Insulin aspart
Schnell wirkendes Insulinanalogon
Insulin aspart ist ein schnell wirkendes Analogon von Humaninsulin, das in Hefe mittels rekombinanter DNA-Technologie hergestellt wird; durch den Austausch von Prolin an Position B28 gegen Asparaginsäure wird es schneller resorbiert als lösliches Humaninsulin. In der EU ist es als NovoRapid (Novo Nordisk, 1999) und als das schneller wirkende Fiasp zugelassen, beide zur Behandlung des Diabetes mellitus bei Erwachsenen, Jugendlichen und Kindern ab 1 Jahr, als Mischinsulin-Suspension NovoMix 30 ab 10 Jahren sowie als Biosimilars (Kirsty, Dazparda). NovoRapid und Fiasp sind Mahlzeiteninsuline, die normalerweise mit einem intermediär oder lang wirkenden Insulin kombiniert werden; NovoMix 30 enthält 30 % lösliches und 70 % Protamin-kristallisiertes Insulin aspart und wird zu den Hauptmahlzeiten gegeben. Alle werden subkutan injiziert, und einige Darreichungsformen werden auch in Insulinpumpen verwendet. Hypoglykämie ist die häufigste Nebenwirkung, und die Insuline bleiben bis zur ersten Anwendung in der Kühlkette (2–8 °C).
Erhältlich unter folgenden Markennamen
Dieser Wirkstoff wird je nach Region und Hersteller unter folgenden Markennamen vertrieben:
- NovoRapid ®
- Fiasp ®
- NovoMix ®
- Kirsty ®
- Dazparda ®
Markennamen sind eingetragene Warenzeichen der jeweiligen Inhaber. Pharmalogistic vertritt, produziert oder vertreibt die oben genannten Markenprodukte nicht.
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Häufig gestellte Fragen
Insulin aspart: Wofür wird es angewendet?
Insulin aspart ist ein schnell wirkendes Analogon von Humaninsulin, das in Hefe mittels rekombinanter DNA-Technologie hergestellt wird; durch den Austausch von Prolin an Position B28 gegen Asparaginsäure wird es schneller resorbiert als lösliches Humaninsulin.
Insulin aspart: Ist ein Rezept erforderlich?
Ja. Insulin aspart ist ein verschreibungspflichtiges Arzneimittel. Erforderlich ist ein gültiges Rezept einer approbierten Ärztin oder eines approbierten Arztes; die Rezeptvorschriften des Bestimmungslandes werden vor jedem Versand geprüft.
Insulin aspart: Wie ist es zu lagern?
Lagern Sie Insulin aspart bei 2–8 °C vor dem ersten Gebrauch; nicht einfrieren; vor Licht schützen in der Originalverpackung, vor Licht geschützt und für Kinder unzugänglich. Nach Anbruch: In Gebrauch oder als Reserve mitgeführt: bis zu 4 Wochen unter 30 °C bei Pens, Patronen und Durchstechflaschen von NovoRapid, Fiasp und NovoMix 30; PumpCart-Patronen als Reserve bis zu 2 Wochen, danach bis zu 7 Tage unter 37 °C in einer kompatiblen Pumpe.
Insulin aspart: Ist ein gekühlter Versand (Kühlkette) erforderlich?
Ja. Insulin aspart muss bei 2–8 °C vor dem ersten Gebrauch; nicht einfrieren; vor Licht schützen gehalten werden und wird daher in Isolierverpackungen mit Kühlelementen versendet, die für die gesamte Transitzeit dimensioniert sind, sodass die Kühlkette vom Versand bis zur Zustellung ununterbrochen bleibt.
Insulin aspart: Unter welchen Markennamen wird es vertrieben?
Insulin aspart wird je nach Land und Hersteller als NovoRapid, Fiasp, NovoMix, Kirsty, Dazparda vermarktet. Markennamen sind Warenzeichen der jeweiligen Inhaber; Pharmalogistic vertritt oder vertreibt die Markenprodukte nicht.
Insulin aspart: Welche Stärken sind verfügbar?
