Entrectinib
TRK/ROS1/ALK-Inhibitor (Proteinkinase-Inhibitor)
Entrectinib ist ein oraler niedermolekularer Inhibitor der Tropomyosin-Rezeptor-Kinasen TRKA, TRKB und TRKC, von ROS1 und der anaplastischen Lymphomkinase (ALK). Fusionsproteine, die diese Kinasedomänen enthalten, treiben in manchen Tumoren ein unkontrolliertes Zellwachstum an, und Entrectinib sowie sein aktiver Metabolit M5 blockieren diese Signalübertragung. In der EU ist es im Rahmen einer bedingten Zulassung als Monotherapie zugelassen bei soliden Tumoren mit NTRK-Genfusion bei Erwachsenen und bei Kindern über 1 Monat, für die es keine zufriedenstellenden Behandlungsoptionen gibt, sowie bei fortgeschrittenem ROS1-positivem nicht-kleinzelligem Lungenkarzinom bei Erwachsenen, die zuvor nicht mit ROS1-Inhibitoren behandelt wurden. Es wird einmal täglich als Hartkapseln eingenommen, bei Kindern, die keine Kapseln schlucken können, als filmüberzogenes Granulat auf weicher Nahrung oder als Kapseln, die zu einer Suspension zum Einnehmen zubereitet werden. Kognitive Störungen, Frakturen, kongestive Herzinsuffizienz und QTc-Verlängerung gehören zu den wichtigen Sicherheitsaspekten.
Erhältlich unter folgenden Markennamen
Dieser Wirkstoff wird je nach Region und Hersteller unter folgenden Markennamen vertrieben:
- Rozlytrek ®
Markennamen sind eingetragene Warenzeichen der jeweiligen Inhaber. Pharmalogistic vertritt, produziert oder vertreibt die oben genannten Markenprodukte nicht.
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Häufig gestellte Fragen
Entrectinib: Wofür wird es angewendet?
Entrectinib ist ein oraler niedermolekularer Inhibitor der Tropomyosin-Rezeptor-Kinasen TRKA, TRKB und TRKC, von ROS1 und der anaplastischen Lymphomkinase (ALK).
Entrectinib: Ist ein Rezept erforderlich?
Ja. Entrectinib ist ein verschreibungspflichtiges Arzneimittel. Erforderlich ist ein gültiges Rezept einer approbierten Ärztin oder eines approbierten Arztes; die Rezeptvorschriften des Bestimmungslandes werden vor jedem Versand geprüft.
Entrectinib: Wie ist es zu lagern?
Lagern Sie Entrectinib bei Kapseln: keine Temperaturbegrenzung, in der Originalverpackung mit fest verschlossener Flasche aufbewahren, um vor Feuchtigkeit zu schützen; Granulat: nicht über 30 °C lagern, vor Feuchtigkeit schützen in der Originalverpackung, vor Licht geschützt und für Kinder unzugänglich. Nach Anbruch: Aus den Kapseln zubereitete Suspension zum Einnehmen: sofort verwenden, verwerfen, wenn sie nicht innerhalb von 2 Stunden verwendet wird, nicht über 30 °C lagern.
Entrectinib: Ist ein gekühlter Versand (Kühlkette) erforderlich?
Nein. Entrectinib ist bei Kapseln: keine Temperaturbegrenzung, in der Originalverpackung mit fest verschlossener Flasche aufbewahren, um vor Feuchtigkeit zu schützen; Granulat: nicht über 30 °C lagern, vor Feuchtigkeit schützen stabil, sodass eine normale Schutzverpackung ausreicht; während des Transports wird es dennoch vor Hitze und Feuchtigkeit geschützt.
Entrectinib: Unter welchen Markennamen wird es vertrieben?
Entrectinib wird je nach Land und Hersteller als Rozlytrek vermarktet. Markennamen sind Warenzeichen der jeweiligen Inhaber; Pharmalogistic vertritt oder vertreibt die Markenprodukte nicht.
Entrectinib: Welche Stärken sind verfügbar?
Entrectinib ist in folgenden Stärken erhältlich: 100 mg Hartkapseln, 200 mg Hartkapseln, 50 mg filmüberzogenes Granulat im Beutel. Die geeignete Stärke und das Dosierungsschema legt die behandelnde Ärztin bzw. der behandelnde Arzt fest.
