Atezolizumab

PD-L1-Inhibitor (monoklonaler Antikörper)

Atezolizumab ist ein Fc-modifizierter, humanisierter monoklonaler IgG1-Antikörper gegen den Liganden des programmierten Zelltods 1 (PD-L1), ein Checkpoint-Protein, mit dem Tumoren zytotoxische T-Zellen ausschalten. Durch die Bindung an PD-L1 blockiert er die Wechselwirkung des Liganden mit den Rezeptoren PD-1 und B7.1 und reaktiviert die Immunantwort gegen den Tumor. In der EU ist er bei Erwachsenen, allein oder mit Chemotherapie und/oder Bevacizumab, zugelassen für das nicht-kleinzellige Lungenkarzinom im Frühstadium und im fortgeschrittenen Stadium, das kleinzellige Lungenkarzinom im fortgeschrittenen Stadium, das Urothelkarzinom, das PD-L1-positive dreifach negative Mammakarzinom und das fortgeschrittene hepatozelluläre Karzinom. Er wird im Krankenhaus als intravenöse Infusion alle zwei, drei oder vier Wochen gegeben; zugelassen ist auch eine subkutane Injektion von 1.875 mg alle drei Wochen. Die wichtigsten Risiken sind immunvermittelte Reaktionen wie Pneumonitis, Hepatitis und endokrine Störungen, die auch nach Ende der Behandlung auftreten können.

Erhältlich unter folgenden Markennamen

Dieser Wirkstoff wird je nach Region und Hersteller unter folgenden Markennamen vertrieben:

  • Tecentriq ®

Markennamen sind eingetragene Warenzeichen der jeweiligen Inhaber. Pharmalogistic vertritt, produziert oder vertreibt die oben genannten Markenprodukte nicht.

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Häufig gestellte Fragen

Atezolizumab: Wofür wird es angewendet?

Atezolizumab ist ein Fc-modifizierter, humanisierter monoklonaler IgG1-Antikörper gegen den Liganden des programmierten Zelltods 1 (PD-L1), ein Checkpoint-Protein, mit dem Tumoren zytotoxische T-Zellen ausschalten.

Atezolizumab: Ist ein Rezept erforderlich?

Ja. Atezolizumab ist ein verschreibungspflichtiges Arzneimittel. Erforderlich ist ein gültiges Rezept einer approbierten Ärztin oder eines approbierten Arztes; die Rezeptvorschriften des Bestimmungslandes werden vor jedem Versand geprüft.

Atezolizumab: Wie ist es zu lagern?

Lagern Sie Atezolizumab bei 2–8 °C; nicht einfrieren; vor Licht schützen in der Originalverpackung, vor Licht geschützt und für Kinder unzugänglich. Nach Anbruch: Die verdünnte Lösung sofort verwenden; andernfalls normalerweise nicht länger als 24 Stunden bei 2–8 °C oder 8 Stunden bei bis zu 25 °C, es sei denn, die Verdünnung erfolgte unter validierten aseptischen Bedingungen.

Atezolizumab: Ist ein gekühlter Versand (Kühlkette) erforderlich?

Ja. Atezolizumab muss bei 2–8 °C; nicht einfrieren; vor Licht schützen gehalten werden und wird daher in Isolierverpackungen mit Kühlelementen versendet, die für die gesamte Transitzeit dimensioniert sind, sodass die Kühlkette vom Versand bis zur Zustellung ununterbrochen bleibt.

Atezolizumab: Unter welchen Markennamen wird es vertrieben?

Atezolizumab wird je nach Land und Hersteller als Tecentriq vermarktet. Markennamen sind Warenzeichen der jeweiligen Inhaber; Pharmalogistic vertritt oder vertreibt die Markenprodukte nicht.

Atezolizumab: Welche Stärken sind verfügbar?

Atezolizumab ist in folgenden Stärken erhältlich: 840 mg/14 ml Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung, 1.200 mg/20 ml Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung, 1.875 mg/15 ml Injektionslösung (subkutan). Die geeignete Stärke und das Dosierungsschema legt die behandelnde Ärztin bzw. der behandelnde Arzt fest.

Atezolizumab: Wie lange ist es haltbar?

Die Haltbarkeit von Atezolizumab beträgt 3 Jahre (ungeöffnete Durchstechflasche) bei Lagerung gemäß Empfehlung. Nach dem auf der Verpackung angegebenen Verfalldatum nicht mehr anwenden.