Insulin aspart ist in folgenden Stärken erhältlich: NovoRapid 100 Einheiten/ml Injektionslösung in einer Durchstechflasche (10 ml, 1.000 Einheiten), NovoRapid Penfill 100 Einheiten/ml Injektionslösung in einer Patrone (3 ml, 300 Einheiten), NovoRapid FlexPen, InnoLet und FlexTouch 100 Einheiten/ml Injektionslösung in einem Fertigpen (3 ml, 300 Einheiten), NovoRapid PumpCart 100 Einheiten/ml Injektionslösung in einer Patrone für Insulinpumpen (1,6 ml, 160 Einheiten), Fiasp 100 Einheiten/ml Injektionslösung in einem FlexTouch-Fertigpen, einer Penfill-Patrone, einer Durchstechflasche oder einer PumpCart-Patrone, NovoMix 30 Injektionssuspension in einer Penfill-Patrone oder einem FlexPen-Fertigpen. Die geeignete Stärke und das Dosierungsschema legt die behandelnde Ärztin bzw. der behandelnde Arzt fest.
Insulin aspart: Wie lange ist es haltbar?
Die Haltbarkeit von Insulin aspart beträgt NovoRapid und Fiasp 30 Monate, NovoMix 30 2 Jahre (vor dem Öffnen) bei Lagerung gemäß Empfehlung. Nach dem auf der Verpackung angegebenen Verfalldatum nicht mehr anwenden.
Medizinische Informationen & Leitlinien
Pharmakologie, Anwendungsgebiete und Sicherheitsprofil dieses Wirkstoffs
Pharmakologische Wirkung
Insulin aspart ist ein schnell wirkendes Analogon von Humaninsulin. Der Austausch von Prolin an Position B28 gegen Asparaginsäure verringert die Neigung der Insulinmoleküle, Hexamere zu bilden, sodass das injizierte Insulin schneller resorbiert wird und früher sowie kürzer wirkt als lösliches Humaninsulin. Seine blutzuckersenkende Wirkung beruht auf einer erleichterten Glucoseaufnahme, nachdem Insulin an Rezeptoren von Muskel- und Fettzellen gebunden hat, zusammen mit der Hemmung der Glucoseabgabe aus der Leber. Drei EU-Formulierungen unterscheiden sich in ihrem Zeit-Wirkungs-Profil: NovoRapid (das Originatorprodukt), Fiasp und das Mischinsulin NovoMix 30.
Wirkmechanismus
- Rezeptorbindung: Insulin aspart bindet an den Insulinrezeptor und aktiviert dessen Tyrosinkinase. Der Rezeptor phosphoryliert intrazelluläre Substrate wie die Insulinrezeptorsubstrat-Proteine, wodurch PI3-Kinase und Akt und über diese der Glucosetransporter GLUT4 aktiviert werden.
- Warum es schnell wirkt: Nur Insulinmonomere können an den Rezeptor binden. Humaninsulin wird als Hexamer gespeichert, das zunächst dissoziieren muss; die B28-Substitution schwächt die Hexamerbildung und führt so zu schnellerer Resorption, schnellerem Wirkeintritt und kürzerer Wirkdauer.
- NovoRapid: ein schnellerer Wirkeintritt als bei löslichem Humaninsulin, mit niedrigeren Glucosekonzentrationen in den ersten vier Stunden nach einer Mahlzeit. Nach subkutaner Injektion tritt die Wirkung innerhalb von 10 bis 20 Minuten ein, die maximale Wirkung zwischen 1 und 3 Stunden, und die Wirkdauer beträgt 3 bis 5 Stunden. Auf molarer Basis ist es äquipotent zu löslichem Humaninsulin.
- Fiasp: eine Mahlzeitenformulierung von Insulin aspart mit zugesetztem Nicotinamid (Vitamin B3), wodurch die anfängliche Resorption schneller ist als bei NovoRapid. Der Wirkeintritt lag 5 Minuten früher und die Zeit bis zur maximalen Glucoseinfusionsrate 11 Minuten früher als bei NovoRapid. Die blutzuckersenkende Wirkung in den ersten 30 Minuten war größer, die Gesamtwirkung und die maximale Wirkung waren vergleichbar, die maximale Wirkung trat zwischen 1 und 3 Stunden nach der Injektion ein, und die Wirkdauer war kürzer und betrug 3 bis 5 Stunden.
