Sunitinib

Multi-Target-Inhibitor von Rezeptor-Tyrosinkinasen

Sunitinib ist ein oraler, niedermolekularer Inhibitor mehrerer Rezeptor-Tyrosinkinasen, die an Tumorwachstum, Neoangiogenese und metastatischer Progression beteiligt sind, darunter PDGFR-α und -β, VEGFR-1, -2 und -3, KIT, FLT3, CSF-1R und RET. In der EU ist es zugelassen bei Erwachsenen mit nicht resezierbarem und/oder metastasiertem malignem gastrointestinalem Stromatumor (GIST) nach Versagen von Imatinib aufgrund von Resistenz oder Unverträglichkeit, bei Erwachsenen mit fortgeschrittenem oder metastasiertem Nierenzellkarzinom und bei Erwachsenen mit nicht resezierbaren oder metastasierten, gut differenzierten neuroendokrinen Tumoren des Pankreas mit Krankheitsprogression. Bei GIST und Nierenzellkarzinom werden die Kapseln 4 Wochen lang einmal täglich eingenommen, gefolgt von 2 Wochen Pause; bei Tumoren des Pankreas werden sie einmal täglich ohne Therapiepause eingenommen. Zu den schwersten Reaktionen, zum Teil mit tödlichem Verlauf, gehören Nierenversagen, Herzinsuffizienz, Lungenembolie, gastrointestinale Perforation und Blutungen.

Erhältlich unter folgenden Markennamen

Dieser Wirkstoff wird je nach Region und Hersteller unter folgenden Markennamen vertrieben:

  • Sutent ®

Markennamen sind eingetragene Warenzeichen der jeweiligen Inhaber. Pharmalogistic vertritt, produziert oder vertreibt die oben genannten Markenprodukte nicht.

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Häufig gestellte Fragen

Sunitinib: Wofür wird es angewendet?

Sunitinib ist ein oraler, niedermolekularer Inhibitor mehrerer Rezeptor-Tyrosinkinasen, die an Tumorwachstum, Neoangiogenese und metastatischer Progression beteiligt sind, darunter PDGFR-α und -β, VEGFR-1, -2 und -3, KIT, FLT3, CSF-1R und RET.

Sunitinib: Ist ein Rezept erforderlich?

Ja. Sunitinib ist ein verschreibungspflichtiges Arzneimittel. Erforderlich ist ein gültiges Rezept einer approbierten Ärztin oder eines approbierten Arztes; die Rezeptvorschriften des Bestimmungslandes werden vor jedem Versand geprüft.

Sunitinib: Wie ist es zu lagern?

Lagern Sie Sunitinib bei Keine besonderen Lagerungsbedingungen in der Originalverpackung, vor Licht geschützt und für Kinder unzugänglich.

Sunitinib: Ist ein gekühlter Versand (Kühlkette) erforderlich?

Nein. Sunitinib ist bei Keine besonderen Lagerungsbedingungen stabil, sodass eine normale Schutzverpackung ausreicht; während des Transports wird es dennoch vor Hitze und Feuchtigkeit geschützt.

Sunitinib: Unter welchen Markennamen wird es vertrieben?

Sunitinib wird je nach Land und Hersteller als Sutent vermarktet. Markennamen sind Warenzeichen der jeweiligen Inhaber; Pharmalogistic vertritt oder vertreibt die Markenprodukte nicht.

Sunitinib: Welche Stärken sind verfügbar?

Sunitinib ist in folgenden Stärken erhältlich: 12,5 mg Hartkapseln, 25 mg Hartkapseln, 37,5 mg Hartkapseln, 50 mg Hartkapseln. Die geeignete Stärke und das Dosierungsschema legt die behandelnde Ärztin bzw. der behandelnde Arzt fest.

Sunitinib: Wie lange ist es haltbar?

Die Haltbarkeit von Sunitinib beträgt 3 Jahre bei Lagerung gemäß Empfehlung. Nach dem auf der Verpackung angegebenen Verfalldatum nicht mehr anwenden.

Medizinische Informationen & Leitlinien

Pharmakologie, Anwendungsgebiete und Sicherheitsprofil dieses Wirkstoffs

Pharmakologische Wirkung

Sunitinib ist ein oraler, niedermolekularer Inhibitor mehrerer Rezeptor-Tyrosinkinasen (RTK), die an Tumorwachstum, Neoangiogenese und metastatischer Progression von Krebserkrankungen beteiligt sind.

