Talquetamab
Bispezifischer T-Zell-Engager (GPRC5D/CD3-Antikörper)
Talquetamab ist ein humanisierter bispezifischer IgG4-Antikörper, der an GPRC5D auf Myelomzellen und an CD3 auf T-Zellen bindet und T-Zellen rekrutiert, um die malignen Plasmazellen zu zerstören. In der EU ist er als Monotherapie für Erwachsene mit rezidiviertem und refraktärem multiplem Myelom zugelassen, die mindestens 3 Vortherapien erhalten haben, darunter einen Immunmodulator, einen Proteasom-Inhibitor und einen Anti-CD38-Antikörper, und bei denen unter der letzten Therapie eine Krankheitsprogression aufgetreten ist. Medizinisches Fachpersonal verabreicht ihn als subkutane Injektion; die Behandlung beginnt mit Step-up-Dosen und wird danach wöchentlich oder alle 2 Wochen fortgesetzt, mit Arzneimitteln zur Vorbehandlung vor jeder Step-up-Dosis und einer Überwachung über 48 Stunden in der Nähe einer medizinischen Einrichtung. Das Zytokin-Freisetzungssyndrom und neurologische Toxizität, einschließlich ICANS, sind die wichtigsten Sicherheitsrisiken; auch orale Toxizität, Haut- und Nagelreaktionen sowie Infektionen sind häufig.
Erhältlich unter folgenden Markennamen
Dieser Wirkstoff wird je nach Region und Hersteller unter folgenden Markennamen vertrieben:
- Talvey ®
Markennamen sind eingetragene Warenzeichen der jeweiligen Inhaber. Pharmalogistic vertritt, produziert oder vertreibt die oben genannten Markenprodukte nicht.
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Häufig gestellte Fragen
Talquetamab: Wofür wird es angewendet?
Talquetamab ist ein humanisierter bispezifischer IgG4-Antikörper, der an GPRC5D auf Myelomzellen und an CD3 auf T-Zellen bindet und T-Zellen rekrutiert, um die malignen Plasmazellen zu zerstören.
Talquetamab: Ist ein Rezept erforderlich?
Ja. Talquetamab ist ein verschreibungspflichtiges Arzneimittel. Erforderlich ist ein gültiges Rezept einer approbierten Ärztin oder eines approbierten Arztes; die Rezeptvorschriften des Bestimmungslandes werden vor jedem Versand geprüft.
Talquetamab: Wie ist es zu lagern?
Lagern Sie Talquetamab bei 2–8 °C; nicht einfrieren; in der Originalverpackung aufbewahren, um den Inhalt vor Licht zu schützen in der Originalverpackung, vor Licht geschützt und für Kinder unzugänglich. Nach Anbruch: Zubereitete Spritze: bis zu 24 Stunden bei 2–8 °C, gefolgt von bis zu 24 Stunden bei 15–30 °C, vor Licht geschützt; aus mikrobiologischer Sicht sofort verwenden.
Talquetamab: Ist ein gekühlter Versand (Kühlkette) erforderlich?
Ja. Talquetamab muss bei 2–8 °C; nicht einfrieren; in der Originalverpackung aufbewahren, um den Inhalt vor Licht zu schützen gehalten werden und wird daher in Isolierverpackungen mit Kühlelementen versendet, die für die gesamte Transitzeit dimensioniert sind, sodass die Kühlkette vom Versand bis zur Zustellung ununterbrochen bleibt.
Talquetamab: Unter welchen Markennamen wird es vertrieben?
Talquetamab wird je nach Land und Hersteller als Talvey vermarktet. Markennamen sind Warenzeichen der jeweiligen Inhaber; Pharmalogistic vertritt oder vertreibt die Markenprodukte nicht.
Talquetamab: Welche Stärken sind verfügbar?
Talquetamab ist in folgenden Stärken erhältlich: 2 mg/ml Injektionslösung (3 mg in einer 1,5-ml-Durchstechflasche), 40 mg/ml Injektionslösung (40 mg in einer 1-ml-Durchstechflasche). Die geeignete Stärke und das Dosierungsschema legt die behandelnde Ärztin bzw. der behandelnde Arzt fest.