- NovoMix 30: eine biphasische Suspension aus 30 % löslichem Insulin aspart, das schnell wirkt und die Injektion im Abstand von 0 bis 10 Minuten zu einer Mahlzeit erlaubt, und 70 % Protamin-kristallisiertem Insulin aspart, dessen Wirkprofil dem von humanem NPH-Insulin ähnelt. Nach subkutaner Injektion tritt die Wirkung innerhalb von 10 bis 20 Minuten ein, die maximale Wirkung zwischen 1 und 4 Stunden, und die Wirkdauer beträgt bis zu 24 Stunden.
Pharmakokinetik
- Resorption (NovoRapid): Die Zeit bis zur maximalen Konzentration beträgt im Durchschnitt die Hälfte der von löslichem Humaninsulin. Bei Typ-1-Diabetes ergab eine subkutane Dosis von 0,15 Einheiten/kg eine mittlere maximale Konzentration von 492 ± 256 pmol/l nach etwa 40 Minuten (Interquartilbereich 30–40), wobei die Konzentrationen 4 bis 6 Stunden nach der Dosis wieder auf den Ausgangswert zurückkehrten. Bei Typ-2-Diabetes war die Resorption etwas langsamer (Maximum 352 ± 240 pmol/l nach etwa 60 Minuten). Die Variabilität der Zeit bis zur maximalen Konzentration zwischen einzelnen Injektionen ist signifikant geringer als bei löslichem Humaninsulin.
- Resorption (Fiasp): Das zugesetzte Nicotinamid bewirkt eine schnellere anfängliche Resorption als bei NovoRapid, was den früheren Wirkeintritt erklärt.
- Verteilung und Elimination: Die Bindung an Plasmaproteine ist gering (unter 10 %), wie bei Humaninsulin. Die Eliminationshalbwertszeit nach subkutaner Injektion betrug bei gesunden Probanden etwa 81 Minuten.
- Besondere Patientengruppen: Bei älteren Patienten ist die Resorption langsamer (Zeit bis zum Maximum etwa 82 Minuten, Interquartilbereich 60–120) bei ähnlicher maximaler Konzentration. Bei Leberfunktionsstörung ist die Resorption langsamer und variabler, wodurch sich die Zeit bis zum Maximum bei mäßiger und schwerer Funktionsstörung von etwa 50 auf etwa 85 Minuten verlängert, während die Gesamtexposition und die maximale Konzentration ähnlich sind. Die Nierenfunktion hatte keinen erkennbaren Einfluss auf die Exposition, die maximale Konzentration oder die Zeit bis zum Maximum.
Anwendungsgebiete
- NovoRapid und Fiasp: Behandlung des Diabetes mellitus bei Erwachsenen, Jugendlichen und Kindern ab 1 Jahr.
- NovoMix 30 (Mischinsulin): Behandlung des Diabetes mellitus bei Erwachsenen, Jugendlichen und Kindern ab 10 Jahren.
- Biosimilars: Kirsty und Dazparda sind in der EU als Biosimilars von Insulin aspart zugelassen. Ihre Anwendungsgebiete, Dosierungen und Lagerungshinweise sind in ihren eigenen Fachinformationen angegeben, die diese Seite nicht wiedergibt.
- Fixkombination: Insulin aspart ist auch Bestandteil von Ryzodeg (Insulin degludec/Insulin aspart), das eine eigene Fachinformation hat.
Gegenanzeigen
- Überempfindlichkeit gegen Insulin aspart oder einen der sonstigen Bestandteile (NovoRapid, Fiasp und NovoMix 30).
Nebenwirkungen
Die Nebenwirkungen beruhen hauptsächlich auf der pharmakologischen Wirkung von Insulin, wobei Hypoglykämie am häufigsten berichtet wird. Die nachstehenden Häufigkeiten folgen den Fachinformationen von NovoRapid und NovoMix 30, die dieselben Reaktionen aufführen; Reaktionen, die nur bei Fiasp auftreten, sind gekennzeichnet.
Sehr häufig (≥1/10): Hypoglykämie (alle drei Produkte).
Häufig (≥1/100 bis <1/10): Nur Fiasp: allergische Hautmanifestationen (Ekzem, Hautausschlag, juckender Hautausschlag, Urtikaria, Dermatitis; 1,8 % gegenüber 1,5 % mit dem Vergleichspräparat) und Reaktionen an der Injektions- oder Infusionsstelle (1,3 % gegenüber 1,0 %; bei Pumpenanwendern 10,0 % gegenüber 8,3 %).
