Pazopanib
Multi-Target-Tyrosinkinase-Inhibitor
Pazopanib ist ein oraler Multi-Target-Tyrosinkinase-Inhibitor. Er blockiert die Rezeptoren des vaskulären endothelialen Wachstumsfaktors VEGFR-1, -2 und -3, die Rezeptoren des Plättchen-Wachstumsfaktors PDGFR-α und -β sowie den Stammzellfaktor-Rezeptor c-KIT, wodurch die Tumorangiogenese und das Tumorwachstum verlangsamt werden. In der EU ist er bei Erwachsenen zur Erstlinienbehandlung des fortgeschrittenen Nierenzellkarzinoms und für Patienten, die zuvor eine Zytokintherapie wegen einer fortgeschrittenen Erkrankung erhalten haben, sowie für ausgewählte Subtypen des fortgeschrittenen Weichteilsarkoms nach vorheriger Chemotherapie bei metastasierter Erkrankung oder bei Progression innerhalb von 12 Monaten nach einer (neo-)adjuvanten Therapie zugelassen. Die Dosis beträgt 800 mg einmal täglich und wird ohne Nahrung eingenommen. Eine Lebertoxizität, einschließlich tödlich verlaufenden Leberversagens, ist ein bedeutsamer Sicherheitsaspekt; daher wird die Leberfunktion vor der Behandlung und in festgelegten Abständen während der ersten Monate kontrolliert.
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Dieser Wirkstoff wird je nach Region und Hersteller unter folgenden Markennamen vertrieben:
- Votrient ®
Markennamen sind eingetragene Warenzeichen der jeweiligen Inhaber. Pharmalogistic vertritt, produziert oder vertreibt die oben genannten Markenprodukte nicht.
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Häufig gestellte Fragen
Pazopanib: Wofür wird es angewendet?
Pazopanib ist ein oraler Multi-Target-Tyrosinkinase-Inhibitor.
Pazopanib: Ist ein Rezept erforderlich?
Ja. Pazopanib ist ein verschreibungspflichtiges Arzneimittel. Erforderlich ist ein gültiges Rezept einer approbierten Ärztin oder eines approbierten Arztes; die Rezeptvorschriften des Bestimmungslandes werden vor jedem Versand geprüft.
Pazopanib: Wie ist es zu lagern?
Lagern Sie Pazopanib bei Keine besonderen Lagerungsbedingungen in der Originalverpackung, vor Licht geschützt und für Kinder unzugänglich.
Pazopanib: Ist ein gekühlter Versand (Kühlkette) erforderlich?
Nein. Pazopanib ist bei Keine besonderen Lagerungsbedingungen stabil, sodass eine normale Schutzverpackung ausreicht; während des Transports wird es dennoch vor Hitze und Feuchtigkeit geschützt.
Pazopanib: Unter welchen Markennamen wird es vertrieben?
Pazopanib wird je nach Land und Hersteller als Votrient vermarktet. Markennamen sind Warenzeichen der jeweiligen Inhaber; Pharmalogistic vertritt oder vertreibt die Markenprodukte nicht.
Pazopanib: Welche Stärken sind verfügbar?
Pazopanib ist in folgenden Stärken erhältlich: 200 mg Filmtabletten, 400 mg Filmtabletten. Die geeignete Stärke und das Dosierungsschema legt die behandelnde Ärztin bzw. der behandelnde Arzt fest.
Pazopanib: Wie lange ist es haltbar?
Die Haltbarkeit von Pazopanib beträgt 3 Jahre bei Lagerung gemäß Empfehlung. Nach dem auf der Verpackung angegebenen Verfalldatum nicht mehr anwenden.
Medizinische Informationen & Leitlinien
Pharmakologie, Anwendungsgebiete und Sicherheitsprofil dieses Wirkstoffs
Pharmakologische Wirkung
Pazopanib ist ein oral angewendeter, potenter Multi-Target-Tyrosinkinase-Inhibitor. Er wirkt auf Rezeptoren des Angiogenese-Signalwegs, über den Tumoren neue Blutgefäße bilden, sowie auf den Stammzellfaktor-Rezeptor c-KIT.
