Carboplatin

Platinhaltiges antineoplastisches Mittel

Carboplatin ist ein platinhaltiges zytotoxisches Arzneimittel, dessen biochemische Eigenschaften denen von Cisplatin ähneln. Es schädigt die DNA, indem es Quervernetzungen innerhalb der Stränge und zwischen den Strängen bildet, wodurch sich teilende Zellen ihre DNA nicht mehr kopieren können. Gemäß der national zugelassenen Produktinformation, die für diese Seite verwendet wurde (die spanische Fachinformation), ist es angezeigt bei fortgeschrittenem Ovarialkarzinom epithelialen Ursprungs, als Erstlinienbehandlung oder nach dem Versagen anderer Behandlungen, und zusammen mit einer anderen Chemotherapie bei kleinzelligem Lungenkarzinom. Es ist ein Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung, das von in der Krebs-Chemotherapie erfahrenen Ärztinnen und Ärzten als kurze intravenöse Infusion über 15 bis 60 Minuten gegeben wird, wobei die Dosis entweder pro Körperoberfläche oder anhand einer Ziel-AUC nach der Calvert-Formel festgelegt wird. Die Knochenmarksuppression ist die dosislimitierende Nebenwirkung, und Erbrechen und Übelkeit sind sehr häufig.

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Häufig gestellte Fragen

Carboplatin: Wofür wird es angewendet?

Carboplatin ist ein platinhaltiges zytotoxisches Arzneimittel, dessen biochemische Eigenschaften denen von Cisplatin ähneln.

Carboplatin: Ist ein Rezept erforderlich?

Ja. Carboplatin ist ein verschreibungspflichtiges Arzneimittel. Erforderlich ist ein gültiges Rezept einer approbierten Ärztin oder eines approbierten Arztes; die Rezeptvorschriften des Bestimmungslandes werden vor jedem Versand geprüft.

Carboplatin: Wie ist es zu lagern?

Lagern Sie Carboplatin bei Unter 25 °C; die Durchstechflasche im Umkarton aufbewahren in der Originalverpackung, vor Licht geschützt und für Kinder unzugänglich. Nach Anbruch: Zur einmaligen Anwendung; nach dem Öffnen sofort verwenden. Verdünnte Lösung: innerhalb von 3 Stunden bei 15–25 °C und vor Licht geschützt oder innerhalb von 24 Stunden bei 2–8 °C, wenn unter validierten aseptischen Bedingungen verdünnt wurde.

Carboplatin: Ist ein gekühlter Versand (Kühlkette) erforderlich?

Nein. Carboplatin ist bei Unter 25 °C; die Durchstechflasche im Umkarton aufbewahren stabil, sodass eine normale Schutzverpackung ausreicht; während des Transports wird es dennoch vor Hitze und Feuchtigkeit geschützt.

Carboplatin: Welche Stärken sind verfügbar?

Carboplatin ist in folgenden Stärken erhältlich: 50 mg/5 ml Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung, 150 mg/15 ml Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung, 450 mg/45 ml Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung, 600 mg/60 ml Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung. Die geeignete Stärke und das Dosierungsschema legt die behandelnde Ärztin bzw. der behandelnde Arzt fest.

Carboplatin: Wie lange ist es haltbar?

Die Haltbarkeit von Carboplatin beträgt 2 Jahre bei Lagerung gemäß Empfehlung. Nach dem auf der Verpackung angegebenen Verfalldatum nicht mehr anwenden.

Medizinische Informationen & Leitlinien

Pharmakologie, Anwendungsgebiete und Sicherheitsprofil dieses Wirkstoffs

Pharmakologische Wirkung

Carboplatin ist ein platinhaltiges zytotoxisches Arzneimittel. Seine biochemischen Eigenschaften ähneln denen von Cisplatin: Es schädigt die DNA sich teilender Zellen, hauptsächlich durch Bildung von Quervernetzungen zwischen und innerhalb der DNA-Stränge. Es hat eine geringe therapeutische Breite, und die Knochenmarksuppression ist die Toxizität, die die Dosis begrenzt.