Entrectinib: Wie lange ist es haltbar?
Die Haltbarkeit von Entrectinib beträgt 4 Jahre (Kapseln); 2 Jahre (filmüberzogenes Granulat) bei Lagerung gemäß Empfehlung. Nach dem auf der Verpackung angegebenen Verfalldatum nicht mehr anwenden.
Medizinische Informationen & Leitlinien
Pharmakologie, Anwendungsgebiete und Sicherheitsprofil dieses Wirkstoffs
Pharmakologische Wirkung
Entrectinib ist ein Inhibitor der Tropomyosin-Rezeptor-Tyrosinkinasen TRKA, TRKB und TRKC (kodiert von NTRK1, NTRK2 und NTRK3), der Proto-Onkogen-Tyrosin-Proteinkinase ROS1 und der anaplastischen Lymphomkinase (ALK) mit IC50-Werten von 0,1 bis 2 nM. Sein wichtigster aktiver Metabolit M5 besitzt in vitro eine ähnliche Wirksamkeit und Aktivität gegen TRK, ROS1 und ALK.
Wirkmechanismus
- Onkogene Fusionsproteine: Fusionsproteine, die TRK-, ROS1- oder ALK-Kinasedomänen enthalten, fördern die Tumorentstehung durch Hyperaktivierung nachgeschalteter Signalwege, was zu ungehemmter Zellproliferation führt. Entrectinib konkurriert an diesen Kinasen mit ATP und blockiert diese Signalübertragung.
- Präklinische Aktivität: Es hemmte in vitro und in vivo Krebszelllinien aus vielen Tumorarten, einschließlich subkutaner und intrakranieller Tumoren, die NTRK-, ROS1- oder ALK-Fusionsgene tragen. Es überwindet die Blut-Hirn-Schranke.
- Resistenz: Eine frühere Behandlung mit anderen Arzneimitteln, die dieselben Kinasen hemmen, kann eine Resistenz verursachen. Nach dem Absetzen von Entrectinib wurden Resistenzmutationen in den Kinasedomänen von TRK und ROS1 festgestellt; die Ursachen einer primären Resistenz sind nicht bekannt.
Pharmakokinetik
- Resorption: schnell; maximale Plasmaspiegel etwa 4 bis 6 Stunden nach einer Einzeldosis von 600 mg, mit Steady State innerhalb von etwa einer Woche (M5: zwei Wochen). Nahrung hat keine klinisch bedeutsame Wirkung. Bei gesunden Erwachsenen ergab das filmüberzogene Granulat eine ähnliche AUC und Cmax wie die Kapseln, und als Suspension gegebene Kapseln (oral oder über eine Magen- oder nasogastrale Sonde) entsprachen ganzen Kapseln.
- Verteilung: Entrectinib und M5 sind zu mehr als 99 % an Plasmaproteine gebunden. Das Verteilungsvolumen (Vz/F) beträgt etwa 600 l, was auf eine ausgedehnte Verteilung hindeutet.
- Metabolismus: hauptsächlich durch CYP3A4 (etwa 76 %), mit geringen Beiträgen anderer CYP-Enzyme und von UGT1A4. Der aktive Metabolit M5 (durch CYP3A4 gebildet) und das N-Glucuronid M11 (durch UGT1A4 gebildet) sind die beiden wichtigsten zirkulierenden Metaboliten.
- Elimination: Nach einer radioaktiv markierten Dosis fanden sich etwa 83 % der Radioaktivität im Stuhl und 3 % im Urin. Die Halbwertszeiten betragen etwa 20 Stunden für Entrectinib und 40 Stunden für M5. Die Pharmakokinetik ist linear und weder dosis- noch zeitabhängig.
- Besondere Patientengruppen: Bei einem Alter ab 65 Jahren, bei Leberfunktionsstörung jeder Child-Pugh-Klasse oder bei leichter oder mittelschwerer Nierenfunktionsstörung ist keine Dosisanpassung erforderlich (siehe Verabreichung und Dosierung).
Anwendungsgebiete
Entrectinib wird als Monotherapie angewendet. Vor der Behandlung muss ein validierter Test den NTRK-Genfusionsstatus oder den ROS1-Status feststellen.
