Lapatinib

HER2/EGFR-Tyrosinkinase-Inhibitor

Lapatinib ist ein oraler niedermolekularer Inhibitor der intrazellulären Tyrosinkinase-Domänen sowohl von EGFR (ErbB1) als auch von HER2 (ErbB2), den Rezeptoren, die das Wachstum bei HER2-überexprimierendem Brustkrebs antreiben. In der EU ist es nur in Kombination zugelassen, für Erwachsene, deren Tumoren HER2 überexprimieren: mit Capecitabin bei fortgeschrittener oder metastasierter Erkrankung nach Anthrazyklinen, Taxanen und Trastuzumab; mit Trastuzumab bei Hormonrezeptor-negativer metastasierter Erkrankung, die unter einer früheren Therapie mit Trastuzumab plus Chemotherapie fortgeschritten ist; und mit einem Aromatasehemmer bei postmenopausalen Frauen mit Hormonrezeptor-positiver metastasierter Erkrankung, für die derzeit keine Chemotherapie vorgesehen ist. Die Tabletten werden einmal täglich mindestens eine Stunde vor oder nach einer Mahlzeit eingenommen, und die Dosis hängt vom Kombinationspartner ab. Diarrhö, Übelkeit, Erbrechen und Hautausschlag sind die häufigsten Nebenwirkungen, und die Behandlung erfordert Kontrollen der Herzfunktion, der Leberfunktion und des QT-Intervalls.

Erhältlich unter folgenden Markennamen

Dieser Wirkstoff wird je nach Region und Hersteller unter folgenden Markennamen vertrieben:

  • Tyverb ®

Markennamen sind eingetragene Warenzeichen der jeweiligen Inhaber. Pharmalogistic vertritt, produziert oder vertreibt die oben genannten Markenprodukte nicht.

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Häufig gestellte Fragen

Lapatinib: Wofür wird es angewendet?

Lapatinib ist ein oraler niedermolekularer Inhibitor der intrazellulären Tyrosinkinase-Domänen sowohl von EGFR (ErbB1) als auch von HER2 (ErbB2), den Rezeptoren, die das Wachstum bei HER2-überexprimierendem Brustkrebs antreiben.

Lapatinib: Ist ein Rezept erforderlich?

Ja. Lapatinib ist ein verschreibungspflichtiges Arzneimittel. Erforderlich ist ein gültiges Rezept einer approbierten Ärztin oder eines approbierten Arztes; die Rezeptvorschriften des Bestimmungslandes werden vor jedem Versand geprüft.

Lapatinib: Wie ist es zu lagern?

Lagern Sie Lapatinib bei Nicht über 30 °C lagern in der Originalverpackung, vor Licht geschützt und für Kinder unzugänglich.

Lapatinib: Ist ein gekühlter Versand (Kühlkette) erforderlich?

Nein. Lapatinib ist bei Nicht über 30 °C lagern stabil, sodass eine normale Schutzverpackung ausreicht; während des Transports wird es dennoch vor Hitze und Feuchtigkeit geschützt.

Lapatinib: Unter welchen Markennamen wird es vertrieben?

Lapatinib wird je nach Land und Hersteller als Tyverb vermarktet. Markennamen sind Warenzeichen der jeweiligen Inhaber; Pharmalogistic vertritt oder vertreibt die Markenprodukte nicht.

Lapatinib: Welche Stärken sind verfügbar?

Lapatinib ist in folgenden Stärken erhältlich: 250 mg Filmtabletten. Die geeignete Stärke und das Dosierungsschema legt die behandelnde Ärztin bzw. der behandelnde Arzt fest.

Lapatinib: Wie lange ist es haltbar?

Die Haltbarkeit von Lapatinib beträgt Blisterpackungen: 2 Jahre; Flaschen: 3 Jahre bei Lagerung gemäß Empfehlung. Nach dem auf der Verpackung angegebenen Verfalldatum nicht mehr anwenden.