Talquetamab: Wie lange ist es haltbar?
Die Haltbarkeit von Talquetamab beträgt 3 Jahre (ungeöffnete Durchstechflasche) bei Lagerung gemäß Empfehlung. Nach dem auf der Verpackung angegebenen Verfalldatum nicht mehr anwenden.
Medizinische Informationen & Leitlinien
Pharmakologie, Anwendungsgebiete und Sicherheitsprofil dieses Wirkstoffs
Pharmakologische Wirkung
Talquetamab ist ein humanisierter bispezifischer IgG4-Antikörper (IgG4-PAA-Format), der in Ovarialzellen des chinesischen Hamsters hergestellt wird. Ein Bindungsarm erkennt GPRC5D, einen Rezeptor auf Plasmazellen einschließlich maligner Myelomzellen, der andere erkennt CD3 auf T-Zellen. Indem er T-Zellen an die Tumorzellen heranführt, löst er eine T-Zell-vermittelte Abtötung aus.
Wirkmechanismus
- T-Zell-Rekrutierung: Die Bindung von CD3 auf T-Zellen und GPRC5D auf Zielzellen bringt beide zusammen und aktiviert die T-Zellen.
- Zellabtötung: Aktivierte T-Zellen lysieren GPRC5D-exprimierende Zellen mit Perforin und Granzymen, die in den sekretorischen Vesikeln zytotoxischer T-Zellen gespeichert sind.
- Selektivität: GPRC5D wird auf Plasmazellen exprimiert; auf B-Zellen und B-Zell-Vorläufern wurde eine minimale oder gar keine Expression nachgewiesen. Im normalen Gewebe findet es sich hauptsächlich in keratinproduzierenden Epithelzellen der Haut und der Zunge.
- Zytokinfreisetzung: Die T-Zell-Aktivierung setzt proinflammatorische Zytokine frei. Innerhalb des ersten Behandlungsmonats wurden eine Aktivierung und Umverteilung der T-Zellen sowie eine Induktion von Zytokinen im Serum beobachtet. Die freigesetzten Zytokine können Cytochrom-P450-Enzyme unterdrücken (siehe Wechselwirkungen).
- Exposition und Reaktionen: Eine höhere Exposition wurde mit einer höheren Inzidenz einiger Reaktionen in Verbindung gebracht, darunter orale Toxizität, Nageltoxizität und Hautreaktionen.
Pharmakokinetik
- Resorption: Nach subkutaner Injektion beträgt die Bioverfügbarkeit etwa 62 % im Vergleich zur intravenösen Gabe (Populationsmodell). Die mediane Zeit bis zur Spitzenkonzentration beträgt etwa 2 bis 3 Tage. Die Exposition ist annähernd dosisproportional (0,005–0,8 mg/kg wöchentlich; 0,8–1,2 mg/kg alle 2 Wochen). Zwischen der ersten und der siebten wöchentlichen Dosis von 0,4 mg/kg akkumulieren die Spitzenkonzentration und die AUC um das 3,9-Fache bzw. 4,5-Fache. Bis Woche 16 erreichen die Konzentrationen unter beiden Dosierungsschemata 90 % des Steady State.
- Verteilung: Das typische Verteilungsvolumen beträgt 4,3 l (zentrales Kompartiment) und 5,8 l (peripheres Kompartiment).
- Metabolismus: Als Antikörper wird er voraussichtlich auf katabolen Wegen in kleine Peptide abgebaut.
- Elimination: Die Clearance hat einen linearen zeitunabhängigen und einen zeitabhängigen Anteil. Die mediane Gesamt-Clearance beträgt 1,64 l/Tag zu Beginn der Behandlung und 0,80 l/Tag im Steady State; der zeitabhängige Anteil (48,8 % der Gesamt-Clearance zu Beginn) sinkt bis etwa Woche 16 auf unter 5 %. Die mediane terminale Halbwertszeit beträgt 7,56 Tage zu Beginn und 12,2 Tage im Steady State.