Medizinische Informationen & Leitlinien

Pharmakologie, Anwendungsgebiete und Sicherheitsprofil dieses Wirkstoffs

Pharmakologische Wirkung

Atezolizumab ist ein Immun-Checkpoint-Inhibitor. PD-L1, das auf Tumorzellen und auf tumorinfiltrierenden Immunzellen exprimiert wird, bindet an die Rezeptoren PD-1 und B7.1 auf T-Zellen und antigenpräsentierenden Zellen und unterdrückt so die Aktivität zytotoxischer T-Zellen, die T-Zell-Proliferation und die Zytokinproduktion. Atezolizumab bindet direkt an PD-L1 und hebt diese Bremse der Antitumor-Immunantwort auf.

Wirkmechanismus

  • Duale Blockade: Indem Atezolizumab PD-L1 besetzt, verhindert es dessen Bindung sowohl an PD-1 als auch an B7.1, hebt die PD-L1/PD-1-vermittelte Hemmung auf und reaktiviert die Antitumor-T-Zell-Antwort.
  • Fc-modifiziert: Der Antikörper löst keine antikörperabhängige zelluläre Zytotoxizität gegen die Zellen aus, an die er bindet.
  • PD-L2 bleibt unbeeinflusst: Die PD-L2/PD-1-Interaktion wird nicht blockiert, sodass die hemmenden Signale über PD-L2 bestehen bleiben.
  • Immunvermittelte Wirkungen: Das Lösen der Immunbremse kann auch Entzündungen in gesunden Organen verursachen, was die typischen Nebenwirkungen erklärt.

Pharmakokinetik

  • Resorption: wird intravenös gegeben. Die Exposition ist zwischen 1 und 20 mg/kg dosisproportional, und die Schemata mit 840 mg alle zwei Wochen, 1.200 mg alle drei Wochen und 1.680 mg alle vier Wochen ergeben eine vergleichbare Exposition. Der Steady State wird nach 6 bis 9 Wochen erreicht, mit einer 1,91-fachen Akkumulation der AUC und einer 2,75-fachen der Talkonzentration.
  • Verteilung: Verteilungsvolumen im Steady State 6,91 l (zentrales Kompartiment 3,28 l).
  • Metabolismus: wird durch Katabolismus zu kleinen Peptiden und Aminosäuren eliminiert, nicht durch Cytochrom-P450-Enzyme.
  • Elimination: Clearance 0,200 l/Tag; typische terminale Halbwertszeit 27 Tage. Es wird nicht über die Nieren ausgeschieden.
  • Besondere Patientengruppen: Alter (21–89 Jahre), ethnische Zugehörigkeit, Nierenfunktionsstörung, leichte Leberfunktionsstörung, PD-L1-Expression und ECOG-Status hatten keinen Einfluss auf die Exposition; Körpergewicht, Geschlecht, Antikörper gegen das Arzneimittel, Albumin und Tumorlast hatten keinen klinisch relevanten Einfluss. Es werden keine Dosisanpassungen empfohlen.

Anwendungsgebiete

Atezolizumab wird bei Erwachsenen angewendet. Wenn eine Indikation einen PD-L1-Schwellenwert festlegt, muss dieser durch einen validierten Test bestätigt werden. Die subkutane Injektionslösung hat dieselben Anwendungsgebiete.