Wirkmechanismus

  • Zielstrukturen: Sunitinib wurde als Inhibitor der Thrombozyten-Wachstumsfaktor-Rezeptoren PDGFR-α und PDGFR-β, der VEGF-Rezeptoren VEGFR1, VEGFR2 und VEGFR3, des Stammzellfaktor-Rezeptors KIT, von FLT3, des Rezeptors des koloniestimulierenden Faktors CSF-1R und des Rezeptors des von der Gliazelllinie abgeleiteten neurotrophen Faktors RET identifiziert. DrugBank vermerkt, dass mehr als 80 Kinasen im Screening getestet wurden.
  • Nachweis: Die Hemmung dieser Rezeptoren wurde in biochemischen und zellulären Assays sowie in Zellproliferationsassays gezeigt.
  • Aktiver Metabolit: Der primäre Metabolit (Desethylsunitinib) hat in biochemischen und zellulären Assays eine ähnliche Wirkstärke wie Sunitinib.

Pharmakokinetik

  • Resorption: Maximale Konzentrationen (Cmax) werden im Allgemeinen 6 bis 12 Stunden nach einer oralen Dosis erreicht, und Nahrung verändert die Bioverfügbarkeit nicht. Zwischen 25 und 100 mg steigen AUC und Cmax dosisproportional an. Bei täglicher Gabe akkumuliert Sunitinib um das 3- bis 4-Fache und sein primärer aktiver Metabolit um das 7- bis 10-Fache; der Steady State wird innerhalb von 10 bis 14 Tagen erreicht. Der primäre aktive Metabolit macht 23 % bis 37 % der Gesamtexposition aus.
  • Verteilung: In vitro sind 95 % von Sunitinib und 90 % seines primären Metaboliten an Plasmaproteine gebunden. Das scheinbare Verteilungsvolumen ist mit 2.230 l groß, was auf eine Verteilung in das Gewebe hinweist.
  • Metabolismus: Hauptsächlich durch CYP3A4, das den primären aktiven Metaboliten bildet; dasselbe Enzym metabolisiert diesen Metaboliten anschließend weiter. In vitro ist Sunitinib ein Substrat des Efflux-Transporters BCRP; eine kleine Studie mit dem BCRP-Inhibitor Gefitinib zeigte keine klinisch relevante Wirkung auf die Sunitinib-Exposition.
  • Elimination: Hauptsächlich mit den Fäzes (61 % der Dosis), wobei 16 % als unveränderter Wirkstoff und Metaboliten über die Nieren ausgeschieden werden. Die gesamte orale Clearance beträgt 34–62 l/Std. Die Halbwertszeiten betragen etwa 40–60 Stunden für Sunitinib und 80–110 Stunden für den primären Metaboliten.
  • Besondere Patientengruppen: Die Exposition nach einer Einzeldosis war bei leichter oder mäßiger Leberfunktionsstörung (Child-Pugh A und B) ähnlich; eine schwere Funktionsstörung (Child-Pugh C) wurde nicht untersucht. Die Exposition war bei schwerer Nierenfunktionsstörung ähnlich; bei terminaler Niereninsuffizienz unter Hämodialyse war die Gesamtexposition für Sunitinib um 47 % und für seinen Metaboliten um 31 % niedriger. Für Körpergewicht oder Performance-Status ist keine Änderung der Anfangsdosis erforderlich. Frauen haben möglicherweise eine um etwa 30 % niedrigere scheinbare Clearance als Männer, was keine andere Anfangsdosis erforderlich macht.

Anwendungsgebiete

  • Gastrointestinaler Stromatumor (GIST): nicht resezierbarer und/oder metastasierter maligner GIST bei Erwachsenen nach Versagen einer Imatinib-Behandlung aufgrund von Resistenz oder Unverträglichkeit.
  • Metastasiertes Nierenzellkarzinom (MRCC): fortgeschrittenes oder metastasiertes Nierenzellkarzinom bei Erwachsenen.
  • Neuroendokrine Tumoren des Pankreas (pNET): nicht resezierbare oder metastasierte, gut differenzierte neuroendokrine Tumoren des Pankreas mit Krankheitsprogression bei Erwachsenen.

