Lanreotid
Somatostatin-Analogon (Octapeptid, langwirksames Depot)
Lanreotid ist ein synthetisches Octapeptid und Somatostatin-Analogon, das — wie Octreotid — die Rezeptoren SSTR2 und SSTR5 agonisiert, um die Sekretion von Wachstumshormon und einer Reihe gastrointestinaler und pankreatischer Hormone zu unterdrücken. Charakteristisch ist die Autogel-/Depot-Formulierung — eine übersättigte wässrige Lösung, die an der tiefen subkutanen Injektionsstelle ein Arzneimittelreservoir bildet und damit eine einmal monatliche Dosierung mit konstantem Plasmaprofil ermöglicht. Lanreotid ist Grundpfeiler der Therapie der Akromegalie, gastroenteropankreatischer neuroendokriner Tumoren (mit antisekretorischer wie antiproliferativer Funktion) sowie der symptomatischen Behandlung des Karzinoid-Syndroms. Die langwirksame Kinetik und die Möglichkeit der Selbstinjektion unterscheiden es operativ vom intramuskulären Octreotid LAR.
Erhältlich unter folgenden Markennamen
Dieser Wirkstoff wird je nach Region und Hersteller unter folgenden Markennamen vertrieben:
- Somatuline Autogel ®
- Somatuline Depot ®
Markennamen sind eingetragene Warenzeichen der jeweiligen Inhaber. Pharmalogistic vertritt, produziert oder vertreibt die oben genannten Markenprodukte nicht.
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Häufig gestellte Fragen
Lanreotid: Wofür wird es angewendet?
Lanreotid ist ein synthetisches Octapeptid und Somatostatin-Analogon, das — wie Octreotid — die Rezeptoren SSTR2 und SSTR5 agonisiert, um die Sekretion von Wachstumshormon und einer Reihe gastrointestinaler und pankreatischer Hormone zu unterdrücken.
Lanreotid: Ist ein Rezept erforderlich?
Ja. Lanreotid ist ein verschreibungspflichtiges Arzneimittel. Erforderlich ist ein gültiges Rezept einer approbierten Ärztin oder eines approbierten Arztes; die Rezeptvorschriften des Bestimmungslandes werden vor jedem Versand geprüft.
Lanreotid: Wie ist es zu lagern?
Lagern Sie Lanreotid bei 2–8 °C (Kühlschrank). Die Fertigspritze kann einmalig bis zu 72 Stunden in der ungeöffneten Originalverpackung bei Temperaturen unter 40 °C aufbewahrt werden. in der Originalverpackung, vor Licht geschützt und für Kinder unzugänglich.
Lanreotid: Ist ein gekühlter Versand (Kühlkette) erforderlich?
Ja. Lanreotid muss bei 2–8 °C (Kühlschrank). Die Fertigspritze kann einmalig bis zu 72 Stunden in der ungeöffneten Originalverpackung bei Temperaturen unter 40 °C aufbewahrt werden. gehalten werden und wird daher in Isolierverpackungen mit Kühlelementen versendet, die für die gesamte Transitzeit dimensioniert sind, sodass die Kühlkette vom Versand bis zur Zustellung ununterbrochen bleibt.
Lanreotid: Unter welchen Markennamen wird es vertrieben?
Lanreotid wird je nach Land und Hersteller als Somatuline Autogel, Somatuline Depot vermarktet. Markennamen sind Warenzeichen der jeweiligen Inhaber; Pharmalogistic vertritt oder vertreibt die Markenprodukte nicht.
Lanreotid: Welche Stärken sind verfügbar?
Lanreotid ist in folgenden Stärken erhältlich: 60 mg/0,2 ml (Autogel/Depot), 90 mg/0,3 ml (Autogel/Depot), 120 mg/0,5 ml (Autogel/Depot). Die geeignete Stärke und das Dosierungsschema legt die behandelnde Ärztin bzw. der behandelnde Arzt fest.
Lanreotid: Wie lange ist es haltbar?