Wirkmechanismus
- Zielstrukturen: Pazopanib hemmt VEGFR-1, -2 und -3, PDGFR-α und -β sowie c-KIT mit IC50-Werten von 10, 30, 47, 71, 84 bzw. 74 nM.
- Rezeptorhemmung: In Zellen blockierte Pazopanib dosisabhängig die ligandeninduzierte Autophosphorylierung von VEGFR-2, c-Kit und PDGFR. Bei Mäusen hemmte es die VEGF-induzierte VEGFR-2-Phosphorylierung in der Lunge, die Angiogenese in mehreren Tiermodellen und das Wachstum mehrerer Xenotransplantate humaner Tumoren.
- Wirkungen bei Patienten: Bei den unter der Behandlung erreichten Konzentrationen wurden eine verminderte Tumordurchblutung, eine verstärkte Apoptose der Tumorzellen, ein verlangsamtes Tumorwachstum und ein niedrigerer interstitieller Flüssigkeitsdruck beobachtet.
- Pharmakogenomik: In einer Metaanalyse von 31 klinischen Studien trat eine ALT-Erhöhung auf mehr als das 5-Fache der oberen Normgrenze (Grad 3) bei 19 % der Träger des HLA-B*57:01-Allels und bei 10 % der Nichtträger auf; 133 von 2.235 Patienten (6 %) waren Träger.
Pharmakokinetik
- Resorption: langsam und unvollständig; die absolute Bioverfügbarkeit einer 800-mg-Tablette beträgt bei Krebspatienten etwa 21 %. Nach einer Einzeldosis von 800 mg wurde die Spitzenkonzentration (etwa 19 ± 13 µg/ml) nach im Median 3,5 Stunden (Bereich 1,0–11,9) erreicht, und die AUC0–∞ betrug etwa 650 ± 500 µg·h/ml. Die tägliche Gabe erhöht die AUC auf das 1,23- bis 4-Fache, und Dosen über 800 mg führten zu keinem durchgängigen weiteren Anstieg. Eine fettreiche oder fettarme Mahlzeit verdoppelt die AUC und die Spitzenkonzentration ungefähr, daher wird Pazopanib mindestens 2 Stunden nach oder 1 Stunde vor der Nahrungsaufnahme eingenommen. Eine zerkleinerte 400-mg-Tablette erhöhte die AUC(0–72) um 46 % und die Spitzenkonzentration auf etwa das 2-Fache.
- Verteilung: zu mehr als 99 % an Plasmaproteine gebunden, unabhängig von der Konzentration im Bereich von 10–100 µg/ml. Pazopanib ist ein Substrat von P-Glykoprotein und Brustkrebs-Resistenz-Protein (BCRP).
- Metabolismus: hauptsächlich über CYP3A4, mit geringen Beiträgen von CYP1A2 und CYP2C8. Die vier wichtigsten Metaboliten machen nur 6 % der Plasmaexposition aus; einer ist in vitro etwa so potent wie Pazopanib und die anderen sind 10- bis 20-fach weniger aktiv, sodass die Wirkung hauptsächlich von der Ausgangssubstanz abhängt.
- Elimination: langsam, mit einer mittleren Halbwertszeit von 30,9 Stunden nach 800 mg. Die Elimination erfolgt hauptsächlich über die Fäzes; weniger als 4 % einer Dosis werden als Pazopanib und Metaboliten im Urin ausgeschieden.
- Besondere Patientengruppen: Eine Nierenfunktionsstörung hat voraussichtlich keine klinisch relevante Auswirkung auf die Exposition. Bei schwerer Leberfunktionsstörung ist die Exposition unter einer Dosis von 200 mg deutlich vermindert und stark variabel.
