Erdafitinib
FGFR-Inhibitor (Proteinkinase-Inhibitor)
Erdafitinib ist ein oraler Pan-FGFR-Tyrosinkinase-Inhibitor (Fibroblasten-Wachstumsfaktor-Rezeptor). Er blockiert die FGFR-Signalübertragung, die bei einigen Urothelkarzinomen mit veränderten FGFR-Genen das Wachstum antreibt. In der EU ist er als Monotherapie zugelassen für Erwachsene mit nicht resezierbarem oder metastasiertem Urothelkarzinom mit empfindlichen genetischen FGFR3-Veränderungen, die zuvor mindestens eine Therapielinie mit einem PD-1- oder PD-L1-Inhibitor erhalten haben. Die FGFR3-Veränderung muss vor der Behandlung mit einem CE-gekennzeichneten In-vitro-Diagnostikum bestätigt werden. Die Tabletten werden einmal täglich eingenommen, beginnend mit 8 mg, und die Dosis richtet sich nach dem Serumphosphat, das 14 bis 21 Tage nach Beginn gemessen wird. Hyperphosphatämie, eine erwartete Wirkung der FGFR-Hemmung, und Augenerkrankungen wie die zentrale seröse Retinopathie sind seine wichtigsten Sicherheitsaspekte.
Erhältlich unter folgenden Markennamen
Dieser Wirkstoff wird je nach Region und Hersteller unter folgenden Markennamen vertrieben:
- Balversa ®
Markennamen sind eingetragene Warenzeichen der jeweiligen Inhaber. Pharmalogistic vertritt, produziert oder vertreibt die oben genannten Markenprodukte nicht.
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Häufig gestellte Fragen
Erdafitinib: Wofür wird es angewendet?
Erdafitinib ist ein oraler Pan-FGFR-Tyrosinkinase-Inhibitor (Fibroblasten-Wachstumsfaktor-Rezeptor).
Erdafitinib: Ist ein Rezept erforderlich?
Ja. Erdafitinib ist ein verschreibungspflichtiges Arzneimittel. Erforderlich ist ein gültiges Rezept einer approbierten Ärztin oder eines approbierten Arztes; die Rezeptvorschriften des Bestimmungslandes werden vor jedem Versand geprüft.
Erdafitinib: Wie ist es zu lagern?
Lagern Sie Erdafitinib bei Keine besonderen Lagerungsbedingungen in der Originalverpackung, vor Licht geschützt und für Kinder unzugänglich.
Erdafitinib: Ist ein gekühlter Versand (Kühlkette) erforderlich?
Nein. Erdafitinib ist bei Keine besonderen Lagerungsbedingungen stabil, sodass eine normale Schutzverpackung ausreicht; während des Transports wird es dennoch vor Hitze und Feuchtigkeit geschützt.
Erdafitinib: Unter welchen Markennamen wird es vertrieben?
Erdafitinib wird je nach Land und Hersteller als Balversa vermarktet. Markennamen sind Warenzeichen der jeweiligen Inhaber; Pharmalogistic vertritt oder vertreibt die Markenprodukte nicht.
Erdafitinib: Welche Stärken sind verfügbar?
Erdafitinib ist in folgenden Stärken erhältlich: 3 mg Filmtabletten, 4 mg Filmtabletten, 5 mg Filmtabletten. Die geeignete Stärke und das Dosierungsschema legt die behandelnde Ärztin bzw. der behandelnde Arzt fest.
Erdafitinib: Wie lange ist es haltbar?
Die Haltbarkeit von Erdafitinib beträgt 4 Jahre bei Lagerung gemäß Empfehlung. Nach dem auf der Verpackung angegebenen Verfalldatum nicht mehr anwenden.