Medizinische Informationen & Leitlinien

Pharmakologie, Anwendungsgebiete und Sicherheitsprofil dieses Wirkstoffs

Pharmakologische Wirkung

Lapatinib ist ein 4-Anilinochinazolin, das die intrazellulären Tyrosinkinase-Domänen des epidermalen Wachstumsfaktor-Rezeptors (EGFR, ErbB1) und von HER2 (ErbB2) hemmt. Es dissoziiert langsam von beiden Rezeptoren.

Wirkmechanismus

  • Duale Rezeptorhemmung: Die geschätzten scheinbaren Ki-Werte betragen 3 nM für EGFR und 13 nM für HER2, bei langsamer Dissoziationsrate (eine Dissoziationshalbwertszeit von 300 Minuten oder mehr).
  • Antitumorwirkung: Lapatinib hemmt das ErbB-getriebene Tumorzellwachstum in vitro und in mehreren Tiermodellen.
  • Mit Trastuzumab: Die beiden Arzneimittel können sich ergänzen und haben sich nicht überschneidende Resistenzmechanismen. Lapatinib behielt eine signifikante Aktivität in HER2-amplifizierten Brustkrebs-Zelllinien, die auf Langzeitwachstum in trastuzumabhaltigem Medium selektiert wurden, und wirkte in diesen Linien synergistisch mit Trastuzumab.
  • Mit Capecitabin: Ein additiver Effekt mit 5-Fluorouracil, dem aktiven Metaboliten von Capecitabin, wurde in vitro in den vier getesteten Tumorzelllinien gezeigt.
  • QT-Intervall: Ein konzentrationsabhängiger Anstieg des QTc-Intervalls wurde in einer speziellen placebokontrollierten Studie gezeigt (siehe Besondere Hinweise).

Pharmakokinetik

  • Resorption: Die absolute Bioverfügbarkeit ist unbekannt; die Resorption ist unvollständig und variabel (Variationskoeffizient etwa 70 % für die AUC). Plasmaspiegel treten nach einer medianen Latenzzeit von 0,25 Stunden auf und erreichen etwa 4 Stunden nach einer Dosis ihr Maximum. Nahrung erhöht die Exposition stark: Die AUC war nach einer fettarmen Mahlzeit etwa 3-fach und nach einer fettreichen Mahlzeit 4-fach höher als im nüchternen Zustand. Die Einnahme 1 Stunde nach einer fettarmen oder fettreichen Mahlzeit ergab eine etwa 2-fach bzw. 3-fach höhere AUC als die Einnahme 1 Stunde vor einem fettarmen Frühstück.
  • Verteilung: zu mehr als 99 % an Albumin und an das saure alpha-1-Glykoprotein gebunden. Lapatinib ist ein Substrat der Transporter BCRP und P-Glykoprotein; in vitro hemmt es diese sowie den hepatischen Aufnahmetransporter OATP1B1 bei klinisch relevanten Konzentrationen.
  • Metabolismus: umfangreich, hauptsächlich durch CYP3A4 und CYP3A5, mit geringeren Beiträgen von CYP2C19 und CYP2C8. Kein oxidierter Metabolit macht mehr als 14 % der im Stuhl wiedergefundenen Dosis oder mehr als 10 % der Plasmakonzentration von Lapatinib aus. In vitro hemmt Lapatinib CYP3A und CYP2C8 bei klinisch relevanten Konzentrationen, hemmte jedoch CYP1A2, CYP2C9, CYP2C19, CYP2D6 oder UGT-Enzyme nicht signifikant.
  • Elimination: Die Halbwertszeit nach einer Einzeldosis beträgt etwa 14 Stunden; bei wiederholter Gabe beträgt die effektive Halbwertszeit etwa 24 Stunden.
  • Besondere Patientengruppen: Die Exposition ist bei mäßiger bis schwerer Leberfunktionsstörung erhöht. Bei leichter bis mäßiger Nierenfunktionsstörung ist keine Dosisanpassung erforderlich; bei schwerer Nierenfunktionsstörung liegen keine Erfahrungen vor.