Gelegentlich (≥1/1.000 bis <1/100): NovoRapid und NovoMix 30: Urtikaria, Hautausschlag und Hauteruptionen; Refraktionsanomalien; diabetische Retinopathie; Lipodystrophie; Reaktionen an der Injektionsstelle; Ödeme. Fiasp: Überempfindlichkeit (generalisierter Hautausschlag und Gesichtsödem, 0,2 % gegenüber 0,3 % mit dem Vergleichspräparat) und Lipodystrophie (0,5 % gegenüber 0,2 %).
Selten (≥1/10.000 bis <1/1.000): NovoRapid und NovoMix 30: periphere Neuropathie (schmerzhafte Neuropathie).
Sehr selten (<1/10.000): NovoRapid und NovoMix 30: anaphylaktische Reaktionen.
Nicht bekannt: kutane Amyloidose (aus Meldungen nach der Markteinführung, alle drei Produkte); Fiasp: anaphylaktische Reaktionen.
Zu Beginn der Insulinbehandlung können Refraktionsanomalien, Ödeme und Reaktionen an der Injektionsstelle (Schmerzen, Rötung, Nesselsucht, Entzündung, Blutergüsse, Schwellung, Juckreiz) auftreten, die in der Regel vorübergehend sind. Eine rasche Verbesserung der Blutzuckereinstellung kann mit einer akuten schmerzhaften Neuropathie einhergehen, die in der Regel reversibel ist. Eine Intensivierung der Insulintherapie mit abrupter Verbesserung der Einstellung kann eine diabetische Retinopathie vorübergehend verschlechtern, während eine langfristig verbesserte Einstellung das Risiko für ein Fortschreiten senkt.
Schwerwiegende Reaktionen: Eine schwere Hypoglykämie kann zu Bewusstlosigkeit oder Krampfanfällen, vorübergehender oder dauerhafter Beeinträchtigung der Gehirnfunktion und sogar zum Tod führen. Ihre Symptome beginnen meist plötzlich und umfassen Kaltschweißigkeit, kühle blasse Haut, Müdigkeit, Nervosität oder Zittern, Angst, ungewöhnliche Müdigkeit oder Schwäche, Verwirrtheit, Konzentrationsschwierigkeiten, Schläfrigkeit, übermäßigen Hunger, Sehstörungen, Kopfschmerzen, Übelkeit und Herzklopfen. Eine generalisierte Überempfindlichkeit (Hautausschlag, Juckreiz, Schwitzen, Magen-Darm-Beschwerden, angioneurotisches Ödem, Atembeschwerden, Herzklopfen, niedriger Blutdruck) ist sehr selten, kann aber lebensbedrohlich sein. Lipodystrophie und kutane Amyloidose an der Injektionsstelle können die lokale Insulinresorption verzögern.
Wechselwirkungen
Eine Reihe von Arzneimitteln beeinflusst den Glucosestoffwechsel, sodass die Insulindosis möglicherweise angepasst werden muss. Die nachstehende Liste stammt aus der Fachinformation von NovoRapid; die Fachinformationen von Fiasp und NovoMix 30 enthalten jeweils eigene Listen.
- Können den Insulinbedarf senken: orale Antidiabetika, Monoaminoxidase-Hemmer (MAO-Hemmer), Betablocker, ACE-Hemmer, Salicylate, anabole Steroide und Sulfonamide.
- Können den Insulinbedarf erhöhen: orale Kontrazeptiva, Thiazide, Glukokortikoide, Schilddrüsenhormone, Sympathomimetika, Wachstumshormon und Danazol.
- Betablocker können die Symptome einer Hypoglykämie verschleiern.
- Octreotid und Lanreotid können den Insulinbedarf entweder erhöhen oder senken.
- Alkohol kann die blutzuckersenkende Wirkung von Insulin verstärken oder abschwächen.
- Mahlzeiten: Änderungen der Zusammensetzung der Mahlzeiten können das Ansprechen auf Insulin aspart verändern, und die Dosis muss gegebenenfalls angepasst werden.
