Datopotamab Deruxtecan
TROP2-gerichtetes Antikörper-Wirkstoff-Konjugat
Datopotamab deruxtecan ist ein Antikörper-Wirkstoff-Konjugat: ein humanisierter Anti-TROP2-IgG1-Antikörper, der über einen spaltbaren Linker mit Deruxtecan (DXd), einem Topoisomerase-I-Inhibitor, verbunden ist. Der Antikörper bindet an TROP2 auf der Oberfläche von Tumorzellen und wird in diese aufgenommen; anschließend wird DXd freigesetzt, das die DNA schädigt und den apoptotischen Zelltod auslöst. In der EU ist es als Monotherapie zugelassen bei Erwachsenen mit inoperablem oder metastasiertem triple-negativem Brustkrebs, für die eine Therapie mit einem PD-1/PD-L1-Inhibitor nicht infrage kommt (Erstlinie), sowie bei Erwachsenen mit inoperablem oder metastasiertem Hormonrezeptor-positivem, HER2-negativem Brustkrebs nach einer endokrinen Therapie und mindestens einer Chemotherapielinie im fortgeschrittenen Stadium. Es wird von medizinischem Fachpersonal alle 3 Wochen als intravenöse Infusion verabreicht. Die interstitielle Lungenerkrankung oder Pneumonitis, die tödlich verlaufen kann, sowie Keratitis und Stomatitis sind die wichtigsten Sicherheitsbedenken.
Erhältlich unter folgenden Markennamen
Dieser Wirkstoff wird je nach Region und Hersteller unter folgenden Markennamen vertrieben:
- Datroway ®
Markennamen sind eingetragene Warenzeichen der jeweiligen Inhaber. Pharmalogistic vertritt, produziert oder vertreibt die oben genannten Markenprodukte nicht.
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Häufig gestellte Fragen
Datopotamab Deruxtecan: Wofür wird es angewendet?
Datopotamab deruxtecan ist ein Antikörper-Wirkstoff-Konjugat: ein humanisierter Anti-TROP2-IgG1-Antikörper, der über einen spaltbaren Linker mit Deruxtecan (DXd), einem Topoisomerase-I-Inhibitor, verbunden ist.
Datopotamab Deruxtecan: Ist ein Rezept erforderlich?
Ja. Datopotamab Deruxtecan ist ein verschreibungspflichtiges Arzneimittel. Erforderlich ist ein gültiges Rezept einer approbierten Ärztin oder eines approbierten Arztes; die Rezeptvorschriften des Bestimmungslandes werden vor jedem Versand geprüft.
Datopotamab Deruxtecan: Wie ist es zu lagern?
Lagern Sie Datopotamab Deruxtecan bei 2–8 °C; nicht einfrieren in der Originalverpackung, vor Licht geschützt und für Kinder unzugänglich. Nach Anbruch: Rekonstituierte Lösung: chemische und physikalische Stabilität bis zu 48 Stunden bei 2–8 °C, aus mikrobiologischer Sicht jedoch sofort zu verwenden. Verdünnte Lösung: bis zu 4 Stunden bei Raumtemperatur (bis zu 25 °C) oder bis zu 24 Stunden bei 2–8 °C, einschließlich Zubereitung und Infusion, vor Licht geschützt.
Datopotamab Deruxtecan: Ist ein gekühlter Versand (Kühlkette) erforderlich?
Ja. Datopotamab Deruxtecan muss bei 2–8 °C; nicht einfrieren gehalten werden und wird daher in Isolierverpackungen mit Kühlelementen versendet, die für die gesamte Transitzeit dimensioniert sind, sodass die Kühlkette vom Versand bis zur Zustellung ununterbrochen bleibt.
Datopotamab Deruxtecan: Unter welchen Markennamen wird es vertrieben?
Datopotamab Deruxtecan wird je nach Land und Hersteller als Datroway vermarktet. Markennamen sind Warenzeichen der jeweiligen Inhaber; Pharmalogistic vertritt oder vertreibt die Markenprodukte nicht.
Datopotamab Deruxtecan: Welche Stärken sind verfügbar?
Datopotamab Deruxtecan ist in folgenden Stärken erhältlich: 100 mg Pulver für ein Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung (20 mg/ml nach Rekonstitution). Die geeignete Stärke und das Dosierungsschema legt die behandelnde Ärztin bzw. der behandelnde Arzt fest.