- Solide Tumoren mit NTRK-Genfusion: Erwachsene und pädiatrische Patienten, die älter als 1 Monat sind, mit soliden Tumoren, die eine NTRK-Genfusion aufweisen, die eine lokal fortgeschrittene oder metastasierte Erkrankung haben oder bei denen eine chirurgische Resektion voraussichtlich zu schwerer Morbidität führt, die zuvor keinen NTRK-Inhibitor erhalten haben und für die es keine zufriedenstellenden Behandlungsoptionen gibt.
- ROS1-positives fortgeschrittenes nicht-kleinzelliges Lungenkarzinom (NSCLC): Erwachsene, die zuvor nicht mit ROS1-Inhibitoren behandelt wurden.
Gegenanzeigen
- Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der sonstigen Bestandteile.
Nebenwirkungen
Die Sicherheitsdaten stammen von 853 Patienten (762 Erwachsene und 91 Kinder) aus fünf klinischen Studien mit einer medianen Exposition von 8,6 Monaten. Die häufigsten Reaktionen (20 % oder mehr) waren Müdigkeit, Verstopfung, Durchfall, Schwindel, Dysgeusie, Ödeme, Gewichtszunahme, Anämie, erhöhtes Blutkreatinin, Übelkeit, Dysästhesie, Schmerzen, Erbrechen, Fieber, Arthralgie, erhöhte Aspartat-Aminotransferase, Dyspnoe, kognitive Störungen, Husten und erhöhte Alanin-Aminotransferase. Die häufigsten schwerwiegenden Reaktionen (2 % oder mehr) waren Lungeninfektion (5,3 %), Frakturen (4,1 %), Dyspnoe (3,6 %), kognitive Beeinträchtigung (2,9 %), Pleuraerguss (2,5 %) und Fieber (2,5 %). Die Behandlung wurde bei 6,0 % der Patienten wegen einer Reaktion dauerhaft abgesetzt.
Sehr häufig (≥1/10): Harnwegsinfektion, Lungeninfektion; Anämie, Neutropenie; Gewichtszunahme, Hyperurikämie, verminderter Appetit; Schwindel, Dysgeusie, Dysästhesie, kognitive Störungen, sensorische periphere Neuropathie, Kopfschmerzen, Ataxie, Schlafstörungen; verschwommenes Sehen; Hypotonie; Dyspnoe, Husten; Verstopfung, Durchfall, Übelkeit, Erbrechen, Bauchschmerzen, Dysphagie; erhöhte Aspartat- und Alanin-Aminotransferasen; Hautausschlag; Arthralgie, Myalgie, Frakturen, Muskelschwäche; erhöhtes Blutkreatinin, Harnverhalt; Müdigkeit, Ödeme, Schmerzen, Fieber.
Häufig (≥1/100 bis <1/10): Dehydratation; Stimmungsstörungen, Synkope; kongestive Herzinsuffizienz, QTc-Verlängerung im Elektrokardiogramm; Pleuraerguss; Photosensibilitätsreaktion.
Gelegentlich (≥1/1.000 bis <1/100): Tumorlysesyndrom, Myokarditis.
Tödliche Verläufe unter den Ereignissen vom Grad 3 bis 5 umfassten Pneumonie (4), Dyspnoe (3), Herzinsuffizienz (1) und Tumorlysesyndrom (1). Frakturen wurden bei 29,7 % (27/91) der behandelten Kinder berichtet; die meisten heilten ab.
Wechselwirkungen
Entrectinib wird hauptsächlich durch CYP3A4 metabolisiert, daher verändern starke Modulatoren dieses Enzyms seine Exposition erheblich.
- Starke oder mäßige CYP3A-Inhibitoren (zum Beispiel Ritonavir, Saquinavir, Ketoconazol, Itraconazol, Voriconazol, Posaconazol, Grapefruit, Bitterorangen): Itraconazol erhöhte die AUC von Entrectinib um 600 % und die Cmax um 173 %. Die Kombination ist zu vermeiden; wenn sie bei einem Erwachsenen nicht vermieden werden kann, ist sie auf 14 Tage zu begrenzen und die Dosis zu reduzieren (siehe Verabreichung und Dosierung).