Verabreichung und Dosierung
Die Dosierung ist individuell und wird vom behandelnden Arzt nach dem Bedarf des Patienten festgelegt, mit Blutzuckerkontrollen und Dosisanpassung, um eine gute glykämische Einstellung zu erreichen. Die Wirksamkeit von Insulinanaloga wird in Einheiten angegeben, die von Humaninsulin dagegen in Internationalen Einheiten; bei Fiasp entspricht 1 Einheit 1 Internationalen Einheit Humaninsulin oder 1 Einheit anderer schnell wirkender Insulinanaloga. Die Dosis muss möglicherweise angepasst werden, wenn der Patient körperlich aktiver ist, seine übliche Ernährung umstellt oder eine andere Erkrankung hat.
NovoRapid
- Therapieschema: wird normalerweise zusammen mit einem intermediär oder lang wirkenden Insulin angewendet. Der individuelle Insulinbedarf liegt bei Erwachsenen und Kindern gewöhnlich bei 0,5 bis 1,0 Einheiten/kg pro Tag; bei einem Basal-Bolus-Schema können 50–70 % davon durch NovoRapid und der Rest durch das länger wirkende Insulin gedeckt werden.
- Zeitpunkt: wird in unmittelbarem Zusammenhang mit einer Mahlzeit gegeben. Nach Injektion in die Bauchdecke tritt die Wirkung innerhalb von 10–20 Minuten ein, die maximale Wirkung zwischen 1 und 3 Stunden und die Wirkdauer beträgt 3 bis 5 Stunden.
- Pumpen und intravenöse Anwendung: Die Durchstechflasche und die PumpCart-Patrone können für die kontinuierliche subkutane Insulininfusion (CSII) in Pumpensystemen verwendet werden. Die Durchstechflasche kann auch zur intravenösen Verabreichung durch Ärzte oder anderes medizinisches Fachpersonal verwendet werden.
- Umstellung von anderen Insulinen: NovoRapid hat einen schnelleren Wirkeintritt und eine kürzere Wirkdauer als lösliches Humaninsulin, und die Dosis von NovoRapid und des Basalinsulins muss gegebenenfalls angepasst werden.
Fiasp
- Zeitpunkt: wird bis zu 2 Minuten vor Beginn einer Mahlzeit subkutan injiziert, mit der Möglichkeit, es bis zu 20 Minuten nach Beginn der Mahlzeit zu geben. Der frühe Wirkeintritt muss bei der Verordnung berücksichtigt werden.
- Therapieschema: wird mit einem mindestens einmal täglich gegebenen intermediär oder lang wirkenden Insulin angewendet; bei einem Basal-Bolus-Schema können etwa 50 % des Bedarfs durch Fiasp gedeckt werden. Der tägliche Gesamtinsulinbedarf liegt gewöhnlich bei 0,5 bis 1 Einheit/kg.
- Anfangsdosis, Typ-1-Diabetes (insulinnaive Patienten): etwa 50 % der täglichen Gesamtinsulindosis, nach Größe und Zusammensetzung auf die Mahlzeiten verteilt, der Rest als intermediär oder lang wirkendes Insulin. In der Regel werden 0,2 bis 0,4 Einheiten/kg zur Berechnung der anfänglichen täglichen Gesamtdosis verwendet.
- Anfangsdosis, Typ-2-Diabetes: Es werden 4 Einheiten zu einer oder mehreren Mahlzeiten vorgeschlagen.
- Versäumte Mahlzeitendosis (Basal-Bolus-Therapie): den Blutzucker messen, um zu entscheiden, ob eine Dosis erforderlich ist, und bei der nächsten Mahlzeit den üblichen Zeitplan wieder aufnehmen.
- Pumpen: Fiasp wird auch als PumpCart-Patrone und als Durchstechflasche geliefert, die in Insulininfusionspumpen verwendet werden können. Titration, besondere Patientengruppen und Hinweise zur Anwendung in Pumpen und zur intravenösen Anwendung siehe Fachinformation von Fiasp.
NovoMix 30
- Typ-2-Diabetes: kann allein oder mit oralen Antidiabetika und/oder GLP-1-Rezeptoragonisten gegeben werden. Die empfohlene Anfangsdosis beträgt 6 Einheiten zum Frühstück und 6 Einheiten zum Abendessen (Abendmahlzeit) oder 12 Einheiten einmal täglich zum Abendessen. Bei einmal täglicher Gabe wird in der Regel auf zweimal täglich umgestellt, wenn 30 Einheiten erreicht sind, indem die Dosis gleichmäßig auf Frühstück und Abendessen aufgeteilt wird. Verursacht die zweimal tägliche Gabe wiederholt Hypoglykämien am Tag, kann die Morgendosis in eine Morgen- und eine Mittagsdosis aufgeteilt werden (dreimal täglich).