Datopotamab Deruxtecan: Wie lange ist es haltbar?
Die Haltbarkeit von Datopotamab Deruxtecan beträgt 4 Jahre (ungeöffnete Durchstechflasche) bei Lagerung gemäß Empfehlung. Nach dem auf der Verpackung angegebenen Verfalldatum nicht mehr anwenden.
Medizinische Informationen & Leitlinien
Pharmakologie, Anwendungsgebiete und Sicherheitsprofil dieses Wirkstoffs
Pharmakologische Wirkung
Datopotamab deruxtecan ist ein TROP2-gerichtetes Antikörper-Wirkstoff-Konjugat (ADC). Ein humanisierter monoklonaler Anti-TROP2-IgG1-Antikörper, der in Ovarialzellen des Chinesischen Hamsters hergestellt wird, ist über einen spaltbaren Linker auf Tetrapeptidbasis kovalent mit Deruxtecan verbunden, einem Exatecan-Derivat (DXd), das Topoisomerase I hemmt. An jeden Antikörper sind etwa vier Deruxtecan-Moleküle gebunden. TROP2 ist ein Transmembranprotein, das in mehreren Tumorarten überexprimiert wird und in gesundem Gewebe nur eine geringe, begrenzte Expression aufweist, sodass das Konjugat seine zytotoxische Nutzlast hauptsächlich an Tumorzellen abgibt.
Wirkmechanismus
- Bindung: Der Antikörperanteil bindet an TROP2 auf der Oberfläche bestimmter Tumorzellen. Das Konjugat ist im Plasma stabil.
- Internalisierung und Freisetzung: Nach der Bindung wird das Konjugat in die Tumorzelle aufgenommen, wo lysosomale Enzyme den Linker spalten und DXd freisetzen.
- Wirkung der Nutzlast: DXd bindet an Topoisomerase I und stabilisiert deren spaltbaren Komplex mit der DNA. Dadurch entstehen DNA-Brüche, die DNA-Replikation wird blockiert und es kommt zum apoptotischen Zelltod.
- Indirekte Effekte: In vitro kann das Konjugat Tumorzellen außerdem durch antikörperabhängige zelluläre Zytotoxizität (ADCC), antikörperabhängige zelluläre Phagozytose (ADCP) und einen Bystander-Effekt von DXd auf benachbarte Tumorzellen abtöten.
- Exposition und Sicherheit: Eine höhere Exposition gegenüber dem Konjugat wurde mit mehr schwerwiegenden Nebenwirkungen, mehr Dosisunterbrechungen und -reduktionen sowie mehr Stomatitis und Augenreaktionen in Verbindung gebracht. Ein Zusammenhang zwischen Exposition und Wirksamkeit wurde bei Brustkrebs nicht charakterisiert.
- Immunogenität: In klinischen Studien mit 6 mg/kg (mediane Behandlungsdauer 5,8 Monate) wurden bei 16 % von 1.350 Patienten Anti-Drug-Antikörper und bei 2,7 % neutralisierende Antikörper nachgewiesen. Sie hatten keine erkennbare Wirkung auf die Pharmakokinetik oder die Wirksamkeit und keine klinisch bedeutsame Wirkung auf die Sicherheit.
Pharmakokinetik
- Exposition: Nach der ersten Dosis in der empfohlenen Dosierung beträgt die geometrische mittlere Spitzenkonzentration (Cmax) des Konjugats 154 µg/ml und seine AUC 671 µg·Tag/ml. Für freigesetztes DXd betragen die Werte 2,82 ng/ml und 18,5 ng·Tag/ml.
- Verteilung: Das Verteilungsvolumen des Konjugats im Steady State beträgt 3,52 l. In vitro sind 96,8–98,0 % des DXd an humane Plasmaproteine gebunden, und sein Konzentrationsverhältnis von Blut zu Plasma beträgt 0,59–0,62.
- Metabolismus: Innerhalb der Zelle spalten lysosomale Enzyme den Linker und setzen DXd frei. Es wird erwartet, dass der Antikörper über dieselben katabolen Stoffwechselwege wie endogenes IgG zu kleinen Peptiden und Aminosäuren abgebaut wird. In menschlichen Lebermikrosomen wird DXd hauptsächlich durch CYP3A4 oxidativ verstoffwechselt, ohne wesentlichen Beitrag von UGT oder anderen CYP-Enzymen.