Die Haltbarkeit von Lanreotid beträgt 3 Jahre bei Lagerung gemäß Empfehlung. Nach dem auf der Verpackung angegebenen Verfalldatum nicht mehr anwenden.
Medizinische Informationen & Leitlinien
Pharmakologie, Anwendungsgebiete und Sicherheitsprofil dieses Wirkstoffs
Pharmakologische Wirkung
Lanreotid erzeugt aus einem tiefen subkutanen Depot eine anhaltende Aktivierung der Somatostatin-Rezeptoren und unterdrückt damit das Wachstumshormon sowie eine Reihe gastroenteropankreatischer Hormone. Die antisekretorischen Effekte tragen die Symptomkontrolle; die antiproliferativen Effekte den Nutzen beim progressionsfreien Überleben bei GEP-NET.
Wirkmechanismus
- Agonismus an SSTR2 und SSTR5: Die Bindung an die G-Protein-gekoppelten Somatostatin-Rezeptoren erfolgt über Gαi/o zur Hemmung der Adenylylcyclase sowie über Phospholipase C und Ionenkanäle; die Zielzellen werden hyperpolarisiert und die Hormonfreisetzung unterdrückt.
- Endokrine Effekte: Hemmung von GH und IGF-1, Glukagon, Insulin und gastroenteropankreatischen Peptiden.
- Antiproliferative Effekte bei NET: Die SSTR-Aktivierung löst Zellzyklusarrest und Apoptose aus; sie senkt Tumorangiogenese und wachstumsfördernde Zytokine. In der CLARINET-Studie wurde bei metastasierten, gut bis mäßig differenzierten GEP-NET eine Verlängerung des progressionsfreien Überlebens nachgewiesen.
Pharmakokinetik
- Resorption: biphasisch aus dem Depot — eine initiale rasche Freisetzung innerhalb der ersten Tage, gefolgt von einer langsamen passiven Diffusion aus dem ausgefallenen Arzneimitteldepot über ~28 Tage. Die Resorption ist unabhängig von Körpergewicht, Geschlecht und Dosis.
- Verteilungsvolumen: geschätzt ~15 l.
- Plasmaproteinbindung: Daten begrenzt; klinisch für die Dosierung nicht relevant.
- Halbwertszeit: terminale Halbwertszeit ca. 22 Tage für die Autogel-Formulierung — unterstützt die einmal monatliche Anwendung und in ausgewählten Fällen verlängerte Intervalle.
- Ausscheidung: minimale renale Ausscheidung (< 5 %) und minimale fäkale Ausscheidung unveränderter Substanz (< 0,5 %), was nach Metabolisierung auf eine überwiegend biliäre Elimination hinweist.
- Clearance: geschätzt ~23,1 l/h.
Anwendungsgebiete
- Akromegalie: Langzeitbehandlung von Personen, die auf Operation und/oder Strahlentherapie unzureichend ansprechen oder bei denen diese nicht angewendet werden können.
- Gastroenteropankreatische neuroendokrine Tumoren (GEP-NET): Behandlung erwachsener Patientinnen und Patienten mit nicht resezierbaren, gut bis mäßig differenzierten, lokal fortgeschrittenen oder metastasierten GEP-NET des Mitteldarms, des Pankreas oder unbekannten Ursprungs zur Verbesserung des progressionsfreien Überlebens.
- Karzinoid-Syndrom: Symptomkontrolle (Flushing, Diarrhö) bei Erwachsenen — reduziert den Bedarf an kurz wirksamen Somatostatin-Analoga zur Bedarfstherapie.
Gegenanzeigen
- Überempfindlichkeit gegen Lanreotid, andere Somatostatin-Analoga oder einen der sonstigen Bestandteile.
Nebenwirkungen
Sehr häufig (≥ 1/10): gastrointestinale Beschwerden (Diarrhö, Bauchschmerzen, Übelkeit — typischerweise leicht bis mittelschwer, vorübergehend und am stärksten nach den ersten Injektionen); Cholelithiasis (Gallensteine entwickeln sich bei bis zu 30 % der Patientinnen und Patienten unter Langzeittherapie).