- Wöchentliche Titration: den niedrigsten der präprandialen Glucosewerte der vorangegangenen drei Tage verwenden und die Dosis nicht erhöhen, wenn in diesen Tagen eine Hypoglykämie aufgetreten ist. Unter 4,4 mmol/l (80 mg/dl) um 2 Einheiten verringern; 4,4–6,1 mmol/l (80–110 mg/dl) keine Änderung; 6,2–7,8 mmol/l (111–140 mg/dl) um 2 Einheiten erhöhen; 7,9–10 mmol/l (141–180 mg/dl) um 4 Einheiten erhöhen; über 10 mmol/l (180 mg/dl) um 6 Einheiten erhöhen. Einmal wöchentlich anpassen, bis der HbA1c-Zielwert erreicht ist.
- Zusatz eines GLP-1-Rezeptoragonisten: die NovoMix-30-Dosis um 20 % verringern, wenn der HbA1c unter 8 % liegt; liegt er über 8 %, sollte eine Verringerung erwogen werden. Danach wird die Dosis individuell angepasst.
- Typ-1-Diabetes: Der Insulinbedarf liegt gewöhnlich bei 0,5 bis 1,0 Einheiten/kg pro Tag und kann durch NovoMix 30 ganz oder teilweise gedeckt werden.
- Zeitpunkt: Der schnell wirkende Anteil erlaubt eine Injektion näher an einer Mahlzeit als bei löslichem Humaninsulin, im Abstand von 0 bis 10 Minuten zur Mahlzeit. NovoMix 30 ist für Erwachsene, Jugendliche und Kinder ab 10 Jahren bestimmt.
Besondere Patientengruppen
- Ältere Patienten (65 Jahre und älter): NovoRapid kann angewendet werden; die Blutzuckerkontrolle intensivieren und die Dosis individuell anpassen.
- Nieren- oder Leberfunktionsstörung: Der Insulinbedarf kann verringert sein; die Blutzuckerkontrolle intensivieren und die Dosis individuell anpassen (NovoRapid).
- Kinder und Jugendliche: NovoRapid und Fiasp können ab einem Alter von 1 Jahr angewendet werden. NovoRapid wird gegenüber löslichem Humaninsulin bevorzugt, wenn ein schneller Wirkeintritt von Vorteil sein kann, zum Beispiel bei der zeitlichen Abstimmung der Injektionen auf die Mahlzeiten. NovoMix 30 ist für Kinder ab 10 Jahren bestimmt. Die Sicherheit und Wirksamkeit von NovoRapid unter 1 Jahr sind nicht erwiesen (es liegen keine Daten vor).
- Fiasp und NovoMix 30: Ihre Fachinformationen enthalten jeweils eigene Hinweise für besondere Patientengruppen und für die Umstellung von anderen Insulinen.
Besondere Hinweise
Hypoglykämie
- Das Auslassen einer Mahlzeit oder ungeplante anstrengende körperliche Betätigung kann zu einer Hypoglykämie führen, ebenso wie eine für den Bedarf zu hohe Insulindosis. Tritt eine Hypoglykämie auf oder besteht der Verdacht darauf, darf NovoRapid nicht injiziert werden; sobald sich der Blutzucker stabilisiert hat, sollte die Dosis erneut überdacht werden.
- Bei Kindern sollten die Dosen (insbesondere bei Basal-Bolus-Schemata) auf die Nahrungsaufnahme, die körperliche Aktivität und den aktuellen Blutzuckerspiegel abgestimmt werden.
- Warnsymptome können sich verändern oder weniger ausgeprägt sein bei Patienten, deren Einstellung durch eine intensivierte Therapie deutlich verbessert ist, nach einem Wechsel zwischen Insulinen, und sie können bei lange bestehendem Diabetes ganz verschwinden.