- Besondere Patientengruppen: Rasse oder ethnische Zugehörigkeit, Geschlecht, Körpergewicht (40–143 kg) und Alter (33–86 Jahre) haben keinen klinisch bedeutsamen Einfluss. Eine leichte oder mäßige Nierenfunktionsstörung beeinflusst die Pharmakokinetik nicht signifikant (keine Daten bei schwerer Nierenfunktionsstörung). Eine leichte Leberfunktionsstörung hat keinen signifikanten Einfluss; bei mäßiger Leberfunktionsstörung sind die Daten begrenzt (2 Teilnehmer) und bei schwerer Leberfunktionsstörung fehlen sie. Die Pharmakokinetik wurde bei Patienten im Alter von 17 Jahren und jünger nicht untersucht.
Anwendungsgebiete
- Multiples Myelom: als Monotherapie bei Erwachsenen mit rezidiviertem und refraktärem multiplem Myelom, die mindestens 3 Vortherapien erhalten haben, darunter einen Immunmodulator, einen Proteasom-Inhibitor und einen Anti-CD38-Antikörper, und unter der letzten Therapie eine Krankheitsprogression gezeigt haben.
Gegenanzeigen
- Überempfindlichkeit gegen Talquetamab oder einen der sonstigen Bestandteile.
Nebenwirkungen
Die Sicherheit wurde bei 339 Erwachsenen mit rezidiviertem oder refraktärem multiplem Myelom untersucht, die in der Studie MonumenTAL-1 das empfohlene Dosierungsschema erhielten (mediane Behandlungsdauer 7,4 Monate); die breitere behandelte Population (501 Patienten) zeigte keine zusätzlichen Reaktionen. Die häufigsten Reaktionen waren Zytokin-Freisetzungssyndrom (77 %), Dysgeusie (72 %), Hypogammaglobulinämie (67 %), Nagelerkrankung (56 %), Muskel-Skelett-Schmerzen (48 %), Anämie (47 %), Fatigue (43 %), Gewichtsabnahme (40 %), Ausschlag (39 %), Mundtrockenheit (36 %), Neutropenie (35 %), Pyrexie (33 %), Xerose (32 %) und Thrombozytopenie (30 %).
Sehr häufig (≥1/10): bakterielle Infektion, Pilzinfektion, COVID-19, Infektion der oberen Atemwege; Neutropenie, Anämie, Thrombozytopenie, Lymphopenie, Leukopenie; Zytokin-Freisetzungssyndrom, Hypogammaglobulinämie; verminderter Appetit, Hypokaliämie, Hypophosphatämie, Hypomagnesiämie; Immuneffektorzell-assoziiertes Neurotoxizitätssyndrom (ICANS), Enzephalopathie, Kopfschmerzen, motorische Dysfunktion, Schwindel, sensorische Neuropathie; Husten, Dyspnoe, Schmerzen im Mund; Dysgeusie, Mundtrockenheit, Dysphagie, Diarrhö, Stomatitis, Übelkeit, Obstipation, Bauchschmerzen, Erbrechen; Ausschlag, Hauterkrankung, Xerose, Pruritus, Nagelerkrankung; Muskel-Skelett-Schmerzen; Fatigue, Gewichtsabnahme, Pyrexie, Schmerzen, Ödem, Reaktion an der Injektionsstelle, Schüttelfrost; erniedrigtes Fibrinogen, verlängerte aktivierte partielle Thromboplastinzeit, erhöhte Transaminasen, erhöhter INR, erhöhte Gamma-Glutamyltransferase.
Häufig (≥1/100 bis <1/10): Sepsis, Pneumonie, Virusinfektion; Hämorrhagie; febrile Neutropenie; Alopezie.
Schwerwiegende Reaktionen, die bei Patienten gemeldet wurden, waren unter anderem Zytokin-Freisetzungssyndrom (13 %), Pyrexie (5 %), ICANS (3,8 %), Sepsis (3,8 %), COVID-19 (3,2 %), bakterielle Infektion (2,4 %), Pneumonie (2,4 %), Virusinfektion (2,4 %), Neutropenie (2,1 %) und Schmerzen (2,1 %). Die Reaktionen, die am häufigsten zum Abbruch der Behandlung führten, waren ICANS (1,1 %) und Gewichtsabnahme (0,9 %). Die Hypogammaglobulinämie umfasst Patienten, deren IgG nach der Behandlung unter 500 mg/dl fiel. Das Zytokin-Freisetzungssyndrom, ICANS und Infektionen können lebensbedrohlich oder tödlich verlaufen (siehe Besondere Hinweise).