Wirkmechanismus

  • DNA-Quervernetzungen: Carboplatin bindet an die DNA und erzeugt wie Cisplatin hauptsächlich Inter- und Intrastrang-Quervernetzungen.
  • Blockiertes Kopieren der DNA: Die Quervernetzungen verhindern, dass sich die beiden Stränge trennen, sodass die DNA weder kopiert noch abgelesen werden kann. Wenn Reparaturenzyme versuchen, den Schaden zu beheben, kann die DNA fragmentiert werden.
  • Genotoxisch: Carboplatin kann auch Mutationen verursachen. Dieses genotoxische Potenzial ist der Grund für die Empfehlung zur Empfängnisverhütung für Männer und Frauen während und nach der Behandlung.
  • Dosislimitierende Wirkung: Leukopenie, Neutropenie und Thrombozytopenie sind dosisabhängig und dosislimitierend.

Pharmakokinetik

  • Dosis-Exposition-Beziehung: Die Plasmaspiegel von Gesamtplatin und von freiem ultrafiltrierbarem Platin steigen linear mit der Dosis an, und auch die Fläche unter der Kurve für Gesamtplatin ist dosislinear. Die Wiederholung der Dosis an vier aufeinanderfolgenden Tagen führte nicht zu einer Akkumulation von Platin im Plasma.
  • Verteilung: Das scheinbare Verteilungsvolumen beträgt etwa 16 l nach einer 30-minütigen Infusion von 300–500 mg/m². Carboplatin selbst ist nicht an Plasmaproteine gebunden, aber das daraus freigesetzte Platin bindet irreversibel: Etwa 87 % des Plasmaplatins sind innerhalb von 24 Stunden nach der Anwendung proteingebunden.
  • Metabolismus: Carboplatin wird überwiegend unverändert als Muttersubstanz ausgeschieden. Früh nach der Dosis liegt der größte Teil des freien ultrafiltrierbaren Platins als Carboplatin selbst vor.
  • Elimination: Die terminale Halbwertszeit beträgt etwa 1,5 Stunden für Carboplatin, etwa 6 Stunden für freies ultrafiltrierbares Platin und etwa 24 Stunden für Gesamtplatin im Plasma. Die Elimination erfolgt hauptsächlich renal: Etwa 70 % des verabreichten Platins werden innerhalb von 24 Stunden im Urin wiedergefunden, der größte Teil davon in den ersten 6 Stunden. Die Gesamtclearance und die renale Clearance von freiem ultrafiltrierbarem Platin folgen der glomerulären Filtrationsrate und nicht der tubulären Sekretion; deshalb kann die Dosis anhand der Nierenfunktion berechnet werden (Calvert-Formel).
  • Besondere Patientengruppen: Bei Kindern wurde berichtet, dass die Carboplatin-Clearance um das 3- bis 4-Fache variiert, und die Literatur legt nahe, dass die Nierenfunktion wie bei Erwachsenen zu dieser Variabilität beiträgt.

Anwendungsgebiete

Diese Anwendungsgebiete folgen der spanischen Fachinformation, die als Quelle für diese Seite dient; die nationalen Produktinformationen können geringfügig abweichen.

  • Fortgeschrittenes Ovarialkarzinom epithelialen Ursprungs: als Erstlinienbehandlung (Behandlung der Wahl) und als Zweitlinienbehandlung nach Versagen anderer Behandlungen.
  • Kleinzelliges Lungenkarzinom: in Kombination mit einer anderen Chemotherapie.

Gegenanzeigen

  • Überempfindlichkeit gegen Carboplatin, gegen andere platinhaltige Verbindungen oder gegen einen der sonstigen Bestandteile.
  • Schwere vorbestehende Niereninsuffizienz (Kreatinin-Clearance unter 30 ml/min), es sei denn, Arzt und Patient halten den möglichen Nutzen für größer als die Risiken.
  • Schwere Myelosuppression.
  • Blutende Tumoren.
  • Gleichzeitige Anwendung mit dem Gelbfieber-Impfstoff.
  • Stillzeit.