- Bei schnell wirkenden Analoga kann eine Hypoglykämie nach einer Injektion früher auftreten als bei löslichem Humaninsulin. Da NovoRapid in unmittelbarem Zusammenhang mit einer Mahlzeit gegeben wird, ist dies bei Patienten mit anderen Erkrankungen oder Behandlungen von Bedeutung, die die Resorption von Nahrung verzögern können. Bei Fiasp kann aufgrund des früheren Wirkeintritts eine Hypoglykämie früher auftreten als bei anderen Mahlzeiteninsulinen.
Hyperglykämie
Eine unzureichende Dosierung oder das Absetzen der Behandlung, besonders bei Typ-1-Diabetes, kann zu Hyperglykämie und diabetischer Ketoazidose führen, die potenziell tödlich ist. Die ersten Symptome entwickeln sich allmählich über Stunden oder Tage: Durst, häufiges Wasserlassen, Übelkeit, Erbrechen, Schläfrigkeit, gerötete trockene Haut, Mundtrockenheit, Appetitverlust und Acetongeruch des Atems.
Erkrankung, Reisen und Wechsel zwischen Insulinen
- Erkrankungen, besonders Infektionen und Fieber, erhöhen in der Regel den Insulinbedarf. Auch Nieren- oder Lebererkrankungen sowie Erkrankungen der Nebenniere, der Hypophyse oder der Schilddrüse können Dosisänderungen erforderlich machen.
- Patienten sollten vor Reisen über Zeitzonen hinweg ärztlichen Rat einholen, da Insulin und Mahlzeiten möglicherweise zu anderen Zeiten erforderlich sind.
- Der Wechsel auf einen anderen Insulintyp oder eine andere Insulinmarke muss unter strenger ärztlicher Aufsicht erfolgen. Änderungen der Stärke, der Marke, des Typs, der Herkunft oder des Herstellungsverfahrens können eine andere Dosis erforderlich machen; Patienten, die auf NovoRapid umgestellt werden, benötigen möglicherweise mehr tägliche Injektionen oder eine andere Dosis, und die frühen Warnsymptome einer Hypoglykämie können sich ändern.
Injektionsstelle und Haut
Lipodystrophie (einschließlich Lipohypertrophie und Lipoatrophie) und kutane Amyloidose können an der Injektionsstelle auftreten und die lokale Insulinresorption verzögern. Ein kontinuierlicher Wechsel der Injektionsstelle innerhalb des Injektionsbereichs trägt dazu bei, diese Reaktionen zu verringern oder zu verhindern.
NovoRapid PumpCart
Die PumpCart-Patrone ist nur zur Verwendung mit einem dafür vorgesehenen Insulininfusionspumpensystem bestimmt, wie den Insulinpumpen Accu-Chek Insight und YpsoPump. Bei Verwendung mit anderen Geräten kann es zu einer falschen Dosierung und zu Hyper- oder Hypoglykämie kommen.
Schwangerschaft, Stillzeit und Fertilität
- Schwangerschaft: NovoRapid kann in der Schwangerschaft angewendet werden. Zwei randomisierte kontrollierte Studien (322 und 27 exponierte Schwangerschaften) ergaben keinen Hinweis auf nachteilige Wirkungen von Insulin aspart auf die Schwangerschaft oder die Gesundheit des Fötus oder Neugeborenen im Vergleich zu Humaninsulin. Eine intensivierte Blutzuckerkontrolle und -überwachung wird während der gesamten Schwangerschaft empfohlen, bei Typ-1-, Typ-2- und Gestationsdiabetes sowie bei der Planung einer Schwangerschaft. Der Insulinbedarf sinkt in der Regel im ersten Trimester, steigt im zweiten und dritten und kehrt nach der Entbindung rasch auf die Werte vor der Schwangerschaft zurück.
- Stillzeit: Für NovoRapid bestehen während der Stillzeit keine Einschränkungen, und die Insulinbehandlung einer stillenden Mutter stellt kein Risiko für das Kind dar, wobei die Dosis möglicherweise angepasst werden muss.
- Fertilität: Tierstudien zeigten keine Unterschiede zwischen Insulin aspart und Humaninsulin.
- Fiasp und NovoMix 30: Eigene Aussagen finden sich in ihren Fachinformationen.
