Osimertinib
EGFR-Tyrosinkinase-Inhibitor (Proteinkinase-Inhibitor)
Osimertinib ist ein oraler, irreversibler Inhibitor der Tyrosinkinase des epidermalen Wachstumsfaktor-Rezeptors (EGFR). Er wirkt auf EGFR mit sensibilisierenden Mutationen und auf die T790M-Resistenzmutation und ist gegen Wildtyp-EGFR deutlich weniger aktiv. In der EU ist er als Monotherapie bei EGFR-Mutation-positivem nicht-kleinzelligem Lungenkarzinom (NSCLC) zugelassen: zur adjuvanten Behandlung nach vollständiger Resektion im Stadium IB–IIIA, bei nicht resezierbarer lokal fortgeschrittener Erkrankung ohne Progression nach platinbasierter Radiochemotherapie, zur Erstlinienbehandlung der lokal fortgeschrittenen oder metastasierten Erkrankung und bei T790M-positiver Erkrankung; zusammen mit Pemetrexed und platinbasierter Chemotherapie wird er außerdem zur Erstlinienbehandlung der fortgeschrittenen Erkrankung angewendet. Die Dosis beträgt 80 mg einmal täglich, mit oder ohne Nahrung. Diarrhö, Hautausschlag, Paronychie, trockene Haut und Stomatitis sind die häufigsten Nebenwirkungen, und eine interstitielle Lungenerkrankung kann schwerwiegend oder tödlich verlaufen.
Erhältlich unter folgenden Markennamen
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- Tagrisso ®
Markennamen sind eingetragene Warenzeichen der jeweiligen Inhaber. Pharmalogistic vertritt, produziert oder vertreibt die oben genannten Markenprodukte nicht.
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Häufig gestellte Fragen
Osimertinib: Wofür wird es angewendet?
Osimertinib ist ein oraler, irreversibler Inhibitor der Tyrosinkinase des epidermalen Wachstumsfaktor-Rezeptors (EGFR).
Osimertinib: Ist ein Rezept erforderlich?
Ja. Osimertinib ist ein verschreibungspflichtiges Arzneimittel. Erforderlich ist ein gültiges Rezept einer approbierten Ärztin oder eines approbierten Arztes; die Rezeptvorschriften des Bestimmungslandes werden vor jedem Versand geprüft.
Osimertinib: Wie ist es zu lagern?
Lagern Sie Osimertinib bei Keine besonderen Lagerungsbedingungen in der Originalverpackung, vor Licht geschützt und für Kinder unzugänglich.
Osimertinib: Ist ein gekühlter Versand (Kühlkette) erforderlich?
Nein. Osimertinib ist bei Keine besonderen Lagerungsbedingungen stabil, sodass eine normale Schutzverpackung ausreicht; während des Transports wird es dennoch vor Hitze und Feuchtigkeit geschützt.
Osimertinib: Unter welchen Markennamen wird es vertrieben?
Osimertinib wird je nach Land und Hersteller als Tagrisso vermarktet. Markennamen sind Warenzeichen der jeweiligen Inhaber; Pharmalogistic vertritt oder vertreibt die Markenprodukte nicht.
Osimertinib: Welche Stärken sind verfügbar?
Osimertinib ist in folgenden Stärken erhältlich: 40 mg Filmtabletten, 80 mg Filmtabletten. Die geeignete Stärke und das Dosierungsschema legt die behandelnde Ärztin bzw. der behandelnde Arzt fest.
Osimertinib: Wie lange ist es haltbar?
Die Haltbarkeit von Osimertinib beträgt 3 Jahre bei Lagerung gemäß Empfehlung. Nach dem auf der Verpackung angegebenen Verfalldatum nicht mehr anwenden.
Medizinische Informationen & Leitlinien
Pharmakologie, Anwendungsgebiete und Sicherheitsprofil dieses Wirkstoffs
Pharmakologische Wirkung
Osimertinib ist ein Tyrosinkinase-Inhibitor (TKI), der EGFR mit sensibilisierenden Mutationen (EGFRm) und die T790M-Mutation irreversibel hemmt; Letztere macht Tumoren gegenüber früheren EGFR-Inhibitoren resistent. In Zellstudien war er gegen alle klinisch relevanten NSCLC-Zelllinien mit sensibilisierenden Mutationen und mit T790M-Mutation potent und gegen Wildtyp-EGFR deutlich weniger aktiv. Die Schonung des Wildtyp-EGFR dürfte die Toxizität begrenzen.