Gegenanzeigen

  • Überempfindlichkeit gegen Sunitinib oder einen der sonstigen Bestandteile.

Nebenwirkungen

Die schwersten Reaktionen, zum Teil mit tödlichem Verlauf, sind Nierenversagen, Herzinsuffizienz, Lungenembolie, gastrointestinale Perforation und Blutungen (Atemwege, Magen-Darm-Trakt, Tumor, Harntrakt und Gehirn). Die häufigsten Reaktionen jeden Schweregrades sind verminderter Appetit, Geschmacksstörung, Hypertonie, Müdigkeit, Erkrankungen des Magen-Darm-Trakts (Diarrhö, Übelkeit, Stomatitis, Dyspepsie, Erbrechen), Hautverfärbung und palmar-plantares Erythrodysästhesie-Syndrom; diese können im Verlauf der Behandlung nachlassen. Eine Hypothyreose kann sich entwickeln, und Neutropenie, Thrombozytopenie und Anämie gehören zu den häufigsten Reaktionen. Die Tabelle der Fachinformation beruht auf einem gepoolten Datensatz von 7.115 Patienten mit GIST, MRCC und pNET und enthält zudem Reaktionen nach der Markteinführung, die in klinischen Studien identifiziert wurden.

Sehr häufig (≥1/10): Neutropenie, Thrombozytopenie, Anämie, Leukopenie, Hypothyreose, verminderter Appetit, Schlaflosigkeit, Schwindel, Kopfschmerzen, Geschmacksstörung, Hypertonie, Dyspnoe, Epistaxis, Husten, Stomatitis, Bauchschmerzen, Erbrechen, Diarrhö, Dyspepsie, Übelkeit, Obstipation, Hautverfärbung, palmar-plantares Erythrodysästhesie-Syndrom, Hautausschlag, Haarfarbveränderung, trockene Haut, Schmerzen in den Extremitäten, Arthralgie, Rückenschmerzen, Schleimhautentzündung, Müdigkeit, Ödeme, Fieber.

Häufig (≥1/100 bis <1/10): Virusinfektionen (zum Beispiel Nasopharyngitis und oraler Herpes), Atemwegsinfektionen (zum Beispiel Bronchitis, Infektion der unteren Atemwege und Pneumonie), Abszesse, Pilzinfektionen, Harnwegsinfektion, Hautinfektionen, Sepsis, Lymphopenie, Dehydratation, Hypoglykämie, Depression, periphere Neuropathie, Parästhesie, Hypästhesie, Hyperästhesie, periorbitales Ödem und Lidödem, vermehrter Tränenfluss, Myokardischämie, verminderte Ejektionsfraktion, tiefe Venenthrombose, Hitzewallung, Flush, Lungenembolie, Pleuraerguss, Hämoptyse, Belastungsdyspnoe, Schmerzen im Oropharynx, verstopfte Nase, trockene Nase, gastroösophageale Refluxkrankheit, Dysphagie, gastrointestinale Blutung, Ösophagitis, Blähbauch oder Bauchbeschwerden, Rektalblutung, Zahnfleischbluten, Mundulzeration, Proktalgie, Cheilitis, Hämorrhoiden, Glossodynie, Schmerzen oder Beschwerden im Mundraum, Mundtrockenheit, Flatulenz, Aufstoßen, Hautexfoliation, Hautreaktion, Ekzem, Blasenbildung, Erythem, Alopezie, Akne, Pruritus, Hauthyperpigmentierung, Hautläsion, Hyperkeratose, Dermatitis, Nagelerkrankung, Schmerzen des Muskel- und Skelettsystems, Muskelspasmen, Myalgie, Muskelschwäche, Nierenversagen, akutes Nierenversagen, Chromaturie, Proteinurie, Brustschmerzen, Schmerzen, grippeähnliche Erkrankung, Schüttelfrost sowie Laborwertveränderungen (Gewichtsabnahme, verminderte Zahl der weißen Blutkörperchen und Thrombozyten, verminderter Hämoglobinwert, erhöhte Werte von Lipase, Amylase, AST, ALT, Blutkreatinin, Blutdruck und Harnsäure).