Anwendungsgebiete
- Nierenzellkarzinom (RCC): bei Erwachsenen zur Erstlinienbehandlung des fortgeschrittenen Nierenzellkarzinoms und für Patienten, die zuvor eine Zytokintherapie wegen einer fortgeschrittenen Erkrankung erhalten haben.
- Weichteilsarkom (STS): bei erwachsenen Patienten mit ausgewählten Subtypen des fortgeschrittenen Weichteilsarkoms, die zuvor eine Chemotherapie bei metastasierter Erkrankung erhalten haben oder bei denen innerhalb von 12 Monaten nach einer (neo-)adjuvanten Therapie eine Progression aufgetreten ist. Wirksamkeit und Sicherheit wurden nur bei bestimmten histologischen Subtypen des Weichteilsarkoms nachgewiesen (siehe Abschnitt 5.1 der Fachinformation).
Gegenanzeigen
- Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der sonstigen Bestandteile.
Nebenwirkungen
Die Sicherheitsdaten stammen aus zusammengefassten Studien beim Nierenzellkarzinom (1.149 Patienten) und beim Weichteilsarkom (382 Patienten) sowie aus Berichten nach der Markteinführung. Die häufigsten Reaktionen (bei mindestens 10 % der Patienten, jeden Grades) waren Diarrhö, Veränderung der Haarfarbe, Hypopigmentierung der Haut, exfoliativer Hautausschlag, Hypertonie, Übelkeit, Kopfschmerzen, Fatigue, Anorexie, Erbrechen, Dysgeusie, Stomatitis, Gewichtsabnahme, Schmerzen sowie erhöhte ALT- und AST-Werte. Die folgenden Gruppen folgen der Tabelle zum Nierenzellkarzinom; Unterschiede in der Tabelle zum Sarkom sind am Ende vermerkt.
Sehr häufig (≥1/10): verminderter Appetit; Dysgeusie, Kopfschmerzen; Hypertonie; Diarrhö, Übelkeit, Erbrechen, Bauchschmerzen; Veränderung der Haarfarbe, palmar-plantares Erythrodysästhesie-Syndrom, Alopezie, Hautausschlag; Proteinurie; Fatigue; erhöhte ALT- und AST-Werte.
Häufig (≥1/100 bis <1/10): Infektionen (mit oder ohne Neutropenie); Thrombozytopenie, Neutropenie, Leukopenie; Hypothyreose; Hypophosphatämie, Dehydratation; Schlaflosigkeit; Schwindel, Lethargie, Parästhesie, periphere sensorische Neuropathie; verschwommenes Sehen; Hitzewallung, Flush, venöse thromboembolische Ereignisse; Epistaxis, Dysphonie, Dyspnoe, Hämoptyse; Stomatitis, Dyspepsie, Flatulenz, aufgeblähter Bauch, Mundulzerationen, Mundtrockenheit; Hyperbilirubinämie, abnorme Leberfunktion, Hepatotoxizität; Hypopigmentierung der Haut, trockene Haut, Pruritus, Erythem, Depigmentierung der Haut, Hyperhidrose; Arthralgie, Myalgie, Muskelspasmen; Schleimhautentzündung, Asthenie, Ödeme, Brustschmerzen; Gewichtsabnahme sowie Anstiege von Bilirubin im Blut, Kreatinin, Lipase, Amylase, Gamma-Glutamyltransferase, Thyreoidea-stimulierendem Hormon, Blutdruck und Harnstoff im Blut, mit verminderter Leukozytenzahl und abnormen Leberfunktionstests.