- CYP3A- oder P-gp-Induktoren (Carbamazepin, Phenobarbital, Phenytoin, Rifabutin, Rifampicin, Johanniskraut, Apalutamid, Ritonavir, Dexamethason): Rifampicin senkte die AUC von Entrectinib um 77 % und die Cmax um 56 %. Die Kombination ist zu vermeiden; wenn Dexamethason nicht vermieden werden kann, entscheidet das medizinische Fachpersonal über dessen Dosis.
- P-gp-Inhibitoren (zum Beispiel Verapamil, Nifedipin, Felodipin, Fluvoxamin, Paroxetin): Ein deutlicher Effekt wird nicht erwartet, aber Vorsicht ist geboten, da die Exposition gegenüber Entrectinib steigen kann.
- Säurereduzierende Arzneimittel: Lansoprazol senkte die AUC von Entrectinib um 25 % und die Cmax um 23 %. Bei Protonenpumpenhemmern, H2-Blockern oder Antazida ist keine Anpassung erforderlich.
- Empfindliche CYP3A4-Substrate mit enger therapeutischer Breite (Cisaprid, Ciclosporin, Ergotamin, Fentanyl, Pimozid, Chinidin, Tacrolimus, Alfentanil, Sirolimus): Entrectinib ist ein schwacher CYP3A4-Inhibitor (die AUC von Midazolam stieg um 50 %), daher ist Vorsicht geboten.
- Transportersubstrate: Die Exposition gegenüber Digoxin stieg leicht an (Cmax 28 %, AUC 18 %), was nicht als klinisch relevant angesehen wird, aber die Wirkung auf empfindlichere P-gp-Substrate wie Dabigatranetexilat ist unbekannt. Bei empfindlichen oralen BCRP-Substraten (Methotrexat, Mitoxantron, Topotecan, Lapatinib) und OATP1B1-Substraten (Atorvastatin, Pravastatin, Rosuvastatin, Repaglinid, Bosentan) ist Vorsicht geboten, da die Resorption zunehmen kann.
- CYP2C-Substrate: Entrectinib kann CYP2C-Enzyme und UGT induzieren, daher kann die Exposition gegenüber Substraten von CYP2C8, CYP2C9 und CYP2C19 (zum Beispiel Repaglinid, Warfarin, Tolbutamid, Omeprazol) sinken.
- Hormonelle Kontrazeptiva: Es ist nicht bekannt, ob Entrectinib deren Wirkung vermindert, daher sollte zusätzlich eine Barrieremethode angewendet werden.
- QTc-verlängernde Arzneimittel: Die Anwendung zusammen mit Entrectinib ist zu vermeiden (siehe Besondere Hinweise).
- Nahrung: Grapefruit, Grapefruitsaft und Bitterorangen sind zu vermeiden. Ansonsten kann es mit oder ohne Nahrung eingenommen werden.
- Wechselwirkungsstudien wurden nur bei Erwachsenen durchgeführt.
Verabreichung und Dosierung
Die Behandlung wird von einem Arzt eingeleitet, der in der Anwendung von Arzneimitteln zur Krebsbehandlung erfahren ist, nachdem der NTRK-Genfusionsstatus oder der ROS1-Status mit einem validierten Test festgestellt wurde. Rozlytrek ist zur oralen oder enteralen Anwendung (über eine Magen- oder nasogastrale Sonde) bestimmt und kann mit oder ohne Nahrung eingenommen werden, jedoch nicht mit Grapefruit, Grapefruitsaft oder Bitterorangen. Der Verschreibende wählt je nach benötigter Dosis und Bedürfnissen des Patienten Kapseln oder filmüberzogenes Granulat. Die Behandlung wird bis zur Krankheitsprogression oder bis zu nicht akzeptabler Toxizität fortgesetzt.
Empfohlene Dosis
- Erwachsene: 600 mg einmal täglich (Kapseln).
- Kinder über 6 Monate: einmal tägliche Dosis nach Körperoberfläche (KOF): bis 0,42 m², 250 mg/m²; 0,43–0,50 m², 100 mg; 0,51–0,80 m², 200 mg; 0,81–1,10 m², 300 mg; 1,11–1,50 m², 400 mg; 1,51 m² oder mehr, 600 mg. Die KOF-Stufen beruhen darauf, die Exposition an eine Zieldosis von 300 mg/m² anzugleichen. Für die Stufe mit 250 mg/m² ermöglichen als Suspension zum Einnehmen zubereitete Kapseln Dosierungsschritte von 10 mg.