Gelegentlich (≥1/1.000 bis <1/100): nekrotisierende Fasziitis, bakterielle Infektionen, Panzytopenie, Überempfindlichkeit, Hyperthyreose, zerebrale Blutung, zerebrovaskulärer Insult, transitorische ischämische Attacke, kongestive Herzinsuffizienz, Myokardinfarkt, Herzversagen, Kardiomyopathie, Perikarderguss, QT-Verlängerung, Tumorblutung, pulmonale Blutung, Atemversagen, gastrointestinale Perforation, Pankreatitis, Analfistel, Kolitis, Leberversagen, Cholezystitis, abnorme Leberfunktion, Osteonekrose des Kiefers, Fistel, Blutung der Harnwege, gestörte Wundheilung, erhöhte Kreatinphosphokinase, erhöhtes Thyreoidea-stimulierendes Hormon.

Selten (≥1/10.000 bis <1/1.000): thrombotische Mikroangiopathie, Angioödem, Thyreoiditis, Tumorlyse-Syndrom, posteriores reversibles Leukoenzephalopathie-Syndrom, linksventrikuläre Insuffizienz, Torsade de pointes, Hepatitis, Erythema multiforme, Stevens-Johnson-Syndrom, Pyoderma gangraenosum, toxische epidermale Nekrolyse, Rhabdomyolyse, Myopathie, nephrotisches Syndrom.

Nicht bekannt: hyperammonämische Enzephalopathie, Aneurysmen und Arteriendissektionen.

Mehrere dieser Reaktionen hatten einen tödlichen Ausgang, darunter Atemwegsinfektionen, Abszesse, Sepsis, nekrotisierende Fasziitis, Lungenembolie, Blutungen (zerebral, gastrointestinal, pulmonal, Tumor), Myokardinfarkt, Herzinsuffizienz, gastrointestinale Perforation, Leber- und Nierenversagen, Tumorlyse-Syndrom und schwere Hautreaktionen. Weitere tödliche Ereignisse, die als möglicherweise mit Sunitinib zusammenhängend angesehen wurden, waren Multiorganversagen, disseminierte intravasale Gerinnung, peritoneale Blutung, Nebenniereninsuffizienz, Pneumothorax, Schock und plötzlicher Tod.

Wechselwirkungen

Sunitinib wird hauptsächlich durch CYP3A4 metabolisiert, daher verändern starke Modulatoren dieses Enzyms seine Exposition. Wechselwirkungsstudien wurden nur bei Erwachsenen durchgeführt.

  • Starke CYP3A4-Inhibitoren (zum Beispiel Ketoconazol, Ritonavir, Itraconazol, Erythromycin, Clarithromycin, Grapefruitsaft): Ketoconazol erhöhte die kombinierte Cmax von Sunitinib und Metabolit um 49 % und die AUC um 51 %. Die Kombination vermeiden oder ein anderes Arzneimittel wählen; ist dies nicht möglich, die Sunitinib-Dosis reduzieren (siehe Verabreichung und Dosierung).
  • Starke CYP3A4-Induktoren (zum Beispiel Rifampicin, Dexamethason, Phenytoin, Carbamazepin, Phenobarbital, Johanniskraut): Rifampicin senkte die kombinierte Cmax um 23 % und die AUC um 46 %. Die Kombination vermeiden; ist dies nicht möglich, muss die Sunitinib-Dosis unter sorgfältiger Überwachung möglicherweise erhöht werden.
  • BCRP-Inhibitoren: Die klinischen Daten sind begrenzt, und eine Wechselwirkung kann nicht ausgeschlossen werden.
  • Antikoagulanzien (Warfarin, Acenocoumarol): regelmäßige Blutbilder (Thrombozyten), PT/INR und körperliche Untersuchung.
  • QT-verlängernde Arzneimittel und Antiarrhythmika: Sunitinib mit Vorsicht anwenden.
  • Intravenöse Bisphosphonate: mit Vorsicht anwenden, da über Osteonekrose des Kiefers berichtet wurde, meist bei Patienten, die diese erhalten hatten.
  • Antidiabetika: Da Sunitinib den Blutzucker senken kann, sollte bei Diabetikern der Blutzucker regelmäßig kontrolliert werden, um zu prüfen, ob die Dosen angepasst werden müssen.
  • Nahrung: Sunitinib kann mit oder ohne Nahrung eingenommen werden. Grapefruitprodukte und Johanniskraut sollten vermieden werden (DrugBank).