Anwendungsgebiete

Lapatinib ist angezeigt bei erwachsenen Patienten mit Brustkrebs, deren Tumoren HER2 (ErbB2) überexprimieren, in drei Kombinationen:

  • Mit Capecitabin: fortgeschrittene oder metastasierte Erkrankung mit Progression nach vorangegangener Therapie, die Anthrazykline, Taxane und Trastuzumab im metastasierten Stadium eingeschlossen haben muss.
  • Mit Trastuzumab: Hormonrezeptor-negative metastasierte Erkrankung, die unter einer früheren Trastuzumab-Therapie in Kombination mit Chemotherapie fortgeschritten ist.
  • Mit einem Aromatasehemmer: postmenopausale Frauen mit Hormonrezeptor-positiver metastasierter Erkrankung, für die derzeit keine Chemotherapie vorgesehen ist. Die Patientinnen in der Zulassungsstudie waren zuvor weder mit Trastuzumab noch mit einem Aromatasehemmer behandelt worden, und es liegen keine Daten zur Wirksamkeit dieser Kombination im Vergleich zu Trastuzumab plus einem Aromatasehemmer in dieser Patientengruppe vor.

Eine HER2-Überexpression ist definiert durch IHC 3+ oder IHC 2+ mit Genamplifikation oder durch Genamplifikation allein, und der HER2-Status muss mit genauen und validierten Methoden bestimmt werden.

Gegenanzeigen

  • Überempfindlichkeit gegen Lapatinib oder einen der sonstigen Bestandteile.

Nebenwirkungen

Die häufigsten Reaktionen (bei mehr als 25 % der Patienten) sind gastrointestinale Ereignisse (Diarrhö, Übelkeit, Erbrechen) und Hautausschlag. Das palmar-plantare Erythrodysästhesie-Syndrom war mit Capecitabin ebenfalls häufig (mehr als 25 %), mit einer ähnlichen Rate wie unter Capecitabin allein. Diarrhö war die häufigste Reaktion, die mit Capecitabin oder Letrozol zum Abbruch führte. Mit Trastuzumab wurden keine zusätzlichen Reaktionen berichtet, die kardiale Toxizität war jedoch häufiger. Die nachstehenden Reaktionen wurden unter Lapatinib allein oder in Kombination mit Capecitabin, Trastuzumab oder Letrozol berichtet.

Sehr häufig (≥1/10): Anorexie, Diarrhö (die zu Dehydratation führen kann), Übelkeit, Erbrechen, Hautausschlag (einschließlich akneiformer Dermatitis) und Fatigue. Mit Capecitabin: Schlaflosigkeit, Dyspepsie, Stomatitis, Obstipation, Bauchschmerzen, palmar-plantares Erythrodysästhesie-Syndrom und Schleimhautentzündung. Mit Letrozol: Kopfschmerzen, Hitzewallungen, Epistaxis, Husten, Dyspnoe, Alopezie, Pruritus, Arthralgie und Asthenie. Mit beiden: trockene Haut, Schmerzen in einer Extremität und Rückenschmerzen.

Häufig (≥1/100 bis <1/10): verminderte linksventrikuläre Ejektionsfraktion, Hyperbilirubinämie, Hepatotoxizität, Nagelerkrankungen (einschließlich Paronychie) und Hautfissuren; Kopfschmerzen mit Capecitabin; Obstipation mit Letrozol.

Gelegentlich (≥1/1.000 bis <1/100): interstitielle Lungenerkrankung oder Pneumonitis.

Selten (≥1/10.000 bis <1/1.000): Überempfindlichkeitsreaktionen einschließlich Anaphylaxie.

Nicht bekannt: ventrikuläre Arrhythmien oder Torsade de pointes mit QT-Verlängerung, pulmonale arterielle Hypertonie sowie schwere Hautreaktionen einschließlich Stevens-Johnson-Syndrom und toxischer epidermaler Nekrolyse (diese stammen aus Spontanberichten und veröffentlichten Fallberichten).