Gelegentlich (≥1/1.000 bis <1/100): Zahnfleischinfektion, infektiöse Peritonitis; Tumorschmerz; Polyzythämie; Hypomagnesiämie; Hypästhesie, transitorische ischämische Attacke, Somnolenz, zerebrovaskuläres Ereignis, ischämischer Schlaganfall; Netzhautablösung, Netzhauteinriss, Verfärbung der Wimpern; Bradykardie, Myokardinfarkt, Herzfunktionsstörung, Myokardischämie; hypertensive Krise, Blutung; Rhinorrhö, Lungenblutung, Pneumothorax; Pankreatitis, rektale, anale, orale, obere gastrointestinale, ösophageale, hämorrhoidale und retroperitoneale Blutung, Hämatochezie, Meläna, Hämatemesis, Perforation des Dickdarms und des Ileums, enterokutane Fistel, häufiger Stuhlgang; Ikterus, arzneimittelinduzierte Leberschädigung, Leberversagen; Nagelerkrankungen, Hautexfoliation, Photosensibilitätsreaktion und mehrere andere Formen von Hautausschlag; Schmerzen des Muskel- und Skelettsystems; Blutung der Harnwege; Menorrhagie, vaginale Blutung, Metrorrhagie; Schüttelfrost, Erkrankung der Schleimhäute; erhöhte Leberenzyme und Transaminasen, erniedrigter Blutzucker, QT-Verlängerung im EKG, abnorme Schilddrüsenfunktionstests, erhöhter systolischer oder diastolischer Blutdruck.
Selten (≥1/10.000 bis <1/1.000): thrombotische Mikroangiopathie (einschließlich thrombotisch-thrombozytopenischer Purpura und hämolytisch-urämischem Syndrom); posteriores reversibles Enzephalopathie-Syndrom / reversibles posteriores Leukoenzephalopathie-Syndrom; Aneurysmen und Arteriendissektionen; interstitielle Lungenerkrankung / Pneumonitis.
Nicht bekannt: Tumorlyse-Syndrom.
Studien beim Weichteilsarkom: Einige Kategorien weichen ab. Tumorschmerz, Leukopenie, Thrombozytopenie, Neutropenie, Hypoalbuminämie, Stomatitis, Hypopigmentierung der Haut, exfoliativer Hautausschlag und Gewichtsabnahme waren sehr häufig, und Herzfunktionsstörung, linksventrikuläre Dysfunktion, Bradykardie, Pneumothorax, Lungenblutung und Husten waren häufig. Neutropenie, Thrombozytopenie und palmar-plantares Erythrodysästhesie-Syndrom wurden bei Patienten ostasiatischer Abstammung häufiger beobachtet. Das Sicherheitsprofil bei den 101 untersuchten pädiatrischen Patienten war ähnlich wie bei Erwachsenen.
Wichtige schwerwiegende Reaktionen: Die wichtigsten schwerwiegenden Reaktionen in den Studien, jeweils bei weniger als 1 % der Patienten, waren transitorische ischämische Attacke, ischämischer Schlaganfall, Myokardischämie und -infarkt, Hirninfarkt, Herzfunktionsstörung, gastrointestinale Perforation und Fistel, QT-Verlängerung, Torsade de pointes sowie pulmonale, gastrointestinale und zerebrale Blutungen. In den Sarkom-Studien waren auch venöse thromboembolische Ereignisse, linksventrikuläre Dysfunktion und Pneumothorax von Bedeutung. Zu den tödlichen Ereignissen, die möglicherweise im Zusammenhang mit Pazopanib standen, gehörten gastrointestinale Blutung, Lungenblutung oder Hämoptyse, abnorme Leberfunktion, Darmperforation und ischämischer Schlaganfall.
Wechselwirkungen
Pazopanib wird hauptsächlich über CYP3A4 metabolisiert und ist ein Substrat von P-Glykoprotein und BCRP; daher verändern Inhibitoren und Induktoren dieser Stoffwechselwege seine Exposition.