Medizinische Informationen & Leitlinien
Pharmakologie, Anwendungsgebiete und Sicherheitsprofil dieses Wirkstoffs
Pharmakologische Wirkung
Erdafitinib ist ein oraler Pan-FGFR-Tyrosinkinase-Inhibitor (Fibroblasten-Wachstumsfaktor-Rezeptor). FGFR sind Zelloberflächenproteine, die an normalen Vorgängen wie Zellproliferation und -migration sowie am Phosphat- und Vitamin-D-Haushalt beteiligt sind. Veränderungen in FGFR-Genen können Krebserkrankungen, darunter das Urothelkarzinom, antreiben, indem sie das Wachstum, die Migration und die Blutgefäßbildung von Tumorzellen fördern und den Zelltod blockieren.
Wirkmechanismus
- FGFR-Hemmung: Erdafitinib bindet an FGFR1, FGFR2, FGFR3 und FGFR4 und blockiert deren enzymatische Aktivität (In-vitro-Daten), wodurch die Rezeptorphosphorylierung und die nachgeschaltete Signalübertragung verringert werden.
- Antitumorale Aktivität: Erdafitinib senkte die Zellviabilität in Zelllinien mit genetischen FGFR-Veränderungen und war in Xenograft-Modellen wirksam, die von Tumorarten einschließlich Blasenkrebs abgeleitet waren.
- Wirkung auf Phosphat: Die FGFR-Hemmung erhöht das Serumphosphat. Dies ist ein erwarteter, vorübergehender pharmakodynamischer Effekt und die Grundlage der unten beschriebenen phosphatgesteuerten Dosierung.
Pharmakokinetik
- Resorption: Die orale Resorption ist nahezu vollständig; die mediane Zeit bis zur Spitzenkonzentration beträgt 2,5 Stunden (Bereich 2–6 Stunden). Die Exposition steigt im Bereich von 0,5–12 mg proportional zur Dosis an, und der Steady State wird nach 2 Wochen einmal täglicher Gabe erreicht, bei einer mittleren 4-fachen Akkumulation. Bei 8 mg einmal täglich betrug die mittlere Cmax im Steady State 1.399 ng/ml und die AUC 29.268 ng·h/ml. Eine fettreiche Mahlzeit senkte die AUC um 6 % und die Cmax um 14 % und verzögerte den Spitzenwert um etwa 1,5 Stunden, was klinisch nicht relevant ist; die Tabletten können daher mit oder ohne Nahrung eingenommen werden.
- Verteilung: mittleres scheinbares Verteilungsvolumen 0,411 l/kg bei Krebspatienten; 99,7 % sind an Plasmaproteine gebunden, bevorzugt an saures alpha-1-Glykoprotein.
- Metabolismus: Der Metabolismus ist der Hauptweg der Elimination. CYP2C9 und CYP3A4 bilden einen O-demethylierten Hauptmetaboliten und tragen etwa 39 % bzw. 20 % zur Gesamtclearance bei. Unverändertes Erdafitinib ist die wichtigste arzneimittelbezogene Verbindung im Plasma, und es gibt keine zirkulierenden Metaboliten.
- Elimination: mittlere scheinbare Gesamtclearance 0,362 l/h; mittlere effektive Halbwertszeit etwa 58,9 Stunden. Nach einer radioaktiv markierten Dosis wurden etwa 69 % in den Fäzes (19 % unverändert) und 19 % im Urin (13 % unverändert) wiedergefunden.
- Besondere Patientengruppen: Bei leichter oder mittelschwerer Nieren- oder Leberfunktionsstörung ist keine Dosisanpassung erforderlich; für schwere Nierenfunktionsstörung liegen keine Daten vor, für schwere Leberfunktionsstörung nur begrenzte Daten.
Anwendungsgebiete
- Urothelkarzinom: als Monotherapie bei Erwachsenen mit nicht resezierbarem oder metastasiertem Urothelkarzinom (UC) mit empfindlichen genetischen FGFR3-Veränderungen, die zuvor im nicht resezierbaren oder metastasierten Behandlungsstadium mindestens eine Therapielinie mit einem PD-1- oder PD-L1-Inhibitor erhalten haben.
- Test vor der Behandlung: Der Arzt muss über die Bestätigung der empfindlichen FGFR3-Veränderung(en) durch ein CE-gekennzeichnetes In-vitro-Diagnostikum (IVD) mit entsprechender Zweckbestimmung verfügen. Ist kein CE-gekennzeichnetes IVD verfügbar, sollte ein alternativer validierter Test verwendet werden.