Häufig (≥ 1/100 bis < 1/10): Reaktionen an der Injektionsstelle (Induration, Knoten, Schmerz, Erythem, Pruritus); Flatulenz, Erbrechen, Blähungen, Steatorrhö; Hyperglykämie, Hypoglykämie, Diabetes mellitus; Gallengangserweiterung, Gallenschlamm; Sinusbradykardie; Asthenie, Fatigue; Alopezie, Hypotrichose; Nasopharyngitis; Hypothyreose, Abnahme des freien Thyroxins.
Gelegentlich (≥ 1/1.000 bis < 1/100): Hitzewallungen, Schwindel, Kopfschmerzen, Schlaflosigkeit, Lethargie; Pankreatitis, Transaminasenanstieg, Bilirubinanstieg; Hautausschlag, Pruritus; Reduktion des linksventrikulären enddiastolischen und endsystolischen Volumens.
Selten (< 1/1.000): Überempfindlichkeitsreaktionen einschließlich Anaphylaxie (sehr selten); Arrhythmien.
Wechselwirkungen
- Insulin und orale Antidiabetika: Lanreotid beeinflusst die Glukosehomöostase — Anpassungen der antidiabetischen Therapie sind häufig erforderlich.
- Ciclosporin: Lanreotid kann die intestinale Resorption von Ciclosporin verringern — Spiegelkontrolle und ggf. Dosisanpassung.
- Bromocriptin: Lanreotid kann die Verfügbarkeit von Bromocriptin erhöhen.
- CYP3A4-Substrate mit enger therapeutischer Breite (z. B. Chinidin, Terfenadin): Lanreotid ist ein schwacher CYP3A4-Inhibitor — überwachen.
- Betablocker und andere bradykardisierende Arzneimittel: additive Bradykardie möglich — Herzfrequenz überwachen.
Verabreichung und Dosierung
Lanreotid Autogel / Depot wird tief subkutan in den oberen äußeren Quadranten des Gesäßes (oder einen anderen gemäß Fachinformation geeigneten Ort) alle 4 Wochen injiziert. Patientinnen und Patienten oder Pflegepersonen können nach Schulung gegebenenfalls die Selbstinjektion durchführen.
Akromegalie
- Anfangsdosis: 90 mg tief subkutan alle 4 Wochen; in manchen Schemata wird bei therapie-naiven Personen mit 60 mg begonnen.
- Titration anhand von GH/IGF-1: Steigerung auf 120 mg alle 4 Wochen oder Verlängerung des Intervalls (90 mg alle 6–8 Wochen) bei sehr gut eingestellter Erkrankung. Die 60-mg-Stärke ist eine Option zur Deeskalation.
Gastroenteropankreatische neuroendokrine Tumoren
- Standarddosis: 120 mg tief subkutan alle 4 Wochen.
Karzinoid-Syndrom
- Standarddosis: 120 mg tief subkutan alle 4 Wochen; Titration anhand der Symptomkontrolle. Bei Durchbruchsymptomen kann zwischen geplanten Injektionen ein kurzwirksames Somatostatin-Analogon zur Bedarfstherapie eingesetzt werden.
Niereninsuffizienz
Bei schwerer Niereninsuffizienz ist die systemische Exposition gegenüber Lanreotid erhöht; in der Akromegalie eine Anfangsdosis von 60 mg alle 4 Wochen erwägen und vorsichtig titrieren. Für die GEP-NET-Indikation ist keine Anpassung erforderlich.
Leberinsuffizienz
Eine leichte bis mittelschwere Leberinsuffizienz erfordert keine Dosisanpassung; bei schwerer Insuffizienz liegen begrenzte Daten vor.
Vergessene Dosis
Die nächste Dosis sobald wie möglich verabreichen und das 4-Wochen-Schema fortsetzen. Innerhalb eines kurzen Intervalls keine zwei Dosen verabreichen.