Nebenwirkungen

Die Knochenmarksuppression ist die dosislimitierende Toxizität. Die nachstehenden Häufigkeiten stammen aus einer gepoolten Datenbank von 1.893 Patienten, die Carboplatin allein erhielten, sowie aus den Erfahrungen nach der Markteinführung.

Bei Patienten mit normalen Ausgangswerten fielen die Thrombozyten bei 25 % unter 50.000/mm³, die Granulozyten bei 18 % unter 1.000/mm³ und die Leukozyten bei 14 % unter 2.000/mm³, wobei die niedrigsten Werte meist um Tag 21 auftraten; das Hämoglobin fiel bei 15 % unter 8 g/dl. Infektiöse und hämorrhagische Komplikationen traten bei 4 % bzw. 5 % der Patienten auf und führten bei weniger als 1 % zum Tod. Erbrechen tritt bei etwa 65 % der Patienten auf (bei einem Drittel davon schwer) und Übelkeit bei weiteren 15 %; beides klingt in der Regel innerhalb von 24 Stunden nach der Behandlung ab und spricht im Allgemeinen auf Antiemetika an oder wird durch sie verhindert. Eine periphere Neuropathie, hauptsächlich Parästhesien und abgeschwächte Sehnenreflexe, trat bei etwa 4 % der Patienten auf.

Sehr häufig (≥1/10): Thrombozytopenie, Neutropenie, Leukopenie, Anämie, Erbrechen, Übelkeit, Bauchschmerzen, verminderte renale Kreatinin-Clearance, erhöhter Harnstoff im Blut, erhöhte alkalische Phosphatase und Aspartat-Aminotransferase, abnorme Leberfunktionstests sowie niedriges Natrium, Kalium, Calcium und Magnesium im Blut.

Häufig (≥1/100 bis <1/10): Infektionen, Blutungen, Überempfindlichkeit und anaphylaktoide Reaktionen, periphere Neuropathie, Parästhesien, abgeschwächte Sehnenreflexe, Sensibilitätsstörungen, Geschmacksstörungen, Sehstörungen (selten Sehverlust), Ototoxizität, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Erkrankungen der Atemwege, interstitielle Lungenerkrankung, Bronchospasmus, Diarrhö, Obstipation, Schleimhauterkrankungen, Alopezie, Hauterkrankungen, Erkrankungen des Muskel-Skelett-Systems, Erkrankungen des Urogenitaltrakts, Asthenie sowie erhöhtes Bilirubin, Kreatinin und erhöhte Harnsäure im Blut.

Nicht bekannt: Pneumonie, therapiebedingte sekundäre Malignome, Knochenmarkversagen, febrile Neutropenie, hämolytisch-urämisches Syndrom, Dehydratation, Anorexie, Hyponatriämie, Tumorlysesyndrom, Schlaganfall, posteriores reversibles Enzephalopathie-Syndrom (PRES), Herzinsuffizienz, Kounis-Syndrom, Embolie, Hypertonie, Hypotonie, Stomatitis, Pankreatitis, Urtikaria, Hautausschlag, Erythem, Pruritus, Unwohlsein sowie Nekrose, Reaktion, Extravasation und Erythem an der Verabreichungsstelle.

Infektionen, Blutungen und kardiovaskuläre Ereignisse (Herzinsuffizienz, Embolie und Schlaganfall zusammengenommen) verliefen bei weniger als 1 % der Patienten tödlich. Zu den schwerwiegenden Reaktionen, auf die zu achten ist, gehören schwere Myelosuppression mit Infektion oder Blutung, hämolytische Anämie (die tödlich verlaufen kann), hämolytisch-urämisches Syndrom, Überempfindlichkeitsreaktionen, die bis zum Kounis-Syndrom fortschreiten können, PRES, venenverschließende Lebererkrankung, Tumorlysesyndrom und Hörverlust. Akute Promyelozytenleukämie sowie myelodysplastisches Syndrom oder akute myeloische Leukämie wurden Jahre nach der Behandlung berichtet.