Gegenanzeigen
- Überempfindlichkeit gegen Erdafitinib oder einen der sonstigen Bestandteile.
Nebenwirkungen
Das Sicherheitsprofil beruht auf 479 Patienten mit lokal fortgeschrittenem, nicht resezierbarem oder metastasiertem Urothelkarzinom, die mit einer Anfangsdosis von 8 mg oder 9 mg einmal täglich behandelt wurden (mediane Behandlungsdauer 4,8 Monate). Die häufigsten Reaktionen waren Hyperphosphatämie (78,5 %), Diarrhö (55,5 %), Stomatitis (52,8 %), Mundtrockenheit (39,9 %), verminderter Appetit (31,7 %), Anämie (28,2 %), trockene Haut (28,0 %) und zentrale seröse Retinopathie (28,0 %). Die häufigsten Reaktionen vom Grad 3 oder höher waren Stomatitis (10,6 %), Hyponatriämie (8,8 %), palmoplantares Erythrodysästhesie-Syndrom (7,9 %), Onycholyse (4,8 %) und Diarrhö (4,0 %). Die Reaktionen führten bei 59,7 % der Patienten zu einer Dosisreduktion und bei 19,4 % zum Abbruch der Behandlung.
Sehr häufig (≥1/10): Hyperphosphatämie, Hyponatriämie, verminderter Appetit; Dysgeusie; zentrale seröse Retinopathie (ein zusammengefasster Begriff, der Abhebung des retinalen Pigmentepithels und Sehstörungen wie verschwommenes Sehen einschließt), trockenes Auge; Epistaxis; Diarrhö, Stomatitis (einschließlich Mundgeschwüre), Mundtrockenheit, Obstipation, Übelkeit, Erbrechen, Bauchschmerzen; Paronychie, Onycholyse, Onychomadese, Nageldystrophie, Nagelerkrankung, Nagelverfärbung, palmoplantares Erythrodysästhesie-Syndrom, Alopezie, trockene Haut; Asthenie, Erschöpfung; Anämie; Gewichtsabnahme, erhöhtes Blutkreatinin, erhöhte Alanin- und Aspartataminotransferase.
Häufig (≥1/100 bis <1/10): Hyperparathyreoidismus; Hyperkalzämie, Hypophosphatämie; ulzerative Keratitis, Keratitis, Konjunktivitis, Xerophthalmie, Katarakt, Blepharitis, vermehrter Tränenfluss; trockene Nase; Dyspepsie; Onychalgie, Onychoklasie, Rillenbildung der Nägel, Hautfissuren, Pruritus, Hautexfoliation, Xerodermie, Hyperkeratose, Hautläsion, Ekzem, Hautausschlag; akute Nierenschädigung, Nierenfunktionsstörung, Nierenversagen; hepatische Zytolyse, abnorme Leberfunktion, Hyperbilirubinämie.
Gelegentlich (≥1/1.000 bis <1/100): Gefäßverkalkung; Nagelbettblutung, Nagelbeschwerden, Hautatrophie, Palmarerythem, Hauttoxizität; trockene Schleimhäute.
Die zentrale seröse Retinopathie tritt früh auf: Die meisten Ereignisse traten innerhalb der ersten 90 Tage der Behandlung auf. Auch eine Hyperphosphatämie wurde früh berichtet, überwiegend innerhalb der ersten 3–4 Monate, mit Ereignissen vom Grad 3 im ersten Monat. Behandlungsbedingte Ereignisse vom Grad 3 oder 4 wurden bei Patienten ab 65 Jahren häufiger berichtet (47,6 % gegenüber 43,5 %).