- Elimination: Die Clearance des Konjugats beträgt etwa 0,57 l/Tag. Die mediane Eliminationshalbwertszeit beträgt 4,82 Tage für das Konjugat und etwa 5,50 Tage (scheinbar) für freigesetztes DXd. In vitro ist DXd ein Substrat von P-gp, OATP1B1, OATP1B3, MATE2-K, MRP1 und BCRP. Die Ausscheidung von DXd wurde beim Menschen nicht untersucht.
- Wirkung auf andere Arzneimittel (in vitro): DXd hemmt die wichtigsten CYP450-Enzyme (CYP1A2, 2B6, 2C8, 2C9, 2C19, 2D6 und 3A) nicht und induziert sie auch nicht; ebenso hemmt es weder OAT1, OAT3, OCT1, OCT2, OATP1B1, OATP1B3, MATE1, MATE2-K, P-gp, BCRP noch BSEP.
- Besondere Patientengruppen: Bei 6 mg/kg traten schwerwiegende Nebenwirkungen bei Patienten mit mäßiger Nierenfunktionsstörung zu Studienbeginn häufiger auf. Die Daten bei mäßiger und schwerer Leberfunktionsstörung sind begrenzt (siehe Verabreichung und Dosierung).
Anwendungsgebiete
Datopotamab deruxtecan wird als Monotherapie bei Erwachsenen mit Brustkrebs angewendet:
- Triple-negativer Brustkrebs (TNBC): Erstlinienbehandlung von Erwachsenen mit inoperablem oder metastasiertem TNBC, für die eine Therapie mit einem PD-1/PD-L1-Inhibitor nicht infrage kommt.
- Hormonrezeptor (HR)-positiver, HER2-negativer Brustkrebs: Behandlung von Erwachsenen mit inoperablem oder metastasiertem HR-positivem, HER2-negativem Brustkrebs, die eine endokrine Therapie und mindestens eine Chemotherapielinie im fortgeschrittenen Stadium erhalten haben.
Gegenanzeigen
- Überempfindlichkeit gegen Datopotamab deruxtecan oder einen der sonstigen Bestandteile (L-Histidin, L-Histidinhydrochlorid-Monohydrat, Saccharose, Polysorbat 80).
Nebenwirkungen
Das gepoolte Sicherheitsprofil stammt aus vier klinischen Studien mit 841 Patienten, die 6 mg/kg wegen Brustkrebs erhielten (mediane Exposition 6,4 Monate, Spanne 0,7 bis 38 Monate). Die häufigsten Reaktionen waren Stomatitis (64,3 %), Übelkeit (52,7 %), Fatigue (40,4 %), Alopezie (36,9 %), Obstipation (34,7 %), Erbrechen (25,0 %), trockenes Auge (23,9 %), Anämie (19,3 %), verminderter Appetit (17,6 %), Keratitis (16,6 %), erhöhte Aspartat-Aminotransferase (15,7 %), Hautausschlag (15,2 %), Neutropenie (14,9 %), COVID-19 (13,1 %), Leukopenie (12,5 %), erhöhte Alanin-Aminotransferase (11,9 %) und Diarrhö (10,2 %). Bei den nachstehenden Häufigkeiten handelt es sich um Häufigkeiten unerwünschter Ereignisse jeder Ursache; manche Ereignisse können daher andere Ursachen haben, etwa die Erkrankung oder andere Arzneimittel.
Sehr häufig (≥1/10): COVID-19, Anämie, Neutropenie, Leukopenie, verminderter Appetit, trockenes Auge, Keratitis, Stomatitis, Übelkeit, Obstipation, Erbrechen, Diarrhö, Alopezie, Hautausschlag, Fatigue, erhöhte Aspartat-Aminotransferase, erhöhte Alanin-Aminotransferase.