Wechselwirkungen

Die nachstehenden Wechselwirkungen sind in der Fachinformation aufgeführt, hinzu kommt ein pflanzliches Produkt, das in DrugBank genannt wird.

  • Gelbfieber-Impfstoff (kontraindiziert): Risiko einer tödlichen generalisierten Impfkrankheit.
  • Andere attenuierte Lebendimpfstoffe (nicht empfohlen): Risiko einer systemischen, möglicherweise tödlichen Erkrankung, größer bei Personen, die durch ihre Grunderkrankung bereits immunsupprimiert sind. Wo es einen inaktivierten Impfstoff gibt, ist dieser zu verwenden (zum Beispiel gegen Poliomyelitis).
  • Phenytoin und Fosphenytoin (nicht empfohlen): Risiko einer Verschlimmerung von Krampfanfällen, weil das zytotoxische Arzneimittel die Aufnahme von Phenytoin aus dem Darm verringert, oder Risiko von Toxizität oder Wirkungsverlust des zytotoxischen Arzneimittels, weil Phenytoin dessen Metabolisierung in der Leber erhöht.
  • Komplexbildende Verbindungen (vermeiden): Sie können theoretisch die Antitumorwirkung von Carboplatin verringern. In Tierversuchen und klinischen Studien veränderte Diethyldithiocarbamat die Wirkung jedoch nicht.
  • Ciclosporin und, durch Extrapolation, Tacrolimus und Sirolimus (zu berücksichtigen): übermäßige Immunsuppression mit Risiko einer Lymphoproliferation.
  • Nephrotoxische und ototoxische Arzneimittel (zum Beispiel Aminoglykosid-Antibiotika und Schleifendiuretika): kumulative Nieren- und Ohrentoxizität, besonders bei Patienten mit Nierenfunktionsstörung.
  • Andere myelosuppressive Arzneimittel: Die Myelosuppression verstärkt sich, wenn Carboplatin mit ihnen kombiniert wird.
  • Orale Antikoagulanzien: Antikoagulanzien werden bei Krebs wegen des erhöhten Thromboserisikos häufig eingesetzt. Die Gerinnung schwankt bei demselben Patienten während der Erkrankung stark und kann mit der Chemotherapie wechselwirken, daher sollte der INR häufiger kontrolliert werden.
  • Echinacea: vermeiden.

Verabreichung und Dosierung

Carboplatin darf nur von in der Krebs-Chemotherapie erfahrenen Ärztinnen und Ärzten und nur intravenös als kurze Infusion über 15 bis 60 Minuten gegeben werden. Das Konzentrat kann mit 5%iger Glucoselösung oder 0,9%iger Natriumchloridlösung zur Injektion bis zu einer Konzentration von 0,5 mg/ml verdünnt werden. Blutbild sowie Nieren- und Leberfunktion werden regelmäßig kontrolliert, und die Behandlung wird abgebrochen, wenn eine Knochenmarkdepression auftritt oder die Nieren- oder Leberfunktion abnorm wird.

Empfohlene Dosis

  • Nicht vorbehandelte Erwachsene mit normaler Nierenfunktion: 400 mg/m² als intravenöse Einzeldosis, infundiert über 15 bis 60 Minuten.
  • Wiederholungszyklen: nicht früher als vier Wochen nach der vorherigen Carboplatin-Dosis und nicht, bevor die Neutrophilenzahl mindestens 2.000 Zellen/mm³ und die Thrombozytenzahl mindestens 100.000 Zellen/mm³ beträgt.
  • Dosiserhöhung: Bleiben Neutrophile und Thrombozyten über 2.000 bzw. 100.000/mm³ (keine hämatologische Toxizität), kann die Dosis allein oder in Kombination (zum Beispiel mit Cyclophosphamid) um 25 % erhöht werden.
  • Dosisreduktion: Die Anfangsdosis wird um 20–25 % reduziert bei Patienten mit Risikofaktoren wie einer früheren myelosuppressiven Behandlung oder schlechtem Allgemeinzustand (ECOG-Zubrod 2–4 oder Karnofsky unter 80).
  • Blutbild: Wöchentliche Blutbildkontrollen während der ersten Zyklen zeigen den tiefsten Punkt (Nadir) und steuern die Dosis in den folgenden Zyklen.