Wirkmechanismus
- Irreversible Hemmung: Osimertinib ist ein EGFR-TKI der dritten Generation. Er hemmt mutierten EGFR, einschließlich der T790M-Gatekeeper-Mutation, die die ATP-Bindung des Rezeptors erhöht und mit einer Resistenz gegen frühere EGFR-Inhibitoren in Zusammenhang steht.
- Selektivität: Die scheinbaren IC50-Werte gegenüber phosphoryliertem EGFR betrugen 6–54 nM in Zelllinien mit Mutation und 480 nM–1,8 µM in Wildtyp-Zelllinien; Osimertinib ist daher in vitro gegen Wildtyp-EGFR deutlich weniger aktiv.
- Antitumorale Wirkung: Oral gegebenes Osimertinib verkleinerte Tumoren in Xenograft- und transgenen Maus-Lungentumormodellen mit EGFRm und T790M.
- Aktive Metaboliten: AZ7550 hat ein ähnliches pharmakologisches Profil wie Osimertinib, und AZ5104 ist sowohl gegen mutierten als auch gegen Wildtyp-EGFR stärker wirksam. Beide zirkulieren im Steady State mit etwa 10 % der Exposition der Muttersubstanz.
- Kardiale Elektrophysiologie: Eine pharmakokinetisch-pharmakodynamische Analyse sagte bei 80 mg eine konzentrationsabhängige QTc-Verlängerung von 14 ms voraus (obere Grenze des 90-%-Konfidenzintervalls: 16 ms).
Pharmakokinetik
- Resorption: Die mediane Zeit bis zur Spitzenkonzentration beträgt 6 Stunden (Bereich 3–24), teils mit mehreren Spitzen in den ersten 24 Stunden. Die absolute Bioverfügbarkeit beträgt 70 %. Nahrung verändert sie nicht in klinisch bedeutsamem Ausmaß (AUC um 6 % erhöht, Cmax um 7 % verringert), und Omeprazol hatte keinen Einfluss auf die Exposition. Die Exposition steigt im Bereich von 20 bis 240 mg dosisproportional an; bei einmal täglicher Gabe kommt es zu einer etwa 3-fachen Akkumulation, wobei der Steady State nach 15 Tagen erreicht ist.
- Verteilung: Das Verteilungsvolumen im Steady State beträgt 918 l, was auf eine ausgedehnte Gewebeverteilung hinweist. Die Plasmaproteinbindung in vitro beträgt 94,7 %. In einer PET-Studie überwand Osimertinib die Blut-Hirn-Schranke rasch, und das Verhältnis von Gehirn zu Plasma war bei Patienten mit Hirnmetastasen und bei gesunden Probanden ähnlich.
- Metabolismus: Überwiegend durch CYP3A4 und CYP3A5, hauptsächlich über Oxidation und Dealkylierung. Die beiden aktiven Metaboliten treten langsam auf (mediane Zeit bis zur Spitzenkonzentration 24 Stunden).
- Elimination: Die scheinbare Clearance beträgt 14,3 l/h und die terminale Halbwertszeit etwa 44 Stunden. Nach einer Einzeldosis von 20 mg wurden 67,8 % in den Fäzes und 14,2 % im Urin wiedergefunden; unverändertes Osimertinib machte etwa 2 % der Elimination aus.
- Besondere Patientengruppen: Alter (25–91 Jahre), Geschlecht, ethnische Zugehörigkeit, Therapielinie und Raucherstatus haben keinen klinisch signifikanten Einfluss auf die Exposition, und die geringen Effekte von Körpergewicht und Serumalbumin sind klinisch nicht relevant. Eine leichte oder mäßige Leberfunktionsstörung erhöhte die Exposition nicht. In einer Einzeldosisstudie erhöhte eine schwere Nierenfunktionsstörung (Kreatinin-Clearance 15 bis unter 30 ml/min) die AUC um das 1,85-Fache, während eine Populationsanalyse in allen Gruppen der Nierenfunktion eine ähnliche Exposition ergab. Für eine schwere Leberfunktionsstörung liegen keine Daten vor.