Wechselwirkungen
- Moderate CYP2C9- oder starke CYP3A4-Inhibitoren (die Fachinformation nennt unter anderem Itraconazol, Ketoconazol, Posaconazol, Voriconazol, Fluconazol, Clarithromycin, Ritonavir und Amiodaron): Sie erhöhen die Exposition gegenüber Erdafitinib und können die Toxizität steigern. Mit Fluconazol betrug die AUC 148 % des Wertes unter Erdafitinib allein, mit Itraconazol 134 %. Alternativen ohne oder mit minimaler Enzymhemmung sollten erwogen werden; ist die Kombination erforderlich, wird die Dosis je nach Verträglichkeit auf die nächstniedrigere Dosisstufe reduziert und kann nach Absetzen des Inhibitors bei guter Verträglichkeit erneut angepasst werden.
- Starke CYP3A4-Induktoren (Apalutamid, Enzalutamid, Lumacaftor, Ivosidenib, Mitotan, Rifapentin, Rifampicin, Carbamazepin, Phenytoin, Johanniskraut): Carbamazepin senkte die Cmax von Erdafitinib auf 65,4 % und die AUC auf 37,7 % des Wertes ohne Carbamazepin. Die Kombination ist zu vermeiden. Moderate CYP3A4-Induktoren erfordern eine Dosisanpassung (siehe Abschnitt 4.5 der Fachinformation).
- Grapefruit und Bitterorangen: zu vermeiden wegen starker CYP3A4-Hemmung.
- Hormonale Kontrazeptiva: Erdafitinib kann deren Wirksamkeit verringern (siehe Schwangerschaft, Stillzeit und Fertilität).
- Arzneimittel, die das Serumphosphat erhöhen: Sie sind zu vermeiden, wenn das Serumphosphat 5,5 mg/dl oder höher ist. Eine Vitamin-D-Supplementierung wird während der Behandlung nicht empfohlen.
- Arzneimittel, die das QT-Intervall verlängern: siehe Besondere Hinweise.
Die Fachinformation (Abschnitt 4.5) enthält die vollständige Liste der Wechselwirkungen.
Verabreichung und Dosierung
Die Behandlung wird von einem in der Krebstherapie erfahrenen Arzt eingeleitet und überwacht, nachdem die FGFR3-Veränderung mit einem geeigneten Test bestätigt wurde. Die Tabletten werden im Ganzen geschluckt, mit oder ohne Nahrung, jeden Tag etwa zur gleichen Zeit. Die Behandlung wird bis zur Krankheitsprogression oder bis zu nicht akzeptabler Toxizität fortgesetzt. Grapefruit und Bitterorangen werden gemieden.
Anfangsdosis und phosphatgesteuerte Aufdosierung
- Anfangsdosis: 8 mg einmal täglich. Das Serumphosphat wird vor der ersten Dosis und danach monatlich gemessen.
- Phosphatkontrolle: Die Dosis von 8 mg wird beibehalten, und das Serumphosphat wird 14 bis 21 Tage nach Beginn beurteilt.
- Aufdosierung auf 9 mg einmal täglich: wenn das Serumphosphat unter 9,0 mg/dl (unter 2,91 mmol/l) liegt und keine arzneimittelbedingte Toxizität vorliegt. Beträgt der Wert 9,0 mg/dl oder mehr, gelten die unten aufgeführten Dosisanpassungen. Nach Tag 21 wird das Serumphosphat nicht mehr zur Steuerung der Aufdosierung herangezogen.
Dosisanpassungen anhand des Serumphosphats (nach der Aufdosierung)
Bei Phosphatkonzentrationen von 5,5 mg/dl (1,75 mmol/l) oder höher wird das Nahrungsphosphat auf 600–800 mg pro Tag beschränkt. Bei anhaltend erhöhtem Phosphat wird bei Bedarf ein nicht calciumhaltiger Phosphatbinder (zum Beispiel Sevelamercarbonat) in Betracht gezogen.
- Unter 6,99 mg/dl (unter 2,24 mmol/l): mit der aktuellen Dosis fortfahren.
- 7,00–8,99 mg/dl (2,25–2,90 mmol/l): Die Behandlung fortsetzen und einen Phosphatbinder zu den Mahlzeiten beginnen, bis der Wert unter 7,00 mg/dl liegt. Die Dosis reduzieren, wenn das Phosphat 2 Monate lang bei 7,00 mg/dl oder darüber bleibt oder wenn zusätzliche unerwünschte Ereignisse oder Elektrolytstörungen auftreten, die mit einer anhaltenden Hyperphosphatämie zusammenhängen.