Dosierung nach Ziel-AUC (Calvert-Formel)

  • Prinzip: Die Anfangsdosis kann auch mit der Calvert-Formel berechnet werden, die auf der Nierenfunktion (glomeruläre Filtrationsrate, GFR) beruht. Sie senkt das Risiko einer Unter- oder Überdosierung aufgrund individueller Unterschiede der Nierenfunktion.
  • Formel: Gesamtdosis (mg) = Ziel-AUC × (GFR + 25), mit GFR in ml/min. Das Ergebnis ist in mg, nicht in mg/m².
  • Ziel-AUC: 5–7 mg/ml·min für Carboplatin allein bei nicht vorbehandelten Patienten; 4–6 mg/ml·min für Carboplatin allein bei vorbehandelten Patienten; 4–6 mg/ml·min für Carboplatin plus Cyclophosphamid bei nicht vorbehandelten Patienten.
  • Nicht anzuwenden nach intensiver früherer Behandlung mit Mitomycin C, einem Nitrosoharnstoff, der Kombination Doxorubicin/Cyclophosphamid/Cisplatin, einer Kombination aus fünf oder mehr zytostatischen Arzneimitteln oder einer Strahlentherapie mit etwa 5.000 rad oder mehr auf ein Areal von 20 × 20 cm oder auf mehrere Areale.

Nierenfunktionsstörung

  • Patienten mit einer Kreatinin-Clearance unter 60 ml/min haben ein hohes Risiko für eine schwere Myelosuppression. Mit den nachstehenden Dosen blieb die schwere Leukopenie, Neutropenie oder Thrombozytopenie bei etwa 25 %.
  • Kreatinin-Clearance 41–59 ml/min: Anfangsdosis 250 mg/m² intravenös an Tag 1.
  • Kreatinin-Clearance 16–40 ml/min: Anfangsdosis 200 mg/m² intravenös an Tag 1.
  • Bei einer Kreatinin-Clearance von 15 ml/min oder weniger liegen nicht genügend Daten vor, um eine Dosis zu empfehlen.
  • Diese Dosen gelten für den ersten Zyklus. Spätere Dosen werden an die Verträglichkeit des Patienten und an ein akzeptables Maß an Myelosuppression angepasst. Eine häufige Kontrolle der Nadirwerte des Blutbilds, der Elektrolyte und der Nierenfunktion ist erforderlich.

Weitere Patientengruppen

  • Kombinationstherapie: Bei Kombination mit anderen myelosuppressiven Arzneimitteln muss die Dosis an das angewendete Therapieschema angepasst werden.
  • Ältere Patienten (über 65 Jahre): Die Dosis muss im ersten und in späteren Zyklen angepasst werden.
  • Pädiatrische Patienten: Es liegen nicht genügend Informationen vor, um eine Dosis zu empfehlen.

Zubereitung und Handhabung

  • Für die Zubereitung oder Verabreichung dürfen keine Nadeln oder intravenösen Bestecke verwendet werden, die Aluminiumteile enthalten: Aluminium reagiert mit Carboplatin, wobei ein Niederschlag entsteht und/oder die Wirksamkeit verloren geht.
  • Carboplatin ist ein gefährlicher Stoff. Es muss von geschultem Personal zubereitet werden, das Schutzhandschuhe, eine Maske und Schutzkleidung trägt und die Sicherheitsmaßnahmen für gefährliche Stoffe befolgt.
  • Die Durchstechflasche ist zur einmaligen Anwendung bestimmt.