Die wichtigen schwerwiegenden Reaktionen sind verminderte linksventrikuläre Ejektionsfraktion (tödliche Fälle berichtet, Kausalität unsicher), interstitielle Lungenerkrankung oder Pneumonitis, Hepatotoxizität (selten tödlich), schwere Diarrhö und schwerwiegende Hautreaktionen.

Wechselwirkungen

Lapatinib wird hauptsächlich über CYP3A eliminiert und ist ein Substrat von P-Glykoprotein (Pgp) und BCRP. Es hemmt in vitro außerdem CYP3A4, CYP2C8 und Pgp und kann daher die Spiegel anderer Arzneimittel erhöhen.

Wirkung anderer Arzneimittel und von Nahrung auf Lapatinib

  • Starke CYP3A4-Inhibitoren (Ritonavir, Saquinavir, Telithromycin, Ketoconazol, Itraconazol, Voriconazol, Posaconazol, Nefazodon): vermeiden. Ketoconazol erhöhte die Lapatinib-Exposition bei gesunden Freiwilligen um das etwa 3,6-Fache und die Halbwertszeit um das 1,7-Fache. Bei mäßigen CYP3A4-Inhibitoren ist mit Vorsicht vorzugehen, und es ist auf Nebenwirkungen zu achten.
  • CYP3A4-Induktoren (Rifampicin, Rifabutin, Carbamazepin, Phenytoin, Johanniskraut): vermeiden. Carbamazepin senkte die Lapatinib-Exposition um etwa 72 %.
  • Pgp- und BCRP-Modulatoren: Inhibitoren (Ketoconazol, Itraconazol, Chinidin, Verapamil, Ciclosporin, Erythromycin) und Induktoren (Rifampicin, Johanniskraut) dieser Transporter können die Exposition und Verteilung von Lapatinib verändern.
  • Arzneimittel, die den pH-Wert des Magens erhöhen: vermeiden, da die Löslichkeit von Lapatinib vom pH-Wert abhängt. Eine Vorbehandlung mit einem Protonenpumpenhemmer (Esomeprazol) senkte die Exposition im Mittel um 27 % (Bereich 6–49 %), ein Effekt, der mit zunehmendem Alter von etwa 40 bis 60 Jahren nachlässt.
  • Nahrung und Grapefruit: Nahrung erhöht die Bioverfügbarkeit bis auf etwa das 4-Fache, und die Exposition ist etwa 2- bis 3-mal höher, wenn Lapatinib 1 Stunde nach einer Mahlzeit statt 1 Stunde vor der ersten Mahlzeit des Tages eingenommen wird. Grapefruitsaft kann CYP3A4 in der Darmwand hemmen und die Lapatinib-Spiegel erhöhen und sollte daher vermieden werden.

Wirkung von Lapatinib auf andere Arzneimittel

  • CYP3A4-Substrate: Ein oral verabreichtes CYP3A4-Sondensubstrat zeigte eine um etwa 45 % höhere Exposition (keine nennenswerte Änderung bei intravenöser Gabe). Oral verabreichte CYP3A4-Substrate mit enger therapeutischer Breite, wie Cisaprid, Pimozid und Chinidin, sind zu vermeiden.
  • CYP2C8-Substrate: solche mit enger therapeutischer Breite, wie Repaglinid, sind zu vermeiden.
  • Paclitaxel (intravenös): Die Exposition stieg um 23 %, mit häufigerer und schwererer Diarrhö und Neutropenie. Mit Vorsicht anwenden.
  • Docetaxel (intravenös): keine signifikante Änderung der AUC oder Cmax eines der beiden Arzneimittel, aber die durch Docetaxel verursachte Neutropenie war häufiger.
  • Irinotecan (im FOLFIRI-Schema): Die Exposition gegenüber dem aktiven Metaboliten SN-38 stieg um etwa 40 %. Nebenwirkungen überwachen und eine Verringerung der Irinotecan-Dosis erwägen.
  • Pgp-Substrate: Die Exposition gegenüber oralem Digoxin stieg um etwa 80 %. Bei Pgp-Substraten mit enger therapeutischer Breite Vorsicht walten lassen und eine niedrigere Dosis des Substrats erwägen.
  • BCRP- und OATP1B1-Substrate (Topotecan, Rosuvastatin): Die klinische Relevanz wurde nicht untersucht, ein Effekt kann aber nicht ausgeschlossen werden.
  • Capecitabin, Letrozol und Trastuzumab: keine nennenswerte Änderung ihrer Pharmakokinetik oder der von Lapatinib.