Häufig (≥1/100 bis <1/10): Harnwegsinfektion, Pneumonie, Dysgeusie, Konjunktivitis, verstärkter Tränenfluss, Keratopathie, Blepharitis, Funktionsstörung der Meibom-Drüsen, verschwommenes Sehen, Photophobie, Sehstörung, interstitielle Lungenerkrankung oder Pneumonitis, Dyspnoe, Rhinorrhö, trockener Mund, Hauthyperpigmentierung, trockene Haut, Pruritus, Madarosis (Verlust der Augenbrauen oder Wimpern), erhöhte Amylase, infusionsbedingte Reaktion.
Gelegentlich (≥1/1.000 bis <1/100): Sepsis, anaphylaktische Reaktion.
Die häufigsten Reaktionen vom Grad 3 oder 4 waren Stomatitis (8,1 %), erhöhte Amylase (3,9 %), Fatigue (3,8 %), Anämie (3,0 %), erhöhte Aspartat-Aminotransferase (1,9 %), Pneumonie (1,9 %), Keratitis (1,8 %), Neutropenie (1,8 %), Erbrechen (1,7 %), erhöhte Alanin-Aminotransferase (1,3 %), Übelkeit (1,1 %) und Harnwegsinfektion (1,1 %). Tödliche Reaktionen (Grad 5) traten bei 0,5 % der Patienten auf und waren auf eine interstitielle Lungenerkrankung (ILD)/Pneumonitis, Dyspnoe und Sepsis zurückzuführen. Die häufigsten schwerwiegenden Reaktionen waren Pneumonie (1,9 %), COVID-19 (1,5 %), ILD/Pneumonitis (1,1 %) und Erbrechen (1,1 %).
Die Behandlung wurde bei 3,6 % der Patienten wegen Nebenwirkungen abgebrochen, am häufigsten wegen ILD/Pneumonitis (1,7 %). Die Dosis wurde bei 22,1 % reduziert, hauptsächlich wegen Stomatitis (11,5 %), Fatigue (3,4 %), Keratitis (1,8 %), Übelkeit (1,4 %) und erhöhter Amylase (1,3 %), und bei 22,7 % unterbrochen, hauptsächlich wegen Stomatitis (5,0 %), COVID-19 (3,8 %) und Pneumonie (2,0 %).
Wechselwirkungen
Mit Datopotamab deruxtecan selbst wurden keine klinischen Studien zu Arzneimittelwechselwirkungen durchgeführt. Die verfügbaren Informationen stammen aus Studien mit Trastuzumab deruxtecan, das dieselbe DXd-Nutzlast trägt.
- CYP3A4- und Transporter-Inhibitoren: Ritonavir (ein Inhibitor von CYP3A4, OATP1B1 und OATP1B3) und Itraconazol (ein CYP3A4-Inhibitor) veränderten die Spitzenkonzentration von DXd nicht und erhöhten dessen AUC nur um das 1,2-Fache, was klinisch nicht relevant war. Inhibitoren von CYP3A4, OATP1B1 und OATP1B3 haben daher höchstwahrscheinlich keine klinisch relevante Wirkung auf die Pharmakokinetik von Deruxtecan, das aus Datopotamab deruxtecan freigesetzt wird.
- Wirkung auf andere Arzneimittel: In vitro hemmt DXd die wichtigsten CYP450-Enzyme nicht und induziert sie auch nicht, und es hemmt die wichtigsten Aufnahme- und Efflux-Transporter nicht (aufgeführt unter Pharmakokinetik).
Verabreichung und Dosierung
Datroway sollte von einem Arzt verschrieben und unter der Aufsicht von medizinischem Fachpersonal angewendet werden, das in der Anwendung von Arzneimitteln gegen Krebs erfahren ist. Es ist ausschließlich zur intravenösen Anwendung bestimmt. Medizinisches Fachpersonal muss es rekonstituieren und verdünnen und als Infusion verabreichen; es darf niemals als intravenöse Push- oder Bolusinjektion gegeben werden. Das Produkt enthält eine zytotoxische Komponente, die kovalent an den Antikörper gebunden ist; daher gelten die in der Fachinformation beschriebenen besonderen Handhabungs- und Entsorgungsverfahren.
Patientenauswahl
Bei inoperablem oder metastasiertem HR-positivem, HER2-negativem Brustkrebs sollten die Patienten anhand eines dokumentierten HER2-negativen Ergebnisses ausgewählt werden, das mit einem CE-gekennzeichneten In-vitro-Diagnostikum, sofern verfügbar, oder mit einem alternativen validierten Test bestimmt wurde.
