Aldesleukin

Interleukin-2 (rekombinantes Zytokin-Immunstimulans)

Aldesleukin ist eine rekombinante Form des humanen Interleukin-2 (IL-2), eines natürlichen Lymphokins, und wird in gentechnisch verändertem Escherichia coli hergestellt. Es bindet an den IL-2-Rezeptor und stimuliert Wachstum und Differenzierung der T-Zellen sowie die Aktivität der natürlichen Killerzellen; auf welche Weise diese Immunstimulation eine Antitumorwirkung entfaltet, ist nicht bekannt. Es ist in der EU national zugelassen (zum Beispiel in Frankreich als Proleukin) zur Behandlung des metastasierten Nierenadenokarzinoms, und Patienten, bei denen alle drei in der Fachinformation aufgeführten Risikofaktoren vorliegen, dürfen nicht behandelt werden. Es wird als kontinuierliche intravenöse Infusion gegeben, wofür eine stationäre Aufnahme in einer spezialisierten Einheit mit Intensivpflegemöglichkeiten empfohlen wird, oder als subkutane Injektion, immer unter der Aufsicht einer Ärztin oder eines Arztes mit Erfahrung in der Chemotherapie von Krebserkrankungen. Das Kapillarlecksyndrom mit niedrigem Blutdruck, schnellem Herzschlag und schlechter Organdurchblutung ist das wichtigste schwerwiegende Risiko und erfordert eine engmaschige Überwachung von Kreislauf und Atmung.

Erhältlich unter folgenden Markennamen

Dieser Wirkstoff wird je nach Region und Hersteller unter folgenden Markennamen vertrieben:

  • Proleukin ®

Markennamen sind eingetragene Warenzeichen der jeweiligen Inhaber. Pharmalogistic vertritt, produziert oder vertreibt die oben genannten Markenprodukte nicht.

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Häufig gestellte Fragen

Aldesleukin: Wofür wird es angewendet?

Aldesleukin ist eine rekombinante Form des humanen Interleukin-2 (IL-2), eines natürlichen Lymphokins, und wird in gentechnisch verändertem Escherichia coli hergestellt.

Aldesleukin: Ist ein Rezept erforderlich?

Ja. Aldesleukin ist ein verschreibungspflichtiges Arzneimittel. Erforderlich ist ein gültiges Rezept einer approbierten Ärztin oder eines approbierten Arztes; die Rezeptvorschriften des Bestimmungslandes werden vor jedem Versand geprüft.

Aldesleukin: Wie ist es zu lagern?

Lagern Sie Aldesleukin bei 2–8 °C; nicht einfrieren; vor Licht schützen (in der Originalverpackung aufbewahren) in der Originalverpackung, vor Licht geschützt und für Kinder unzugänglich. Nach Anbruch: Nach der Rekonstitution: sofort verwenden; physikalisch-chemische Stabilität für 48 Stunden bei 2–30 °C nachgewiesen; wird es nicht sofort verwendet, normalerweise nicht länger als 24 Stunden bei 2–8 °C, es sei denn, die Rekonstitution erfolgte unter kontrollierten und validierten aseptischen Bedingungen.

Aldesleukin: Ist ein gekühlter Versand (Kühlkette) erforderlich?

Ja. Aldesleukin muss bei 2–8 °C; nicht einfrieren; vor Licht schützen (in der Originalverpackung aufbewahren) gehalten werden und wird daher in Isolierverpackungen mit Kühlelementen versendet, die für die gesamte Transitzeit dimensioniert sind, sodass die Kühlkette vom Versand bis zur Zustellung ununterbrochen bleibt.

Aldesleukin: Unter welchen Markennamen wird es vertrieben?

Aldesleukin wird je nach Land und Hersteller als Proleukin vermarktet. Markennamen sind Warenzeichen der jeweiligen Inhaber; Pharmalogistic vertritt oder vertreibt die Markenprodukte nicht.

Aldesleukin: Welche Stärken sind verfügbar?

Aldesleukin ist in folgenden Stärken erhältlich: 22 Mio. I.E. pro Durchstechflasche, Pulver zur Herstellung einer Injektionslösung (18 Mio. I.E./ml nach Rekonstitution). Die geeignete Stärke und das Dosierungsschema legt die behandelnde Ärztin bzw. der behandelnde Arzt fest.

