Isatuximab

Monoklonaler Anti-CD38-Antikörper

Isatuximab ist ein von IgG1 abgeleiteter monoklonaler Antikörper, der an CD38 bindet, ein Protein, das in großen Mengen auf Zellen des multiplen Myeloms vorkommt. Er tötet Myelomzellen durch Immunmechanismen (antikörperabhängige zellvermittelte Zytotoxizität, Phagozytose und komplementabhängige Zytotoxizität), durch die direkte Auslösung der Apoptose und durch die Blockade der enzymatischen Aktivität von CD38 ab. In der EU ist er in vier Kombinationen zugelassen: mit Pomalidomid und Dexamethason nach mindestens zwei Vortherapien, mit Carfilzomib und Dexamethason nach mindestens einer Vortherapie sowie mit Bortezomib, Lenalidomid und Dexamethason bei neu diagnostiziertem Myelom, und zwar sowohl für Patienten, die keine autologe Stammzelltransplantation erhalten können, als auch als Induktion für Patienten, die dafür geeignet sind. Er steht als intravenöse Infusion (10 mg/kg) und als subkutane Injektion mit fester Dosis von 1.400 mg zur Verfügung, die beide von medizinischem Fachpersonal verabreicht werden. Infusionsreaktionen oder systemische Anwendungsreaktionen, Neutropenie und Infektionen sind die wichtigsten Sicherheitsaspekte.

Erhältlich unter folgenden Markennamen

Dieser Wirkstoff wird je nach Region und Hersteller unter folgenden Markennamen vertrieben:

  • Sarclisa ®

Markennamen sind eingetragene Warenzeichen der jeweiligen Inhaber. Pharmalogistic vertritt, produziert oder vertreibt die oben genannten Markenprodukte nicht.

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Häufig gestellte Fragen

Isatuximab: Wofür wird es angewendet?

Isatuximab ist ein von IgG1 abgeleiteter monoklonaler Antikörper, der an CD38 bindet, ein Protein, das in großen Mengen auf Zellen des multiplen Myeloms vorkommt.

Isatuximab: Ist ein Rezept erforderlich?

Ja. Isatuximab ist ein verschreibungspflichtiges Arzneimittel. Erforderlich ist ein gültiges Rezept einer approbierten Ärztin oder eines approbierten Arztes; die Rezeptvorschriften des Bestimmungslandes werden vor jedem Versand geprüft.

Isatuximab: Wie ist es zu lagern?

Lagern Sie Isatuximab bei 2–8 °C; nicht einfrieren; vor Licht schützen in der Originalverpackung, vor Licht geschützt und für Kinder unzugänglich. Nach Anbruch: Intravenös, verdünnte Lösung: 48 Stunden bei 2–8 °C, danach 8 Stunden (einschließlich Infusionsdauer) bei 15–25 °C. Subkutan, nach Öffnen der Durchstechflasche: 4 Stunden (einschließlich Injektionsdauer) bei 15–25 °C.

Isatuximab: Ist ein gekühlter Versand (Kühlkette) erforderlich?

Ja. Isatuximab muss bei 2–8 °C; nicht einfrieren; vor Licht schützen gehalten werden und wird daher in Isolierverpackungen mit Kühlelementen versendet, die für die gesamte Transitzeit dimensioniert sind, sodass die Kühlkette vom Versand bis zur Zustellung ununterbrochen bleibt.

Isatuximab: Unter welchen Markennamen wird es vertrieben?

Isatuximab wird je nach Land und Hersteller als Sarclisa vermarktet. Markennamen sind Warenzeichen der jeweiligen Inhaber; Pharmalogistic vertritt oder vertreibt die Markenprodukte nicht.

Isatuximab: Welche Stärken sind verfügbar?

Isatuximab ist in folgenden Stärken erhältlich: 100 mg/5 ml Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung (20 mg/ml), 500 mg/25 ml Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung (20 mg/ml), 1.400 mg/10 ml Injektionslösung (140 mg/ml). Die geeignete Stärke und das Dosierungsschema legt die behandelnde Ärztin bzw. der behandelnde Arzt fest.

Isatuximab: Wie lange ist es haltbar?

Die Haltbarkeit von Isatuximab beträgt 3 Jahre bei Lagerung gemäß Empfehlung. Nach dem auf der Verpackung angegebenen Verfalldatum nicht mehr anwenden.