Anwendungsgebiete
Osimertinib als Monotherapie ist bei Erwachsenen mit nicht-kleinzelligem Lungenkarzinom (NSCLC) wie folgt angezeigt:
- Adjuvante Behandlung: nach vollständiger Tumorresektion bei NSCLC im Stadium IB–IIIA, dessen Tumoren Deletionen im EGFR-Exon 19 oder Substitutionsmutationen im Exon 21 (L858R) aufweisen.
- Lokal fortgeschrittenes, nicht resezierbares NSCLC: Tumoren mit Deletionen im EGFR-Exon 19 oder Substitutionsmutationen im Exon 21 (L858R), bei denen die Erkrankung während oder nach einer platinbasierten Radiochemotherapie nicht fortgeschritten ist.
- Erstlinienbehandlung: lokal fortgeschrittenes oder metastasiertes NSCLC mit aktivierenden EGFR-Mutationen.
- T790M-positive Erkrankung: lokal fortgeschrittenes oder metastasiertes EGFR-T790M-Mutation-positives NSCLC.
Osimertinib ist außerdem in Kombination mit Pemetrexed und platinbasierter Chemotherapie zur Erstlinienbehandlung von Erwachsenen mit fortgeschrittenem NSCLC angezeigt, deren Tumoren Deletionen im EGFR-Exon 19 oder Substitutionsmutationen im Exon 21 (L858R) aufweisen.
Gegenanzeigen
- Überempfindlichkeit gegen Osimertinib oder einen der sonstigen Bestandteile.
- Johanniskraut darf nicht zusammen mit Osimertinib angewendet werden.
Nebenwirkungen
Die gepoolten Sicherheitsdaten stammen von 1.956 Patienten mit EGFR-Mutation-positivem NSCLC, die in Studien der Phasen 1 bis 3 täglich 80 mg als Monotherapie einnahmen, sowie von 276 Patienten, die Osimertinib mit Pemetrexed und platinbasierter Chemotherapie erhielten. Die meisten Reaktionen waren vom Grad 1 oder 2. Unter Monotherapie wurden am häufigsten Diarrhö (46 %), Hautausschlag (45 %), Paronychie (33 %), trockene Haut (31 %) und Stomatitis (23 %) berichtet. Reaktionen vom Grad 3 und Grad 4 traten bei 11 % bzw. 0,2 % der Patienten auf; bei 3,4 % war eine Dosisreduktion erforderlich, und 5,5 % beendeten die Behandlung wegen Nebenwirkungen. Unter Chemotherapie waren Hautausschlag (49 %), Diarrhö (43 %), verminderter Appetit (31 %), Stomatitis (31 %), Paronychie (27 %) und trockene Haut (24 %) am häufigsten.
Sehr häufig (≥1/10): verminderter Appetit, Diarrhö, Stomatitis, Hautausschlag, Paronychie, trockene Haut, Pruritus; und, als Laborbefunde, erniedrigte Leukozyten-, Lymphozyten-, Thrombozyten- und Neutrophilenzahlen. Unter Pemetrexed und platinbasierter Chemotherapie sind außerdem Thrombozytopenie, Neutropenie, Leukopenie und erhöhtes Blutkreatinin sehr häufig.
Häufig (≥1/100 bis <1/10): Thrombozytopenie, Neutropenie, Leukopenie, Lymphopenie, Epistaxis, interstitielle Lungenerkrankung, Strahlenpneumonitis, Alopezie, palmar-plantares Erythrodysästhesie-Syndrom, Urtikaria, verminderte linksventrikuläre Ejektionsfraktion, erhöhte Kreatinphosphokinase im Blut, Verlängerung des QTc-Intervalls, erhöhtes Blutkreatinin. Unter Chemotherapie sind außerdem Herzinsuffizienz, Hyperpigmentierung der Haut und Erythema multiforme häufig.
Gelegentlich (≥1/1.000 bis <1/100): Keratitis, Herzinsuffizienz, Hyperpigmentierung der Haut, Erythema multiforme, kutane Vaskulitis, Myositis.
Selten (≥1/10.000 bis <1/1.000): aplastische Anämie, Stevens-Johnson-Syndrom.
Nicht bekannt: Reaktivierung einer Hepatitis B, eosinophile Pneumonie, toxische epidermale Nekrolyse (nach der Markteinführung berichtet).