Empfohlene Dosis
- 6 mg/kg Körpergewicht (bis zu einer Höchstdosis von 540 mg bei Patienten mit einem Gewicht von 90 kg oder mehr) als intravenöse Infusion einmal alle 3 Wochen (21-Tage-Zyklus), bis zur Krankheitsprogression oder inakzeptablen Toxizität.
- Erste Infusion: über 90 Minuten. Die Patienten werden während der Infusion und nach der ersten Dosis mindestens 30 Minuten lang auf Anzeichen oder Symptome infusionsbedingter Reaktionen beobachtet.
- Spätere Infusionen: über 30 Minuten, wenn die vorherigen Infusionen vertragen wurden, mit Beobachtung während der Infusion und danach mindestens 30 Minuten lang.
Prämedikation und Prophylaxe
- Vor jeder Infusion sollte ein Schema zur Vorbeugung infusionsbedingter Reaktionen erwogen werden: ein Antihistaminikum und Paracetamol, mit oder ohne Glukokortikoid.
- Prophylaktische Antiemetika werden vor der Infusion und an späteren Tagen nach Bedarf empfohlen: Dexamethason mit einem 5-HT3-Antagonisten sowie andere Arzneimittel wie NK1-Rezeptor-Antagonisten.
- Augentropfen gegen Keratitis und eine steroidhaltige Mundspülung gegen Stomatitis werden empfohlen (siehe Besondere Hinweise).
Dosisanpassungen bei Nebenwirkungen
- Das Management von Nebenwirkungen kann eine Verschiebung der Dosis, eine Dosisreduktion oder das Absetzen erfordern. Nach einer Reduktion wird die Dosis nicht wieder erhöht.
- Dosisstufen: Anfangsdosis 6 mg/kg (maximal 540 mg bei Patienten mit einem Gewicht von 90 kg oder mehr); erste Reduktion 4 mg/kg (maximal 360 mg); zweite Reduktion 3 mg/kg (maximal 270 mg); eine dritte Reduktion bedeutet das dauerhafte Absetzen.
- Infusionsbedingte Reaktionen: Infusion verlangsamen oder unterbrechen; bei lebensbedrohlichen Reaktionen dauerhaft absetzen.
- Interstitielle Lungenerkrankung/Pneumonitis: Bei asymptomatischer Erkrankung (Grad 1) die Dosis verschieben, bis sie auf Grad 0 abgeklungen ist, dann die Dosis beibehalten, wenn sie innerhalb von 28 Tagen nach Beginn abgeklungen ist, oder um eine Stufe reduzieren, wenn dies länger als 28 Tage dauerte; eine Kortikosteroidbehandlung erwägen, sobald eine ILD/Pneumonitis vermutet wird. Bei symptomatischer Erkrankung (Grad 2 oder höher) dauerhaft absetzen und umgehend eine Kortikosteroidbehandlung einleiten. Grad 0 bedeutet vollständige Rückbildung, einschließlich des Verschwindens radiologischer Befunde einer aktiven Erkrankung; residuale Narbenbildung oder Fibrose wird nicht als aktive Erkrankung gewertet.
- Keratitis: Grad 2, verschieben, bis sie auf Grad 1 oder weniger abgeklungen ist, dann die Dosis beibehalten; Grad 3, verschieben, bis Grad 1 oder weniger, dann um eine Stufe reduzieren; Grad 4, dauerhaft absetzen.
- Stomatitis: Grad 2, verschieben, bis Grad 1 oder weniger, und beim ersten Auftreten mit derselben Dosis wieder beginnen (bei erneutem Auftreten eine reduzierte Dosis erwägen); Grad 3, verschieben, bis Grad 1 oder weniger, und mit einer reduzierten Dosisstufe wieder beginnen; Grad 4, dauerhaft absetzen.
- Die Grade folgen den NCI Common Terminology Criteria for Adverse Events, Version 5.0.
Besondere Patientengruppen
- Ältere Patienten: keine Dosisanpassung bei Patienten ab 65 Jahren; die Daten bei Patienten ab 85 Jahren sind begrenzt.