Medizinische Informationen & Leitlinien

Pharmakologie, Anwendungsgebiete und Sicherheitsprofil dieses Wirkstoffs

Pharmakologische Wirkung

Isatuximab ist ein von IgG1 abgeleiteter monoklonaler Antikörper, der an ein spezifisches extrazelluläres Epitop von CD38 bindet, einem Transmembran-Glykoprotein, das auf Zellen des multiplen Myeloms stark exprimiert wird und in geringerer Menge auf anderen lymphatischen und myeloischen Zellen vorkommt. Er wirkt gleichzeitig auf mehreren Wegen: über Immuneffektormechanismen, durch die direkte Auslösung der Apoptose und durch die Hemmung der enzymatischen Aktivität von CD38. Die intravenöse und die subkutane Formulierung enthalten denselben Antikörper.

Wirkmechanismus

  • Immunvermittelte Zellabtötung (in vitro gezeigt): Über seine Fc-Region löst Isatuximab eine antikörperabhängige zellvermittelte Zytotoxizität (ADCC), eine antikörperabhängige zelluläre Phagozytose (ADCP) und eine komplementabhängige Zytotoxizität (CDC) aus.
  • Direkte Wirkung: Er kann außerdem den Tod von Tumorzellen auslösen, indem er die Apoptose über einen Mechanismus induziert, der nicht von der Fc-Region abhängt.
  • Enzymhemmung: CD38 bildet aus extrazellulärem NAD zyklische ADP-Ribose (cADPR), ein Kalzium-mobilisierendes Molekül, und baut sie wieder ab. Isatuximab blockiert diese Aktivität und verringert die cADPR-Bildung in Myelomzellen.
  • Aktivierung von NK-Zellen: In vitro kann er natürliche Killerzellen (NK-Zellen) auch dann aktivieren, wenn keine CD38-positiven Zielzellen vorhanden sind.
  • Wirkung auf Immunzellen: Bei Patienten, die Isatuximab allein erhielten, sanken die absoluten Zahlen der NK-Zellen, B-Zellen, CD4-positiven T-Zellen und regulatorischen T-Zellen im peripheren Blut, und das T-Zell-Rezeptor-Repertoire zeigte eine klonale Expansion, was auf eine adaptive Immunantwort hindeutet.
  • Mit Pomalidomid: In vitro erhöhte die Kombination im Vergleich zu Isatuximab allein die Lyse CD38-exprimierender Myelomzellen durch Effektorzellen und die direkte Abtötung von Tumorzellen. In einem Mausmodell des humanen multiplen Myeloms zeigte sie eine stärkere Antitumoraktivität als jeder der beiden Wirkstoffe allein.

Pharmakokinetik

  • Verlauf: Isatuximab zeigt aufgrund seiner Bindung an CD38 eine nichtlineare Pharmakokinetik mit zielvermittelter Arzneimittelverteilung. Die Daten stammen von 476 Patienten, die 1 bis 20 mg/kg erhielten. Die Exposition (AUC) steigt von 1 bis 20 mg/kg alle 2 Wochen überproportional zur Dosis an, ist aber zwischen 5 und 20 mg/kg dosisproportional, wenn die Dosis 4 Wochen lang wöchentlich und danach alle 2 Wochen gegeben wird, weil die zielvermittelte Clearance, die unterhalb von 5 mg/kg stark beiträgt, bei höheren Dosen vernachlässigbar wird.
  • Steady State: Nach 10 mg/kg wöchentlich über 4 Wochen und danach alle 2 Wochen betrug die mediane Zeit bis zum Steady State 18 Wochen, mit einer 3,1-fachen Akkumulation. In ICARIA-MM (mit Pomalidomid und Dexamethason) betrug die vorhergesagte Cmax im Steady State 351 µg/ml und die AUC 72.600 µg·h/ml; in IKEMA (mit Carfilzomib und Dexamethason) lagen sie bei 637 µg/ml und 152.000 µg·h/ml. Der Wechsel von einem gewichtsbasierten zu einem festen Infusionsvolumen hatte nur einen begrenzten Einfluss auf die Exposition.
  • Verteilung: Das vorhergesagte Verteilungsvolumen beträgt 8,13 l.
  • Metabolismus: Wie andere Antikörper wird Isatuximab wahrscheinlich durch Katabolismus zu kleineren Proteinen und Peptiden abgebaut.
  • Elimination: Die Gesamtclearance sinkt mit steigender Dosis und bei wiederholter Gabe. Im Steady State dauert es etwa 2 Monate nach der letzten Dosis, bis mindestens 99 % des Isatuximabs aus dem Plasma eliminiert sind.
  • Besondere Patientengruppen: Die Fachinformation empfiehlt keine Dosisanpassung aufgrund des Alters, bei Niereninsuffizienz jeden Grades einschließlich Nierenerkrankung im Endstadium oder bei leichter Leberfunktionsstörung. Die Daten bei mittelgradiger und schwerer Leberfunktionsstörung sind begrenzt, aber nichts deutet darauf hin, dass eine Anpassung erforderlich ist.