Aldesleukin: Wie lange ist es haltbar?

Die Haltbarkeit von Aldesleukin beträgt 45 Monate bei Lagerung gemäß Empfehlung. Nach dem auf der Verpackung angegebenen Verfalldatum nicht mehr anwenden.

Medizinische Informationen & Leitlinien

Pharmakologie, Anwendungsgebiete und Sicherheitsprofil dieses Wirkstoffs

Pharmakologische Wirkung

Aldesleukin ist eine rekombinante Form des humanen Interleukin-2 (IL-2), eines natürlichen Lymphokins, das von T-Zellen gebildet wird. Es wird mittels rekombinanter DNA-Technologie in einem Stamm von Escherichia coli hergestellt, der das humane IL-2-Gen trägt, und seine biologische Aktivität ist mit der des humanen IL-2 vergleichbar. Beim Menschen und bei Tieren ruft es mehrere dosisabhängige Immunwirkungen hervor. In Tumormodellen an Mäusen verringert es Tumorwachstum und -ausbreitung, doch laut Fachinformation ist der genaue Mechanismus, über den diese Immunstimulation eine Antitumorwirkung entfaltet, noch nicht bekannt.

Wirkmechanismus

  • Rezeptor-Signalübertragung: Aldesleukin bindet an den IL-2-Rezeptor und bringt die zytoplasmatischen Domänen seiner Beta- und Gamma-Kette zusammen. Dadurch wird die Tyrosinkinase Jak3 aktiviert, und es kommt zur Phosphorylierung von Tyrosinresten an der Beta-Kette; der aktivierte Rezeptorkomplex rekrutiert Signalproteine und stimuliert Wachstum und Differenzierung der T-Zellen.
  • Immunwirkungen: Es verstärkt die Lymphozytenproliferation und die Zytotoxizität, induziert die Aktivität von Lymphokin-aktivierten Killerzellen (LAK) und natürlichen Killerzellen (NK) und induziert die Interferon-gamma-Produktion.
  • Antitumorwirkung: in Tumormodellen an Mäusen gezeigt; der Mechanismus bei Patienten ist nicht gesichert.

Pharmakokinetik

  • Resorption: Nach einer kurzen intravenösen Infusion sind die Plasmakonzentrationen hoch, und das Protein verteilt sich rasch in den Extravasalraum. Nach subkutaner Injektion werden die Spitzenspiegel 2 bis 6 Stunden später erreicht, und die absolute Bioverfügbarkeit beträgt 31 bis 47 %.
  • Verteilung: Bei kontinuierlicher intravenöser Infusion mit konstanter bzw. abnehmender Dosis betrug die mittlere tmax 11 Stunden bzw. 4,4 Stunden, und die Serumkonzentrationen waren 3,20-mal bzw. 1,95-mal höher als nach subkutaner Injektion. Die Serumkonzentrationen nach intravenöser Gabe sind der Dosis proportional.
  • Metabolismus und Elimination: Nach einem intravenösen Bolus fallen die Serumspiegel in zwei Phasen ab, mit einer Alpha-Halbwertszeit von 13 Minuten und einer Beta-Halbwertszeit von 85 Minuten; 87 % der Clearance eines Bolus erfolgen in der Alpha-Phase. Die mittlere Clearance bei Krebspatienten beträgt 155 bis 420 ml/min; in einer aktuellen Studie bei Patienten mit metastasiertem Krebs betrug sie 243,2 bis 346,3 ml/min, bei einer terminalen Halbwertszeit von 100,4 bis 123,9 Minuten. Die Niere ist der Hauptweg: Das Protein wird in den Zellen der proximalen Tubuli zu Aminosäuren abgebaut, und im Urin erscheint wenig oder kein aktives Protein.
  • Subkutane Kinetik: ein Ein-Kompartiment-Modell mit einer Absorptionshalbwertszeit von 45 Minuten und einer Eliminationshalbwertszeit von 3 bis 5 Stunden.
  • Besondere Patientengruppen: Keine formale Studie hat die Pharmakokinetik bei älteren und jüngeren Patienten verglichen oder Patienten mit Nieren- oder Leberfunktionsstörung untersucht.