Eine interstitielle Lungenerkrankung (ILD) oder ILD-ähnliche Reaktionen traten bei 4,3 % der 1.956 Patienten unter Monotherapie auf, mit acht tödlichen Fällen und keinem im adjuvanten Setting; die Inzidenz betrug bei japanischen Patienten 10,4 %, und die mediane Zeit bis zum Auftreten lag bei 85 Tagen. Nach platinbasierter Radiochemotherapie trat bei 48 % der Patienten unter Osimertinib und bei 38 % der Patienten unter Placebo eine Strahlenpneumonitis auf; Ereignisse vom Grad 3 traten bei 2,1 % auf, alle in der Osimertinib-Gruppe. Ein QTc-Wert über 500 ms wurde bei 1,1 % der Patienten unter Monotherapie festgestellt. Diarrhö war überwiegend vom Grad 1 oder 2, vom Grad 3 bei 1,5 %.
Wechselwirkungen
Osimertinib wird hauptsächlich durch CYP3A4 und CYP3A5 metabolisiert und kann die Exposition gegenüber einigen BCRP- und P-Glykoprotein-Substraten erhöhen.
- Starke CYP3A-Induktoren (Phenytoin, Rifampicin, Carbamazepin): zu vermeiden. Rifampicin senkte die Steady-State-Exposition gegenüber Osimertinib (AUC) um 78 % und die des Metaboliten AZ5104 um 82 %.
- Mäßige CYP3A4-Induktoren (Bosentan, Efavirenz, Etravirin, Modafinil): können die Exposition ebenfalls senken; mit Vorsicht anwenden oder, wenn möglich, vermeiden. Es liegen keine klinischen Daten vor, auf deren Grundlage eine Dosisanpassung empfohlen werden könnte.
- Johanniskraut: kontraindiziert.
- CYP3A4-Inhibitoren: Itraconazol, ein starker Inhibitor, hatte keine klinisch signifikante Wirkung (AUC um 24 % erhöht, Cmax um 20 % verringert); es ist daher nicht wahrscheinlich, dass CYP3A4-Inhibitoren die Exposition gegenüber Osimertinib beeinflussen.
- Arzneimittel zur Senkung der Magensäure: Omeprazol verursachte keine klinisch relevanten Veränderungen, daher können diese ohne Einschränkung angewendet werden.
- BCRP-Substrate: Die AUC von Rosuvastatin stieg um 35 % und die Cmax um 72 %. Patienten, die BCRP-abhängige Arzneimittel mit geringer therapeutischer Breite einnehmen, sollten auf eine veränderte Verträglichkeit überwacht werden.
- P-gp-Substrate: Die AUC und die Cmax von Fexofenadin stiegen nach einer Einzeldosis um 56 % bzw. 76 % und im Steady State um 27 % bzw. 25 %. Patienten, die P-gp-abhängige Arzneimittel mit geringer therapeutischer Breite (zum Beispiel Digoxin, Dabigatran, Aliskiren) einnehmen, sollten engmaschig überwacht werden.
- CYP3A4-Substrate: Die Exposition gegenüber Simvastatin nahm geringfügig ab (AUC 9 %, Cmax 23 %), daher sind klinisch relevante Wechselwirkungen unwahrscheinlich.
- Hormonelle Kontrazeptiva: Eine verminderte Exposition gegenüber hormonellen Kontrazeptiva kann nicht ausgeschlossen werden.
- Nahrung: Osimertinib kann mit oder ohne Nahrung eingenommen werden. Johanniskraut sollte vermieden werden.
Verabreichung und Dosierung
Die Behandlung sollte von einem Arzt eingeleitet werden, der in der Anwendung von Krebstherapien erfahren ist. Der EGFR-Mutationsstatus muss vor der Behandlung mit einem validierten Test bestimmt werden (siehe Besondere Hinweise). Die Tablette wird jeden Tag zur gleichen Zeit eingenommen, mit oder ohne Nahrung.
Empfohlene Dosis
- 80 mg einmal täglich, als Monotherapie oder zusammen mit Pemetrexed und platinbasierter Chemotherapie (Pemetrexed, Cisplatin und Carboplatin werden gemäß ihren jeweiligen Fachinformationen dosiert).