Anwendungsgebiete

Sowohl die intravenöse als auch die subkutane Formulierung sind bei Erwachsenen für dieselben Anwendungsgebiete zugelassen:

  • Rezidiviertes und refraktäres multiples Myelom, mit Pomalidomid und Dexamethason: Patienten, die mindestens zwei Vortherapien erhalten haben, darunter Lenalidomid und einen Proteasom-Inhibitor, und unter der letzten Therapie eine Krankheitsprogression gezeigt haben.
  • Multiples Myelom, mit Carfilzomib und Dexamethason: Patienten, die mindestens eine Vortherapie erhalten haben.
  • Neu diagnostiziertes multiples Myelom, mit Bortezomib, Lenalidomid und Dexamethason: Patienten, die für eine autologe Stammzelltransplantation nicht geeignet sind.
  • Neu diagnostiziertes multiples Myelom, Induktionsbehandlung: mit Bortezomib, Lenalidomid und Dexamethason, bei Patienten, die für eine autologe Stammzelltransplantation geeignet sind.

Gegenanzeigen

  • Überempfindlichkeit gegen Isatuximab oder einen der sonstigen Bestandteile.

Nebenwirkungen

Über alle Kombinationen hinweg (2.656 Patienten, subkutan oder intravenös) waren die häufigsten Reaktionen Infusionsreaktionen oder systemische Anwendungsreaktionen (27,5 %), Diarrhö (27,2 %), Neutropenie (25,1 %), Infektion der oberen Atemwege (23 %), Pneumonie (22 %) und Fatigue (20,7 %). Die häufigste schwerwiegende Reaktion war Pneumonie (16,5 %). Nebenwirkungen führten bei 10,2 % der Patienten zum dauerhaften Abbruch und bei 5,9 % zu einem tödlichen Ausgang während der Behandlung (Pneumonie bei 1,9 %). Die folgenden Gruppen richten sich nach der Tabelle in der Fachinformation für Isatuximab mit Pomalidomid und Dexamethason (Isa-Pd), die 827 Patienten zusammenfasst, die die subkutane oder die intravenöse Form erhielten.

Sehr häufig (≥1/10): Pneumonie, Infektion der oberen Atemwege, neutropenische Infektion, Bronchitis, COVID-19, Neutropenie, Schlaflosigkeit, periphere sensorische Neuropathie, Dyspnoe, Husten, Diarrhö, Obstipation, Übelkeit, Rückenschmerzen, Arthralgie, Muskelspasmen, Fatigue, periphere Ödeme, Pyrexie, systemische Anwendungsreaktion (Infusionsreaktion) bei der intravenösen Form.

Häufig (≥1/100 bis <1/10): Herpes zoster, Hautkrebs, solide Tumoren außer Hautkrebs, Thrombozytopenie, Anämie, febrile Neutropenie, verminderter Appetit, Schwindelgefühl, Vorhofflimmern, Erbrechen, Gewichtsabnahme, systemische Anwendungsreaktion bei der subkutanen Form, Reaktionen an der Injektionsstelle bei der subkutanen Form.

Gelegentlich (≥1/1.000 bis <1/100): hämatologische Malignität, anaphylaktische Reaktion (aus der Erfahrung nach der Markteinführung bei der intravenösen Form).

Nicht bekannt: Lymphopenie.

In den Studien zu den anderen Kombinationen führt die Fachinformation unter den häufigsten Reaktionen außerdem Hypertonie (36,7 %) und Infusionsreaktionen (45,8 %) mit Carfilzomib und Dexamethason (IKEMA) sowie periphere sensorische Neuropathie (54,4 %), Katarakt (38,0 %), Obstipation, periphere Ödeme und Asthenie mit Bortezomib, Lenalidomid und Dexamethason (IMROZ) auf, neben Diarrhö, Atemwegsinfektionen, Pneumonie und Fatigue. In IMROZ traten schwerwiegende Reaktionen bei 70,7 % der Patienten auf, tödliche Reaktionen bei 11 % (Infektionen bei 6,5 %) und ein dauerhafter Abbruch bei 22,8 %.