- 9,00–10,00 mg/dl (2,91–3,20 mmol/l): Die Behandlung unterbrechen, bis der Wert wieder unter 7,00 mg/dl liegt (wöchentliche Kontrolle empfohlen), und einen Binder zu den Mahlzeiten beginnen. Mit derselben Dosisstufe neu beginnen. Die Dosis reduzieren, wenn das Phosphat 1 Monat lang bei 9,00 mg/dl oder darüber bleibt oder wenn zusätzliche unerwünschte Ereignisse oder Elektrolytstörungen auftreten, die mit einer anhaltenden Hyperphosphatämie zusammenhängen.
- Über 10,00 mg/dl (über 3,20 mmol/l): Die Behandlung unterbrechen, bis der Wert unter 7,00 mg/dl liegt (wöchentliche Kontrolle empfohlen), und mit der ersten reduzierten Dosisstufe neu beginnen. Hält ein Wert von 10,00 mg/dl oder höher länger als 2 Wochen an, ist die Behandlung dauerhaft abzubrechen. Symptome sind klinisch angemessen zu behandeln.
- Erhebliche Veränderung der Nierenfunktion gegenüber dem Ausgangswert oder Hypokalzämie vom Grad 3 aufgrund einer Hyperphosphatämie: dauerhaft abbrechen und medizinisch behandeln.
Stufen der Dosisreduktion
- Ab 9 mg: 8 mg (zum Beispiel zwei 4-mg-Tabletten), dann 6 mg (zwei 3-mg-Tabletten), 5 mg (eine 5-mg-Tablette), 4 mg (eine 4-mg-Tablette), danach Beendigung. Die Dosis von 9 mg kann als drei 3-mg-Tabletten eingenommen werden.
- Ab 8 mg: 6 mg (zwei 3-mg-Tabletten), dann 5 mg (eine 5-mg-Tablette), 4 mg (eine 4-mg-Tablette), danach Beendigung.
Augenerkrankungen
Vor Behandlungsbeginn wird eine augenärztliche Basisuntersuchung durchgeführt (Amsler-Gitter, Funduskopie, Sehschärfe und, falls verfügbar, optische Kohärenztomographie). Die Untersuchungen werden in den ersten 4 Monaten monatlich einschließlich eines Amsler-Gitter-Tests wiederholt, danach alle 3 Monate und bei jeglichen Sehsymptomen umgehend.
- Grad 1 (asymptomatisch oder leichte Symptome oder nur ein auffälliger Amsler-Gitter-Test): zur augenärztlichen Untersuchung überweisen; kann diese nicht innerhalb von 7 Tagen erfolgen, die Behandlung unterbrechen, bis sie möglich ist. Bei fehlender Augentoxizität mit derselben Dosis fortfahren. Wird eine Keratitis oder eine Netzhautauffälligkeit (zum Beispiel zentrale seröse Retinopathie) festgestellt, die Behandlung bis zur Rückbildung unterbrechen; ist sie innerhalb von 4 Wochen reversibel, mit der nächstniedrigeren Dosis wieder aufnehmen.
- Grad 2 (mäßig, Einschränkung instrumenteller Aktivitäten des täglichen Lebens): sofort unterbrechen und überweisen. Nach Rückbildung oder Stabilisierung ohne Symptome innerhalb von 4 Wochen mit der nächstniedrigeren Dosisstufe wieder aufnehmen.
- Grad 3 (schwer oder medizinisch bedeutsam, aber nicht unmittelbar sehkraftbedrohend, Einschränkung der Selbstversorgung): sofort unterbrechen und überweisen. Bei Rückbildung oder stabilem, symptomfreiem Zustand innerhalb von 4 Wochen kann die Behandlung mit einer um 2 Dosisstufen niedrigeren Dosis wieder aufgenommen werden. Bei Wiederauftreten ist ein dauerhafter Abbruch in Betracht zu ziehen.