- Starke CYP3A4-, P-gp- oder BCRP-Inhibitoren (zum Beispiel Ketoconazol, Itraconazol, Clarithromycin, Atazanavir, Indinavir, Nefazodon, Nelfinavir, Ritonavir, Saquinavir, Telithromycin, Voriconazol): Ketoconazol erhöhte die AUC(0–24) von Pazopanib um 66 % und die Spitzenkonzentration um 45 %. Die Fachinformation rät, diese Kombinationen zu vermeiden und alternative Arzneimittel ohne oder mit nur minimalem Hemmpotenzial zu wählen. In der Interaktionsstudie führten 400 mg einmal täglich mit Ketoconazol bei den meisten Patienten zu einer ähnlichen Exposition wie 800 mg allein, bei einigen Patienten war die Exposition jedoch höher. Unter gleichzeitiger Gabe von Ketoconazol wurde Hyperglykämie beobachtet.
- CYP3A4-Induktoren: zu vermeiden, da die Exposition gegenüber Pazopanib sinken kann. Johanniskraut senkt die Pazopanib-Konzentrationen.
- Grapefruitsaft: enthält einen CYP3A4-Inhibitor und kann die Plasmakonzentrationen erhöhen; während der Behandlung zu vermeiden.
- Simvastatin: erhöht das Risiko für ALT-Erhöhungen; mit Vorsicht und engmaschiger Überwachung anzuwenden.
- UGT1A1-Substrate (zum Beispiel Irinotecan): mit Vorsicht anzuwenden, da Pazopanib UGT1A1 hemmt.
- Antiarrhythmika und andere Arzneimittel, die das QT-Intervall verlängern: Pazopanib mit Vorsicht anwenden; siehe Besondere Hinweise.
- Andere Krebstherapien: Studien zur Kombination von Pazopanib mit Pemetrexed, Lapatinib oder Pembrolizumab wurden wegen erhöhter Toxizität und/oder Mortalität vorzeitig abgebrochen, und es wurde keine sichere und wirksame Kombinationsdosis festgelegt.
- Nahrung und Antazida: Nahrung verdoppelt die Exposition ungefähr, daher wird Pazopanib ohne Nahrung eingenommen. Antazida sollten mehrere Stunden Abstand zu Pazopanib haben.
Verabreichung und Dosierung
Die Behandlung sollte nur von einem Arzt eingeleitet werden, der in der Anwendung von Krebsarzneimitteln erfahren ist. Pazopanib wird ohne Nahrung eingenommen, mindestens eine Stunde vor oder zwei Stunden nach einer Mahlzeit. Die Tabletten werden im Ganzen mit Wasser geschluckt und nicht zerbrochen oder zerkleinert.
Empfohlene Dosis
- 800 mg einmal täglich sowohl beim Nierenzellkarzinom als auch beim Weichteilsarkom.
Dosisanpassungen
- Die Dosis kann zur Behandlung von Nebenwirkungen je nach individueller Verträglichkeit in Schritten von 200 mg verringert oder erhöht werden. Sie darf 800 mg nicht überschreiten.
- Dosisänderungen bei arzneimittelinduzierter Hepatotoxizität sind unter Besondere Hinweise beschrieben.
Besondere Patientengruppen
- Ältere Patienten: Die Daten bei Patienten ab 65 Jahren sind begrenzt. In den Studien zum Nierenzellkarzinom gab es keine klinisch signifikanten Unterschiede in der Sicherheit zwischen Patienten ab 65 Jahren und jüngeren Patienten, eine größere Empfindlichkeit bei einigen älteren Patienten kann jedoch nicht ausgeschlossen werden.
- Nierenfunktionsstörung: Bei einer Kreatinin-Clearance über 30 ml/min ist keine Dosisanpassung erforderlich. Bei Werten unter 30 ml/min ist Vorsicht geboten, da keine Erfahrungen vorliegen.