Anwendungsgebiete

  • Metastasiertes Nierenadenokarzinom (Nierenzellkarzinom): Behandlung des metastasierten Nierenadenokarzinoms. Die Dosierungsangaben in der Fachinformation gelten für erwachsene Patienten.
  • Risikofaktoren für ein geringeres Ansprechen: Drei Faktoren sind mit einer niedrigeren Ansprechrate und einem kürzeren medianen Überleben verbunden, und beide sinken mit zunehmender Zahl der Faktoren: ein ECOG-Performance-Status von 1 oder mehr (0 = normale Aktivität; 1 = symptomatisch, aber gehfähig); Metastasen in mehr als einem Organ; und weniger als 24 Monate zwischen der Erstdiagnose des Primärtumors und der Beurteilung des Patienten für die Behandlung. Patienten, bei denen alle drei Faktoren vorliegen, dürfen nicht behandelt werden.

Gegenanzeigen

  • Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der sonstigen Bestandteile.
  • Allgemeinzustand: ECOG-Performance-Status von 2 oder mehr.
  • ECOG-Performance-Status von 1 oder mehr zusammen mit Metastasen in mehr als einem Organ und weniger als 24 Monaten zwischen der Erstdiagnose des Primärtumors und der Beurteilung für die Behandlung (alle drei Risikofaktoren).
  • Bedeutsame Vorgeschichte oder Vorliegen einer schweren Herzerkrankung (in zweifelhaften Fällen wird ein Belastungstest durchgeführt).
  • Anzeichen einer aktiven Infektion, die eine Antibiotikabehandlung erfordert.
  • PaO2 unter 60 mmHg in Ruhe.
  • Schwere Funktionsstörung eines lebenswichtigen Organs.
  • Hirnmetastasen oder Krampfleiden, mit Ausnahme erfolgreich behandelter Hirnmetastasen (normaler Scan, stabiler neurologischer Zustand).

Die Fachinformation empfiehlt außerdem, Aldesleukin nicht anzuwenden bei: Leukozyten unter 4.000/mm³, Thrombozyten unter 100.000/mm³ oder Hämatokrit unter 30 %; auffälligem Serumbilirubin oder -kreatinin; einer Organallotransplantation in der Anamnese; Patienten, die voraussichtlich eine Kortikosteroidbehandlung benötigen; und bestehender Autoimmunerkrankung.

Nebenwirkungen

Häufigkeit und Schweregrad der Nebenwirkungen hängen vom Verabreichungsweg, von der Dosis und vom Behandlungsschema ab. Die meisten stehen in direktem Zusammenhang mit dem Produkt und können 1 bis 2 Tage nach Beendigung der Behandlung abklingen. Von 255 Patienten mit metastasiertem Nierenadenokarzinom, die Aldesleukin allein erhielten, starben 4 % (11 Patienten) an behandlungsbedingten Ursachen; weniger als 1 % der subkutan behandelten Patienten starb an Nebenwirkungen.

Sehr häufig (≥1/10): Anämie, Thrombozytopenie; Hypothyreose; Anorexie; Angst, Verwirrtheit, Depression, Schlaflosigkeit; Schwindel, Kopfschmerzen, Parästhesie, Somnolenz; Tachykardie, Arrhythmie, Brustschmerzen; Hypotonie; Dyspnoe, Husten; Übelkeit mit oder ohne Erbrechen, Diarrhö, Stomatitis; Erythem und Hautausschlag, exfoliative Dermatitis, Pruritus, Schwitzen; Oligurie, erhöhter Harnstoff und erhöhtes Kreatinin im Blut; Reaktionen, Schmerzen und Entzündung an der Injektionsstelle (seltener bei kontinuierlicher intravenöser Infusion), Fieber mit oder ohne Schüttelfrost, Unwohlsein, Asthenie und Fatigue, Schmerzen, Ödeme, Gewichtszunahme, Gewichtsabnahme.