- Grad 4 (sehkraftbedrohende Folgen, Erblindung): dauerhaft abbrechen und bis zur Rückbildung oder Stabilisierung überwachen.
- Nach einem Wiederbeginn wird einen Monat lang alle 1–2 Wochen auf ein Wiederauftreten geprüft. Tritt eine zentrale seröse Retinopathie auf, wird die Behandlung unterbrochen und dauerhaft abgebrochen, wenn sich das Ereignis nicht innerhalb von 4 Wochen zurückbildet oder Grad 4 hat.
Veränderungen von Nägeln, Haut und Schleimhäuten sowie andere Reaktionen
- Nagelerkrankung: Grad 1, fortfahren; Grad 2, unterbrechen und nach 1–2 Wochen neu beurteilen, mit derselben Dosis wieder beginnen, wenn sich ein erstes Ereignis innerhalb von 2 Wochen auf Grad 1 oder den Ausgangswert zurückbildet, andernfalls mit der nächstniedrigeren Dosis; Grad 3, unterbrechen und mit der nächstniedrigeren Dosis wieder beginnen, sobald Grad 1 oder der Ausgangswert erreicht ist; Grad 4, abbrechen.
- Trockene Haut und Hauttoxizität, Mundtrockenheit: Grad 1 und 2, fortfahren; Grad 3, bis zu 28 Tage unterbrechen mit wöchentlicher Neubeurteilung und mit der nächstniedrigeren Dosis wieder beginnen, sobald Grad 1 oder der Ausgangswert erreicht ist; Hauttoxizität Grad 4, abbrechen.
- Orale Mukositis: Grad 1, fortfahren; Grad 2, nur unterbrechen, wenn andere Erdafitinib-bedingte Reaktionen vom Grad 2 vorliegen oder die Symptombehandlung länger als eine Woche gedauert hat, mit denselben Regeln für den Wiederbeginn wie bei der Nagelerkrankung; Grad 3, unterbrechen und mit der nächstniedrigeren Dosis wieder beginnen, sobald Grad 1 oder der Ausgangswert erreicht ist; Grad 4, abbrechen.
- Andere Nebenwirkungen: Grad 3, unterbrechen, bis Grad 1 oder der Ausgangswert erreicht ist, dann mit der nächstniedrigeren Dosis fortfahren; Grad 4, dauerhaft abbrechen.
Besondere Patientengruppen
- Ältere Patienten: keine spezifische Dosisanpassung; Daten bei Patienten über 85 Jahren sind begrenzt. Ab einem Alter von 65 Jahren erfolgt eine engmaschigere Augenüberwachung (siehe Besondere Hinweise).
- Nierenfunktionsstörung: keine Anpassung bei leichter oder mittelschwerer Funktionsstörung; für schwere Funktionsstörung liegen keine Daten vor, und eine alternative Behandlung sollte erwogen werden.
- Leberfunktionsstörung: keine Anpassung bei leichter oder mittelschwerer Funktionsstörung; Daten bei schwerer Funktionsstörung sind begrenzt, und eine alternative Behandlung sollte erwogen werden.
- Kinder und Jugendliche: Beim Urothelkarzinom gibt es keine relevante Anwendung; die Sicherheit und Wirksamkeit bei Personen unter 18 Jahren wurden nicht nachgewiesen.
Vergessene oder erbrochene Dosis
Eine vergessene Dosis kann so bald wie möglich eingenommen werden, und der übliche tägliche Einnahmeplan wird am nächsten Tag fortgesetzt. Zusätzliche Tabletten werden nicht eingenommen, um sie auszugleichen. Kommt es nach einer Dosis zu Erbrechen, wird die nächste Dosis am nächsten Tag eingenommen.
Besondere Hinweise
FGFR3-Test vor der Behandlung
Die Behandlung beginnt erst, wenn eine empfindliche genetische FGFR3-Veränderung mit einem CE-gekennzeichneten In-vitro-Diagnostikum mit entsprechender Zweckbestimmung oder, falls kein CE-gekennzeichnetes Produkt verfügbar ist, mit einem anderen validierten Test bestätigt wurde.