Verabreichung und Dosierung

Die Therapie sollte von einer Ärztin oder einem Arzt mit Erfahrung in der Anwendung von Krebsmedikamenten eingeleitet werden. Sutent wird oral eingenommen, mit oder ohne Nahrung.

Empfohlene Dosis

  • GIST und metastasiertes Nierenzellkarzinom: 50 mg einmal täglich über 4 aufeinanderfolgende Wochen, gefolgt von einer 2-wöchigen Therapiepause (Schema 4/2), was einen vollständigen 6-Wochen-Zyklus ergibt.
  • Neuroendokrine Tumoren des Pankreas: 37,5 mg einmal täglich ohne planmäßige Therapiepause.

Dosisanpassungen

  • Sicherheit und Verträglichkeit, GIST und MRCC: Anpassung in Schritten von 12,5 mg. Die Tagesdosis sollte 75 mg nicht überschreiten und 25 mg nicht unterschreiten.
  • Sicherheit und Verträglichkeit, pNET: Anpassung in Schritten von 12,5 mg. Die in der Phase-3-Studie zu pNET verabreichte Höchstdosis betrug 50 mg täglich.
  • Unterbrechungen: Je nach individueller Sicherheit und Verträglichkeit können Dosisunterbrechungen erforderlich sein.
  • Starke CYP3A4-Induktoren (wie Rifampicin): vermeiden. Ist dies nicht möglich, muss die Dosis möglicherweise in Schritten von 12,5 mg erhöht werden, bis zu 87,5 mg täglich bei GIST und MRCC oder 62,5 mg täglich bei pNET, unter sorgfältiger Überwachung der Verträglichkeit.
  • Starke CYP3A4-Inhibitoren (wie Ketoconazol): vermeiden. Ist dies nicht möglich, muss die Dosis möglicherweise auf mindestens 37,5 mg täglich bei GIST und MRCC oder 25 mg täglich bei pNET gesenkt werden. Die Wahl einer Begleitmedikation ohne oder mit minimaler CYP3A4-Wirkung sollte erwogen werden.

Besondere Patientengruppen

  • Ältere Patienten: Etwa ein Drittel der Patienten in den Studien war 65 Jahre oder älter; es wurden keine signifikanten Unterschiede in Sicherheit oder Wirksamkeit beobachtet.
  • Leberfunktionsstörung: keine Anpassung der Anfangsdosis bei leichter oder mäßiger (Child-Pugh A und B) Funktionsstörung. Sunitinib wurde bei schwerer (Child-Pugh C) Funktionsstörung nicht untersucht, und eine Anwendung in diesem Fall kann nicht empfohlen werden.
  • Nierenfunktionsstörung: keine Anpassung der Anfangsdosis bei leichter bis schwerer Funktionsstörung oder bei terminaler Niereninsuffizienz unter Hämodialyse; spätere Anpassungen richten sich nach der individuellen Sicherheit und Verträglichkeit.
  • Kinder und Jugendliche: Sicherheit und Wirksamkeit bei unter 18-Jährigen sind nicht erwiesen. Die verfügbaren Daten sind in der Fachinformation beschrieben, es kann jedoch keine Dosierungsempfehlung gegeben werden.

Vergessene Dosis

Wird eine Dosis vergessen, wird keine zusätzliche Dosis gegeben. Die Patientin oder der Patient nimmt am nächsten Tag die übliche verordnete Dosis ein.

Besondere Hinweise

Blutungen und Tumorblutungen

Blutungen, zum Teil mit tödlichem Verlauf, betrafen den Magen-Darm-Trakt, die Atemwege, die Harnwege und das Gehirn; Epistaxis war am häufigsten. Tumorblutungen, manchmal mit Tumornekrose, können plötzlich auftreten. Bei Lungentumoren können sie sich als schwere, lebensbedrohliche Hämoptyse oder pulmonale Blutung äußern (Sunitinib ist für Lungenkrebs nicht zugelassen). Zur Routineuntersuchung gehören vollständige Blutbilder und eine körperliche Untersuchung.