- Adjuvante Behandlung: bis zum Wiederauftreten der Erkrankung oder bis zu nicht akzeptabler Toxizität. Eine Behandlung über mehr als 3 Jahre wurde nicht untersucht.
- Lokal fortgeschrittene oder metastasierte Erkrankung: bis zur Krankheitsprogression oder bis zu nicht akzeptabler Toxizität.
Art der Anwendung
Die Tablette wird unzerkleinert mit Wasser geschluckt und nicht zerdrückt, geteilt oder zerkaut. Kann der Patient sie nicht schlucken, kann die Tablette ohne Zerdrücken in 50 ml kohlensäurefreies Wasser gegeben, bis zur Dispersion gerührt und sofort geschluckt werden; anschließend wird ein halbes Glas Wasser hinzugefügt, um Rückstände auszuspülen, und ebenfalls geschluckt. Es sollten keine anderen Flüssigkeiten hinzugefügt werden. Dasselbe Verfahren kann bei einer nasogastralen Sonde angewendet werden, mit 15 ml Wasser für die Dispersion und 15 ml für die Spülungen, wobei die 30 ml innerhalb von 30 Minuten nach der Zugabe der Tabletten zum Wasser verabreicht werden.
Dosisanpassungen bei Nebenwirkungen
Ist eine Dosisreduktion erforderlich, wird die Dosis auf 40 mg einmal täglich gesenkt. Die wichtigsten Empfehlungen der Fachinformation lauten:
- Interstitielle Lungenerkrankung oder Pneumonitis: dauerhaft absetzen.
- Strahlenpneumonitis nach platinbasierter Radiochemotherapie: Grad 1: Unterbrechung erwägen oder je nach klinischer Indikation fortsetzen; Grad 2: unterbrechen, bis die Symptome abgeklungen sind, und dann wieder beginnen, jedoch dauerhaft absetzen, wenn die Symptome nicht innerhalb von 4 Wochen abklingen oder wenn Grad 2 erneut auftritt; Grad 3 oder 4: dauerhaft absetzen.
- QTc-Intervall über 500 ms in mindestens 2 getrennten EKGs: unterbrechen, bis das QTc unter 481 ms liegt oder, falls der Ausgangswert 481 ms oder mehr betrug, auf den Ausgangswert zurückgekehrt ist, dann mit 40 mg wieder beginnen. Dauerhaft absetzen, wenn die QTc-Verlängerung mit Anzeichen oder Symptomen einer schwerwiegenden Arrhythmie einhergeht.
- Stevens-Johnson-Syndrom, toxische epidermale Nekrolyse oder aplastische Anämie: dauerhaft absetzen.
- Jede andere Nebenwirkung vom Grad 3 oder höher: bis zu 3 Wochen unterbrechen. Bessert sie sich in dieser Zeit auf Grad 0–2, wird mit 80 mg oder 40 mg wieder begonnen; andernfalls dauerhaft absetzen.
- In Kombination mit Chemotherapie: Jede Komponente kann je nach Bedarf dosisangepasst werden, und Cisplatin und/oder Carboplatin werden bis zu 4 Zyklen lang angewendet.
Besondere Patientengruppen
- Alter, Körpergewicht, Geschlecht, ethnische Zugehörigkeit und Raucherstatus: keine Dosisanpassung.
- Leberfunktionsstörung: keine Anpassung bei leichter (Child-Pugh A) oder mäßiger (Child-Pugh B) Funktionsstörung. Sicherheit und Wirksamkeit bei schwerer Funktionsstörung sind nicht erwiesen, daher wird die Anwendung nicht empfohlen, bis mehr Daten vorliegen.
- Nierenfunktionsstörung: keine Anpassung bei leichter, mäßiger oder schwerer Funktionsstörung. Sicherheit und Wirksamkeit bei terminaler Niereninsuffizienz (Kreatinin-Clearance unter 15 ml/min) oder unter Dialyse sind nicht erwiesen; bei schwerer und terminaler Funktionsstörung ist Vorsicht geboten.
- Kinder und Jugendliche: Sicherheit und Wirksamkeit bei Patienten unter 18 Jahren sind nicht erwiesen.
Vergessene Dosis
Eine vergessene Dosis wird nachgeholt, es sei denn, die nächste Dosis ist innerhalb von 12 Stunden fällig.