- Nierenfunktionsstörung: keine Anpassung bei leichter bis mäßiger Funktionsstörung (Kreatinin-Clearance 30 bis unter 90 ml/min). Die empfohlene Dosis wurde bei schwerer Funktionsstörung nicht ermittelt, und diese Patienten sollten sorgfältig überwacht werden. Bei Patienten mit mäßiger Nierenfunktionsstörung zu Studienbeginn, die 6 mg/kg erhielten, traten schwerwiegende Nebenwirkungen häufiger auf als bei Patienten mit normaler Nierenfunktion.
- Leberfunktionsstörung: keine Anpassung bei leichter Funktionsstörung (Gesamtbilirubin bis zur oberen Normgrenze bei beliebiger AST oder Gesamtbilirubin über dem 1-Fachen und bis zum 1,5-Fachen der oberen Normgrenze bei beliebiger AST). Die Daten bei mäßiger Funktionsstörung (Bilirubin über dem 1,5-Fachen bis zum 3-Fachen der oberen Normgrenze) sind begrenzt und bei schwerer Funktionsstörung (über dem 3-Fachen der oberen Normgrenze) unzureichend; diese Patienten werden daher sorgfältig überwacht, und Datroway wird mit Vorsicht angewendet.
- Kinder und Jugendliche: Die Sicherheit und Wirksamkeit bei Patienten unter 18 Jahren sind nicht erwiesen; es liegen keine Daten vor.
Verspätete oder versäumte Dosis
Wenn eine geplante Dosis verspätet oder versäumt wird, sollte sie so bald wie möglich gegeben werden, ohne auf den nächsten geplanten Zyklus zu warten. Der Zeitplan wird dann angepasst, um einen Abstand von 3 Wochen zwischen den Dosen einzuhalten.
Besondere Hinweise
Rückverfolgbarkeit
Datroway ist ein biologisches Arzneimittel; daher müssen Name und Chargenbezeichnung des verabreichten Produkts deutlich dokumentiert werden.
Interstitielle Lungenerkrankung und Pneumonitis
Unter Datroway wurden Fälle von interstitieller Lungenerkrankung (ILD), einschließlich Pneumonitis, berichtet, von denen einige tödlich verliefen.
- Die Patienten sollten angewiesen werden, Husten, Kurzatmigkeit, Fieber oder jedes neue oder sich verschlechternde Atemwegssymptom sofort zu melden, und sollten auf Anzeichen und Symptome einer ILD/Pneumonitis überwacht werden.
- Verdachtsfälle müssen umgehend abgeklärt und durch radiologische Bildgebung beurteilt werden; die Konsultation eines Pneumologen sollte erwogen werden.
- Asymptomatisch (Grad 1): Eine Kortikosteroidbehandlung erwägen (zum Beispiel Prednisolon 0,5 mg/kg/Tag oder mehr bzw. ein Äquivalent). Datroway wird bis zur Erholung auf Grad 0 verschoben und kann dann wie in der Tabelle zur Dosisanpassung in der Fachinformation beschrieben wieder aufgenommen werden.
- Symptomatisch (Grad 2 oder höher): Umgehend eine systemische Kortikosteroidbehandlung einleiten (zum Beispiel Prednisolon 1 mg/kg/Tag oder mehr bzw. ein Äquivalent), diese mindestens 14 Tage lang fortsetzen und über mindestens 4 Wochen schrittweise ausschleichen. Datroway wird dauerhaft abgesetzt.
- Patienten mit ILD/Pneumonitis in der Anamnese haben möglicherweise ein höheres Risiko und sollten sorgfältig überwacht werden.
Überempfindlichkeit und infusionsbedingte Reaktionen
Unter Datopotamab deruxtecan wurden schwere, anaphylaktische Reaktionen beobachtet. Sie können einer infusionsbedingten Reaktion ähneln, sodass die Patienten während und nach der Infusion engmaschig beobachtet werden sollten. Arzneimittel zur Behandlung dieser Reaktionen und eine Notfallausrüstung müssen zur sofortigen Anwendung bereitstehen. Nach einer schweren Überempfindlichkeitsreaktion muss die Behandlung sofort und dauerhaft abgebrochen werden.
Keratitis und andere Augenwirkungen
Datroway kann Wirkungen auf die Augenoberfläche haben, einschließlich Keratitis. Anzeichen und Symptome können trockene Augen, verstärkte Tränenproduktion, Lichtempfindlichkeit und Sehveränderungen sein.