Erkrankungen des Magen-Darm-Trakts

Diarrhö, Übelkeit und Erbrechen, Bauchschmerzen, Dyspepsie sowie Stomatitis oder Mundschmerzen sind am häufigsten; über Ösophagitis wurde ebenfalls berichtet. Die unterstützende Behandlung kann Antiemetika, Antidiarrhoika oder Antazida umfassen. Bei Patienten mit intraabdominalen Malignomen wurden schwerwiegende, zum Teil tödliche gastrointestinale Komplikationen, einschließlich Perforation, berichtet.

Herz und Kreislauf

  • Kardiale Ereignisse: Herzinsuffizienz, Kardiomyopathie, ein Abfall der linksventrikulären Ejektionsfraktion, Myokarditis, Myokardischämie und Myokardinfarkt, zum Teil mit tödlichem Verlauf, wurden berichtet. Mit Vorsicht anwenden bei Patienten mit Risiko oder entsprechender Vorgeschichte. Patienten mit kardialen Ereignissen in den 12 Monaten vor Behandlungsbeginn waren von allen Studien ausgeschlossen. Auf Anzeichen einer Herzinsuffizienz überwachen und Kontrollen der Ejektionsfraktion zu Beginn und in regelmäßigen Abständen erwägen. Sunitinib bei klinischer Herzinsuffizienz absetzen; bei einer Ejektionsfraktion unter 50 % und mehr als 20 % unter dem Ausgangswert ohne klinische Herzinsuffizienz die Behandlung unterbrechen und/oder die Dosis reduzieren.
  • QT-Verlängerung: QT-Verlängerung und Torsade de pointes wurden beobachtet. Mit Vorsicht anwenden bei Patienten mit QT-Verlängerung in der Vorgeschichte, unter Antiarrhythmika oder QT-verlängernden Arzneimitteln oder mit relevanter Herzerkrankung, Bradykardie oder Elektrolytstörungen. Die gleichzeitige Gabe starker CYP3A4-Inhibitoren einschränken.
  • Hypertonie: Schwere Hypertonie wurde berichtet. Die Patienten sollten untersucht und der Blutdruck eingestellt werden. Bei schwerer Hypertonie, die medikamentös nicht kontrolliert ist, wird eine vorübergehende Unterbrechung empfohlen, und die Behandlung kann fortgesetzt werden, sobald der Blutdruck kontrolliert ist.
  • Thromboembolie: Venöse Ereignisse (tiefe Venenthrombose, Lungenembolie, zum Teil tödlich) und arterielle Ereignisse (am häufigsten Schlaganfall, transitorische ischämische Attacke und Hirninfarkt, manchmal tödlich) wurden berichtet. Risikofaktoren für arterielle Ereignisse sind Hypertonie, Diabetes mellitus, frühere thromboembolische Erkrankungen und höheres Alter.
  • Aneurysmen und Arteriendissektionen: VEGF-Signalweg-Inhibitoren können sie begünstigen, mit oder ohne Hypertonie. Dieses Risiko vor Behandlungsbeginn bei Patienten mit Hypertonie oder Aneurysma in der Vorgeschichte berücksichtigen.
  • Thrombotische Mikroangiopathie: bei hämolytischer Anämie, Thrombozytopenie, Müdigkeit, wechselnden neurologischen Zeichen, Nierenfunktionsstörung und Fieber in Betracht ziehen. Sunitinib absetzen und umgehend behandeln.

Erkrankungen des Blutes

Es traten Abnahmen der Neutrophilen- und Thrombozytenzahlen auf; sie waren nicht kumulativ und in der Regel reversibel. Nach der Markteinführung wurden seltene tödliche Ereignisse berichtet, darunter Blutungen mit Thrombozytopenie und neutropenische Infektionen. Eine Anämie kann früh oder spät auftreten. Zu Beginn jedes Behandlungszyklus sollten vollständige Blutbilder erstellt werden.

Hautreaktionen

Depigmentierung von Haar oder Haut, Trockenheit, Verdickung oder Rissbildung der Haut, Blasen und Ausschlag an Handflächen und Fußsohlen können auftreten; diese waren nicht kumulativ und in der Regel reversibel. Pyoderma gangraenosum wurde berichtet. Schwere Hautreaktionen, darunter Erythema multiforme und Fälle, die auf ein Stevens-Johnson-Syndrom und eine toxische epidermale Nekrolyse hindeuten, zum Teil tödlich, erfordern das Absetzen von Sunitinib. Wenn ein Stevens-Johnson-Syndrom oder eine toxische epidermale Nekrolyse bestätigt wird, darf die Behandlung nicht wieder aufgenommen werden.