Wechselwirkungen
Es wurden keine Wechselwirkungsstudien durchgeführt.
- CYP-Substrate: Talquetamab bewirkt die Freisetzung von Zytokinen, die Cytochrom-P450-Enzyme unterdrücken und so die Exposition gegenüber CYP-Substraten erhöhen können. Das höchste Risiko besteht vom Beginn der Step-up-Dosierung bis 9 Tage nach der ersten Behandlungsdosis sowie während und nach einem CRS. Bei CYP-Substraten (zum Beispiel Substraten von CYP2C9, CYP2C19, CYP3A4/5 und CYP2D6), bei denen geringe Konzentrationsänderungen schwerwiegende Reaktionen verursachen können, auf Toxizität oder auf die Wirkstoffkonzentrationen überwachen und die Dosen bei Bedarf anpassen.
- Myeloische Wachstumsfaktoren: zu vermeiden, insbesondere der Granulozyten-Makrophagen-Kolonie-stimulierende Faktor (GM-CSF), während eines CRS.
- Lebendimpfstoffe: nicht empfohlen ab mindestens 4 Wochen vor Behandlungsbeginn bis mindestens 4 Wochen danach (siehe Besondere Hinweise).
Verabreichung und Dosierung
Die Behandlung wird von Ärzten mit Erfahrung in der Behandlung des multiplen Myeloms eingeleitet und überwacht. Talvey wird von medizinischem Fachpersonal verabreicht, wobei angemessen geschultes medizinisches Personal und geeignete Ausrüstung zur Behandlung schwerer Reaktionen, einschließlich CRS und neurologischer Toxizität wie ICANS, zur Verfügung stehen. Es wird subkutan injiziert, vorzugsweise in das Abdomen (der Oberschenkel ist eine Alternative). Mehrere Injektionen werden im Abstand von mindestens 2 cm gesetzt, niemals jedoch in Tätowierungen, Narben oder Haut, die gerötet, mit Blutergüssen behaftet, druckempfindlich, hart oder nicht intakt ist. Die Dosen richten sich nach dem tatsächlichen Körpergewicht.
Empfohlene Dosierung
- Wöchentliches Schema: Step-up-Dosen von 0,01 mg/kg an Tag 1, 0,06 mg/kg an Tag 3 und 0,4 mg/kg an Tag 5, danach 0,4 mg/kg einmal wöchentlich.
- Schema alle 2 Wochen: Step-up-Dosen von 0,01 mg/kg an Tag 1, 0,06 mg/kg an Tag 3, 0,4 mg/kg an Tag 5 und 0,8 mg/kg an Tag 7, danach 0,8 mg/kg alle 2 Wochen.
- Zeitpunkt: Die Dosen an Tag 3, 5 und 7 können 2 bis 4 Tage nach der vorherigen Dosis gegeben werden oder bis zu 7 Tage danach, damit Nebenwirkungen abklingen können. Zwischen wöchentlichen Dosen sind mindestens 6 Tage und zwischen Dosen im 2-wöchentlichen Schema mindestens 12 Tage einzuhalten.
- Umstellung: Bei Patienten im wöchentlichen Schema mit einem angemessenen klinischen Ansprechen, das bei zwei aufeinanderfolgenden Krankheitsbeurteilungen bestätigt wurde, kann das 2-wöchentliche Schema mit 0,8 mg/kg in Betracht gezogen werden.
- Dauer: bis zur Krankheitsprogression oder inakzeptablen Toxizität.
Vorbehandlung und Überwachung
- Vorbehandlung: 1 bis 3 Stunden vor jeder Step-up-Dosis ein Kortikosteroid (oral oder intravenös Dexamethason 16 mg oder Äquivalent), ein Antihistaminikum (oral oder intravenös Diphenhydramin 50 mg oder Äquivalent) und ein Antipyretikum (oral oder intravenös Paracetamol 650 mg bis 1.000 mg oder Äquivalent) geben. Die Vorbehandlung vor späteren Dosen wiederholen, wenn Step-up-Dosen nach einer Verzögerung wiederholt werden oder wenn der Patient ein CRS hatte.