Wichtige schwerwiegende Reaktionen: Pneumonie und andere schwerwiegende oder tödliche Infektionen; schwerwiegende Infusionsreaktionen, einschließlich schwerer anaphylaktischer Reaktionen mit tödlichem Ausgang; und Neutropenie. Mit Isa-Pd war die Neutropenie bei 96,1 % der Patienten eine Laborauffälligkeit (Grad 3 oder 4 bei 84,9 %), und neutropenische Komplikationen traten bei 30,3 % auf, darunter febrile Neutropenie bei 11,8 % und neutropenische Infektionen bei 25,0 %. Zweite primäre Malignome wurden berichtet (Hautkrebs 4,2 %, andere solide Tumoren 1,7 %, hämatologische Malignität 0,5 %). Die subkutane Form verursachte systemische Anwendungsreaktionen seltener (3,1 %) als die intravenöse Form (33,5 %); Reaktionen an der Injektionsstelle traten bei 11,9 % der Patienten auf und waren alle vom Grad 2 oder niedriger.

Wechselwirkungen

  • Andere Myelom-Arzneimittel: Isatuximab verändert die Pharmakokinetik von Pomalidomid, Carfilzomib, Bortezomib oder Lenalidomid nicht, und diese verändern seine Pharmakokinetik ebenfalls nicht.
  • Blutbank-Tests: CD38 ist auf roten Blutkörperchen vorhanden, daher kann Isatuximab falsch-positive Ergebnisse bei indirekten Antiglobulintests (Coombs-Tests), Antikörper-Nachweistests (Screening), Antikörper-Identifizierungspanels und Kreuzproben mit Antihumanglobulin verursachen. Die Interferenz kann mindestens 6 Monate nach der letzten Dosis anhalten. Sie kann verringert werden, indem die Reagenz-Erythrozyten mit Dithiothreitol (DTT) behandelt werden, um die Bindung von Isatuximab aufzuheben, oder durch andere lokal validierte Methoden. Da das Kell-Blutgruppensystem ebenfalls DTT-empfindlich ist, sollten Kell-negative Einheiten bereitgestellt werden, nachdem Alloantikörper unter Verwendung DTT-behandelter Erythrozyten ausgeschlossen oder identifiziert wurden.
  • Serumprotein-Elektrophorese und Immunfixation: Isatuximab kann in den Assays nachgewiesen werden, die zur Überwachung des Myelom-M-Proteins eingesetzt werden, und kann die Klassifikation des Ansprechens nach den Kriterien der International Myeloma Working Group stören, wiederum für mindestens 6 Monate nach der letzten Dosis. Besteht bei einem Patienten mit anhaltendem sehr gutem partiellem Ansprechen der Verdacht auf eine Interferenz, kann ein validierter Isatuximab-spezifischer Immunfixationsassay (Sebia Hydrashift) helfen, Isatuximab vom verbleibenden M-Protein zu unterscheiden, und so die Beurteilung eines kompletten Ansprechens unterstützen.
  • Nahrungsmittel: Es sind keine Wechselwirkungen mit Nahrungsmitteln beschrieben.

Verabreichung und Dosierung

Die Behandlung wird von einer Fachärztin oder einem Facharzt für die Behandlung maligner Erkrankungen verordnet und von medizinischem Fachpersonal durchgeführt. Es gibt zwei Formulierungen: Sarclisa 20 mg/ml Konzentrat zur intravenösen Infusion (10 mg/kg) und Sarclisa 1.400 mg Lösung zur subkutanen Injektion (feste Dosis). Die Etiketten der Durchstechflaschen müssen geprüft werden, damit die richtige Formulierung und Dosis gegeben wird, und die subkutane Lösung darf niemals intravenös gegeben werden. Die Behandlung kann mit beiden Formen beginnen, und ein Patient unter der intravenösen Form kann nach Abschluss von Zyklus 1 jederzeit auf die subkutane Form wechseln.

Prämedikation

Die Prämedikation verringert das Risiko und den Schweregrad von Infusionsreaktionen oder systemischen Anwendungsreaktionen. Sie wird 15 bis 60 Minuten vor Isatuximab gegeben, und die Notwendigkeit kann nach den ersten 4 Gaben neu geprüft werden, wenn keine Reaktion aufgetreten ist.