Schilddrüse, Pankreas, Leber und Niere

  • Schilddrüse: Die Schilddrüsenfunktion bei allen Patienten zu Beginn bestimmen und bestehende Schilddrüsenerkrankungen vor Behandlungsbeginn behandeln. Während der Behandlung die Schilddrüsenfunktion alle 3 Monate kontrollieren und untersuchen, wenn Symptome auf eine Funktionsstörung hindeuten. Eine Hypothyreose kann früh oder spät auftreten.
  • Pankreas: Anstiege von Lipase und Amylase sind meist vorübergehend und symptomfrei. Über schwerwiegende Pankreasereignisse, zum Teil tödlich, wurde berichtet; Sunitinib absetzen, wenn Symptome einer Pankreatitis auftreten.
  • Leber: Hepatotoxizität tritt auf, und Leberversagen, zum Teil tödlich, wurde bei weniger als 1 % der Patienten mit soliden Tumoren beobachtet. ALT, AST und Bilirubin vor der Behandlung, in jedem Zyklus und nach klinischer Notwendigkeit kontrollieren. Sunitinib absetzen, wenn Zeichen eines Leberversagens auftreten.
  • Niere: Über Nierenfunktionsstörung, Nierenversagen und akutes Nierenversagen, zum Teil tödlich, wurde berichtet. Risikofaktoren sind ein zugrunde liegendes Nierenzellkarzinom, höheres Alter, Diabetes mellitus, zugrunde liegende Nierenfunktionsstörung, Herzinsuffizienz, Hypertonie, Sepsis, Dehydratation oder Hypovolämie und Rhabdomyolyse. Eine Urinanalyse zu Beginn wird empfohlen, und eine Proteinurie sollte überwacht werden. Sunitinib bei nephrotischem Syndrom absetzen.

Weitere Vorsichtsmaßnahmen

  • Fistel: Die Behandlung unterbrechen, wenn sich eine Fistel bildet.
  • Wundheilung: Eine gestörte Wundheilung wurde berichtet. Als Vorsichtsmaßnahme Sunitinib rund um große operative Eingriffe unterbrechen und nach klinischer Beurteilung der Erholung wieder aufnehmen.
  • Osteonekrose des Kiefers: Berichtet überwiegend bei Patienten, die intravenöse Bisphosphonate erhalten hatten oder erhielten; invasive zahnärztliche Eingriffe sind ebenfalls ein Risikofaktor. Eine zahnärztliche Untersuchung und vorbeugende Zahnbehandlung vor der Behandlung erwägen und invasive zahnärztliche Eingriffe bei Patienten unter intravenösen Bisphosphonaten möglichst vermeiden.
  • Überempfindlichkeit und Angioödem: Die Behandlung unterbrechen und eine medizinische Standardversorgung einleiten.
  • Krampfanfälle und posteriore reversible Leukoenzephalopathie: Krampfanfälle wurden berichtet. Patienten mit Krampfanfällen und Anzeichen wie Hypertonie, Kopfschmerzen, verminderter Wachheit, veränderter geistiger Funktion oder Sehverlust (einschließlich kortikaler Blindheit) benötigen eine medizinische Behandlung, einschließlich Blutdruckkontrolle, und eine vorübergehende Unterbrechung von Sunitinib.
  • Tumorlyse-Syndrom: selten beobachtet, zum Teil tödlich. Risikofaktoren sind eine hohe Tumorlast, chronische Niereninsuffizienz, Oligurie, Dehydratation, Hypotonie und saurer Urin. Engmaschig überwachen und eine prophylaktische Hydratation erwägen.
  • Infektionen: Schwerwiegende Infektionen, mit oder ohne Neutropenie, zum Teil tödlich, wurden berichtet. Nekrotisierende Fasziitis, auch im Bereich des Perineums, ist gelegentlich und manchmal tödlich; Sunitinib absetzen und umgehend behandeln.
  • Hypoglykämie: Der Blutzucker kann sinken, manchmal mit Bewusstseinsverlust und Krankenhausaufnahme. Sunitinib bei symptomatischer Hypoglykämie unterbrechen und den Blutzucker bei Diabetikern regelmäßig kontrollieren.
  • Hyperammonämische Enzephalopathie: Ammoniak bei Patienten mit ungeklärter Lethargie oder Veränderungen des psychischen Zustands bestimmen.