Besondere Hinweise
EGFR-Mutationstest
Der EGFR-Mutationsstatus muss vor der Behandlung mit einem validierten Test bestätigt werden. Für die adjuvante Behandlung und bei nicht resezierbarer lokal fortgeschrittener Erkrankung nach Radiochemotherapie wird DNA aus Tumorgewebe verwendet; bei lokal fortgeschrittener oder metastasierter Erkrankung können Tumorgewebe oder zirkulierende Tumor-DNA aus Plasma verwendet werden. Ist ein Plasmatest negativ, sollte nach Möglichkeit ein Gewebetest folgen, da Plasmatests falsch-negative Ergebnisse liefern können.
Interstitielle Lungenerkrankung
Es sind schwere, lebensbedrohliche oder tödliche interstitielle Lungenerkrankungen (ILD) oder ILD-ähnliche Reaktionen wie Pneumonitis aufgetreten, auch nach definitiver platinbasierter Radiochemotherapie. Die meisten Fälle besserten sich oder klangen nach Unterbrechung der Behandlung ab. Bei jedem Patienten mit akutem Auftreten oder unerklärter Verschlechterung von Atemnot, Husten oder Fieber sollte eine ILD abgeklärt werden, und die Behandlung wird während der Abklärung unterbrochen. Wird eine ILD diagnostiziert, wird Osimertinib abgesetzt; ein Wiederbeginn sollte nur nach sorgfältiger Abwägung von Nutzen und Risiko erwogen werden. Eine Strahlenpneumonitis wird in der Regel bis zu einem Jahr nach einer Strahlentherapie der Lunge beobachtet. Patienten mit ILD in der Vorgeschichte, arzneimittelinduzierter ILD, Strahlenpneumonitis mit Steroidbedarf oder klinisch aktiver ILD waren von den Studien ausgeschlossen.
Verlängerung des QTc-Intervalls
Eine QTc-Verlängerung tritt auf und kann das Risiko ventrikulärer Tachyarrhythmien (wie Torsade de pointes) oder eines plötzlichen Todes erhöhen, obwohl in den Studien keine QTc-bedingten Arrhythmien berichtet wurden. Beim angeborenen Long-QT-Syndrom sollte die Anwendung nach Möglichkeit vermieden werden. Bei Patienten mit kongestiver Herzinsuffizienz, Elektrolytstörungen oder Arzneimitteln, die bekanntermaßen das QTc-Intervall verlängern, sollten regelmäßige EKG- und Elektrolytkontrollen erwogen werden. Patienten mit klinisch bedeutsamen Rhythmus- oder Erregungsleitungsstörungen (zum Beispiel einem QTc über 470 ms) waren von den Studien ausgeschlossen.
Veränderungen der Herzkontraktilität
Die linksventrikuläre Ejektionsfraktion (LVEF) fiel bei 4,2 % (65 von 1.557) der Patienten unter Monotherapie mit Nachuntersuchung um mindestens 10 Prozentpunkte auf unter 50 % und bei 8,0 % (21 von 262) derjenigen, die zusätzlich eine Chemotherapie erhielten. Bei Patienten mit kardialen Risikofaktoren oder Erkrankungen, die die LVEF beeinflussen können, sollte eine kardiale Überwachung einschließlich der LVEF-Bestimmung zu Beginn und während der Behandlung erwogen werden.
Keratitis
Eine Keratitis trat bei 0,6 % der Patienten unter Monotherapie auf. Patienten mit akuter oder sich verschlimmernder Augenentzündung, Tränenfluss, Lichtempfindlichkeit, verschwommenem Sehen, Augenschmerzen oder gerötetem Auge sollten umgehend an einen Augenarzt überwiesen werden.
Schwere Hautreaktionen
Über ein Stevens-Johnson-Syndrom (selten) und eine toxische epidermale Nekrolyse (Häufigkeit nicht bekannt) wurde berichtet. Die Patienten sollten vor Beginn über die Anzeichen informiert werden; die Behandlung wird unterbrochen, wenn diese auftreten, und sofort abgesetzt, wenn eine der beiden Erkrankungen diagnostiziert wird.
Aplastische Anämie
Es wurde über seltene Fälle von aplastischer Anämie berichtet, auch mit tödlichem Ausgang. Die Patienten sollten die Warnzeichen kennen (anhaltendes Fieber, Blutergüsse, Blutungen, Blässe, Infektion, Müdigkeit). Treten diese auf, sollten eine engmaschige Überwachung sowie eine Unterbrechung oder ein Abbruch der Behandlung erwogen werden, und bei bestätigter aplastischer Anämie wird Osimertinib abgesetzt.