Besondere Hinweise

Überwachung und Kontrolle

Carboplatin sollte nur von in der Krebs-Chemotherapie erfahrenen Ärztinnen und Ärzten gegeben werden. Blutbild sowie Nieren- und Leberfunktionstests werden regelmäßig durchgeführt, und das Arzneimittel wird abgesetzt, wenn eine abnorme Knochenmarkdepression oder eine abnorme Nieren- oder Leberfunktion auftritt.

Knochenmarksuppression und Infektion

  • Leukopenie, Neutropenie und Thrombozytopenie sind dosisabhängig und dosislimitierend. Das periphere Blutbild wird häufig kontrolliert, und zwar bis zur Erholung nach jeder Toxizität. Die niedrigsten Werte treten im Mittel an Tag 21 bei Carboplatin allein und an Tag 15 bei Kombination mit anderer Chemotherapie auf.
  • Ein einzelner Zyklus sollte erst wiederholt werden, wenn die Zahlen der Leukozyten, Neutrophilen und Thrombozyten wieder normal sind, und nicht früher als 4 Wochen nach dem vorherigen Zyklus.
  • Eine Anämie ist häufig und kumulativ und erfordert nur sehr selten eine Transfusion. Eine hämolytische Anämie mit arzneimittelinduzierten serologischen Antikörpern wurde berichtet und kann tödlich verlaufen.
  • Die Myelosuppression ist bei Patienten, die zuvor behandelt wurden (insbesondere mit Cisplatin) oder die eine Nierenfunktionsstörung haben, stärker ausgeprägt. Ihre Anfangsdosen werden reduziert, und das Blutbild wird zwischen den Zyklen oft kontrolliert. Kombinationen mit einer anderen myelosuppressiven Behandlung müssen sorgfältig geplant werden, um additive Effekte zu begrenzen.
  • Eine schwere, anhaltende Myelosuppression birgt ein hohes Infektionsrisiko, einschließlich tödlicher Verläufe. Die Dosierung wird unterbrochen, und eine Dosisänderung oder ein Abbruch wird erwogen.

Übelkeit und Erbrechen

Carboplatin kann Übelkeit und Erbrechen verursachen. Eine antiemetische Prämedikation verringert deren Häufigkeit und Schweregrad.

Hämolytisch-urämisches Syndrom

Dies ist eine potenziell tödliche Nebenwirkung. Carboplatin wird beim ersten Anzeichen einer mikroangiopathischen hämolytischen Anämie abgesetzt, etwa bei einem raschen Abfall des Hämoglobins mit Thrombozytopenie und einem Anstieg von Serumbilirubin, Kreatinin, Harnstoff-Stickstoff im Blut oder LDH. Das Nierenversagen bildet sich nach dem Absetzen möglicherweise nicht zurück, und eine Dialyse kann erforderlich sein.

Überempfindlichkeitsreaktionen

Wie bei anderen Platin-Arzneimitteln können allergische Reaktionen auftreten, am häufigsten während der Infusion. Die Infusion wird abgebrochen und eine geeignete symptomatische Behandlung durchgeführt. Zwischen Platinverbindungen wurden Kreuzreaktionen berichtet, die teils tödlich verliefen. Überempfindlichkeitsreaktionen, die bis zum Kounis-Syndrom (akuter allergischer Koronararterienspasmus, der einen Myokardinfarkt auslösen kann) fortschritten, wurden berichtet.

Nierenfunktion

Bei Patienten mit Nierenfunktionsstörung ist die Wirkung von Carboplatin auf das blutbildende System stärker ausgeprägt und hält länger an; die Behandlung dieser Gruppe erfordert daher besondere Vorsicht.