- Kinder über 1 Monat bis 6 Monate: 250 mg/m² KOF einmal täglich, unter Verwendung von als Suspension zum Einnehmen zubereiteten Kapseln (Dosis auf die nächsten 10 mg gerundet).
- Kinder im Alter von 1 Monat oder jünger: Sicherheit und Wirksamkeit sind nicht erwiesen, und es kann keine Dosis empfohlen werden.
Darreichungsformen und Einnahme
- Hartkapseln (100 mg, 200 mg): für Patienten, die ganze Kapseln schlucken können und 100 mg oder ein Vielfaches von 100 mg benötigen. Im Ganzen schlucken; nicht zerdrücken oder kauen.
- Kapseln als Suspension zum Einnehmen: für Patienten, die keine Kapseln schlucken können oder eine enterale Verabreichung benötigen; zubereitet wie in Abschnitt 6.6 der Fachinformation beschrieben. Sofort geben und die Suspension verwerfen, wenn sie nicht innerhalb von 2 Stunden verwendet wird. Der Patient trinkt anschließend Wasser; bei Gabe über eine Sonde wird die Sonde anschließend mit Wasser oder Milch gespült.
- Filmüberzogenes Granulat (50-mg-Beutel): für Kinder, die keine Kapseln schlucken können, aber weiche Nahrung schlucken können, wenn die Dosis 50 mg oder ein Vielfaches von 50 mg beträgt. Auf einen oder mehrere Löffel weicher Nahrung (zum Beispiel Apfelmus, Joghurt, Pudding) streuen und innerhalb von 20 Minuten nach dem Vermischen geben, danach Wasser geben. Das Granulat nicht zerdrücken oder kauen (bitterer Geschmack) und einen Beutel nicht teilen, um eine kleinere Dosis zu erhalten. Beutel pro Dosis: 100 mg, 2; 200 mg, 4; 300 mg, 6; 400 mg, 8; 600 mg, 12.
Dosisreduktion
Die Dosis kann je nach Verträglichkeit bis zu zweimal reduziert werden (Erwachsene und Kinder über 1 Monat). Die Behandlung wird dauerhaft abgesetzt, wenn der Patient sie nach zwei Reduktionen nicht verträgt, und bei Erwachsenen, wenn 200 mg einmal täglich nicht vertragen werden.
- 250 mg/m²: erste Reduktion auf zwei Drittel der Anfangsdosis, zweite auf ein Drittel (als Suspension zubereitete Kapseln ermöglichen Schritte von 10 mg).
- 100 mg: 50 mg oder 100 mg einmal täglich an abwechselnden Tagen (100 mg montags, mittwochs, freitags und sonntags; 50 mg dienstags, donnerstags und samstags), danach 50 mg einmal täglich.
- 200 mg: 150 mg, dann 100 mg. 300 mg: 200 mg, dann 100 mg. 400 mg: 300 mg, dann 200 mg. 600 mg: 400 mg, dann 200 mg.
Dosisanpassungen bei Nebenwirkungen
Die Behandlung kann bei den unten genannten Reaktionen (NCI-CTCAE-Grade) oder nach Einschätzung des Verschreibenden unterbrochen, reduziert oder abgesetzt werden.
- Kongestive Herzinsuffizienz: Grad 2 oder 3, aussetzen bis Grad 1 oder niedriger, mit reduzierter Dosis fortsetzen. Grad 4, aussetzen bis Grad 1 oder niedriger, dann mit reduzierter Dosis fortsetzen oder, wenn klinisch angemessen, absetzen.
- Kognitive Störungen: nicht tolerierbarer Grad 2, aussetzen bis Grad 1 oder Ausgangswert, mit derselben oder reduzierter Dosis fortsetzen. Grad 3, aussetzen, mit reduzierter Dosis fortsetzen. Grad 4, bei anhaltenden, schweren oder nicht tolerierbaren Ereignissen, wenn klinisch angemessen, absetzen.
- Hyperurikämie (symptomatisch oder Grad 4): harnsäuresenkendes Arzneimittel beginnen, aussetzen, bis sich Anzeichen und Symptome bessern, mit derselben oder reduzierter Dosis fortsetzen.