Skelettmuskeltoxizität
Über Myositis wurde berichtet, nach der Markteinführung auch über Rhabdomyolyse. Die Patienten sollten unerklärte Muskelschmerzen, Muskelempfindlichkeit oder Muskelschwäche, Schwierigkeiten beim Bewegen der Arme oder Beine, dunkel teefarbenen Urin oder verminderte Urinausscheidung melden.
Ältere Patienten und niedriges Körpergewicht
Patienten über 65 Jahre oder mit einem Körpergewicht unter 50 kg haben möglicherweise ein höheres Risiko für unerwünschte Ereignisse vom Grad 3 oder höher und sollten engmaschig überwacht werden.
Reaktivierung einer Hepatitis B
Das Hepatitis-B-Virus kann reaktiviert werden und mitunter eine fulminante Hepatitis, Leberversagen und Tod verursachen. Patienten mit positiver Hepatitis-B-Serologie sollten auf klinische und laborchemische Anzeichen einer Reaktivierung überwacht werden. Tritt eine Reaktivierung auf, wird Osimertinib unterbrochen und der Patient gemäß den lokalen Leitlinien behandelt.
Schwangerschaft, Stillzeit und Fertilität
- Kontrazeption: Frauen im gebärfähigen Alter sollten eine Schwangerschaft vermeiden. Frauen sollten nach der letzten Dosis noch mindestens 2 Monate und Männer 4 Monate lang wirksame Verhütungsmethoden anwenden. Eine verminderte Wirkung hormoneller Kontrazeptiva kann nicht ausgeschlossen werden.
- Schwangerschaft: Es liegen nur wenige oder keine Daten bei schwangeren Frauen vor. Tierexperimentelle Studien zeigten Reproduktionstoxizität (Embryoletalität, vermindertes fetales Wachstum und neonataler Tod), und Osimertinib kann den Fetus schädigen. Es sollte in der Schwangerschaft nicht angewendet werden, es sei denn, der klinische Zustand der Frau erfordert eine Behandlung.
- Stillzeit: Es ist nicht bekannt, ob Osimertinib oder seine Metaboliten in die Muttermilch übergehen. Sie wurden bei gesäugten Rattenjungen gefunden, die schlecht wuchsen und weniger gut überlebten; ein Risiko für das gestillte Kind kann daher nicht ausgeschlossen werden. Das Stillen sollte während der Behandlung beendet werden.
- Fertilität: Es liegen keine Daten beim Menschen vor. Tierexperimentelle Studien zeigen Auswirkungen auf die männlichen und weiblichen Fortpflanzungsorgane, und die Fertilität könnte beeinträchtigt sein.
Natrium
Jede Tablette enthält weniger als 1 mmol (23 mg) Natrium, d. h., sie ist im Wesentlichen natriumfrei.
Auswirkung auf die Fahrtüchtigkeit
Osimertinib hat keinen oder einen vernachlässigbaren Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen.
Lagerungsbedingungen
Tagrisso-Tabletten erfordern keine besonderen Lagerungsbedingungen. Sie werden in perforierten Aluminium/Aluminium-Blisterpackungen für Einzeldosen geliefert, in Faltschachteln mit 30 × 1 Tabletten (3 Blister) oder 28 × 1 Tabletten (4 Blister); möglicherweise werden nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht. Für Kinder unzugänglich aufbewahren.
Haltbarkeit
3 Jahre. Nach dem auf der Packung angegebenen Verfalldatum nicht mehr verwenden.
Abgabebedingungen in der Apotheke
Verschreibungspflichtig (Rx), unterliegt der eingeschränkten ärztlichen Verschreibung: Die Behandlung wird von einem in der Anwendung von Krebstherapien erfahrenen Arzt eingeleitet. Osimertinib ist eine Tablette, die zu Hause eingenommen wird; daher wird es auf Verschreibung an den Patienten oder an die behandelnde Klinik geliefert.
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Informationsquelle
Diese Produktinformation basiert auf:
DrugBank — Osimertinib (DB09330); EMA SmPC — TagrissoZuletzt geprüft:
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