Arzneimittel sind verschreibungspflichtig; wo ein Rezept erforderlich ist, muss dieses im Bestimmungsland gültig sein, und die Produkte sind unter ärztlicher Aufsicht anzuwenden. Wir beschaffen, versenden oder listen keine Suchtmittel im Sinne des österreichischen Suchtmittelgesetzes (SMG) oder vergleichbarer internationaler Regelungen.
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Diese Produktinformation basiert auf:
DrugBank — Dostarlimab (DB15627); EMA SmPC — JemperliZuletzt geprüft:
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