Häufig (≥1/100 bis <1/10): Atemwegsinfektion, Sepsis; Leukopenie, Koagulopathie einschließlich disseminierter intravasaler Koagulation, Eosinophilie; Hyperthyreose; Azidose, Hyperglykämie, Hypokalzämie, Hyperkalzämie, Hyperkaliämie, Dehydratation, Hyponatriämie, Hypophosphatämie; Reizbarkeit, Agitiertheit, Halluzinationen; Neuropathie, Synkope, Sprachstörungen, Geschmacksverlust, Lethargie; Konjunktivitis; Zyanose, vorübergehende EKG-Veränderungen, Myokardischämie, Palpitationen, kardiovaskuläre Erkrankungen einschließlich Herzinsuffizienz; Phlebitis, Hypertonie; Lungenödem, Pleuraerguss, Hypoxie, Hämoptyse, Epistaxis, verstopfte Nase, Rhinitis; Dysphagie, Dyspepsie, Obstipation, gastrointestinale Blutung (einschließlich rektaler Blutung und Hämatemesis), Aszites, Cheilitis, Gastritis; erhöhte Transaminasen, alkalische Phosphatase und Laktatdehydrogenase, Hyperbilirubinämie, Hepatomegalie oder Hepatosplenomegalie; Alopezie, Urtikaria; Myalgie, Arthralgie; Hämaturie, Nierenversagen, Anurie; Schleimhautentzündung, Knoten an der Injektionsstelle, Hypothermie, grippeähnliche Symptome.

Gelegentlich (≥1/1.000 bis <1/100): Neutropenie; Überempfindlichkeitsreaktionen; Hypoglykämie; Koma, Krampfanfälle, Lähmung, Myasthenie; Myokarditis, Kardiomyopathie, Herzstillstand, Perikarderguss; Thrombose, Thrombophlebitis, Blutung; Pankreatitis, Darmverschluss, gastrointestinale Perforation (einschließlich Nekrose oder Gangrän); Vitiligo, Angioödem; Myopathie, Myositis.

Selten (≥1/10.000 bis <1/1.000): Agranulozytose, aplastische Anämie, hämolytische Anämie, febrile Neutropenie; Anaphylaxie; Diabetes mellitus; Erkrankung des Sehnervs einschließlich Optikusneuritis; ventrikuläre Hypokinesie; Lungenembolie, akutes Atemnotsyndrom; Aktivierung eines ruhenden Morbus Crohn; Cholezystitis, tödliches Leberversagen; vesikulobullöser Hautausschlag, Stevens-Johnson-Syndrom; Nekrose an der Injektionsstelle.

Nicht bekannt: intrakranielle oder zerebrale Blutung, Schlaganfall, Leukoenzephalopathie; Herzbeuteltamponade; Rhabdomyolyse.

Das Kapillarlecksyndrom kann von Herzrhythmusstörungen, Angina pectoris, Myokardinfarkt, Atemversagen mit Intubationspflicht, gastrointestinalen Blutungen, Mesenterialinfarkt, Nierenversagen, Ödemen und Veränderungen des Geisteszustands begleitet sein; es ist bei subkutaner Gabe seltener und weniger schwerwiegend als bei kontinuierlicher intravenöser Gabe. In der Literatur wurden seltene Fälle von Leukoenzephalopathie berichtet, meist bei wegen einer HIV-Infektion behandelten Patienten, die zusätzlich weitere Risikofaktoren hatten.