- Verlängerung des QT-Intervalls: QTc 481–500 ms, aussetzen bis zum Ausgangswert, mit derselben Dosis fortsetzen. QTc über 500 ms, aussetzen bis zum Ausgangswert, mit derselben Dosis fortsetzen, wenn die Ursache gefunden und behoben wurde, andernfalls mit reduzierter Dosis. Torsade de pointes, polymorphe ventrikuläre Tachykardie oder Zeichen einer schweren Arrhythmie: dauerhaft absetzen.
- Transaminasenanstiege: Grad 3, aussetzen bis Grad 1 oder Ausgangswert; mit derselben Dosis fortsetzen, wenn sie innerhalb von 4 Wochen abgeklungen sind (reduzierte Dosis bei einem wiederkehrenden Ereignis vom Grad 3, das innerhalb von 4 Wochen abklingt); absetzen, wenn sie nicht innerhalb von 4 Wochen abgeklungen sind. Grad 4, aussetzen; mit reduzierter Dosis fortsetzen, wenn sie innerhalb von 4 Wochen abgeklungen sind; absetzen, wenn sie nicht innerhalb von 4 Wochen abgeklungen sind oder wenn Grad 4 erneut auftritt. ALT oder AST über dem 3-Fachen der oberen Normgrenze bei einem Gesamtbilirubin über dem 2-Fachen (ohne Cholestase oder Hämolyse): dauerhaft absetzen.
- Anämie oder Neutropenie (Grad 3 oder 4): aussetzen bis Grad 2 oder niedriger oder bis zum Ausgangswert, mit derselben oder reduzierter Dosis fortsetzen.
- Andere klinisch relevante Reaktionen (Grad 3 oder 4): aussetzen bis Grad 1 oder Ausgangswert; mit derselben oder reduzierter Dosis fortsetzen, wenn sie innerhalb von 4 Wochen abgeklungen sind; ein dauerhaftes Absetzen erwägen, wenn sie nicht innerhalb von 4 Wochen abgeklungen sind; bei wiederkehrendem Grad 4 absetzen.
Mit CYP3A-Inhibitoren
Starke oder mäßige CYP3A-Inhibitoren sind bei Erwachsenen und bei Kindern über 1 Monat zu vermeiden. Wenn ein Erwachsener sie nicht vermeiden kann, ist die Anwendung auf 14 Tage zu begrenzen und Entrectinib auf 100 mg einmal täglich bei einem starken Inhibitor oder auf 200 mg einmal täglich bei einem mäßigen Inhibitor zu reduzieren. Nach dem Absetzen des Inhibitors kann die vorherige Dosis wieder aufgenommen werden; bei Inhibitoren mit langer Halbwertszeit kann eine Auswaschphase erforderlich sein.
Besondere Patientengruppen
- Ältere Patienten: keine Dosisanpassung ab 65 Jahren (kognitive Ereignisse waren in dieser Altersgruppe häufiger).
- Leberfunktionsstörung: keine Dosisanpassung bei leichter, mittelschwerer oder schwerer Funktionsstörung (Child-Pugh A, B oder C); bei schwerer Funktionsstörung sind Leberfunktion und Nebenwirkungen engmaschig zu überwachen.
- Nierenfunktionsstörung: keine Anpassung bei leichter oder mittelschwerer Funktionsstörung; bei schwerer Funktionsstörung nicht untersucht.
Vergessene oder erbrochene Dosis
Eine vergessene Dosis kann nachgeholt werden, es sei denn, die nächste Dosis ist innerhalb von 12 Stunden fällig. Wenn unmittelbar nach der Einnahme ganzer Kapseln Erbrechen auftritt, kann die Dosis wiederholt werden. Wenn eine Betreuungsperson die Suspension zum Einnehmen gibt und das Kind die Dosis sofort ganz oder teilweise erbricht oder ausspuckt, sollte die Betreuungsperson das medizinische Fachpersonal fragen, was zu tun ist.
Besondere Hinweise
Wirksamkeit bei verschiedenen Tumorarten
Der Nutzen bei Tumoren mit NTRK-Genfusion wurde in einarmigen Studien an einer relativ kleinen Patientenzahl anhand der Ansprechrate und der Dauer des Ansprechens bei einer begrenzten Zahl von Tumorarten nachgewiesen. Die Wirkung kann je nach Tumorart und weiteren genomischen Veränderungen unterschiedlich sein, daher sollte Entrectinib nur angewendet werden, wenn es keine zufriedenstellenden Behandlungsoptionen gibt.