- Überwachung: Nach jeder Step-up-Dosis bleibt der Patient in der Nähe einer medizinischen Einrichtung und wird 48 Stunden lang auf Anzeichen und Symptome eines CRS und eines ICANS überwacht.
- Infektionsprophylaxe: vor Behandlungsbeginn gemäß den lokalen institutionellen Leitlinien in Betracht ziehen.
Dosisverzögerungen
Nach einer verzögerten Dosis erfolgt der Neubeginn je nach der zuletzt gegebenen Dosis und der seitdem vergangenen Zeit; vor dem Neubeginn wird die Vorbehandlung gegeben, danach wird die wöchentliche oder 2-wöchentliche Dosierung fortgesetzt.
- Nach 0,01 mg/kg (beide Schemata): mehr als 7 Tage, Neubeginn mit 0,01 mg/kg.
- Nach 0,06 mg/kg (beide Schemata): 8 bis 28 Tage, 0,06 mg/kg wiederholen; mehr als 28 Tage, Neubeginn mit 0,01 mg/kg.
- Nach 0,4 mg/kg (beide Schemata): 8 bis 35 Tage, 0,4 mg/kg wiederholen; 36 bis 56 Tage, Neubeginn mit 0,06 mg/kg; mehr als 56 Tage, Neubeginn mit 0,01 mg/kg.
- Nach 0,8 mg/kg (2-wöchentliches Schema): 14 bis 35 Tage, 0,8 mg/kg wiederholen; 36 bis 56 Tage, Neubeginn mit 0,4 mg/kg; mehr als 56 Tage, Neubeginn mit 0,01 mg/kg.
Dosisanpassungen bei Nebenwirkungen
- Zytokin-Freisetzungssyndrom: aussetzen, bis das CRS abgeklungen ist, andere Ursachen von Fieber, Hypoxie und Hypotonie abklären und unterstützende Behandlung geben (bei schweren Fällen Intensivbehandlung). Bei Grad 1 vor der nächsten Dosis die Vorbehandlung geben; Tocilizumab kann in Betracht gezogen werden. Bei Grad 2 zusätzlich Tocilizumab 8 mg/kg intravenös über 1 Stunde geben (nicht mehr als 800 mg), bei Bedarf alle 8 Stunden wiederholbar (höchstens 3 Dosen innerhalb von 24 Stunden und 4 insgesamt), Methylprednisolon 1 mg/kg intravenös zweimal täglich oder Dexamethason 10 mg intravenös alle 6 Stunden hinzufügen, wenn innerhalb von 24 Stunden keine Besserung eintritt, und nach der nächsten Dosis 48 Stunden lang überwachen. Bei Grad 3 wie bei Grad 2 vorgehen, wenn es weniger als 48 Stunden anhält; dauerhaft absetzen, wenn es erneut auftritt oder 48 Stunden oder länger anhält. Bei Grad 4 dauerhaft absetzen.
- ICANS und andere neurologische Toxizität: beim ersten Anzeichen Talquetamab aussetzen, eine neurologische Untersuchung in Betracht ziehen und andere Ursachen ausschließen. Bei ICANS aussetzen, bis es abgeklungen ist, und ab Grad 2 Dexamethason 10 mg intravenös alle 6 Stunden geben, mit Tocilizumab, wenn gleichzeitig ein CRS auftritt; nicht sedierende Antikonvulsiva wie Levetiracetam in Betracht ziehen. Ein wiederkehrendes ICANS vom Grad 3 und jedes ICANS vom Grad 4 erfordern ein dauerhaftes Absetzen. Bei neurologischer Toxizität außer ICANS werden Grad 1 und 2 sowie ein erstes Ereignis von Grad 3 bis zur Besserung ausgesetzt; wiederkehrende Ereignisse von Grad 3 und Ereignisse von Grad 4 erfordern ein dauerhaftes Absetzen.