Verabreichung und Dosierung

Die Behandlung darf nur von einem Arzt eingeleitet werden, der in der Anwendung von Arzneimitteln zur Krebsbehandlung erfahren ist. Die Tabletten werden einmal täglich kontinuierlich eingenommen, und die Tagesdosis darf nicht aufgeteilt werden. Sie werden mindestens eine Stunde vor oder mindestens eine Stunde nach einer Mahlzeit eingenommen, und der zeitliche Abstand zu den Mahlzeiten sollte standardisiert werden (zum Beispiel immer eine Stunde vor einer Mahlzeit), um die Variabilität zwischen den Dosen zu begrenzen. Für die Dosierung des Kombinationspartners, Dosisreduktionen, Gegenanzeigen und Sicherheitsinformationen ist die Fachinformation des Kombinationspartners heranzuziehen.

Empfohlene Dosis

  • Mit Capecitabin: Lapatinib 1.250 mg (fünf Tabletten) einmal täglich, kontinuierlich. Capecitabin 2.000 mg/m² pro Tag in zwei Dosen im Abstand von 12 Stunden an den Tagen 1–14 eines 21-Tage-Zyklus, einzunehmen mit der Mahlzeit oder innerhalb von 30 Minuten nach der Mahlzeit.
  • Mit Trastuzumab: Lapatinib 1.000 mg (vier Tabletten) einmal täglich, kontinuierlich. Trastuzumab 4 mg/kg als intravenöse Initialdosis, danach 2 mg/kg wöchentlich intravenös.
  • Mit einem Aromatasehemmer: Lapatinib 1.500 mg (sechs Tabletten) einmal täglich, kontinuierlich. Der Aromatasehemmer wird gemäß seiner eigenen Fachinformation dosiert.

Dosisverschiebung und Dosisreduktion

  • Kardiale Ereignisse: Lapatinib bei Symptomen im Zusammenhang mit einer verminderten linksventrikulären Ejektionsfraktion (LVEF) vom NCI-CTCAE-Grad 3 oder höher absetzen oder wenn die LVEF unter die untere Normgrenze der Einrichtung fällt. Nach mindestens 2 Wochen kann es, sobald sich die LVEF wieder normalisiert hat und der Patient keine Symptome hat, in reduzierter Dosis wieder begonnen werden: 750 mg/Tag mit Trastuzumab, 1.000 mg/Tag mit Capecitabin oder 1.250 mg/Tag mit einem Aromatasehemmer.
  • Interstitielle Lungenerkrankung oder Pneumonitis: bei pulmonalen Symptomen vom Grad 3 oder höher absetzen.
  • Diarrhö: Die Gabe bei Diarrhö vom Grad 3 oder bei Grad 1 oder 2 mit komplizierenden Merkmalen (mäßige bis starke Bauchkrämpfe, Übelkeit oder Erbrechen vom Grad 2 oder höher, verminderter Allgemeinzustand, Fieber, Sepsis, Neutropenie, offensichtliche Blutung oder Dehydratation) unterbrechen. Wenn sie auf Grad 1 oder weniger abklingt, in niedrigerer Dosis wieder beginnen (1.000 auf 750 mg/Tag, 1.250 auf 1.000 mg/Tag oder 1.500 auf 1.250 mg/Tag). Bei Diarrhö vom Grad 4 dauerhaft absetzen.
  • Sonstige Toxizitäten: Eine Unterbrechung oder ein Abbruch kann bei einer Toxizität vom Grad 2 oder höher erwogen werden. Sobald sie sich auf Grad 1 oder weniger bessert, mit 1.000 mg/Tag mit Trastuzumab, 1.250 mg/Tag mit Capecitabin oder 1.500 mg/Tag mit einem Aromatasehemmer wieder beginnen. Wenn die Toxizität erneut auftritt, in niedrigerer Dosis wieder beginnen: 750 mg/Tag mit Trastuzumab, 1.000 mg/Tag mit Capecitabin oder 1.250 mg/Tag mit einem Aromatasehemmer.
  • Schwere Leberveränderungen: Lapatinib absetzen und nicht erneut behandeln.