Kognitive Störungen
Verwirrtheit, Veränderungen des Geisteszustands, Gedächtnisstörungen und Halluzinationen wurden berichtet, häufiger bei Patienten über 65 Jahren. Die Patienten sollten auf kognitive Veränderungen überwacht, darüber beraten und angewiesen werden, kein Fahrzeug zu führen und keine Maschinen zu bedienen, bis die Symptome abgeklungen sind. Die Behandlung ist wie unter den Dosisanpassungen beschrieben zu ändern.
Frakturen
Frakturen traten in klinischen Studien bei 29,7 % (27/91) der Kinder auf, meist unter 12 Jahren und an der unteren Extremität (Femur, Tibia, Fuß, Fibula). Einige folgten auf einen Sturz oder ein anderes Trauma, und 14 Kinder hatten mehr als eine Fraktur. Die meisten heilten ab; bei fünf Kindern wurde die Behandlung unterbrochen, und sechs setzten sie wegen Frakturen ab. Frakturen traten auch bei Erwachsenen auf. Wer Schmerzen, ein auffälliges Gangbild, veränderte Beweglichkeit oder eine Deformität hat, sollte umgehend untersucht werden.
Hyperurikämie
Die Serumharnsäure sollte vor Behandlungsbeginn und danach regelmäßig während der Behandlung bestimmt werden, mit Überwachung auf Anzeichen und Symptome. Harnsäuresenkende Arzneimittel werden bei klinischer Indikation begonnen, und Entrectinib wird bei Anzeichen und Symptomen ausgesetzt.
Kongestive Herzinsuffizienz
Eine kongestive Herzinsuffizienz trat bei 5,4 % der Patienten auf, mit oder ohne Herzerkrankung in der Vorgeschichte, und bildete sich bei 63,0 % nach Behandlung und/oder Dosisreduktion oder -unterbrechung zurück. Bei Patienten mit Symptomen oder Risikofaktoren sollte vor Behandlungsbeginn die linksventrikuläre Ejektionsfraktion beurteilt werden. Patienten mit Kurzatmigkeit oder Ödemen sollten untersucht und gegebenenfalls behandelt werden.
Verlängerung des QTc-Intervalls
Eine QTc-Verlängerung wurde beobachtet. Entrectinib sollte bei Patienten mit einem QTc-Ausgangswert über 450 ms, angeborenem Long-QT-Syndrom, Elektrolytstörung oder bedeutsamer Herzerkrankung (kürzlicher Myokardinfarkt, Herzinsuffizienz, instabile Angina pectoris, Bradyarrhythmien) sowie bei Patienten, die Arzneimittel einnehmen, die bekanntermaßen das QTc verlängern, vermieden werden. Wenn der Arzt der Ansicht ist, dass der Nutzen das Risiko überwiegt, sind zusätzliche Kontrollen durchzuführen und fachärztlicher Rat in Betracht zu ziehen. Ein EKG und die Elektrolyte werden zu Beginn und nach 1 Monat, danach regelmäßig empfohlen.
Schwangerschaft, Empfängnisverhütung, Stillzeit und Fertilität
- Schwangerschaftstest und Empfängnisverhütung: Frauen im gebärfähigen Alter benötigen vor Behandlungsbeginn einen ärztlich überwachten Schwangerschaftstest und müssen während der Behandlung und für mindestens 5 Wochen nach der letzten Dosis eine hochwirksame Empfängnisverhütung anwenden. Frauen, die systemische hormonelle Kontrazeptiva anwenden, sollten zusätzlich eine Barrieremethode anwenden.
- Männer: Männliche Patienten mit Partnerinnen im gebärfähigen Alter müssen während der Behandlung und für mindestens 3 Monate nach der letzten Dosis eine hochwirksame Empfängnisverhütung anwenden.
- Schwangerschaft: Es liegen keine Daten bei Schwangeren vor; Tierstudien und der Wirkmechanismus weisen darauf hin, dass Entrectinib den Fetus schädigen kann. Es wird in der Schwangerschaft und bei Frauen im gebärfähigen Alter, die keine Empfängnisverhütung anwenden, nicht empfohlen. Patientinnen sollten ihren Arzt informieren, wenn eine Schwangerschaft eintritt.