  • Dexamethason: 40 mg (20 mg ab einem Alter von 75 Jahren) mit Pomalidomid; 20 mg mit Carfilzomib oder mit Bortezomib und Lenalidomid. Dies ist die Gesamtdosis, die einmal vor der Infusion gegeben wird und sowohl als Prämedikation als auch als Teil der Kombinationsbehandlung dient. In den intravenösen Regimen mit Carfilzomib oder mit Bortezomib und Lenalidomid wird sie an den Tagen der Isatuximab-Infusion intravenös und an den übrigen Tagen oral gegeben.
  • Montelukast 10 mg oral (oder Äquivalent): mindestens in Zyklus 1 bei der intravenösen Form, nur in Zyklus 1 bei der subkutanen Form.
  • Paracetamol 650 bis 1.000 mg oral (oder Äquivalent).
  • Diphenhydramin 25 bis 50 mg intravenös oder oral (oder ein Äquivalent wie Cetirizin, Promethazin oder Dexchlorpheniramin); die intravenöse Gabe wird mindestens für die ersten 4 Gaben bevorzugt.
  • Nur intravenöse Form: ein H2-Antagonist (Ranitidin 50 mg intravenös oder Äquivalent, zum Beispiel Cimetidin) oder ein oraler Protonenpumpenhemmer (zum Beispiel Omeprazol oder Esomeprazol).

Intravenöse Form: Dosis und Schema

Die Dosis beträgt 10 mg/kg Körpergewicht als intravenöse Infusion, die in einer Umgebung gegeben wird, in der Reanimationseinrichtungen zur Verfügung stehen.

  • Mit Pomalidomid und Dexamethason oder mit Carfilzomib und Dexamethason: Zyklus 1 (28 Tage), wöchentlich an den Tagen 1, 8, 15 und 22; ab Zyklus 2 (28-Tage-Zyklen) alle 2 Wochen an den Tagen 1 und 15. Die Behandlung wird bis zur Krankheitsprogression oder bis zu nicht akzeptabler Toxizität wiederholt.
  • Mit Bortezomib, Lenalidomid und Dexamethason, neu diagnostiziertes Myelom, für eine Transplantation nicht geeignet: Zyklus 1 (42 Tage), an den Tagen 1, 8, 15, 22 und 29; Zyklen 2 bis 4 (42-Tage-Zyklen), alle 2 Wochen an den Tagen 1, 15 und 29; Zyklen 5 bis 17 (28-Tage-Zyklen), alle 2 Wochen an den Tagen 1 und 15; ab Zyklus 18 (28-Tage-Zyklen), alle 4 Wochen an Tag 1. Die Behandlung wird bis zur Progression oder bis zu nicht akzeptabler Toxizität fortgesetzt.
  • Mit Bortezomib, Lenalidomid und Dexamethason, Induktion bei Transplantationseignung: Zyklus 1 (42 Tage), an den Tagen 1, 8, 15, 22 und 29; Zyklen 2 bis 3 (42-Tage-Zyklen), alle 2 Wochen an den Tagen 1, 15 und 29. Danach wird die Behandlung für die Intensivierung (Hochdosis-Chemotherapie und autologe Stammzelltransplantation) beendet, gefolgt von einer Standard-Erhaltungstherapie.

Intravenöse Form: Infusionsraten und Reaktionen

  • Raten: Die Dosis wird auf 250 ml verdünnt. Die erste Infusion beginnt mit 25 ml/Stunde über 60 Minuten und wird ohne Reaktion alle 30 Minuten um 25 ml/Stunde bis auf maximal 150 ml/Stunde gesteigert. Die zweite Infusion beginnt mit 50 ml/Stunde über 30 Minuten, steigt dann um 50 ml/Stunde über 30 Minuten und danach um 100 ml/Stunde bis auf maximal 200 ml/Stunde. Spätere Infusionen laufen mit 200 ml/Stunde. Die Rate wird nur gesteigert, wenn keine Infusionsreaktionen auftreten.
  • Reaktion vom Grad 2: Eine vorübergehende Unterbrechung in Erwägung ziehen und symptomatische Arzneimittel geben. Sobald die Symptome Grad 1 oder niedriger erreicht haben, kann die Infusion bei engmaschiger Überwachung mit der Hälfte der Anfangsrate wieder aufgenommen werden; wenn nach 30 Minuten keine Symptome vorliegen, kann die Rate auf die Anfangsrate zurückgehen und dann schrittweise gesteigert werden.
  • Dauerhafter Abbruch: Wenn die Symptome nach Unterbrechung nicht rasch abklingen oder sich nicht auf Grad 1 oder niedriger bessern, trotz Behandlung anhalten oder sich verschlimmern, einen Krankenhausaufenthalt erfordern oder lebensbedrohlich sind, wird die Behandlung mit unterstützender Therapie dauerhaft beendet. Auch Überempfindlichkeits- oder Infusionsreaktionen vom Grad 3 oder höher bedeuten einen dauerhaften Abbruch.