Wechselwirkungen

  • Cisplatin, Vinblastin und Dacarbazin: Bei gleichzeitiger Anwendung wurde über ein tödliches Tumorlysesyndrom berichtet, daher wird die Kombination nicht empfohlen.
  • Interferon alfa: Schwere Rhabdomyolyse und Herzschäden (Myokardinfarkt, Myokarditis, ventrikuläre Hypokinesie) treten bei intravenösem Aldesleukin plus Interferon alfa anscheinend häufiger auf. Eine Verschlechterung oder erstmalige Manifestation von Autoimmunerkrankungen und entzündlichen Erkrankungen (IgA-Glomerulonephritis, schwere okulobulbäre Myasthenie, entzündliche Arthritis, Thyreoiditis, bullöser Pemphigus, Stevens-Johnson-Syndrom) wurde bei der Kombination beobachtet.
  • Glukokortikoide: Können die Wirksamkeit von Aldesleukin verringern und sollten vermieden werden. Treten lebensbedrohliche Anzeichen oder Symptome auf, kann Dexamethason angewendet werden, bis die toxischen Wirkungen vertretbar werden.
  • Hepatotoxische, nephrotoxische, myelotoxische oder kardiotoxische Arzneimittel: Können die Toxizität von Aldesleukin an denselben Organen verstärken. Da Aldesleukin Transaminasen, Bilirubin, Harnstoff und Kreatinin reversibel erhöht, kann sich der hepatische Metabolismus oder die renale Ausscheidung anderer Arzneimittel verändern; Arzneimittel mit bekannter Nieren- oder Lebertoxizität sind mit Vorsicht anzuwenden.
  • Antihypertensiva wie Betablocker: Können die blutdrucksenkende Wirkung verstärken, daher ist eine Überwachung erforderlich.
  • Psychotrope und andere zentral wirksame Arzneimittel: Aldesleukin beeinflusst das Zentralnervensystem und kann das Ansprechen auf psychotrope Arzneimittel verändern; überwachen.
  • Kontrastmittel: Nach Aldesleukin angewendet, können sie die während der Behandlung beobachtete Toxizität wieder hervorrufen, meist innerhalb von 2 Wochen nach der letzten Dosis, manchmal aber erst Monate später. Kontrastmittel sollten in den 2 Wochen nach der Behandlung nicht angewendet werden.
  • Sequenzielle hochdosierte Gabe von Aldesleukin mit Chemotherapie: Überempfindlichkeitsreaktionen (Erythem, Juckreiz, Hypotonie) innerhalb von Stunden nach der Chemotherapie wurden mit Dacarbazin, Cisplatin, Tamoxifen und Interferon alfa berichtet, und einige Patienten benötigten eine ärztliche Intervention.

Verabreichung und Dosierung

Aldesleukin darf nur unter der Aufsicht einer qualifizierten Ärztin oder eines qualifizierten Arztes angewendet werden, die bzw. der in der Chemotherapie von Krebserkrankungen gut bewandert ist. Bei kontinuierlicher intravenöser Infusion wird eine stationäre Aufnahme in einer spezialisierten Einheit mit den Mitteln einer Intensivstation empfohlen, damit der klinische Zustand und die Laborwerte angemessen verfolgt werden können. Die subkutane Behandlung kann zu Hause durch qualifiziertes medizinisches Fachpersonal erfolgen. Das Pulver wird vor der Anwendung rekonstituiert (1,2 ml Wasser für Injektionszwecke ergeben 18 Mio. I.E./ml; die Zubereitung ist in Abschnitt 6.6 der Fachinformation beschrieben).

Empfohlene Dosis (Erwachsene)

  • Kontinuierliche intravenöse Infusion: 18 Mio. I.E./m² über 24 Stunden für 5 Tage, danach 2 bis 6 Tage ohne Aldesleukin, dann weitere 5 Tage kontinuierliche Infusion und 3 Wochen ohne Aldesleukin. Dies ist ein Induktionszyklus. Nach den 3 behandlungsfreien Wochen des ersten Zyklus sollte ein zweiter Induktionszyklus gegeben werden.
  • Erhaltungstherapie nach intravenöser Induktion: Wenn die Erkrankung anspricht oder stabil ist, bis zu 4 Erhaltungszyklen (18 Mio. I.E./m² als kontinuierliche Infusion über 5 Tage), mit 4 Wochen zwischen den Zyklen.
  • Subkutane Injektion: 18 Mio. I.E. täglich über 5 Tage, danach 2 Tage ohne Aldesleukin. In den folgenden 3 Wochen 18 Mio. I.E. an den ersten 2 Tagen jeder Woche und 9 Mio. I.E. an den Tagen 3, 4 und 5, ohne Behandlung an den Tagen 6 und 7. Nach einer Woche ohne Aldesleukin wird der 4-wöchige Zyklus wiederholt. Patienten, die ansprechen oder stabil sind, können solche Zyklen als Erhaltungstherapie fortsetzen.

Dosisanpassungen

  • Wird die empfohlene Dosis nicht vertragen, wird die Dosis reduziert oder die Behandlung unterbrochen, bis die Anzeichen der Unverträglichkeit abklingen. Inwieweit eine Dosisreduktion die Ansprechrate und das mediane Überleben verändert, ist nicht bekannt.
  • Die Entscheidung über den Wiederbeginn berücksichtigt Schweregrad und Art der Toxizität. Nebenwirkungen können schwerwiegend oder lebensbedrohlich, aber behandelbar sein, und sie klingen in der Regel (wenn auch nicht immer) innerhalb von 1 bis 2 Tagen nach dem Absetzen ab.