- Leberfunktionsstörung: Leberfunktionstests werden bei allen Patienten vor und während der Behandlung durchgeführt. Bei leichter oder mäßiger Funktionsstörung wird Pazopanib mit Vorsicht und engmaschiger Überwachung der Verträglichkeit angewendet. Die Dosis bleibt bei leichten Abweichungen der Serum-Leberwerte bei 800 mg einmal täglich (normales Bilirubin bei beliebig erhöhter ALT oder Bilirubin über dem Normwert und bis zum 1,5-Fachen der oberen Normgrenze unabhängig von der ALT). Bei mäßiger Funktionsstörung (Bilirubin über dem 1,5- bis 3-Fachen der oberen Normgrenze, unabhängig von der ALT) beträgt die empfohlene Dosis 200 mg einmal täglich. Pazopanib wird bei schwerer Funktionsstörung (Gesamtbilirubin über dem 3-Fachen der oberen Normgrenze, unabhängig von der ALT) nicht empfohlen.
- Kinder und Jugendliche: Pazopanib darf bei Kindern unter 2 Jahren wegen Sicherheitsbedenken im Hinblick auf Organwachstum und -reifung nicht angewendet werden. Sicherheit und Wirksamkeit bei 2- bis 18-Jährigen sind nicht erwiesen, und es kann keine Dosisempfehlung gegeben werden.
Besondere Hinweise
Leberfunktion und Hepatotoxizität
- Leberversagen: Es wurden Fälle von Leberversagen, einschließlich Todesfällen, berichtet. In den Studien stiegen die Serum-Transaminasen (ALT, AST) und das Bilirubin an; in den meisten Fällen stiegen nur ALT und AST an, ohne Anstieg der alkalischen Phosphatase oder des Bilirubins. Patienten über 60 Jahren haben möglicherweise ein höheres Risiko für leichte (über dem 3-Fachen der oberen Normgrenze) bis schwere (über dem 8-Fachen) ALT-Erhöhungen, und Träger des HLA-B*57:01-Allels haben ein höheres Risiko für Pazopanib-assoziierte ALT-Erhöhungen. Die Leberfunktion sollte bei allen Patienten unabhängig von Genotyp oder Alter überwacht werden.
- Überwachungsschema: Leberwerte im Serum vor Beginn, in den Wochen 3, 5, 7 und 9, danach in den Monaten 3 und 4, mit zusätzlichen Tests nach klinischer Indikation. Nach Monat 4 sollten die Kontrollen regelmäßig fortgesetzt werden.
- Dosisanpassung bei arzneimittelinduzierter Hepatotoxizität (Tabelle 1 der Fachinformation, die für Patienten mit den dort genannten Ausgangswerten für Bilirubin und Transaminasen gilt):
- Transaminasen zwischen dem 3- und 8-Fachen der oberen Normgrenze: Pazopanib mit wöchentlicher Leberkontrolle fortsetzen, bis die Transaminasen auf Grad 1 oder den Ausgangswert zurückgekehrt sind.
- Transaminasen über dem 8-Fachen der oberen Normgrenze: Pazopanib unterbrechen, bis sie auf Grad 1 oder den Ausgangswert zurückgekehrt sind. Wenn der mögliche Nutzen einer Wiederaufnahme das Risiko einer Hepatotoxizität überwiegt, mit einer reduzierten Dosis von 400 mg täglich und wöchentlichen Leberwerten im Serum über 8 Wochen wieder beginnen. Treten Transaminasen über dem 3-Fachen der oberen Normgrenze erneut auf, Pazopanib dauerhaft absetzen.
- Transaminasen über dem 3-Fachen der oberen Normgrenze zusammen mit Bilirubin über dem 2-Fachen: Pazopanib dauerhaft absetzen und den Patienten überwachen, bis die Werte auf Grad 1 oder den Ausgangswert zurückgekehrt sind.
- Gilbert-Syndrom: Pazopanib hemmt UGT1A1, daher kann bei Patienten mit Gilbert-Syndrom eine leichte indirekte (unkonjugierte) Hyperbilirubinämie auftreten. Liegt bei bekanntem oder vermutetem Gilbert-Syndrom nur eine leichte indirekte Hyperbilirubinämie zusammen mit einer ALT über dem 3-Fachen der oberen Normgrenze vor, ist wie bei isolierten ALT-Erhöhungen vorzugehen.