  • Urothelkarzinom (Monotherapie): lokal fortgeschrittene oder metastasierte Erkrankung nach vorheriger platinhaltiger Chemotherapie oder bei Patienten, die als nicht geeignet für Cisplatin gelten und deren Tumoren eine PD-L1-Expression von ≥5 % aufweisen.
  • Nicht-kleinzelliges Lungenkarzinom (NSCLC) im Frühstadium (Monotherapie): adjuvante Behandlung nach vollständiger Resektion und platinbasierter Chemotherapie bei NSCLC mit hohem Rezidivrisiko, mit PD-L1 auf ≥50 % der Tumorzellen und ohne EGFR-mutierte oder ALK-positive Erkrankung.
  • Metastasiertes nicht-plattenepitheliales NSCLC, Erstlinie: mit Bevacizumab, Paclitaxel und Carboplatin (bei EGFR-mutiertem oder ALK-positivem NSCLC erst nach Versagen geeigneter zielgerichteter Therapien) oder mit nab-Paclitaxel und Carboplatin bei Patienten ohne EGFR-mutiertes oder ALK-positives NSCLC.
  • Metastasiertes NSCLC, Erstlinie, Monotherapie: PD-L1 auf ≥50 % der Tumorzellen oder ≥10 % der tumorinfiltrierenden Immunzellen, ohne EGFR-mutiertes oder ALK-positives NSCLC.
  • Fortgeschrittenes NSCLC, Erstlinie, Monotherapie: Patienten, die für eine platinbasierte Therapie nicht geeignet sind.
  • Vorbehandeltes NSCLC (Monotherapie): lokal fortgeschrittene oder metastasierte Erkrankung nach vorheriger Chemotherapie; Patienten mit EGFR-mutiertem oder ALK-positivem NSCLC sollten zusätzlich zielgerichtete Therapien erhalten haben.
  • Kleinzelliges Lungenkarzinom im fortgeschrittenen Stadium (ES-SCLC): Erstlinienbehandlung mit Carboplatin und Etoposid.
  • Dreifach negatives Mammakarzinom (TNBC): mit nab-Paclitaxel, bei nicht resezierbarem lokal fortgeschrittenem oder metastasiertem TNBC mit PD-L1-Expression ≥1 %, bei Patienten, die für die metastasierte Erkrankung keine Chemotherapie erhalten haben.
  • Hepatozelluläres Karzinom (HCC): mit Bevacizumab, bei fortgeschrittenem oder nicht resezierbarem HCC bei Patienten ohne vorherige systemische Therapie.

Gegenanzeigen

  • Überempfindlichkeit gegen Atezolizumab oder einen der sonstigen Bestandteile.

Nebenwirkungen

Mit Atezolizumab allein (gepoolte Daten, 5.039 Patienten) waren die häufigsten Nebenwirkungen Fatigue (29,3 %), verminderter Appetit (20,1 %), Hautausschlag (19,7 %) und Übelkeit (18,8 %). Häufigkeiten bei der Monotherapie:

Sehr häufig (≥1/10): Harnwegsinfektion, Anämie, verminderter Appetit, Kopfschmerzen, Dyspnoe, Husten, Übelkeit, Erbrechen, Diarrhö, Hautausschlag, Pruritus, Arthralgie, Rückenschmerzen, Pyrexie, Fatigue, Asthenie.

Häufig (≥1/100 bis <1/10): Thrombozytopenie, Neutropenie, infusionsbedingte Reaktion, Hypothyreose, Hyperthyreose, Hypokaliämie, Hyponatriämie, Hyperglykämie, Hypoalbuminämie, Hypophosphatämie, Hypokalzämie, periphere Neuropathie, Perikarderkrankungen, Hypotonie, Pneumonitis, Hypoxie, Nasopharyngitis, Kolitis, Bauchschmerzen, Dysphagie, oropharyngeale Schmerzen, Mundtrockenheit, Hepatitis, erhöhte AST und ALT, trockene Haut, muskuloskelettale Schmerzen, Arthritis, erhöhtes Blutkreatinin, grippeähnliche Erkrankung, Schüttelfrost, erhöhte Gamma-Glutamyltransferase.

Gelegentlich (≥1/1.000 bis <1/100): Diabetes mellitus, Nebenniereninsuffizienz, Hypophysitis, Guillain-Barré-Syndrom, Meningoenzephalitis, Uveitis, Pankreatitis, schwere kutane Nebenwirkungen, Psoriasis, lichenoide Erkrankungen, Myositis, Tenosynovitis, Nephritis, erhöhte Blutkreatinphosphokinase.

Selten (≥1/10.000 bis <1/1.000): Zytomegalievirus-Infektion, hämophagozytische Lymphohistiozytose, autoimmunhämolytische Anämie, Sarkoidose, myasthenes Syndrom, Fazialisparese, Myelitis, Myokarditis, Zöliakie, Pemphigoid.

Nicht bekannt: nicht infektiöse Zystitis.

Bei der Monotherapie trat eine Hypothyreose bei 8,5 % der Patienten auf, eine Pneumonitis bei 3,0 % und eine Hepatitis bei 1,7 % (jeweils drei tödliche Fälle), eine Hyperthyreose bei 2,4 % und eine Kolitis bei 1,2 %.