- Den Patienten wird empfohlen, mehrmals täglich konservierungsmittelfreie Gleitmittel-Augentropfen zur Prophylaxe anzuwenden und Kontaktlinsen zu meiden, sofern nicht eine augenmedizinische Fachkraft etwas anderes anordnet.
- Jedes neue oder sich verschlechternde Anzeichen oder Symptom am Auge, das auf eine Keratitis hindeuten könnte, erfordert die umgehende Überweisung zur augenärztlichen Untersuchung.
- Wird eine Keratitis bestätigt, wird die Dosis je nach Grad verschoben, reduziert oder dauerhaft abgesetzt (siehe Verabreichung und Dosierung).
- Patienten mit klinisch signifikanter Hornhauterkrankung waren von der Studie ausgeschlossen. Patienten mit vorbestehender Keratitis sollten sorgfältig überwacht werden.
Stomatitis
Unter Datroway wurde über Stomatitis, einschließlich Mundulzera und oraler Mukositis, berichtet.
- Eine gute Mundhygiene wird zu Beginn und während der gesamten Behandlung empfohlen, zusammen mit einer täglichen steroidhaltigen Mundspülung zur Vorbeugung und Behandlung (zum Beispiel Dexamethason-Lösung zum Einnehmen 0,1 mg/ml viermal täglich oder ein ähnliches Schema).
- Wenn klinisch angezeigt, können Antimykotika gemäß den örtlichen Leitlinien erwogen werden.
- Ohne steroidhaltige Mundspülung werden gemäß den örtlichen Leitlinien milde Mundspülungen (zum Beispiel alkoholfrei oder bicarbonathaltig) empfohlen. Auch Eisstückchen oder Eiswasser, die während der Infusion im Mund gehalten werden, können erwogen werden.
- Tritt eine Stomatitis auf, können die Mundspülungen häufiger angewendet und weitere topische Behandlungen ergänzt werden. Je nach Schweregrad wird die Dosis verschoben, reduziert oder dauerhaft abgesetzt.
Leberfunktionsstörung
Die Daten bei mäßiger und schwerer Leberfunktionsstörung sind begrenzt. Da Metabolismus und biliäre Ausscheidung die wichtigsten Eliminationswege von DXd sind, sollte Datroway bei diesen Patienten mit Vorsicht angewendet werden.
Schwangerschaft, Stillzeit und Fertilität
- Schwangerschaftsstatus: Er sollte vor Behandlungsbeginn bei Frauen im gebärfähigen Alter überprüft werden.
- Kontrazeption: Frauen im gebärfähigen Alter sollten während der Behandlung und noch mindestens 7 Monate nach der letzten Dosis eine wirksame Verhütungsmethode anwenden. Männer mit Partnerinnen im gebärfähigen Alter sollten während der Behandlung und noch mindestens 4 Monate nach der letzten Dosis eine wirksame Verhütungsmethode anwenden.
- Schwangerschaft: Es liegen keine Daten bei Schwangeren vor. Aufgrund von Tierbefunden und des Wirkmechanismus ist zu erwarten, dass die Topoisomerase-I-Inhibitor-Komponente (DXd) embryo-fetale Schäden verursacht. Datroway wird während der Schwangerschaft und bei Frauen im gebärfähigen Alter, die keine Verhütungsmethode anwenden, nicht empfohlen. Die Patientinnen sollten auf das mögliche Risiko für den Fötus hingewiesen werden und sich sofort an ihren Arzt wenden, wenn sie schwanger werden.
- Stillzeit: Es ist nicht bekannt, ob Datopotamab deruxtecan in die Muttermilch übergeht, humanes IgG jedoch schon. Wegen des Potenzials für schwerwiegende Nebenwirkungen bei gestillten Kindern sollten Frauen vor Behandlungsbeginn abstillen und können 1 Monat nach Behandlungsende wieder zu stillen beginnen.
- Fertilität: Es liegen keine Daten beim Menschen vor. Tierexperimentelle Toxizitätsstudien deuten darauf hin, dass Datroway die männliche und weibliche Reproduktionsfunktion und Fertilität beeinträchtigen kann. Männer und Frauen sollten sich vor der Behandlung zur Fertilitätserhaltung beraten lassen.