- Stillzeit: Es ist nicht bekannt, ob Entrectinib oder seine Metaboliten in die Muttermilch übergehen, und ein Risiko kann nicht ausgeschlossen werden, daher sollte während der Behandlung abgestillt werden.
- Fertilität: Es wurden keine Fertilitätsstudien an Tieren durchgeführt.
Sonstige Bestandteile
Die Kapseln enthalten Lactose (65 mg in der 100-mg-Kapsel, 130 mg in der 200-mg-Kapsel); Patienten mit der seltenen hereditären Galactose-Intoleranz, vollständigem Lactase-Mangel oder Glucose-Galactose-Malabsorption sollten sie nicht einnehmen. Die 200-mg-Kapsel enthält Gelborange S (E110), das allergische Reaktionen hervorrufen kann.
Auswirkungen auf die Fahrtüchtigkeit
Rozlytrek hat einen mäßigen Einfluss auf die Fahrtüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen. Patienten mit kognitiven Reaktionen, Synkope, verschwommenem Sehen oder Schwindel sollten kein Fahrzeug führen und keine Maschinen bedienen, bis die Symptome abgeklungen sind.
Lagerungsbedingungen
- Kapseln: in der Originalverpackung mit fest verschlossener Flasche aufbewahren, um vor Feuchtigkeit zu schützen; es ist keine Temperaturbegrenzung angegeben. Die Flaschen bestehen aus HDPE mit kindersicherem Verschluss mit Originalitätssicherung und Silicagel-Trockenmittel im Deckel (30 Kapseln zu 100 mg oder 90 Kapseln zu 200 mg).
- Filmüberzogenes Granulat: nicht über 30 °C lagern; in der Originalverpackung aufbewahren, um vor Feuchtigkeit zu schützen.
- Aus Kapseln hergestellte Suspension zum Einnehmen: nicht über 30 °C lagern und innerhalb von 2 Stunden verwenden.
Haltbarkeit
Kapseln: 4 Jahre. Filmüberzogenes Granulat: 2 Jahre. Aus den Kapseln zubereitete Suspension zum Einnehmen: sofort verwenden und verwerfen, wenn sie nicht innerhalb von 2 Stunden verwendet wird.
Abgabebedingungen in der Apotheke
Verschreibungspflichtig (Rx), unter eingeschränkter ärztlicher Verschreibung (Anhang II B der Zulassung), und die Behandlung wird von einem Arzt eingeleitet, der in der Anwendung von Arzneimitteln zur Krebsbehandlung erfahren ist. Rozlytrek wird zu Hause eingenommen (Kapseln, Granulat oder Kapseln als Suspension zum Einnehmen) und daher auf Verschreibung an den Patienten oder an die behandelnde Klinik geliefert.
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Wichtiger Hinweis
Die auf dieser Website bereitgestellten Informationen dienen ausschließlich allgemeinen Informations- und Bildungszwecken und stellen weder eine medizinische Beratung noch eine Diagnose oder Behandlungsempfehlung dar. Diese Informationen ersetzen nicht die Konsultation einer qualifizierten medizinischen Fachperson. Holen Sie bei Fragen zu einem Gesundheitszustand oder Arzneimittel stets den Rat Ihrer Ärztin bzw. Ihres Arztes, Apothekerin bzw. Apothekers oder einer anderen qualifizierten Fachperson ein. Ignorieren Sie ärztlichen Rat nicht und verzögern Sie dessen Einholung nicht aufgrund von Informationen auf dieser Website. Produktverfügbarkeit, zugelassene Anwendungsgebiete und Fachinformationen können je nach Land unterschiedlich sein. Viele der gelisteten Arzneimittel sind verschreibungspflichtig; wo ein Rezept erforderlich ist, muss dieses im Bestimmungsland gültig sein, und die Produkte sind unter ärztlicher Aufsicht anzuwenden. Wir beschaffen, versenden oder listen keine Suchtmittel im Sinne des österreichischen Suchtmittelgesetzes (SMG) oder vergleichbarer internationaler Regelungen.
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Informationsquelle
Diese Produktinformation basiert auf:
DrugBank — Entrectinib (DB11986); EMA SmPC — RozlytrekZuletzt geprüft:
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