Schwangerschaft, Stillzeit und Fertilität

  • Empfängnisverhütung: Frauen im gebärfähigen Alter sollten während der Behandlung eine wirksame Empfängnisverhütung anwenden und eine Schwangerschaft vermeiden.
  • Schwangerschaft: Es gibt keine Studien bei schwangeren Frauen. Tierstudien zeigten eine Reproduktionstoxizität einschließlich fetaler Fehlbildungen. Sunitinib sollte in der Schwangerschaft oder bei Frauen, die keine wirksame Empfängnisverhütung anwenden, nicht angewendet werden, es sei denn, der mögliche Nutzen rechtfertigt das potenzielle Risiko für den Fetus. Eine Patientin, die während der Behandlung schwanger wird, sollte über die potenzielle Gefahr für den Fetus informiert werden.
  • Stillzeit: Sunitinib und/oder seine Metaboliten gehen in die Milch von Ratten über; ob sie in die Muttermilch übergehen, ist nicht bekannt. Frauen sollten während der Behandlung nicht stillen.
  • Fertilität: Nichtklinische Befunde deuten darauf hin, dass die männliche und weibliche Fertilität beeinträchtigt sein kann.

Natrium

Jede Kapsel enthält weniger als 1 mmol (23 mg) Natrium, somit ist das Arzneimittel im Wesentlichen natriumfrei.

Auswirkungen auf die Fahrtüchtigkeit

Sutent hat einen geringen Einfluss auf die Fähigkeit zum Führen von Fahrzeugen und zum Bedienen von Maschinen. Während der Behandlung kann den Patienten schwindelig werden.

Lagerungsbedingungen

Sutent-Kapseln benötigen keine besonderen Lagerungsbedingungen. Sie werden in HDPE-Flaschen mit Polypropylen-Verschluss mit 30 Hartkapseln sowie in transparenten perforierten Einzeldosis-Blisterpackungen mit 28 × 1 Hartkapseln geliefert; möglicherweise werden nicht alle Packungsgrößen vertrieben.

Haltbarkeit

3 Jahre. Nach dem auf der Packung angegebenen Verfalldatum nicht mehr verwenden.

Abgabebedingungen in der Apotheke

Verschreibungspflichtig (Rx), unterliegt einer eingeschränkten ärztlichen Verschreibung (Anhang II B); die Therapie wird von einer Ärztin oder einem Arzt mit Erfahrung in der Anwendung von Krebsmedikamenten eingeleitet. Sunitinib-Kapseln werden zu Hause eingenommen, daher werden sie auf Verschreibung an die Patientin oder den Patienten oder an die behandelnde Klinik geliefert.

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Wichtiger Hinweis

Die auf dieser Website bereitgestellten Informationen dienen ausschließlich allgemeinen Informations- und Bildungszwecken und stellen weder eine medizinische Beratung noch eine Diagnose oder Behandlungsempfehlung dar. Diese Informationen ersetzen nicht die Konsultation einer qualifizierten medizinischen Fachperson. Holen Sie bei Fragen zu einem Gesundheitszustand oder Arzneimittel stets den Rat Ihrer Ärztin bzw. Ihres Arztes, Apothekerin bzw. Apothekers oder einer anderen qualifizierten Fachperson ein. Ignorieren Sie ärztlichen Rat nicht und verzögern Sie dessen Einholung nicht aufgrund von Informationen auf dieser Website. Produktverfügbarkeit, zugelassene Anwendungsgebiete und Fachinformationen können je nach Land unterschiedlich sein. Viele der gelisteten Arzneimittel sind verschreibungspflichtig; wo ein Rezept erforderlich ist, muss dieses im Bestimmungsland gültig sein, und die Produkte sind unter ärztlicher Aufsicht anzuwenden. Wir beschaffen, versenden oder listen keine Suchtmittel im Sinne des österreichischen Suchtmittelgesetzes (SMG) oder vergleichbarer internationaler Regelungen.

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Informationsquelle

Diese Produktinformation basiert auf:

DrugBank — Sunitinib (DB01268); EMA SmPC — Sutent

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