Bei der Kombinationstherapie (4.535 Patienten) waren die häufigsten Nebenwirkungen (20 % oder mehr) Anämie (36,8 %), Neutropenie (36,6 %), Übelkeit, Fatigue, Alopezie, Hautausschlag, Diarrhö, Thrombozytopenie, Obstipation, verminderter Appetit und periphere Neuropathie; es können auch Reaktionen der Kombinationspartner auftreten. Beim NSCLC in der Erstlinie erhöhte die Zugabe von Bevacizumab zu Atezolizumab, Paclitaxel und Carboplatin die Ereignisse vom Grad 3–4 (63,6 % im Vergleich zu 57,5 %) und die tödlichen Ereignisse (6,1 % im Vergleich zu 2,5 %), mit mehr Epistaxis, Hämoptyse und zerebrovaskulären Insulten. Immunvermittelte Reaktionen waren in der Studie zum adjuvanten NSCLC (51,7 %) häufiger als bei fortgeschrittener Erkrankung (38,4 %).

Wechselwirkungen

  • Keine metabolischen Wechselwirkungen zu erwarten: Es wurden keine formalen Studien durchgeführt; Atezolizumab wird durch Katabolismus eliminiert, daher sind metabolische Arzneimittelwechselwirkungen nicht zu erwarten.
  • Systemische Kortikosteroide und Immunsuppressiva: vor Behandlungsbeginn vermeiden, da sie die pharmakodynamische Aktivität und die Wirksamkeit von Atezolizumab beeinträchtigen können. Nach Behandlungsbeginn können sie zur Behandlung immunvermittelter Reaktionen eingesetzt werden.
  • Kombinationspartner: Die Wechselwirkungen und Warnhinweise von Bevacizumab, Paclitaxel, nab-Paclitaxel, Carboplatin und Etoposid gelten ebenfalls (siehe deren Fachinformationen).

Verabreichung und Dosierung

Die Behandlung muss von einem in der Krebsbehandlung erfahrenen Arzt eingeleitet und überwacht werden, und die Infusionen werden von medizinischem Fachpersonal verabreicht.

Empfohlene Dosis

  • 840 mg alle 2 Wochen, 1.200 mg alle 3 Wochen oder 1.680 mg alle 4 Wochen als intravenöse Infusion, allein oder in einer der Kombinationen. Wenn die Arzneimittel am selben Tag gegeben werden, wird Atezolizumab zuerst gegeben; die Kombinationspartner werden gemäß ihren eigenen Fachinformationen dosiert.
  • Injektionslösung (subkutan): 1.875 mg alle 3 Wochen als subkutane Injektion, für dieselben Anwendungsgebiete und allein oder mit denselben Kombinationspartnern. Wie bei der Infusion wird Atezolizumab zuerst gegeben, wenn die Arzneimittel am selben Tag gegeben werden.
  • Mit Bevacizumab, Paclitaxel und Carboplatin (NSCLC): Bevacizumab, Paclitaxel und anschließend Carboplatin alle 3 Wochen über vier oder sechs Induktionszyklen, danach Erhaltungstherapie mit Bevacizumab alle 3 Wochen.
  • Mit nab-Paclitaxel und Carboplatin (NSCLC): beide an Tag 1, nab-Paclitaxel zusätzlich an den Tagen 8 und 15 jedes 3-wöchigen Zyklus, über vier oder sechs Induktionszyklen.
  • Mit Carboplatin und Etoposid (ES-SCLC): beide an Tag 1, Etoposid zusätzlich an den Tagen 2 und 3 jedes 3-wöchigen Zyklus, über vier Induktionszyklen.
  • Mit nab-Paclitaxel (TNBC): nab-Paclitaxel 100 mg/m² an den Tagen 1, 8 und 15 jedes 28-Tage-Zyklus.
  • Mit Bevacizumab (HCC): Bevacizumab 15 mg/kg Körpergewicht alle 3 Wochen.

Dauer der Behandlung

  • Bis zum Fortschreiten der Erkrankung oder zu nicht beherrschbarer Toxizität: Urothelkarzinom in der Erstlinie, NSCLC-Monotherapie in der Erstlinie (einschließlich Patienten, die für Platin nicht geeignet sind), die Kombinationen bei NSCLC und ES-SCLC sowie TNBC.
  • Bis zum Verlust des klinischen Nutzens oder zu nicht beherrschbarer Toxizität: vorbehandeltes Urothelkarzinom und NSCLC sowie HCC.
  • Adjuvantes NSCLC im Frühstadium: 1 Jahr, sofern die Erkrankung nicht wieder auftritt oder die Toxizität nicht inakzeptabel ist; eine längere Behandlung wurde nicht untersucht.
  • Bei den Kombinationen bei NSCLC und ES-SCLC wurden atypische Ansprechmuster (anfängliche Progression, danach Tumorverkleinerung) beobachtet, sodass eine Behandlung über die Progression hinaus nach Ermessen des Arztes erwogen werden kann.