Erkrankungen des Auges
Erdafitinib kann eine zentrale seröse Retinopathie (einschließlich Abhebung des retinalen Pigmentepithels) mit Gesichtsfelddefekten verursachen. Die zentrale seröse Retinopathie trat bei Patienten ab 65 Jahren häufiger auf (33,3 % gegenüber 28,8 %), ebenso die Abhebung des retinalen Pigmentepithels (6,3 % gegenüber 2,1 %); daher wird in dieser Altersgruppe sowie bei Patienten mit Netzhauterkrankungen, Makula- oder Netzhautdegeneration, diabetischer Retinopathie oder früherer Netzhautablösung eine engmaschigere Überwachung empfohlen. Trockene Augen traten bei 16,7 % der Patienten auf (Grad 3 oder 4 bei 0,3 %). Alle Patienten sollten eine Prophylaxe gegen trockene Augen anwenden, mit okulären Demulzenzien wie künstlichen Tränen oder Gleitgelen oder -salben mindestens alle 2 Stunden im Wachzustand; ein schweres trockenes Auge sollte von einem Augenarzt beurteilt werden. Nach einem Wiederbeginn infolge eines Augenereignisses ist eine engmaschige augenärztliche Nachsorge erforderlich.
Hyperphosphatämie
Eine anhaltende Hyperphosphatämie kann zu Weichteilmineralisierung, Calcinosis cutis, nicht-urämischer Calciphylaxie, Hypokalzämie, Anämie, sekundärem Hyperparathyreoidismus, Muskelkrämpfen, Krampfaktivität, QT-Intervall-Verlängerung und Arrhythmien führen. Sie tritt früh auf, meist innerhalb der ersten 3–4 Monate. Das Serumphosphat wird während der gesamten Behandlung überwacht. Bei 5,5 mg/dl oder höher wird das Nahrungsphosphat eingeschränkt (600–800 mg täglich) und es werden phosphaterhöhende Substanzen vermieden; über 7,0 mg/dl wird ein oraler Phosphatbinder in Betracht gezogen. Vitamin-D-Präparate werden nicht empfohlen, da sie den Anstieg von Phosphat und Calcium verstärken können.
Hypophosphatämie
Das Serumphosphat kann während der Behandlung und in Behandlungspausen auch unter den Normalwert fallen und wird daher weiterhin überwacht. Fällt es unter den Normalwert, werden die phosphatsenkende Therapie und die diätetische Einschränkung beendet. Eine schwere Hypophosphatämie kann sich mit Verwirrtheit, Krampfanfällen, fokalen neurologischen Befunden, Herzinsuffizienz, Atemversagen, Muskelschwäche, Rhabdomyolyse und hämolytischer Anämie äußern; Ereignisse vom Grad 3–4 traten bei 1,0 % der Patienten auf.
Nagel-, Haut- und Schleimhauterkrankungen sowie Photosensibilität
Nagelerkrankungen, Hauterkrankungen (trockene Haut, palmoplantares Erythrodysästhesie-Syndrom, Alopezie, Pruritus) und Stomatitis oder Mundtrockenheit sind sehr häufig. Die Patienten werden überwacht und erhalten unterstützende Pflege: gute Nagelhygiene, bei Bedarf Nagelhärter und Beobachtung auf Infektionen; regelmäßige Feuchtigkeitspflege, Vermeidung von parfümierten Produkten, übermäßiger Verwendung von Seife und übermäßigem Baden; gute Mundhygiene, bei Bedarf Mundspülungen mit Natron 3- oder 4-mal täglich und Vermeidung von scharfen oder säurehaltigen Speisen. Wegen des potenziellen Risikos einer Phototoxizität sollten in der Sonne Schutzkleidung oder Sonnenschutzmittel verwendet werden.
Laborüberwachung
Es wurden Kreatininanstiege, Hyponatriämie, erhöhte Transaminasen und Anämie berichtet; daher werden das große Blutbild und die Serumchemie regelmäßig kontrolliert.