- Simvastatin: Die gleichzeitige Anwendung mit Pazopanib erhöht das Risiko für ALT-Erhöhungen.
Kardiovaskuläre Risiken und Blutungsrisiken
- Hypertonie: Es trat Hypertonie auf, einschließlich hypertensiver Krisen. Der Blutdruck sollte vor Behandlungsbeginn gut eingestellt sein, innerhalb einer Woche nach Beginn und danach häufig kontrolliert werden (etwa 40 % der Fälle traten bis Tag 9 auf und etwa 90 % in den ersten 18 Wochen) und mit antihypertensiver Therapie und Dosisanpassung behandelt werden. Pazopanib wird bei hypertensiver Krise oder bei schwerer Hypertonie, die trotz Behandlung und Dosisreduktion anhält, abgesetzt.
- Herzfunktionsstörung und Herzinsuffizienz: Bei Patienten mit vorbestehender Herzfunktionsstörung sollten Nutzen und Risiko abgewogen werden; die Anwendung bei mäßiger bis schwerer Herzinsuffizienz oder niedriger linksventrikulärer Ejektionsfraktion wurde nicht untersucht. Bei Risikopatienten wird eine LVEF-Bestimmung zu Beginn und in regelmäßigen Abständen empfohlen. Bei einem deutlichen LVEF-Abfall wird eine Unterbrechung und/oder Dosisreduktion zusammen mit der Behandlung der Hypertonie empfohlen.
- QT-Verlängerung und Torsade de pointes: Vorsicht bei Patienten mit QT-Verlängerung in der Vorgeschichte, die Antiarrhythmika oder andere Arzneimittel einnehmen, die das QT-Intervall verlängern, oder die eine relevante Herzerkrankung haben. EKGs zu Beginn und in regelmäßigen Abständen werden empfohlen, wobei Calcium, Magnesium und Kalium im Normbereich gehalten werden.
- Arterielle und venöse thrombotische Ereignisse: Myokardinfarkt, Myokardischämie, ischämischer Schlaganfall und transitorische ischämische Attacke, teils tödlich, sind aufgetreten; Vorsicht bei Patienten mit erhöhtem Risiko oder entsprechender Vorgeschichte, und Pazopanib wurde nicht nach einem Ereignis in den vorangegangenen 6 Monaten untersucht. Venöse Thromboembolien, einschließlich tödlicher Lungenembolie, waren beim Weichteilsarkom (5 %) häufiger als beim Nierenzellkarzinom (2 %).
- Thrombotische Mikroangiopathie: Pazopanib wird dauerhaft abgesetzt; die Wirkungen bildeten sich nach dem Absetzen zurück.
- Blutungen: Es sind tödliche Blutungsereignisse aufgetreten. Pazopanib wurde nicht nach Hämoptyse, Hirnblutung oder klinisch signifikanter gastrointestinaler Blutung in den letzten 6 Monaten untersucht; bei erheblichem Blutungsrisiko mit Vorsicht anwenden.
- Aneurysmen und Arteriendissektionen: Inhibitoren des VEGF-Signalwegs können diese begünstigen, daher wird das Risiko vor Behandlungsbeginn abgewogen, insbesondere bei Hypertonie oder Aneurysmen in der Vorgeschichte.
Weitere Warnhinweise
- PRES/RPLS: Das posteriore reversible Enzephalopathie-Syndrom kann sich mit Kopfschmerzen, Hypertonie, Krampfanfall, Lethargie, Verwirrtheit, Blindheit und anderen Seh- oder neurologischen Störungen äußern und kann tödlich verlaufen; Pazopanib dauerhaft absetzen.
- Interstitielle Lungenerkrankung und Pneumonitis: kann tödlich verlaufen; die Patienten werden auf pulmonale Symptome überwacht, und Pazopanib wird abgesetzt.
- Gastrointestinale Perforation und Fistel: Es sind tödliche Perforationen aufgetreten; bei gefährdeten Patienten mit Vorsicht anwenden.