- Schwerwiegende Infektionen: bei Patienten mit einer aktiven Infektion keine Step-up-Dosierung durchführen; in der Step-up-Phase aussetzen, bis die Infektion abgeklungen ist. In der Behandlungsphase bei Infektionen vom Grad 3–4 aussetzen, bis sie sich auf Grad 2 oder besser gebessert haben.
- Zytopenien: aussetzen, wenn die Neutrophilen unter 0,5 × 10⁹/l fallen (bis 0,5 × 10⁹/l oder höher), bei febriler Neutropenie (bis die Neutrophilen 1,0 × 10⁹/l oder höher erreichen und das Fieber abgeklungen ist), wenn das Hämoglobin unter 8 g/dl fällt (bis 8 g/dl oder höher) oder wenn die Thrombozyten unter 25.000/µl fallen oder 25.000–50.000/µl bei Blutungen betragen (bis 25.000/µl oder höher und keine Blutung).
- Orale Toxizität und Gewichtsverlust, die nicht auf unterstützende Behandlung ansprechen: unterbrechen, bis Stabilisierung oder Besserung eintritt, und einen Neubeginn mit einem veränderten Schema in Betracht ziehen (0,4 mg/kg alle 2 Wochen statt wöchentlich oder 0,8 mg/kg alle 4 Wochen statt alle 2 Wochen).
- Hautreaktionen einschließlich Nagelveränderungen und andere nicht hämatologische Reaktionen vom Grad 3–4: aussetzen, bis eine Besserung auf Grad 1 oder den Ausgangswert eingetreten ist.
Besondere Patientengruppen
- Ältere Patienten: keine Dosisanpassung.
- Nierenfunktionsstörung: keine Anpassung bei leichter oder mäßiger Funktionsstörung.
- Leberfunktionsstörung: keine Anpassung bei leichter Funktionsstörung; begrenzte oder keine Daten bei mäßiger und schwerer Funktionsstörung.
- Kinder und Jugendliche: Es gibt keine relevante Anwendung von Talquetamab in der pädiatrischen Population bei multiplem Myelom.
Besondere Hinweise
Rückverfolgbarkeit
Die Bezeichnung und die Chargenbezeichnung des angewendeten biologischen Arzneimittels sollten eindeutig dokumentiert werden.
Zytokin-Freisetzungssyndrom
Es kann zu einem CRS kommen, einschließlich lebensbedrohlicher oder tödlicher Reaktionen. Zu den Anzeichen gehören Pyrexie, Hypotonie, Schüttelfrost, Hypoxie, Kopfschmerzen, Tachykardie und erhöhte Transaminasen; potenziell lebensbedrohliche Komplikationen sind unter anderem Herzfunktionsstörung, akutes Atemnotsyndrom, neurologische Toxizität, Nieren- oder Leberversagen und disseminierte intravasale Gerinnung. Step-up-Dosierung und Vorbehandlung verringern das Risiko. Patienten, die unter einer früheren T-Zell-Redirektionstherapie ein CRS vom Grad 3 oder höher hatten, wurden von den Studien ausgeschlossen; ein früheres schweres CRS unter einer CAR-T-Zell-Therapie oder anderen T-Zell-Engagern könnte die Sicherheit beeinflussen, daher wird der mögliche Nutzen sorgfältig abgewogen und bei diesen Patienten ist erhöhte Vorsicht geboten. Die Patienten werden angewiesen, beim ersten Anzeichen eines CRS ärztliche Hilfe in Anspruch zu nehmen, und werden umgehend im Hinblick auf eine Krankenhauseinweisung beurteilt; je nach Schweregrad werden unterstützende Behandlung, Tocilizumab und/oder Kortikosteroide gegeben.
Neurologische Toxizität einschließlich ICANS
Es ist zu schwerwiegender oder lebensbedrohlicher neurologischer Toxizität gekommen, einschließlich tödlichen ICANS. ICANS kann gleichzeitig mit einem CRS, nach Abklingen eines CRS oder ohne CRS beginnen; zu den Anzeichen gehören Verwirrtheitszustand, Bewusstseinstrübung, Desorientiertheit, Somnolenz, Lethargie und Bradyphrenie. Die Patienten werden überwacht und umgehend behandelt. Patienten mit ICANS vom Grad 2 oder höher bleiben in der Nähe einer medizinischen Einrichtung und werden nach der nächsten Dosis 48 Stunden lang überwacht. Es liegen keine Daten für Patienten mit Beteiligung des zentralen Nervensystems durch das Myelom oder mit anderen relevanten Erkrankungen des zentralen Nervensystems vor, die von der Studie ausgeschlossen wurden.