Besondere Patientengruppen

  • Nierenfunktionsstörung: keine Anpassung bei leichter bis mäßiger Funktionsstörung; Vorsicht bei schwerer Funktionsstörung, bei der keine Erfahrungen vorliegen.
  • Leberfunktionsstörung: mit Vorsicht anwenden bei mäßiger bis schwerer Funktionsstörung, da die Exposition erhöht ist; die Daten reichen nicht aus, um eine Dosisanpassung zu empfehlen.
  • Ältere Patienten: Die Daten für die Kombinationen mit Capecitabin und Trastuzumab bei Patienten ab 65 Jahren sind begrenzt. In der Phase-III-Studie mit Letrozol (642 Patientinnen) waren 44 % 65 Jahre oder älter, ohne insgesamt Unterschiede in Wirksamkeit oder Sicherheit.
  • Kinder und Jugendliche: Sicherheit und Wirksamkeit unter 18 Jahren sind nicht erwiesen; es liegen keine Daten vor.

Vergessene Dosis

Vergessene Dosen werden nicht nachgeholt. Die Einnahme wird mit der nächsten planmäßigen Tagesdosis fortgesetzt.

Besondere Hinweise

Stellenwert in der Therapie

Daten haben gezeigt, dass Lapatinib in Kombination mit Chemotherapie weniger wirksam ist als Trastuzumab in Kombination mit Chemotherapie.

Kardiale Toxizität

Lapatinib wurde mit einer Abnahme der LVEF in Verbindung gebracht, die schwerwiegend sein und zu Herzinsuffizienz führen kann; es wurden tödliche Fälle berichtet, bei denen die Todesursache unklar war. Es wurde bei Patienten mit symptomatischer Herzinsuffizienz nicht untersucht, und bei Erkrankungen, die die linksventrikuläre Funktion beeinträchtigen könnten, einschließlich einer Behandlung mit potenziell kardiotoxischen Arzneimitteln, ist Vorsicht geboten. Die Herzfunktion, einschließlich der LVEF, muss vor der Behandlung beurteilt werden, um einen Ausgangswert innerhalb der Normgrenzen der Einrichtung zu bestätigen, und während der Behandlung überwacht werden. Im gesamten Entwicklungsprogramm traten kardiale Ereignisse einschließlich LVEF-Abnahmen bei etwa 1 % der Patienten auf (symptomatische Abnahmen bei etwa 0,3 %); mit Trastuzumab im metastasierten Stadium war die Rate höher (7 % gegenüber 2 % mit Lapatinib allein).

QT-Verlängerung

Vorsicht ist geboten bei Patienten mit Hypokaliämie, Hypomagnesiämie oder angeborenem Long-QT-Syndrom, bei Patienten, die andere Arzneimittel erhalten, die bekanntermaßen das QT-Intervall verlängern, und wenn die Lapatinib-Exposition erhöht ist, zum Beispiel durch starke CYP3A4-Inhibitoren. Eine Hypokaliämie oder Hypomagnesiämie ist vor der Behandlung zu korrigieren. Vor der Behandlung und ein bis zwei Wochen nach Behandlungsbeginn sollte ein EKG mit QT-Messung aufgezeichnet werden, ferner erneut, wenn klinisch indiziert, zum Beispiel nach Beginn eines Arzneimittels, das das QT-Intervall beeinflussen oder mit Lapatinib wechselwirken kann.