Nervensystem und Sehvermögen

  • Die periphere Neurotoxizität ist meist leicht (Parästhesien, abgeschwächte Sehnenreflexe), tritt aber häufiger bei Patienten über 65 Jahren und bei zuvor mit Cisplatin behandelten Patienten auf. Neurologische Überwachung und Untersuchungen in regelmäßigen Abständen werden empfohlen.
  • Sehstörungen, einschließlich Sehverlust, wurden nach Dosen über den empfohlenen hinaus bei Patienten mit Nierenfunktionsstörung berichtet. Das Sehvermögen scheint sich innerhalb von Wochen nach dem Absetzen solch hoher Dosen vollständig oder weitgehend zu erholen.
  • Das posteriore reversible Enzephalopathie-Syndrom (PRES) wurde bei Patienten unter Kombinationschemotherapie berichtet. Es ist ein seltener, sich rasch entwickelnder neurologischer Zustand, der nach Absetzen der Behandlung reversibel ist und Krampfanfälle, Bluthochdruck, Kopfschmerzen, Verwirrtheit, Blindheit sowie andere Seh- und neurologische Störungen umfassen kann. Die Diagnose wird durch bildgebende Verfahren des Gehirns bestätigt, vorzugsweise durch MRT.

Gehör

Hörstörungen wurden berichtet. Die Ototoxizität kann bei Kindern stärker ausgeprägt sein, und bei pädiatrischen Patienten wurde ein verzögert einsetzender Hörverlust berichtet; für sie wird eine audiometrische Nachsorge empfohlen.

Leber und Tumorlysesyndrom

  • Eine venenverschließende Lebererkrankung (sinusoidales Obstruktionssyndrom), teils mit tödlichem Verlauf, wurde berichtet. Die Patienten werden auf Anzeichen und Symptome einer abnormen Leberfunktion oder einer portalen Hypertonie überwacht, die sich nicht eindeutig aus Lebermetastasen erklären.
  • Ein Tumorlysesyndrom wurde nach der Markteinführung berichtet, mit Carboplatin allein oder in Kombination. Patienten mit hohem Risiko (schnell proliferierende Tumoren, hohe Tumorlast, hohe Empfindlichkeit gegenüber zytotoxischen Substanzen) werden engmaschig überwacht und erhalten geeignete Vorsichtsmaßnahmen.

Ältere Patienten

In Studien mit Carboplatin und Cyclophosphamid entwickelten ältere Patienten häufiger eine schwere Thrombozytopenie als jüngere. Die Nierenfunktion ist bei älteren Menschen oft eingeschränkt und muss bei der Festlegung der Dosis berücksichtigt werden.

Impfstoffe

Lebend- oder attenuierte Lebendimpfstoffe, die Patienten gegeben werden, die durch eine Chemotherapie einschließlich Carboplatin immungeschwächt sind, können schwere oder tödliche Infektionen verursachen; daher sollten Lebendimpfstoffe vermieden werden. Abgetötete oder inaktivierte Impfstoffe können gegeben werden, das Ansprechen kann jedoch vermindert sein.

Schwangerschaft, Stillzeit und Fertilität

  • Empfängnisverhütung: Wegen seines genotoxischen Potenzials müssen Frauen im gebärfähigen Alter während der Behandlung und noch 6 Monate nach deren Ende eine wirksame Empfängnisverhütung anwenden. Männer sollten eine wirksame Empfängnisverhütung anwenden und während der Behandlung und noch 3 Monate danach kein Kind zeugen.
  • Schwangerschaft: Carboplatin kann den Fötus schädigen. Es war bei Ratten, die während der Organogenese behandelt wurden, embryotoxisch und teratogen, und es gibt keine kontrollierten Studien an schwangeren Frauen. Eine Patientin, die schwanger ist oder wird, muss über das potenzielle Risiko für den Fötus aufgeklärt werden, und eine genetische Untersuchung sollte durchgeführt werden. Frauen im gebärfähigen Alter sollte geraten werden, eine Schwangerschaft zu vermeiden.
  • Stillzeit: kontraindiziert. Carboplatin und/oder seine Metaboliten gehen in die Muttermilch über, und zwar in einem Ausmaß, das Neugeborene und Säuglinge wahrscheinlich beeinträchtigt; daher muss das Stillen während der Behandlung abgebrochen werden.
  • Fertilität: Unter einer Krebstherapie kann es zu einer Suppression der Gonaden mit Amenorrhö oder Azoospermie kommen. Die Wirkungen scheinen mit der Dosis und der Behandlungsdauer zusammenzuhängen und können irreversibel sein.