- Wundheilung: VEGF-Inhibitoren können sie beeinträchtigen, daher wird Pazopanib mindestens 7 Tage vor einem geplanten chirurgischen Eingriff abgesetzt, wieder angesetzt, wenn die Wundheilung als ausreichend beurteilt wird, und bei Wunddehiszenz abgesetzt.
- Hypothyreose und Proteinurie: Die Schilddrüsenfunktion wird zu Beginn und in regelmäßigen Abständen gemessen; eine Urinuntersuchung erfolgt zu Beginn und in regelmäßigen Abständen, und Pazopanib wird bei nephrotischem Syndrom abgesetzt.
- Tumorlyse-Syndrom: einschließlich tödlicher Fälle; das Risiko ist höher bei schnell wachsenden Tumoren, hoher Tumorlast, Nierenfunktionsstörung oder Dehydratation, und vor Behandlungsbeginn sollten vorbeugende Maßnahmen wie die Behandlung einer hohen Harnsäure und intravenöse Hydratation erwogen werden.
- Pneumothorax und Infektionen: Ein Pneumothorax trat in den Sarkom-Studien auf. Es wurden schwere, teils tödliche Infektionen mit oder ohne Neutropenie berichtet.
- Kinder: nicht bei Kindern unter 2 Jahren anzuwenden.
Schwangerschaft, Stillzeit und Fertilität
- Schwangerschaft: Es liegen keine ausreichenden Daten vor, und Tierstudien zeigen Reproduktionstoxizität. Pazopanib sollte in der Schwangerschaft nur angewendet werden, wenn der Zustand der Frau dies erfordert, und die Frau sollte dann über die mögliche Gefahr für den Fötus aufgeklärt werden.
- Kontrazeption: Frauen im gebärfähigen Alter sollten während der Behandlung und für mindestens 2 Wochen nach der letzten Dosis eine angemessene Empfängnisverhütung anwenden. Männliche Patienten, auch nach Vasektomie, sollten während der Behandlung und für mindestens 2 Wochen nach der letzten Dosis Kondome verwenden.
- Stillzeit: Die sichere Anwendung ist nicht erwiesen, und ein Risiko für das Kind kann nicht ausgeschlossen werden; das Stillen sollte während der Behandlung unterbrochen werden.
- Fertilität: Tierstudien weisen darauf hin, dass die männliche und weibliche Fertilität beeinträchtigt werden kann.
Natrium
Jede Filmtablette enthält weniger als 1 mmol (23 mg) Natrium, d. h., sie ist im Wesentlichen natriumfrei.
Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit
Pazopanib hat keinen oder einen zu vernachlässigenden Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen. Patienten sollten nicht Auto fahren oder Maschinen bedienen, wenn ihnen schwindelig ist oder sie sich müde oder schwach fühlen.
Lagerungsbedingungen
Für Votrient sind keine besonderen Lagerungsbedingungen erforderlich. Die Tabletten werden in HDPE-Flaschen mit kindergesicherten Polypropylen-Verschlüssen geliefert: 200 mg in Flaschen mit 30 oder 90 Tabletten, 400 mg in Flaschen mit 30 oder 60 Tabletten (möglicherweise werden nicht alle Packungsgrößen in Verkehr gebracht).
Haltbarkeit
3 Jahre.
Abgabebedingungen in der Apotheke
Verschreibungspflichtig (Rx), unterliegt der eingeschränkten ärztlichen Verschreibung (Anhang II B der Genehmigung für das Inverkehrbringen). Die Behandlung muss von einem Arzt eingeleitet werden, der in der Anwendung von Krebsarzneimitteln erfahren ist. Die Tabletten werden zu Hause eingenommen, daher werden sie dem Patienten oder der behandelnden Klinik auf Verschreibung geliefert.
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DrugBank — Pazopanib (DB06589); EMA SmPC — VotrientZuletzt geprüft:
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