Unterstützende Arzneimittel

Bei der empfohlenen Dosis sind Fieber und gastrointestinale Wirkungen üblich. Paracetamol kann zusammen mit Aldesleukin gegeben werden, um das Fieber zu senken, und Pethidin kann für den begleitenden Schüttelfrost hinzugefügt werden. Antiemetika und Antidiarrhoika behandeln gastrointestinale Wirkungen, und Antihistaminika können in einigen Fällen von juckendem Hautausschlag helfen.

Besondere Patientengruppen

  • Nieren- oder Leberfunktionsstörung: keine formale Studie zu Pharmakokinetik, Sicherheit oder Verträglichkeit; Patienten mit vorbestehender Funktionsstörung müssen engmaschig überwacht werden.
  • Ältere Patienten: kein formaler Vergleich mit jüngeren Patienten, und nur wenige Patienten im Alter von 65 Jahren oder älter wurden untersucht (die Ansprechraten waren ähnlich). Mit Vorsicht verschreiben, da Nieren- und Leberfunktion mit dem Alter nachlassen können und ältere Patienten empfindlicher auf Nebenwirkungen reagieren können.
  • Kinder und Jugendliche: Sicherheit und Wirksamkeit wurden nicht nachgewiesen.

Besondere Hinweise

Kapillarlecksyndrom

Aldesleukin kann ein Kapillarlecksyndrom verursachen: Verlust des Gefäßtonus mit Austritt von Plasmaproteinen und Flüssigkeit aus den Gefäßen, was zu Hypotonie, schnellem Herzschlag und schlechter Organdurchblutung führt. Ein schwerer Fall verlief tödlich. Es beginnt in der Regel innerhalb von Stunden nach der ersten Dosis, wobei Symptome (Hypotonie, Tachykardie, Dyspnoe, Lungenödem) 2 bis 12 Stunden später berichtet wurden. Kreislauf- und Atemfunktion müssen engmaschig überwacht werden, besonders bei intravenöser Gabe. Eine Hypotonie korrigiert sich manchmal ohne Behandlung; andernfalls werden intravenöse Flüssigkeiten mit Vorsicht gegeben, und refraktäre Fälle benötigen niedrig dosierte Katecholamine, deren verlängerte Anwendung oder höhere Dosen Herzrhythmusstörungen hervorrufen können. Der Nutzen einer Erweiterung des Blutvolumens muss gegen das Risiko eines Lungenödems, eines Aszites und eines Pleura- oder Perikardergusses abgewogen werden. Sind diese Maßnahmen nicht erfolgreich, wird Aldesleukin abgesetzt.

Autoimmunerkrankung

Aldesleukin kann bestehende Autoimmunerkrankungen mit möglicherweise lebensbedrohlichen Komplikationen verschlimmern und einen ruhenden Morbus Crohn reaktivieren. Da nicht alle Patienten, die Interleukin-2-bedingte Autoimmunprobleme entwickeln, eine entsprechende Vorgeschichte haben, müssen die Schilddrüsenfunktion und andere mögliche Autoimmunerkrankungen engmaschig überwacht werden.

Zentralnervensystem

Die Behandlung muss unterbrochen werden, wenn eine schwere Lethargie oder Somnolenz auftritt, da eine Fortsetzung zum Koma führen kann. Aldesleukin kann die Symptome nicht erkannter oder unbehandelter Hirnmetastasen verschlimmern, daher benötigt jeder Patient zuerst eine angemessene Beurteilung und Behandlung von Hirnmetastasen. Psychiatrische Störungen (Reizbarkeit, Verwirrtheit, Depression) können auftreten; sie sind in der Regel reversibel, können aber mehrere Tage anhalten. Aldesleukin kann die Wirkung psychotroper Arzneimittel verändern.