Besondere Hinweise
Kontrolle der Gallenblase
Eine langfristige Therapie mit Somatostatin-Analoga verursacht bei einer relevanten Minderheit der Patientinnen und Patienten asymptomatische Gallensteine. Eine Ausgangs-Sonografie vor Therapiebeginn und periodische Kontrollen (z. B. alle 6–12 Monate) werden empfohlen.
Glukosestoffwechsel
Lanreotid hemmt sowohl Insulin als auch Glukagon. Zu Therapiebeginn und bei Dosisänderungen den Blutzucker engmaschig überwachen; bei vorbestehendem Diabetes kann eine Anpassung der antidiabetischen Therapie erforderlich sein.
Schilddrüsenfunktion
Leichte Abnahmen der Schilddrüsenfunktion sind häufig; TSH und freies T4 jährlich kontrollieren.
Kardiale Überwachung
Eine Sinusbradykardie kann auftreten; bei vorbestehender Herzerkrankung — insbesondere unter bradykardisierender Begleitmedikation — Vorsicht und EKG-Überwachung empfohlen.
Schwangerschaft und Stillzeit
- Schwangerschaft: begrenzte Daten — nur bei eindeutiger Indikation anwenden. In den USA als Pregnancy Category C eingestuft.
- Stillzeit: nicht empfohlen — Übergang in die Muttermilch und Auswirkungen auf den Säugling sind unbekannt.
Injektionstechnik und Injektionsort
Tief in das Subkutangewebe injizieren, ohne zu aspirieren; bei jeder Anwendung die Seite wechseln. Die Spritze vor der Injektion 30 Minuten in der versiegelten Verpackung auf Raumtemperatur kommen lassen — für Komfort und einfachere Anwendung.
Auswirkungen auf die Fahrtüchtigkeit
Kein oder vernachlässigbarer Einfluss; bei Schwindel oder Asthenie zur Vorsicht raten.
Lagerungsbedingungen
In der Originalverpackung bei 2–8 °C (Kühlschrank) vor Licht geschützt lagern. Nicht einfrieren. Die Fertigspritze kann in der versiegelten Originalverpackung einmalig bis zu 72 Stunden bei Temperaturen unter 40 °C aufbewahrt werden. Bei Überschreitung der gemäß Fachinformation zulässigen Temperaturen verwerfen.
Haltbarkeit
3 Jahre ab Herstellung. Nach dem auf der Verpackung aufgedruckten Verfalldatum nicht mehr anwenden.
Abgabebedingungen in der Apotheke
Verschreibungspflichtig (Rx).
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Wichtiger Hinweis
Die auf dieser Website bereitgestellten Informationen dienen ausschließlich allgemeinen Informations- und Bildungszwecken und stellen weder eine medizinische Beratung noch eine Diagnose oder Behandlungsempfehlung dar. Diese Informationen ersetzen nicht die Konsultation einer qualifizierten medizinischen Fachperson. Holen Sie bei Fragen zu einem Gesundheitszustand oder Arzneimittel stets den Rat Ihrer Ärztin bzw. Ihres Arztes, Apothekerin bzw. Apothekers oder einer anderen qualifizierten Fachperson ein. Ignorieren Sie ärztlichen Rat nicht und verzögern Sie dessen Einholung nicht aufgrund von Informationen auf dieser Website. Produktverfügbarkeit, zugelassene Anwendungsgebiete und Fachinformationen können je nach Land unterschiedlich sein. Viele der gelisteten Arzneimittel sind verschreibungspflichtig; wo ein Rezept erforderlich ist, muss dieses im Bestimmungsland gültig sein, und die Produkte sind unter ärztlicher Aufsicht anzuwenden. Wir beschaffen, versenden oder listen keine Suchtmittel im Sinne des österreichischen Suchtmittelgesetzes (SMG) oder vergleichbarer internationaler Regelungen.
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Informationsquelle
Diese Produktinformation basiert auf:
DrugBank — Lanreotide (DB06791); UK-eMC — Lanreotid ADVANZ PHARMA / Somatuline Autogel (Ipsen, Advanz)Zuletzt geprüft:
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