Sonstiger Bestandteil mit bekannter Wirkung
Jede Durchstechflasche enthält 1,5 mg Polysorbat 80 (E 433). Polysorbate können allergische Reaktionen hervorrufen.
Auswirkungen auf die Fahrtüchtigkeit
Datroway kann die Fähigkeit zum Führen eines Fahrzeugs und zum Bedienen von Maschinen beeinträchtigen. Patienten, die Fatigue verspüren oder während der Behandlung Sehveränderungen bemerken, sollten beim Führen von Fahrzeugen oder Bedienen von Maschinen vorsichtig sein.
Lagerungsbedingungen
Die Durchstechflaschen im Kühlschrank bei 2–8 °C lagern und nicht einfrieren. Die Kühlkette ist vom Versand bis zur Rekonstitution der Durchstechflasche lückenlos einzuhalten. Rekonstituierte und verdünnte Lösungen unterliegen eigenen Grenzen (siehe Haltbarkeit). Datroway wird als eine 10-ml-Durchstechflasche aus Braunglas pro Umkarton geliefert. Für Kinder unzugänglich aufbewahren.
Haltbarkeit
- Ungeöffnete Durchstechflasche: 4 Jahre.
- Rekonstituierte Lösung: Die chemische und physikalische Stabilität bei Gebrauch wurde für bis zu 48 Stunden bei 2–8 °C nachgewiesen. Aus mikrobiologischer Sicht sollte das Produkt sofort verwendet werden. Wird es nicht sofort verwendet, liegen die Aufbewahrungszeiten und -bedingungen bei Gebrauch in der Verantwortung des Anwenders und würden normalerweise 24 Stunden bei 2–8 °C nicht überschreiten, es sei denn, die Rekonstitution fand unter kontrollierten und validierten aseptischen Bedingungen statt.
- Verdünnte Lösung: Wenn möglich sofort verwenden. Andernfalls kann die verdünnte Lösung bis zu 4 Stunden bei Raumtemperatur (bis zu 25 °C) oder bis zu 24 Stunden im Kühlschrank bei 2–8 °C aufbewahrt werden, einschließlich Zubereitung und Infusion, vor Licht geschützt.
Abgabebedingungen in der Apotheke
Verschreibungspflichtig (Rx), mit eingeschränkter ärztlicher Verschreibung (Anhang II B der EU-Zulassung für das Inverkehrbringen). Datroway wird von einem Arzt verschrieben und unter der Aufsicht von medizinischem Fachpersonal angewendet, das in der Anwendung von Krebsmedikamenten erfahren ist. Es wird von medizinischem Fachpersonal rekonstituiert, verdünnt und infundiert und daher an das Krankenhaus oder die Klinik geliefert, die es verabreicht, mit Kühlkettenlieferung bei 2–8 °C.
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Wichtiger Hinweis
Die auf dieser Website bereitgestellten Informationen dienen ausschließlich allgemeinen Informations- und Bildungszwecken und stellen weder eine medizinische Beratung noch eine Diagnose oder Behandlungsempfehlung dar. Diese Informationen ersetzen nicht die Konsultation einer qualifizierten medizinischen Fachperson. Holen Sie bei Fragen zu einem Gesundheitszustand oder Arzneimittel stets den Rat Ihrer Ärztin bzw. Ihres Arztes, Apothekerin bzw. Apothekers oder einer anderen qualifizierten Fachperson ein. Ignorieren Sie ärztlichen Rat nicht und verzögern Sie dessen Einholung nicht aufgrund von Informationen auf dieser Website. Produktverfügbarkeit, zugelassene Anwendungsgebiete und Fachinformationen können je nach Land unterschiedlich sein. Viele der gelisteten Arzneimittel sind verschreibungspflichtig; wo ein Rezept erforderlich ist, muss dieses im Bestimmungsland gültig sein, und die Produkte sind unter ärztlicher Aufsicht anzuwenden. Wir beschaffen, versenden oder listen keine Suchtmittel im Sinne des österreichischen Suchtmittelgesetzes (SMG) oder vergleichbarer internationaler Regelungen.
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Informationsquelle
Diese Produktinformation basiert auf:
DrugBank — Datopotamab Deruxtecan (DB16410); EMA SmPC — DatrowayZuletzt geprüft:
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