Subkutane Form: Dosis und Anwendung

  • Dosis: 1.400 mg als subkutane Injektion in das Abdomen, mit denselben Kombinationen und denselben Zyklusschemata wie die intravenöse Form (wöchentlich in Zyklus 1 und danach alle 2 Wochen mit Pomalidomid oder Carfilzomib; die 42-Tage- und 28-Tage-Schemata mit Bortezomib und Lenalidomid). Sie wird mit dem CirCLIQ On-Body Delivery System oder manuell mit einer Spritze und einem Infusionsset (10 ml über etwa 6 Minuten) gegeben.
  • Rahmen: Medizinisches Fachpersonal verabreicht sie. Nur bei der ersten Dosis muss ein sofortiger Zugang zu medizinischer Unterstützung bei systemischen Anwendungsreaktionen verfügbar sein. Nach Zyklus 1 können spätere Injektionen, wenn es als angemessen beurteilt wird, von medizinischem Fachpersonal beim Patienten zu Hause gegeben werden, sofern im vorherigen Zyklus keine systemische Anwendungsreaktion aufgetreten ist.
  • Technik: nur Abdomen, mit jedes Mal wechselnder Stelle; in diesem Bereich werden keine anderen Arzneimittel injiziert; verletzte, druckempfindliche, gerötete, warme, vernarbte oder stark behaarte Haut wird gemieden, ebenso bei der manuellen Injektion der Bereich innerhalb von 5 cm um den Nabel.
  • Systemische Anwendungsreaktion, Grad 2 oder 3: die Anwendung abbrechen, ohne sie abzuschließen, und Diphenhydramin 25 mg intravenös (oder Äquivalent) und/oder Methylprednisolon 100 mg intravenös (oder Äquivalent) und/oder andere unterstützende Maßnahmen geben. Nach Grad 3 kann bei der nächsten geplanten Anwendung eine Wiederaufnahme in Erwägung gezogen werden. Eine dritte Reaktion vom Grad 3 oder jede Reaktion vom Grad 4 bedeutet einen dauerhaften Abbruch.
  • Reaktion an der Injektionsstelle: Grad 2: unterbrechen und erst wieder aufnehmen, wenn sie Grad 1 oder niedriger ist, mit Pausen (Gerät) oder einer langsameren Injektion (manuell); nach der Injektion fortfahren, sobald sie auf Grad 1 oder niedriger abgeklungen ist. Grad 3 oder 4 bedeutet einen dauerhaften Abbruch.

Dosisanpassungen, versäumte Dosis und Infektionsprophylaxe

  • Dosisanpassungen: Eine Dosisreduktion wird für die intravenöse Form nicht empfohlen und ist für die subkutane Form nicht zulässig; stattdessen werden Dosen verschoben oder ausgelassen. Bei Neutropenie vom Grad 3 oder 4 oder bei febriler Neutropenie und/oder neutropenischer Infektion wird Isatuximab bis zur Erholung verschoben oder ausgelassen. Koloniestimulierende Faktoren wie G-CSF sollten in Betracht gezogen werden, um das Neutropenierisiko zu verringern.
  • Infektionsprophylaxe: Eine antibakterielle und antivirale Prophylaxe, etwa eine Herpes-zoster-Prophylaxe, sollte während der Behandlung in Betracht gezogen werden.
  • Versäumte Dosis: so bald wie möglich geben und das Schema so anpassen, dass das Behandlungsintervall eingehalten wird.
  • Begleitarzneimittel: Die aktuelle Fachinformation jedes zusammen mit Isatuximab gegebenen Arzneimittels gilt für dieses.

Besondere Patientengruppen

  • Ältere Patienten: keine Dosisanpassung.
  • Niereninsuffizienz: keine Anpassung bei leichter bis schwerer Insuffizienz, einschließlich Nierenerkrankung im Endstadium.
  • Leberfunktionsstörung: keine Anpassung bei leichter Funktionsstörung; Daten bei mittelgradiger und schwerer Funktionsstörung sind begrenzt, aber nichts deutet darauf hin, dass eine Anpassung erforderlich ist.
  • Kinder und Jugendliche: Sicherheit und Wirksamkeit unter 18 Jahren wurden in den zugelassenen Anwendungsgebieten nicht nachgewiesen. Die intravenöse Form wurde bei Kindern im Alter von 28 Tagen bis unter 18 Jahren mit rezidivierter oder refraktärer akuter lymphatischer oder myeloischer Leukämie ohne nachgewiesene Wirksamkeit untersucht, und es kann keine Dosisempfehlung gegeben werden.