Orale Toxizität und Gewichtsverlust
Orale Toxizitäten (Dysgeusie, Mundtrockenheit, Dysphagie und Stomatitis) treten sehr häufig auf. Die Patienten werden überwacht und erhalten unterstützende Behandlung, die speichelstimulierende Mittel, eine Mundspülung mit Steroiden oder Ernährungsberatung umfassen kann; Talquetamab kann unterbrochen oder seltener gegeben werden. Im Laufe der Zeit kann es zu einem bemerkenswerten Gewichtsverlust kommen, daher wird das Gewicht regelmäßig kontrolliert und ein klinisch signifikanter Verlust weiter abgeklärt.
Schwerwiegende Infektionen und Hypogammaglobulinämie
Es wurden schwerwiegende Infektionen gemeldet, auch lebensbedrohliche oder tödliche. Die Patienten werden vor und während der Behandlung auf Infektionen überwacht, prophylaktische Antimikrobika werden gemäß den lokalen Leitlinien gegeben, und Talquetamab wird Patienten mit einer aktiven schwerwiegenden Infektion nicht gegeben. Die Immunglobulinspiegel werden überwacht; die Hypogammaglobulinämie wird gemäß den lokalen institutionellen Leitlinien behandelt, einschließlich Vorsichtsmaßnahmen gegen Infektionen, antibiotischer oder antiviraler Prophylaxe und Immunglobulinersatz.
Zytopenien
Neutropenie, febrile Neutropenie und Thrombozytopenie vom Grad 3 oder 4 traten auf, meist in den ersten 8 bis 10 Wochen. Das große Blutbild wird zu Beginn und danach regelmäßig kontrolliert, mit unterstützender Behandlung gemäß den lokalen Leitlinien.
Hautreaktionen und Nagelveränderungen
Es können Ausschlag, Erythem, palmar-plantares Erythrodysästhesie-Syndrom und Nagelveränderungen auftreten. Das Fortschreiten des Ausschlags wird überwacht, um frühzeitig mit Kortikosteroiden zu behandeln; bei Ausschlag vom Grad 3 oder höher oder bei sich verschlechterndem Ausschlag vom Grad 1 oder 2 werden orale Steroide hinzugefügt.
Impfstoffe
Das Immunansprechen auf Impfstoffe kann vermindert sein. Die Sicherheit von viralen Lebendimpfstoffen während oder nach der Behandlung wurde nicht untersucht, und sie werden ab mindestens 4 Wochen vor Behandlungsbeginn bis mindestens 4 Wochen danach nicht empfohlen.
Schwangerschaft, Stillzeit und Fertilität
- Der Schwangerschaftsstatus von Frauen im gebärfähigen Alter sollte vor Behandlungsbeginn überprüft werden, und während der Behandlung sowie 3 Monate nach der letzten Dosis wird eine wirksame Empfängnisverhütung angewendet.
- Schwangerschaft: Es liegen keine Daten zur Anwendung bei Schwangeren und keine tierexperimentellen Daten vor. Humanes IgG passiert nach dem ersten Trimester die Plazenta, daher kann Talquetamab den Fötus erreichen; die Auswirkungen sind unbekannt. Es wird in der Schwangerschaft und bei Frauen im gebärfähigen Alter, die keine Empfängnisverhütung anwenden, nicht empfohlen. Nach einer Exposition in der Schwangerschaft ist beim Neugeborenen eine verminderte Immunantwort auf Impfstoffe zu erwarten, und Lebendimpfstoffe wie BCG sollten zurückgestellt werden, bis der Säugling 4 Wochen alt ist (siehe Fachinformation).
- Stillzeit: Patientinnen sollten während der Behandlung und für mindestens 3 Monate nach der letzten Dosis nicht stillen.
- Fertilität: Es liegen keine Daten zur Fertilität vor, und tierexperimentelle Studien haben sie nicht untersucht.