Dosisänderungen und versäumte Dosen

  • Dosisreduktionen werden nicht empfohlen. Je nach Art und Schweregrad einer Nebenwirkung wird die Behandlung ausgesetzt oder dauerhaft abgesetzt (Tabelle 2 der Fachinformation; siehe Besondere Hinweise).
  • Eine versäumte Dosis sollte so bald wie möglich gegeben und der Zeitplan angepasst werden, um den richtigen Abstand zwischen den Dosen einzuhalten.

Besondere Patientengruppen

  • Ältere Patienten (65 Jahre oder älter): keine Dosisanpassung.
  • Asiatische Patienten: Beim Regime aus Bevacizumab, Paclitaxel und Carboplatin beträgt die empfohlene Anfangsdosis von Paclitaxel 175 mg/m² alle 3 Wochen, da die hämatologische Toxizität in der Studie IMpower150 höher war.
  • Nierenfunktionsstörung: keine Anpassung bei leichter oder mittelschwerer Funktionsstörung; die Daten bei schwerer Funktionsstörung sind zu begrenzt.
  • Leberfunktionsstörung: keine Anpassung bei leichter oder mittelschwerer Funktionsstörung; bei schwerer Funktionsstörung nicht untersucht.
  • ECOG-Performance-Status ≥2: Solche Patienten waren von den Studien zu TNBC, ES-SCLC, vorbehandeltem Urothelkarzinom und HCC ausgeschlossen.
  • Kinder und Jugendliche: Die Sicherheit und Wirksamkeit bei unter 18-Jährigen sind nicht erwiesen.

Art der Anwendung

Das Konzentrat wird ausschließlich als intravenöse Infusion nach Verdünnung auf eine Endkonzentration von 3,2–16,8 mg/ml gegeben, niemals als intravenöse Druckinjektion oder Bolus. Die erste Infusion wird über 60 Minuten gegeben, bei guter Verträglichkeit die folgenden Infusionen über 30 Minuten. Das Konzentrat ist nicht zur subkutanen Anwendung bestimmt.

Die Injektionslösung ist ausschließlich zur subkutanen Anwendung bestimmt und darf nicht intravenös gegeben werden. Ein Volumen von 15 ml wird über etwa 7 Minuten in den Oberschenkel injiziert, vorzugsweise über ein subkutanes Infusionsset (Flügelkanüle bzw. Butterfly-Typ); das kleine im Schlauch verbleibende Volumen wird dem Patienten nicht gegeben. Die Injektionsstelle wird nur zwischen dem linken und dem rechten Oberschenkel gewechselt, jede neue Injektion wird mindestens 2,5 cm von der vorherigen entfernt gegeben, und sie wird nie an Stellen gegeben, an denen die Haut gerötet, mit Blutergüssen behaftet, druckempfindlich oder verhärtet ist. Während der Behandlung sollten andere Arzneimittel zur subkutanen Anwendung vorzugsweise an anderen Stellen injiziert werden.

Die Patienten können von der Infusion auf die Injektionslösung und zurück wechseln, daher muss das Etikett überprüft werden, um sicherzustellen, dass die verordnete Darreichungsform gegeben wird.

Besondere Hinweise

Immunvermittelte Nebenwirkungen

Diese können jedes Organ betreffen, auch mehrere gleichzeitig, und nach der letzten Dosis auftreten. Die meisten waren durch Unterbrechung der Behandlung und Kortikosteroide und/oder unterstützende Maßnahmen reversibel.