Besondere Hinweise

Rückverfolgbarkeit

Name und Chargenbezeichnung des gegebenen Arzneimittels müssen deutlich dokumentiert werden, da Isatuximab ein biologisches Arzneimittel ist.

Infusionsreaktionen und systemische Anwendungsreaktionen

  • Intravenöse Form: Infusionsreaktionen, meist leicht oder mäßig, traten bei 38,2 % der Patienten mit Isa-Pd (ICARIA-MM), 45,8 % mit Carfilzomib und Dexamethason (IKEMA), 24,0 % mit Bortezomib, Lenalidomid und Dexamethason (IMROZ) und 12,7 % während der Induktion in GMMG-HD7 auf. Sie beginnen in der Regel mit der ersten Infusion und klangen in ICARIA-MM bei 98 % der Infusionen noch am selben Tag ab. Die häufigsten Symptome sind Dyspnoe, Husten, Schüttelfrost und Übelkeit; die häufigsten schweren Anzeichen sind Hypertonie, Dyspnoe und Bronchospasmus. Es wurden schwerwiegende Reaktionen, einschließlich schwerer Anaphylaxie, beobachtet, und anaphylaktische Reaktionen mit tödlichem Ausgang wurden berichtet.
  • Prävention und Behandlung: Es wird eine Prämedikation gegeben, und die Vitalzeichen werden während der gesamten Infusion häufig überwacht. Bei Bedarf wird die Infusion unterbrochen und eine angemessene medizinische und unterstützende Versorgung gegeben. Isatuximab wird nach einer anaphylaktischen Reaktion oder einer lebensbedrohlichen Infusionsreaktion (Grad 4) dauerhaft abgesetzt, oder wenn sich die Symptome nicht auf Grad 1 oder niedriger bessern, trotz Behandlung anhalten oder sich verschlimmern oder einen Krankenhausaufenthalt erfordern.
  • Subkutane Form: Systemische Anwendungsreaktionen sind deutlich seltener, und Reaktionen an der Injektionsstelle sind alle vom Grad 2 oder niedriger.

Neutropenie und Infektionen

Neutropenie ist häufig (siehe Nebenwirkungen). Das Blutbild sollte beobachtet werden, und die Dosis wird bei Neutropenie vom Grad 3 oder 4, febriler Neutropenie oder neutropenischer Infektion bis zur Erholung verschoben oder ausgelassen. Pneumonie und Infektionen der oberen Atemwege sind die häufigsten Infektionen, und einige verlaufen tödlich, daher sollte eine antibakterielle und antivirale Prophylaxe in Betracht gezogen werden.

Beeinflussung von Laboruntersuchungen

Isatuximab beeinflusst die Blutbank-Serologie und M-Protein-Assays für mindestens 6 Monate nach der letzten Dosis; siehe Wechselwirkungen.

Schwangerschaft, Stillzeit und Fertilität

  • Kontrazeption: Frauen im gebärfähigen Alter wenden während der Behandlung und bis 7 Monate nach deren Ende eine wirksame Kontrazeption an.
  • Schwangerschaft: Es liegen keine Daten bei Schwangeren vor, und Reproduktionsstudien an Tieren wurden nicht durchgeführt. IgG1-Antikörper sind bekanntermaßen nach dem ersten Trimester plazentagängig. Die Anwendung in der Schwangerschaft wird nicht empfohlen.
  • Stillzeit: Es ist nicht bekannt, ob Isatuximab in die Muttermilch übergeht. Humanes IgG tritt in den ersten Tagen nach der Geburt in die Milch über und fällt kurz danach auf niedrige Werte ab, sodass ein Risiko für das Kind in diesem kurzen Zeitraum nicht ausgeschlossen werden kann, und es muss entschieden werden, ob das Stillen zu unterbrechen oder Isatuximab abzusetzen bzw. zu vermeiden ist. Danach könnte Isatuximab während der Stillzeit angewendet werden, wenn es klinisch erforderlich ist.
  • Fertilität: Es liegen keine Daten beim Menschen oder aus Tierversuchen vor.

Sonstige Bestandteile

Die intravenösen Durchstechflaschen enthalten Polysorbat 80 (1 mg in der 5-ml-Durchstechflasche, 5 mg in der 25-ml-Durchstechflasche).

Auswirkung auf die Verkehrstüchtigkeit

Isatuximab hat einen geringen bis mäßigen Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen. Über Fatigue und Schwindelgefühl wurde berichtet, was berücksichtigt werden sollte.

Lagerungsbedingungen

Beide Formulierungen werden im Kühlschrank bei 2–8 °C in der Originalverpackung aufbewahrt, um sie vor Licht zu schützen. Nicht einfrieren. Es handelt sich um ein Kühlkettenprodukt, das während des Transports und der Lagerung gekühlt gehalten wird.