Sonstige Bestandteile
Das Arzneimittel enthält 0,4 mg/ml Polysorbat 20, das allergische Reaktionen hervorrufen kann. Es enthält weniger als 1 mmol (23 mg) Natrium pro Dosis, ist also im Wesentlichen natriumfrei.
Auswirkungen auf die Fahrtüchtigkeit
Talvey hat großen Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen, da das Risiko einer Bewusstseinstrübung durch ICANS besteht. Die Patienten sollten während der Step-up-Phase und für 48 Stunden nach deren Ende sowie nach dem Auftreten neuer neurologischer Symptome bis zu deren Abklingen das Führen von Fahrzeugen und das Bedienen von Maschinen vermeiden.
Lagerungsbedingungen
Im Kühlschrank bei 2–8 °C lagern. Nicht einfrieren. Die Durchstechflaschen in der Originalverpackung aufbewahren, um sie vor Licht zu schützen. Talvey wird in der Kühlkette transportiert und gelagert; die Lagerung nach der Zubereitung der Spritze ist unter Haltbarkeit beschrieben.
Haltbarkeit
Ungeöffnete Durchstechflasche: 3 Jahre. Zubereitete Spritze: Die chemische und physikalische Stabilität während der Anwendung wurde für bis zu 24 Stunden bei 2–8 °C, gefolgt von bis zu 24 Stunden bei 15–30 °C, vor Licht geschützt, nachgewiesen. Aus mikrobiologischer Sicht sollte das Produkt sofort verwendet werden; andernfalls liegen die Aufbewahrungszeiten und -bedingungen während der Anwendung in der Verantwortung des Anwenders und würden normalerweise 24 Stunden bei 2–8 °C nicht überschreiten, es sei denn, die Zubereitung erfolgte unter kontrollierten und validierten aseptischen Bedingungen. Eine Spritze, die länger als 24 Stunden gekühlt oder länger als 24 Stunden bei Raumtemperatur gelagert wurde, ist zu verwerfen.
Abgabebedingungen in der Apotheke
Nur auf Rezept (Rx), auf eingeschränkte ärztliche Verschreibung, wobei die Behandlung von Ärzten mit Erfahrung in der Behandlung des multiplen Myeloms eingeleitet und überwacht wird. Talquetamab wird von medizinischem Fachpersonal mit dem Personal und der Ausrüstung zur Behandlung des Zytokin-Freisetzungssyndroms und der neurologischen Toxizität verabreicht, und die Patienten bleiben während der Step-up-Dosierung in der Nähe einer medizinischen Einrichtung, daher wird es an das Krankenhaus oder die Klinik geliefert, die es verabreicht, unter Kühlkettenbedingungen bei 2–8 °C.
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Wichtiger Hinweis
Die auf dieser Website bereitgestellten Informationen dienen ausschließlich allgemeinen Informations- und Bildungszwecken und stellen weder eine medizinische Beratung noch eine Diagnose oder Behandlungsempfehlung dar. Diese Informationen ersetzen nicht die Konsultation einer qualifizierten medizinischen Fachperson. Holen Sie bei Fragen zu einem Gesundheitszustand oder Arzneimittel stets den Rat Ihrer Ärztin bzw. Ihres Arztes, Apothekerin bzw. Apothekers oder einer anderen qualifizierten Fachperson ein. Ignorieren Sie ärztlichen Rat nicht und verzögern Sie dessen Einholung nicht aufgrund von Informationen auf dieser Website. Produktverfügbarkeit, zugelassene Anwendungsgebiete und Fachinformationen können je nach Land unterschiedlich sein. Viele der gelisteten Arzneimittel sind verschreibungspflichtig; wo ein Rezept erforderlich ist, muss dieses im Bestimmungsland gültig sein, und die Produkte sind unter ärztlicher Aufsicht anzuwenden. Wir beschaffen, versenden oder listen keine Suchtmittel im Sinne des österreichischen Suchtmittelgesetzes (SMG) oder vergleichbarer internationaler Regelungen.
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Informationsquelle
Diese Produktinformation basiert auf:
DrugBank — Talquetamab (DB16678); EMA SmPC — TalveyZuletzt geprüft:
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