  • Vermutete Reaktionen müssen abgeklärt werden, um die Ursache zu bestätigen oder andere Ursachen auszuschließen. Je nach Schweregrad wird Atezolizumab ausgesetzt und es werden Kortikosteroide gegeben (in der Regel Prednison 1–2 mg/kg pro Tag oder Äquivalent), die nach Besserung der Reaktion auf Grad 1 oder niedriger über mindestens 1 Monat ausgeschlichen werden; bei Versagen der Kortikosteroide können andere Immunsuppressiva erwogen werden.
  • Die Behandlung kann in der Regel wieder aufgenommen werden, wenn sich die Reaktion innerhalb von 12 Wochen auf Grad 1 oder niedriger bessert und die Kortikosteroiddosis höchstens 10 mg Prednison (oder Äquivalent) pro Tag beträgt.
  • Die Behandlung wird bei einer erneut auftretenden Reaktion vom Grad 3 und bei jeder Reaktion vom Grad 4 dauerhaft abgesetzt, mit Ausnahme von Endokrinopathien, die mit Hormonersatz kontrolliert werden.
  • Die Patienten erhalten einen Patientenpass, den sie stets bei sich tragen sollen, und sollten neue Symptome umgehend melden, wie Husten, Atemnot, Diarrhö, Bauchschmerzen, Gelbfärbung der Haut, ungewöhnliche Müdigkeit, Kopfschmerzen, Muskelschwäche, Brustschmerzen oder Hautausschlag.

Pneumonitis, Hepatitis und Kolitis

  • Pneumonitis (einschließlich tödlicher Fälle): bei Grad 2 aussetzen; bei Grad 3 oder 4 dauerhaft absetzen.
  • Hepatitis (einige tödlich): AST, ALT und Bilirubin werden vor der Behandlung und regelmäßig kontrolliert. Ohne HCC aussetzen, wenn ein Ereignis vom Grad 2 (ALT oder AST mehr als das 3- bis 5-Fache der oberen Normgrenze oder Bilirubin mehr als das 1,5- bis 3-Fache) länger als 5 bis 7 Tage anhält, und dauerhaft absetzen bei Grad 3 oder 4 (ALT oder AST mehr als das 5-Fache oder Bilirubin mehr als das 3-Fache der oberen Normgrenze). Bei HCC hängen die Schwellenwerte für das Aussetzen von den Ausgangswerten ab, und die Behandlung wird abgesetzt, wenn ALT oder AST das 10-Fache der oberen Normgrenze oder Bilirubin das 3-Fache überschreiten.
  • Kolitis: bei Diarrhö vom Grad 2 oder 3 (4 oder mehr Stühle pro Tag über dem Ausgangswert) oder symptomatischer Kolitis aussetzen, mit Kortikosteroiden (bei Grad 3 intravenös); bei Grad 4 dauerhaft absetzen. Eine gastrointestinale Perforation ist eine mögliche Komplikation.

Endokrine Störungen

Die Schilddrüsenfunktion wird vor und regelmäßig während der Behandlung kontrolliert; auffällige Tests ohne Symptome stehen der Behandlung nicht entgegen. Eine symptomatische Hypothyreose oder Hyperthyreose wird mit Hormonersatz oder einem Thyreostatikum behandelt, während Atezolizumab ausgesetzt wird. Nebenniereninsuffizienz und Hypophysitis vom Grad 2 oder 3 werden durch Aussetzen der Behandlung und die Gabe intravenöser Kortikosteroide sowie bei Bedarf von Hormonersatz behandelt; eine Hypophysitis vom Grad 4 erfordert das dauerhafte Absetzen. Bei Typ-1-Diabetes wird Insulin begonnen, und Atezolizumab wird bei einer Hyperglykämie vom Grad 3 oder höher (Nüchternglukose über 13,9 mmol/l) ausgesetzt, bis eine metabolische Kontrolle erreicht ist.

Weitere immunvermittelte Nebenwirkungen

  • Dauerhaftes Absetzen: Meningoenzephalitis, myasthenes Syndrom oder Guillain-Barré-Syndrom jeden Grades; Myelitis vom Grad 2–4; Myokarditis oder Perikarderkrankungen vom Grad 2 oder höher; vermutete hämophagozytische Lymphohistiozytose; bestätigtes Stevens-Johnson-Syndrom oder toxische epidermale Nekrolyse.
  • Zuerst aussetzen: Nephritis vom Grad 2, Myositis vom Grad 2 oder 3, Pankreatitis vom Grad 2 oder 3 (oder Amylase oder Lipase über dem 2-Fachen der oberen Normgrenze), Hautreaktionen vom Grad 3 und Fazialisparese vom Grad 1 oder 2; höhere Grade oder ein Wiederauftreten führen zum dauerhaften Absetzen.
  • Overlap-Syndrom: Myokarditis, Myositis und Myasthenia gravis können gemeinsam auftreten, manchmal mit tödlichem Verlauf, daher wird ein Patient mit einer dieser Erkrankungen auf die beiden anderen überwacht.
  • Uveitis, nicht infektiöse Zystitis und autoimmunhämolytische Anämie können ebenfalls auftreten.