Nieren- und Leberfunktion

Aldesleukin verursacht reversible Anstiege der Lebertransaminasen, des Bilirubins, des Harnstoffs und des Kreatinins und kann den hepatischen Metabolismus oder die renale Ausscheidung anderer Arzneimittel verändern. Arzneimittel mit bekannter Nieren- oder Lebertoxizität werden mit Vorsicht angewendet, und Patienten mit vorbestehender Funktionsstörung werden engmaschig überwacht.

Infektionen

Jede bestehende bakterielle Infektion muss vor Behandlungsbeginn behandelt werden, da sie die Toxizität erhöhen kann. Aldesleukin kann die Häufigkeit oder den Schweregrad bakterieller Infektionen (Sepsis, bakterielle Endokarditis, septische Thrombophlebitis, Peritonitis, Pneumonie) erhöhen, hauptsächlich nach intravenöser Anwendung; die Erreger sind Staphylococcus aureus oder S. epidermidis und gelegentlich Escherichia coli. Katheterbedingte lokale Infektionen sind bei kontinuierlicher intravenöser Infusion häufiger, und eine vorbeugende Antibiotikagabe ist bei Patienten mit zentralen Kathetern unerlässlich. Die subkutane Injektion verursacht häufig Entzündungsreaktionen an der Injektionsstelle, manchmal mit Nekrose; ein Wechsel der Injektionsstellen am Körper verringert sie.

Seröse Ergüsse und Glukosestoffwechsel

Aldesleukin kann seröse Ergüsse verschlimmern, die vor Behandlungsbeginn behandelt werden sollten, insbesondere dort, wo eine Verschlechterung ein schweres Organversagen verursachen könnte (zum Beispiel ein Perikarderguss). Es kann auch den Glukosestoffwechsel stören, daher wird der Blutzucker überwacht, besonders bei Patienten mit Diabetes.

Überwachung vor und während der Behandlung

  • Vor der Behandlung und regelmäßig: ein Standard-Blutbild mit Differentialblutbild und Thrombozytenzahl (Anämie und Thrombozytopenie können auftreten), Blutchemie einschließlich Flüssigkeits- und Elektrolythaushalt, Glukose sowie Nieren- und Leberfunktionstests, zusätzlich zu den üblichen Untersuchungen beim metastasierten Nierenadenokarzinom.
  • Vor der Behandlung: Röntgenaufnahme des Thorax, EKG (bei Bedarf mit einem Belastungstest) und arterielle Blutgase. Auffälligkeiten oder Zeichen einer kardialen Ischämie erfordern weitere Untersuchungen, um eine bedeutsame koronare Herzkrankheit auszuschließen.
  • Während der intravenösen Behandlung: regelmäßige Messung von Blutdruck und Puls sowie der Funktion anderer Organe einschließlich Geisteszustand und Urinausscheidung, mit häufigeren Messungen bei Blutdruckabfall. Eine Hypovolämie wird anhand des zentralen Venendrucks beurteilt.
  • Atemzeichen: Patienten mit Rasselgeräuschen, erhöhter Atemfrequenz oder Dyspnoe benötigen eine Überwachung der Lungenfunktion, einschließlich Pulsoxymetrie und arterieller Blutgase.

Schwangerschaft, Stillzeit und Fertilität

  • Kontrazeption: Männer und Frauen im gebärfähigen Alter müssen während der Behandlung eine wirksame Verhütungsmethode anwenden.
  • Schwangerschaft: Es liegen keine Daten bei Schwangeren vor, und Tierstudien zur Reproduktion sind unzureichend. Bei Ratten verursachte Aldesleukin maternale Toxizität und Embryoletalität. Es darf in der Schwangerschaft nicht angewendet werden, es sei denn, der erwartete Nutzen für die Mutter rechtfertigt das potenzielle Risiko für den Fötus.
  • Stillzeit: Über die Ausscheidung in die Muttermilch ist nichts bekannt. Wegen des unbekannten Risikos schwerwiegender Nebenwirkungen beim Neugeborenen ist das Stillen während der Behandlung nicht erlaubt.

Natrium

Jeder ml enthält weniger als 23 mg Natrium, daher gilt das Produkt als im Wesentlichen natriumfrei.