Interstitielle Lungenerkrankung und Pneumonitis

Auf pulmonale Symptome (Dyspnoe, Husten, Fieber) achten und die Behandlung bei Grad 3 oder höher abbrechen. Die pulmonale Toxizität kann schwerwiegend sein und zu respiratorischer Insuffizienz führen; es wurden tödliche Fälle berichtet, bei denen die Todesursache unklar war.

Hepatotoxizität

Eine Hepatotoxizität kann Tage bis mehrere Monate nach Behandlungsbeginn auftreten und in seltenen Fällen tödlich verlaufen. Die Patienten sollten zu Beginn über dieses Risiko informiert werden. Die Leberfunktion (Transaminasen, Bilirubin und alkalische Phosphatase) sollte vor der Behandlung und danach monatlich oder bei klinischer Indikation kontrolliert werden. Bei schweren Leberveränderungen ist Lapatinib abzusetzen und die Behandlung nicht wieder aufzunehmen. Träger der HLA-Allele DQA1*02:01 und DRB1*07:01 haben ein höheres Risiko: In einer großen Monotherapie-Studie (1.194 Patienten) trat nach einem Jahr eine schwere Leberschädigung (ALT über dem 5-Fachen der oberen Normgrenze) insgesamt bei 2,8 %, bei 10,3 % der Träger und bei 0,5 % der Nichtträger auf. Die Trägerschaft ist in kaukasischen, asiatischen, afrikanischen und hispanischen Bevölkerungsgruppen häufig (15 bis 25 %), in japanischen Bevölkerungsgruppen jedoch geringer (1 %). Bei mäßiger oder schwerer Leberfunktionsstörung und bei schwerer Nierenfunktionsstörung ist Vorsicht geboten.

Diarrhö

Diarrhö, einschließlich schwerer Diarrhö, kann lebensbedrohlich sein, wenn sie von Dehydratation, Niereninsuffizienz, Neutropenie oder Elektrolytstörungen begleitet wird, und es wurden tödliche Fälle berichtet. Sie beginnt meist früh (bei fast der Hälfte der betroffenen Patienten trat sie erstmals innerhalb von 6 Tagen auf) und dauert 4 bis 5 Tage. Sie ist meist von niedrigem Grad; eine Diarrhö vom Grad 3 und vom Grad 4 trat bei unter 10 % bzw. unter 1 % der Patienten auf. Zu Beginn der Behandlung sollten das Stuhlverhalten des Patienten und andere Symptome (Fieber, krampfartige Schmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Schwindel, Durst) dokumentiert werden, und die Patienten sollten jede Veränderung umgehend melden. In potenziell schweren Fällen sollte die Bestimmung der Neutrophilenzahl und der Körpertemperatur erwogen werden. Eine proaktive Behandlung mit einem Antidiarrhoikum ist wichtig. Schwere Fälle können orale oder intravenöse Flüssigkeits- und Elektrolytgaben, Antibiotika wie Fluorchinolone (insbesondere wenn die Diarrhö länger als 24 Stunden anhält, mit Fieber einhergeht oder mit einer Neutropenie vom Grad 3 oder 4) sowie eine Unterbrechung oder den Abbruch von Lapatinib erfordern.

Schwerwiegende Hautreaktionen

Es wurden schwerwiegende Hautreaktionen berichtet. Lapatinib ist abzusetzen, wenn ein Erythema multiforme oder eine lebensbedrohliche Reaktion wie ein Stevens-Johnson-Syndrom oder eine toxische epidermale Nekrolyse vermutet wird (zum Beispiel ein fortschreitender Hautausschlag, häufig mit Blasen oder Schleimhautläsionen).

Wechselwirkende Arzneimittel und Nahrungsmittel

CYP3A4-Induktoren und starke CYP3A4-Inhibitoren, Grapefruitsaft, Arzneimittel, die den pH-Wert des Magens erhöhen, sowie oral verabreichte CYP3A4- oder CYP2C8-Substrate mit enger therapeutischer Breite sind zu vermeiden.