  • Subkutane Durchstechflaschen: Nicht angestochene Durchstechflaschen dürfen einmalig bis zu 24 Stunden bei Raumtemperatur (bis zu 30 °C) aufbewahrt werden. Sobald eine Durchstechflasche aus dem Kühlschrank genommen wurde, darf sie nicht wieder hineingelegt werden.
  • Verdünnte intravenöse Lösung: Im Infusionsbeutel ist kein Lichtschutz erforderlich. Zu den Zeitgrenzen siehe Haltbarkeit.
  • Subkutanes Gerät: Das CirCLIQ On-Body Delivery System wird bei 18 bis 28 °C bei Umgebungslicht verwendet; seine Lagerung richtet sich nach der eigenen Gebrauchsanweisung.

Haltbarkeit

  • Ungeöffnete Durchstechflaschen: 3 Jahre, für beide Formulierungen.
  • Intravenös, nach Verdünnung: Die chemische und physikalische Gebrauchsstabilität wurde für 48 Stunden bei 2–8 °C, gefolgt von 8 Stunden (einschließlich der Infusionsdauer) bei Raumtemperatur (15–25 °C), nachgewiesen. Aus mikrobiologischer Sicht sollte die Lösung sofort verwendet werden; andernfalls liegen die Aufbewahrungszeiten und -bedingungen in der Verantwortung des Anwenders und würden normalerweise 24 Stunden bei 2–8 °C nicht überschreiten, es sei denn, die Verdünnung erfolgte unter kontrollierten und validierten aseptischen Bedingungen.
  • Subkutan, nach Öffnen der Durchstechflasche: 4 Stunden (einschließlich der Injektionsdauer) bei 15–25 °C bei Umgebungslicht, für die Anwendung mit dem CirCLIQ-Gerät oder mit einer Spritze. Sobald die Durchstechflasche für das Gerät angestochen wurde, sollte die Injektion so bald wie möglich erfolgen; wird sie nicht innerhalb von 4 Stunden abgeschlossen, werden die Durchstechflasche und das Gerät verworfen.

Abgabebedingungen in der Apotheke

Verschreibungspflichtig (Rx), unterliegt der eingeschränkten ärztlichen Verschreibung (Anhang II B), auf Verschreibung einer Fachärztin oder eines Facharztes für die Behandlung maligner Erkrankungen. Isatuximab wird von medizinischem Fachpersonal verabreicht: intravenöse Infusionen in einer Umgebung, in der Reanimationseinrichtungen zur Verfügung stehen, und subkutane Injektionen in der Klinik, wobei spätere Injektionen nach einem ersten Zyklus ohne systemische Anwendungsreaktion von medizinischem Fachpersonal beim Patienten zu Hause erlaubt sind. Es wird nicht selbst verabreicht. Es wird an das Krankenhaus oder die Klinik geliefert, die es verabreicht, in der Kühlkette bei 2–8 °C.

Weitere Wirkstoffe aus demselben Therapiegebiet oder derselben Wirkstoffklasse.

Wichtiger Hinweis

Die auf dieser Website bereitgestellten Informationen dienen ausschließlich allgemeinen Informations- und Bildungszwecken und stellen weder eine medizinische Beratung noch eine Diagnose oder Behandlungsempfehlung dar. Diese Informationen ersetzen nicht die Konsultation einer qualifizierten medizinischen Fachperson. Holen Sie bei Fragen zu einem Gesundheitszustand oder Arzneimittel stets den Rat Ihrer Ärztin bzw. Ihres Arztes, Apothekerin bzw. Apothekers oder einer anderen qualifizierten Fachperson ein. Ignorieren Sie ärztlichen Rat nicht und verzögern Sie dessen Einholung nicht aufgrund von Informationen auf dieser Website. Produktverfügbarkeit, zugelassene Anwendungsgebiete und Fachinformationen können je nach Land unterschiedlich sein. Viele der gelisteten Arzneimittel sind verschreibungspflichtig; wo ein Rezept erforderlich ist, muss dieses im Bestimmungsland gültig sein, und die Produkte sind unter ärztlicher Aufsicht anzuwenden. Wir beschaffen, versenden oder listen keine Suchtmittel im Sinne des österreichischen Suchtmittelgesetzes (SMG) oder vergleichbarer internationaler Regelungen.

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Informationsquelle

Diese Produktinformation basiert auf:

DrugBank — Isatuximab (DB14811); EMA SmPC — Sarclisa

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