Infusionsbedingte Reaktionen

Es können infusionsbedingte Reaktionen auftreten, einschließlich Anaphylaxie. Bei Reaktionen vom Grad 1 oder 2 wird die Infusion verlangsamt oder unterbrochen, und eine Prämedikation mit einem Antipyretikum und Antihistaminika kann erwogen werden; Reaktionen vom Grad 3 oder 4 erfordern das dauerhafte Absetzen.

Vorsichtsmaßnahmen in besonderen Situationen

  • Mit Bevacizumab, Paclitaxel und Carboplatin: Die kombinierten Risiken des Vierfachregimes sollten abgewogen werden. Patienten mit eindeutiger Tumorinfiltration in die großen Gefäße des Brustkorbs oder eindeutiger Kavitation von Lungenläsionen wurden nach tödlichen Lungenblutungen von der zulassungsrelevanten Studie ausgeschlossen.
  • Mit Bevacizumab bei HCC: Das Blutungsrisiko ist erhöht, einschließlich tödlicher gastrointestinaler Blutungen; daher wird vor Behandlungsbeginn auf Ösophagusvarizen untersucht und diese werden behandelt, und der Blutzucker wird überwacht. Die Daten bei Lebererkrankung der Child-Pugh-Klasse B sind sehr begrenzt, bei Child-Pugh-Klasse C liegen keine vor.
  • Monotherapie in der Erstlinie bei NSCLC: Die Wirkung setzt verzögert ein; in den ersten 2,5 Monaten traten mehr Todesfälle auf als unter Chemotherapie, gefolgt von einem Langzeit-Überlebensvorteil.
  • Für Cisplatin nicht geeignetes Urothelkarzinom: mit Vorsicht anwenden bei Patienten, die für keine Chemotherapie geeignet sind.
  • Autoimmunerkrankung: Beobachtungsdaten deuten auf ein höheres Risiko immunvermittelter Reaktionen unter Checkpoint-Inhibitoren hin, und Schübe der Grunderkrankung waren häufig, wenn auch meist mild und beherrschbar. Patienten mit Autoimmunerkrankung, früherer Pneumonitis, aktiven Hirnmetastasen, HIV oder Hepatitis-B- oder -C-Infektion (außer bei HCC) oder bedeutsamer Herz-Kreislauf-Erkrankung waren von den Studien ausgeschlossen.

Schwangerschaft, Stillzeit und Fertilität

  • Kontrazeption: Frauen im gebärfähigen Alter müssen während der Behandlung und noch 5 Monate danach eine wirksame Verhütungsmethode anwenden.
  • Schwangerschaft: Es liegen keine Daten beim Menschen vor. In Schwangerschaftsmodellen bei Mäusen führte die Blockade des PD-L1/PD-1-Signalwegs zu einer immunvermittelten Abstoßung des Fötus und zum Fruchttod, und IgG1-Antikörper passieren die Plazenta. Atezolizumab könnte den Fötus schädigen, einschließlich Fehlgeburt oder Totgeburt, und sollte in der Schwangerschaft nicht angewendet werden, es sei denn, der Zustand der Frau erfordert es.
  • Stillzeit: Als Antikörper wird er in der Erstmilch und danach in geringen Mengen erwartet; es wird zwischen dem Abstillen und dem Absetzen der Behandlung entschieden.
  • Fertilität: Es liegen keine klinischen Daten vor. In einer 26-wöchigen Toxizitätsstudie an Tieren beeinträchtigte Atezolizumab reversibel den Menstruationszyklus bei etwa dem 6-Fachen der Exposition beim Menschen; die männlichen Fortpflanzungsorgane waren nicht betroffen.

Polysorbat 20 und Rückverfolgbarkeit

Jede 840-mg-Durchstechflasche enthält 5,6 mg und jede 1.200-mg-Durchstechflasche 8 mg Polysorbat 20 (0,4 mg/ml), und jede 1.875-mg-Durchstechflasche der Injektionslösung enthält 9 mg; Polysorbat 20 kann allergische Reaktionen hervorrufen. Wie bei allen biologischen Arzneimitteln sollten der Produktname und die Chargennummer dokumentiert werden.

Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit

Atezolizumab hat einen geringen Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen. Patienten, die sich müde fühlen, sollten kein Fahrzeug führen und keine Maschinen bedienen, bis die Symptome abgeklungen sind.

Lagerungsbedingungen

Ungeöffnete Tecentriq-Durchstechflaschen (sowohl das Infusionskonzentrat als auch die Injektionslösung) im Kühlschrank bei 2–8 °C im Umkarton lagern, um sie vor Licht zu schützen. Nicht einfrieren. Die Durchstechflaschen werden in einer lückenlosen Kühlkette an die Apotheke geliefert, die die Infusion zubereitet.

Nach der Verdünnung wurde die Gebrauchsstabilität für bis zu 24 Stunden bei bis zu 30 °C und bis zu 30 Tage bei 2–8 °C nachgewiesen. Aus mikrobiologischer Sicht sollte die Lösung sofort verwendet werden; andernfalls würde sie normalerweise nicht länger als 24 Stunden bei 2–8 °C oder 8 Stunden bei Raumtemperatur (bis zu 25 °C) aufbewahrt, es sei denn, die Verdünnung erfolgte unter kontrollierten und validierten aseptischen Bedingungen.

Sobald die Injektionslösung aus der Durchstechflasche in die Spritze aufgezogen wurde, ist sie physikalisch und chemisch für bis zu 30 Tage bei 2–8 °C und für bis zu 8 Stunden bei bis zu 30 °C bei diffusem Tageslicht stabil. Da sie kein antimikrobielles Konservierungsmittel enthält, sollte sie sofort verwendet werden; andernfalls liegt die Aufbewahrung nach Anbruch in der Verantwortung des Anwenders und würde normalerweise 24 Stunden bei 2–8 °C nicht überschreiten, es sei denn, die Spritze wurde unter kontrollierten und validierten aseptischen Bedingungen zubereitet.

Haltbarkeit

Ungeöffnete Durchstechflasche: 3 Jahre (Konzentrat und Injektionslösung). Nach dem auf dem Umkarton angegebenen Verfalldatum nicht mehr verwenden.

Abgabebedingungen in der Apotheke

Nur auf ärztliche Verschreibung (Rx). Die Behandlung wird von einem in der Krebsbehandlung erfahrenen Arzt eingeleitet und überwacht. Atezolizumab wird von medizinischem Fachpersonal als intravenöse Infusion verabreicht und deshalb in einer gekühlten Kühlkette (2–8 °C) an das Krankenhaus oder die Klinik geliefert, die es verabreicht. Jede Packung des Konzentrats enthält eine 14-ml- oder 20-ml-Durchstechflasche.

Weitere Wirkstoffe aus demselben Therapiegebiet oder derselben Wirkstoffklasse.

Wichtiger Hinweis

Die auf dieser Website bereitgestellten Informationen dienen ausschließlich allgemeinen Informations- und Bildungszwecken und stellen weder eine medizinische Beratung noch eine Diagnose oder Behandlungsempfehlung dar. Diese Informationen ersetzen nicht die Konsultation einer qualifizierten medizinischen Fachperson. Holen Sie bei Fragen zu einem Gesundheitszustand oder Arzneimittel stets den Rat Ihrer Ärztin bzw. Ihres Arztes, Apothekerin bzw. Apothekers oder einer anderen qualifizierten Fachperson ein. Ignorieren Sie ärztlichen Rat nicht und verzögern Sie dessen Einholung nicht aufgrund von Informationen auf dieser Website. Produktverfügbarkeit, zugelassene Anwendungsgebiete und Fachinformationen können je nach Land unterschiedlich sein. Viele der gelisteten Arzneimittel sind verschreibungspflichtig; wo ein Rezept erforderlich ist, muss dieses im Bestimmungsland gültig sein, und die Produkte sind unter ärztlicher Aufsicht anzuwenden. Wir beschaffen, versenden oder listen keine Suchtmittel im Sinne des österreichischen Suchtmittelgesetzes (SMG) oder vergleichbarer internationaler Regelungen.

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Informationsquelle

Diese Produktinformation basiert auf:

DrugBank — Atezolizumab (DB11595); EMA SmPC — Tecentriq

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