Auswirkung auf das Fahren

Es wurden keine Studien zur Fähigkeit, Fahrzeuge zu führen und Maschinen zu bedienen, durchgeführt. Carboplatin kann Übelkeit, Erbrechen, Sehstörungen und Ototoxizität verursachen; Patienten sollten daher darauf hingewiesen werden, dass diese Ereignisse das Fahren oder das Bedienen von Maschinen beeinträchtigen können.

Lagerungsbedingungen

Die ungeöffneten Durchstechflaschen nicht über 25 °C lagern und die Durchstechflasche im Umkarton aufbewahren. Die Durchstechflaschen müssen nicht gekühlt werden, es handelt sich jedoch um zytotoxische Arzneimittel, die nach den Regeln des Krankenhauses für gefährliche Arzneimittel gelagert und gehandhabt werden.

Nach Verdünnung mit 5%iger Glucoselösung oder 0,9%iger Natriumchloridlösung auf Konzentrationen bis zu 0,5 mg/ml wird die Lösung innerhalb von 3 Stunden verwendet, wenn sie bei Raumtemperatur (15–25 °C) und vor Licht geschützt aufbewahrt wird, oder innerhalb von 24 Stunden, wenn sie bei 2–8 °C aufbewahrt wird, sofern die Verdünnung unter validierten aseptischen Bedingungen erfolgte.

Haltbarkeit

2 Jahre in der ungeöffneten Durchstechflasche. Nach dem Öffnen muss das Produkt sofort verwendet werden; die Durchstechflasche ist zur einmaligen Anwendung bestimmt. Wird das Produkt unter validierten aseptischen Bedingungen verdünnt und kann nicht sofort verwendet werden, kann es höchstens 24 Stunden bei 2–8 °C aufbewahrt werden.

Abgabebedingungen in der Apotheke

Nur auf ärztliche Verschreibung (Rx). Carboplatin ist ein zytotoxisches Arzneimittel, das nur von in der Krebs-Chemotherapie erfahrenen Ärztinnen und Ärzten als intravenöse Infusion in einem Krankenhaus oder in einer spezialisierten Krebsabteilung gegeben werden darf. Es wird an das Krankenhaus oder die Klinik geliefert, die es verabreicht, wo geschultes Personal es mit Schutzausrüstung zubereitet.

Weitere Wirkstoffe aus demselben Therapiegebiet oder derselben Wirkstoffklasse.

Wichtiger Hinweis

Die auf dieser Website bereitgestellten Informationen dienen ausschließlich allgemeinen Informations- und Bildungszwecken und stellen weder eine medizinische Beratung noch eine Diagnose oder Behandlungsempfehlung dar. Diese Informationen ersetzen nicht die Konsultation einer qualifizierten medizinischen Fachperson. Holen Sie bei Fragen zu einem Gesundheitszustand oder Arzneimittel stets den Rat Ihrer Ärztin bzw. Ihres Arztes, Apothekerin bzw. Apothekers oder einer anderen qualifizierten Fachperson ein. Ignorieren Sie ärztlichen Rat nicht und verzögern Sie dessen Einholung nicht aufgrund von Informationen auf dieser Website. Produktverfügbarkeit, zugelassene Anwendungsgebiete und Fachinformationen können je nach Land unterschiedlich sein. Viele der gelisteten Arzneimittel sind verschreibungspflichtig; wo ein Rezept erforderlich ist, muss dieses im Bestimmungsland gültig sein, und die Produkte sind unter ärztlicher Aufsicht anzuwenden. Wir beschaffen, versenden oder listen keine Suchtmittel im Sinne des österreichischen Suchtmittelgesetzes (SMG) oder vergleichbarer internationaler Regelungen.

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Informationsquelle

Diese Produktinformation basiert auf:

DrugBank — Carboplatin (DB00958); AEMPS SmPC — Carboplatino Teva 10 mg/ml concentrado para solución para perfusión

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