Auswirkungen auf die Fahrtüchtigkeit

Aldesleukin kann das Zentralnervensystem beeinflussen. Halluzinationen, Somnolenz, Synkopen und Krampfanfälle können auftreten und die Fähigkeit zum Führen eines Fahrzeugs oder zum Bedienen von Maschinen beeinträchtigen. Patienten dürfen kein Fahrzeug führen und keine Maschinen bedienen, bis diese Wirkungen abgeklungen sind.

Lagerungsbedingungen

Im Kühlschrank bei 2–8 °C lagern. Nicht einfrieren. In der Originalverpackung aufbewahren, um den Inhalt vor Licht zu schützen. Aldesleukin ist ein Kühlkettenprodukt: Bei Transport und Lagerung bei 2–8 °C halten. Nach der Rekonstitution gemäß Anweisung wurde die physikalisch-chemische Gebrauchsstabilität für 48 Stunden bei 2–30 °C (gekühlt oder bei Raumtemperatur) nachgewiesen. Aus mikrobiologischer Sicht sollte das rekonstituierte Produkt sofort verwendet werden; andernfalls liegen die Aufbewahrungszeiten und -bedingungen in der Verantwortung des Anwenders und sollten normalerweise 24 Stunden bei 2–8 °C nicht überschreiten, es sei denn, die Rekonstitution erfolgte unter kontrollierten und validierten aseptischen Bedingungen. Darreichung: Einzeldosis-Durchstechflasche aus klarem Glas (Typ I) mit 5 ml, mit Synthesekautschukstopfen, in Packungen mit 1 oder 10 Durchstechflaschen; möglicherweise werden nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.

Haltbarkeit

45 Monate ungeöffnet. Nach der Rekonstitution nennt die Fachinformation 24 Stunden (Abschnitt 6.3) und gibt an, dass die verdünnte Lösung innerhalb von 48 Stunden nach der Rekonstitution, einschließlich der Infusionsdauer, verwendet werden muss; die Bedingungen siehe unter Lagerungsbedingungen.

Abgabebedingungen in der Apotheke

Verschreibungspflichtig (Rx), zur Anwendung unter der Aufsicht einer qualifizierten Ärztin oder eines qualifizierten Arztes mit Erfahrung in der Chemotherapie von Krebserkrankungen. Aldesleukin wird von medizinischem Fachpersonal verabreicht: Die kontinuierliche intravenöse Infusion erfolgt im Krankenhaus, vorzugsweise in einer spezialisierten Einheit mit Intensivpflegemöglichkeiten, und der subkutane Behandlungszyklus kann zu Hause durch qualifiziertes medizinisches Fachpersonal verabreicht werden. Es wird an das Krankenhaus oder die Klinik geliefert, die es verabreicht, unter Kühlkettenbedingungen (2–8 °C).

Weitere Wirkstoffe aus demselben Therapiegebiet oder derselben Wirkstoffklasse.

Wichtiger Hinweis

Die auf dieser Website bereitgestellten Informationen dienen ausschließlich allgemeinen Informations- und Bildungszwecken und stellen weder eine medizinische Beratung noch eine Diagnose oder Behandlungsempfehlung dar. Diese Informationen ersetzen nicht die Konsultation einer qualifizierten medizinischen Fachperson. Holen Sie bei Fragen zu einem Gesundheitszustand oder Arzneimittel stets den Rat Ihrer Ärztin bzw. Ihres Arztes, Apothekerin bzw. Apothekers oder einer anderen qualifizierten Fachperson ein. Ignorieren Sie ärztlichen Rat nicht und verzögern Sie dessen Einholung nicht aufgrund von Informationen auf dieser Website. Produktverfügbarkeit, zugelassene Anwendungsgebiete und Fachinformationen können je nach Land unterschiedlich sein. Viele der gelisteten Arzneimittel sind verschreibungspflichtig; wo ein Rezept erforderlich ist, muss dieses im Bestimmungsland gültig sein, und die Produkte sind unter ärztlicher Aufsicht anzuwenden. Wir beschaffen, versenden oder listen keine Suchtmittel im Sinne des österreichischen Suchtmittelgesetzes (SMG) oder vergleichbarer internationaler Regelungen.

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Informationsquelle

Diese Produktinformation basiert auf:

DrugBank — Aldesleukin (DB00041); ANSM SmPC — Proleukin 18 Millions U.i.

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