Auswirkungen auf die Fahrtüchtigkeit
Die Konzentrations- und Reaktionsfähigkeit kann durch eine Hypoglykämie beeinträchtigt sein, was beim Fahren oder Bedienen von Maschinen ein Risiko darstellt. Patienten sollte geraten werden, Vorsichtsmaßnahmen zu treffen, um beim Fahren eine Hypoglykämie zu vermeiden, insbesondere wenn sie die Warnzeichen nur vermindert oder gar nicht wahrnehmen oder häufige Episoden haben.
Lagerungsbedingungen
Vor dem ersten Gebrauch im Kühlschrank bei 2–8 °C lagern und nicht einfrieren. Fiasp vom Gefrierfach und NovoMix 30 vom Kühlelement fernhalten. Ungeöffnete Durchstechflaschen, Patronen und Pens müssen beim Transport und bei der Lagerung in der Kühlkette bleiben.
In Gebrauch oder als Reserve mitgeführt:
- NovoRapid Durchstechflasche und Penfill: unter 30 °C; nicht im Kühlschrank lagern oder einfrieren; zum Schutz vor Licht im Umkarton aufbewahren.
- NovoRapid FlexPen und FlexTouch: unter 30 °C; kann im Kühlschrank (2–8 °C) aufbewahrt werden; nicht einfrieren; die Pen-Kappe zum Schutz vor Licht aufgesetzt lassen.
- NovoRapid InnoLet: unter 30 °C; nicht im Kühlschrank lagern oder einfrieren; die Pen-Kappe aufgesetzt lassen.
- NovoRapid PumpCart: als Reserve bis zu 2 Wochen unter 30 °C; danach bis zu 7 Tage unter 37 °C in einem kompatiblen Insulininfusionspumpensystem.
- Fiasp FlexTouch: nicht über 30 °C; kann im Kühlschrank aufbewahrt werden; nicht einfrieren; die Kappe zum Schutz vor Licht aufgesetzt lassen.
- Fiasp Penfill: nicht über 30 °C; nicht im Kühlschrank lagern oder einfrieren; eine unbenutzte Reservepatrone wird zum Schutz vor Licht im Umkarton aufbewahrt.
- Fiasp Durchstechflasche: nicht über 30 °C (die Zeit in einem Pumpenreservoir wird auf die Grenze angerechnet); kann im Kühlschrank aufbewahrt werden; nicht einfrieren; im Umkarton aufbewahren.
- Fiasp PumpCart: als Reserve bis zu 2 Wochen unter 30 °C; danach bis zu 7 Tage unter 37 °C in einem kompatiblen Insulininfusionspumpensystem; nicht im Kühlschrank lagern oder einfrieren.
- NovoMix 30 Penfill und FlexPen: unter 30 °C; nicht im Kühlschrank lagern oder einfrieren; die Patrone zum Schutz vor Licht im Umkarton aufbewahren, beim FlexPen die Kappe aufgesetzt lassen.
Die Biosimilars (Kirsty, Dazparda) werden gemäß ihren eigenen Fachinformationen gelagert.
Haltbarkeit
- NovoRapid: 30 Monate vor dem Öffnen. In Gebrauch oder als Reserve mitgeführt höchstens 4 Wochen (PumpCart wie oben).
- Fiasp: 30 Monate vor dem Öffnen. Nach dem ersten Öffnen oder bei Mitführen als Reserve höchstens 4 Wochen für FlexTouch, Penfill und Durchstechflasche sowie 2 Wochen plus 7 Tage in einer Pumpe für PumpCart.
- NovoMix 30: 2 Jahre vor dem Öffnen. In Gebrauch oder als Reserve mitgeführt höchstens 4 Wochen.
Abgabebedingungen in der Apotheke
Verschreibungspflichtig (Rx); NovoRapid ist ein Arzneimittel, das der ärztlichen Verschreibung unterliegt. Pens, Patronen und Durchstechflaschen werden vom Patienten oder einer Betreuungsperson oder in einer Pumpe angewendet, daher werden sie auf Verschreibung an den Patienten oder an die behandelnde Klinik geliefert, mit Kühlkettenlieferung bei 2–8 °C. Wird eine Durchstechflasche von medizinischem Fachpersonal intravenös angewendet (NovoRapid), wird sie an das Krankenhaus oder die Klinik geliefert, die sie verabreicht.
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Informationsquelle
Diese Produktinformation basiert auf:
DrugBank — Insulin aspart (DB01306); EMA SmPC — NovoRapid, Fiasp and NovoMixZuletzt geprüft:
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