Schwangerschaft, Stillzeit und Fertilität

  • Kontrazeption: Frauen im gebärfähigen Alter sollten eine angemessene Kontrazeption anwenden und während der Behandlung sowie für mindestens 5 Tage nach der letzten Dosis eine Schwangerschaft vermeiden.
  • Schwangerschaft: Es liegen keine ausreichenden Daten bei Schwangeren vor. Tierstudien zeigten Reproduktionstoxizität, und das Risiko für den Menschen ist nicht bekannt. Lapatinib sollte in der Schwangerschaft nicht angewendet werden, es sei denn, dies ist eindeutig erforderlich.
  • Stillzeit: Die sichere Anwendung ist nicht erwiesen, und es ist nicht bekannt, ob Lapatinib in die Muttermilch übergeht. Bei Rattenjungen, die über die Milch exponiert wurden, wurde eine Wachstumsverzögerung beobachtet. Das Stillen muss während der Behandlung und für mindestens 5 Tage nach der letzten Dosis eingestellt werden.
  • Fertilität: Es liegen keine ausreichenden Daten bei Frauen im gebärfähigen Alter vor.

Natrium

Jede Tablette enthält weniger als 1 mmol (23 mg) Natrium, d. h., sie ist im Wesentlichen natriumfrei.

Auswirkungen auf die Fahrtüchtigkeit

Lapatinib hat keinen Einfluss auf die Fahrtüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen, und aufgrund seiner Pharmakologie lässt sich eine schädliche Wirkung nicht vorhersagen. Der klinische Zustand des Patienten und das Sicherheitsprofil sollten bei Aufgaben berücksichtigt werden, die Urteilsvermögen sowie motorische oder kognitive Fähigkeiten erfordern.

Lagerungsbedingungen

Nicht über 30 °C lagern. Die Tabletten werden nicht gekühlt gelagert und benötigen keine Kühlkette. Tyverb wird in Blisterpackungen oder Flaschen geliefert; für Kinder unzugänglich und außer Sichtweite aufbewahren.

Haltbarkeit

Blisterpackungen: 2 Jahre. Flaschen: 3 Jahre. Nach dem auf der Packung angegebenen Verfalldatum nicht mehr verwenden.

Abgabebedingungen in der Apotheke

Nur auf Verschreibung (Rx): ein Arzneimittel, das der eingeschränkten ärztlichen Verschreibung unterliegt (Anhang II B) und von einem in der Anwendung von Krebstherapien erfahrenen Arzt eingeleitet wird. Lapatinib wird zu Hause eingenommen, sodass es auf Verschreibung an den Patienten oder an die behandelnde Klinik geliefert wird.

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Wichtiger Hinweis

Die auf dieser Website bereitgestellten Informationen dienen ausschließlich allgemeinen Informations- und Bildungszwecken und stellen weder eine medizinische Beratung noch eine Diagnose oder Behandlungsempfehlung dar. Diese Informationen ersetzen nicht die Konsultation einer qualifizierten medizinischen Fachperson. Holen Sie bei Fragen zu einem Gesundheitszustand oder Arzneimittel stets den Rat Ihrer Ärztin bzw. Ihres Arztes, Apothekerin bzw. Apothekers oder einer anderen qualifizierten Fachperson ein. Ignorieren Sie ärztlichen Rat nicht und verzögern Sie dessen Einholung nicht aufgrund von Informationen auf dieser Website. Produktverfügbarkeit, zugelassene Anwendungsgebiete und Fachinformationen können je nach Land unterschiedlich sein. Viele der gelisteten Arzneimittel sind verschreibungspflichtig; wo ein Rezept erforderlich ist, muss dieses im Bestimmungsland gültig sein, und die Produkte sind unter ärztlicher Aufsicht anzuwenden. Wir beschaffen, versenden oder listen keine Suchtmittel im Sinne des österreichischen Suchtmittelgesetzes (SMG) oder vergleichbarer internationaler Regelungen.

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Informationsquelle

Diese Produktinformation basiert auf:

DrugBank — Lapatinib (DB01259); EMA SmPC — Tyverb

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