Arzneimittel, die das QT-Intervall verlängern
Vorsicht ist geboten bei Arzneimitteln, die bekanntermaßen das QT-Intervall verlängern oder Torsade de pointes verursachen, wie Antiarrhythmika der Klasse IA (Chinidin, Disopyramid) und der Klasse III (Amiodaron, Sotalol, Ibutilid), Makrolid-Antibiotika, SSRI (Citalopram, Escitalopram), Methadon, Moxifloxacin und Antipsychotika (Haloperidol, Thioridazin).
Schwangerschaft, Stillzeit und Fertilität
- Kontrazeption: Frauen im gebärfähigen Alter wenden vor und während der Behandlung sowie für 1 Monat nach der letzten Dosis eine hochwirksame Verhütungsmethode an. Männer wenden eine wirksame Verhütungsmethode an (zum Beispiel ein Kondom) und spenden oder lagern während der Behandlung und für 1 Monat nach der letzten Dosis keinen Samen.
- Hormonale Kontrazeptiva: Erdafitinib kann deren Wirksamkeit verringern. Die Patienten sollten eine Methode anwenden, die nicht durch Enzyminduktoren beeinflusst wird (zum Beispiel ein nicht hormonelles Intrauterinpessar), oder während der Behandlung und für 1 Monat nach der letzten Dosis zusätzlich eine nicht hormonelle Verhütungsmethode anwenden (zum Beispiel ein Kondom).
- Schwangerschaftstest: Vor Behandlungsbeginn wird bei Frauen im gebärfähigen Alter ein hochempfindlicher Schwangerschaftstest empfohlen.
- Schwangerschaft: Es liegen keine Daten beim Menschen vor; Tierstudien zeigten Reproduktionstoxizität, und Erdafitinib ist embryotoxisch und teratogen. Es sollte in der Schwangerschaft nicht angewendet werden, es sei denn, der klinische Zustand der Frau erfordert dies. Die Patienten sollten sich an ihr medizinisches Fachpersonal wenden, wenn während der Behandlung oder bis zu 1 Monat danach eine Schwangerschaft eintritt oder vermutet wird.
- Stillzeit: Ein Risiko für das gestillte Kind kann nicht ausgeschlossen werden; das Stillen sollte während der Behandlung und für 1 Monat nach der letzten Dosis unterbrochen werden.
- Fertilität: Es liegen keine Daten beim Menschen und keine speziellen Tierstudien zur Fertilität vor; eine Beeinträchtigung der männlichen und weiblichen Fertilität kann nicht ausgeschlossen werden.
Natrium
Jede Tablette enthält weniger als 1 mmol (23 mg) Natrium, d. h., sie ist im Wesentlichen natriumfrei.
Auswirkungen auf die Fahrtüchtigkeit
Erdafitinib hat einen mäßigen Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen. Augenerkrankungen wie zentrale seröse Retinopathie oder Keratitis können auftreten; Patienten mit Sehsymptomen sollten kein Fahrzeug führen und keine Maschinen bedienen, bis diese abgeklungen sind.
Lagerungsbedingungen
Balversa erfordert keine besonderen Lagerungsbedingungen. Die Tabletten werden in Flaschen aus Polyethylen hoher Dichte mit kindergesichertem Verschluss und einer Induktionsversiegelung geliefert; jede Faltschachtel enthält je nach Stärke eine Flasche mit 28, 56 oder 84 Tabletten, und möglicherweise werden nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.
Haltbarkeit
4 Jahre für die Flaschenpackung. Nach dem auf der Packung angegebenen Verfalldatum nicht mehr verwenden.
Abgabebedingungen in der Apotheke
Verschreibungspflichtig (Rx), unter eingeschränkter ärztlicher Verschreibung (Anhang II B): Die Behandlung wird von einem in der Krebstherapie erfahrenen Arzt eingeleitet und überwacht, nachdem die FGFR3-Veränderung bestätigt wurde. Balversa-Tabletten werden zu Hause eingenommen, daher werden sie auf Verschreibung an den Patienten oder an die behandelnde Klinik geliefert.
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Diese Produktinformation basiert auf:
DrugBank — Erdafitinib (DB12147); EMA SmPC — BalversaZuletzt geprüft:
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