Cabergolin

Ergotderivat — Dopamin-D2-Agonist

Cabergolin ist ein semisynthetisches Ergolinderivat mit ausgeprägter und lang anhaltender agonistischer Aktivität am Dopamin-D2-Rezeptor. Sein wichtigstes endokrines Einsatzgebiet sind Erkrankungen mit überschießender Prolaktinsekretion, in denen die D2-Stimulation der hypophysären Laktotrophen die Prolaktinausschüttung tiefgreifend unterdrückt. Cabergolin gilt bei der idiopathischen Hyperprolaktinämie und bei Prolaktinomen in der Regel als Mittel der ersten Wahl, weil es das Prolaktin wirksamer senkt, Tumoren verlässlicher verkleinert und besser verträglich ist als Bromocriptin. Die zweimal wöchentliche Einnahme erleichtert eine langfristige Therapie. Cabergolin wird zudem zur Hemmung der physiologischen Laktation und — seltener — als Zusatztherapie bei der Parkinson-Krankheit eingesetzt.

Erhältlich unter folgenden Markennamen

Dieser Wirkstoff wird je nach Region und Hersteller unter folgenden Markennamen vertrieben:

  • Dostinex ®
  • Cabaser ®

Markennamen sind eingetragene Warenzeichen der jeweiligen Inhaber. Pharmalogistic vertritt, produziert oder vertreibt die oben genannten Markenprodukte nicht.

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Häufig gestellte Fragen

Cabergolin: Wofür wird es angewendet?

Cabergolin ist ein semisynthetisches Ergolinderivat mit ausgeprägter und lang anhaltender agonistischer Aktivität am Dopamin-D2-Rezeptor.

Cabergolin: Ist ein Rezept erforderlich?

Ja. Cabergolin ist ein verschreibungspflichtiges Arzneimittel. Erforderlich ist ein gültiges Rezept einer approbierten Ärztin oder eines approbierten Arztes; die Rezeptvorschriften des Bestimmungslandes werden vor jedem Versand geprüft.

Cabergolin: Wie ist es zu lagern?

Lagern Sie Cabergolin bei Nicht über 25 °C lagern. Behältnis fest verschlossen halten, um vor Feuchtigkeit zu schützen. in der Originalverpackung, vor Licht geschützt und für Kinder unzugänglich.

Cabergolin: Ist ein gekühlter Versand (Kühlkette) erforderlich?

Nein. Cabergolin ist bei Nicht über 25 °C lagern. Behältnis fest verschlossen halten, um vor Feuchtigkeit zu schützen. stabil, sodass eine normale Schutzverpackung ausreicht; während des Transports wird es dennoch vor Hitze und Feuchtigkeit geschützt.

Cabergolin: Unter welchen Markennamen wird es vertrieben?

Cabergolin wird je nach Land und Hersteller als Dostinex, Cabaser vermarktet. Markennamen sind Warenzeichen der jeweiligen Inhaber; Pharmalogistic vertritt oder vertreibt die Markenprodukte nicht.

Cabergolin: Welche Stärken sind verfügbar?

Cabergolin ist in folgenden Stärken erhältlich: 0,5 mg, 1 mg (Cabaser), 2 mg (Cabaser), 4 mg (Cabaser). Die geeignete Stärke und das Dosierungsschema legt die behandelnde Ärztin bzw. der behandelnde Arzt fest.

Cabergolin: Wie lange ist es haltbar?

Die Haltbarkeit von Cabergolin beträgt 2 Jahre bei Lagerung gemäß Empfehlung. Nach dem auf der Verpackung angegebenen Verfalldatum nicht mehr anwenden.

Medizinische Informationen & Leitlinien

Pharmakologie, Anwendungsgebiete und Sicherheitsprofil dieses Wirkstoffs

Pharmakologische Wirkung

Cabergolin bewirkt durch selektive Stimulation der Dopamin-D2-Rezeptoren an den hypophysären Laktotrophen eine tiefgreifende und anhaltende Senkung des Serumprolaktins. Die lange Halbwertszeit ermöglicht eine ein- oder zweimal wöchentliche Anwendung.

Wirkmechanismus

  • D2-Rezeptor-Agonismus an Laktotrophen: Im tuberoinfundibulären System hemmt Dopamin die Prolaktinfreisetzung aus den anterioren hypophysären Laktotrophen über D2-Rezeptoren tonisch. Cabergolin imitiert diese Wirkung mit hoher Affinität und langer Rezeptorbelegung und unterdrückt die Prolaktinsekretion nachhaltig.
  • Postsynaptische D2-Stimulation im nigrostriatalen System liegt der antiparkinsonischen Wirkung in der Parkinson-Therapie zugrunde; in den meisten Regionen werden jedoch heute neuere Nicht-Ergot-Agonisten bevorzugt.
  • Tumorschrumpfung: Bei Prolaktinomen senkt die anhaltende D2-Stimulation Laktotrophenproliferation und Tumorvolumen bei den meisten Patientinnen und Patienten.
  • Off-Target-Aktivität: agonistische Wirkung (in absteigender Affinität) an 5-HT₂B, 5-HT₂A, 5-HT₁D, D3, 5-HT₁A, D4 sowie Antagonismus an α2-Adrenozeptoren. Der Agonismus an 5-HT₂B ist mechanistisch mit Herzklappenfibrose unter chronischer Hochdosistherapie (Parkinson-Dosierung) verknüpft.

Pharmakokinetik

  • Resorption: nach oraler Gabe rasch resorbiert; Nahrung beeinflusst die Resorption nicht relevant. Es tritt ein First-Pass-Effekt auf; die absolute Bioverfügbarkeit ist nicht vollständig charakterisiert.
  • Plasmaproteinbindung: 40–42 % (konzentrationsunabhängig).
  • Metabolismus: weitgehender Abbau durch Hydrolyse der Acylureabindung; eine CYP-vermittelte Metabolisierung ist nur untergeordnet. Hauptmetabolit im Urin ist 6-Allyl-8β-carboxy-ergolin.
  • Halbwertszeit: 63–69 Stunden — die längste unter den Dopaminagonisten; stützt die ein- oder zweimal wöchentliche Dosierung.
  • Ausscheidung: ca. 22 % renal und ca. 60 % fäkal innerhalb von 20 Tagen; weniger als 4 % als unveränderte Substanz im Urin.
  • Clearance: renale Clearance 0,008 l/min; nicht-renale Clearance 3,2 l/min.

Anwendungsgebiete

  • Idiopathische Hyperprolaktinämie bei Erwachsenen.
  • Hyperprolaktinämie infolge eines prolaktinproduzierenden Hypophysenadenoms (Mikro- oder Makroprolaktinom) — meist Therapie der ersten Wahl, sowohl zur Normalisierung des Prolaktins als auch zur Tumorverkleinerung.
  • Hemmung der physiologischen Laktation — Einzeldosis zur Verhinderung der puerperalen Laktation oder kurze Behandlung zur Unterdrückung einer eingetretenen Laktation bei medizinischer Indikation.
  • Parkinson-Krankheit — als Monotherapie im frühen Stadium oder als Zusatz zu Levodopa im fortgeschrittenen Stadium (in vielen Regionen aufgrund des Risikos einer Herzklappenfibrose bei höherer chronischer Dosierung weitgehend durch Nicht-Ergot-Agonisten ersetzt).

Gegenanzeigen

  • Überempfindlichkeit gegen Cabergolin, andere Mutterkornalkaloide oder einen der sonstigen Bestandteile.
  • Unkontrollierte Hypertonie.
  • Vorbestehende Herzklappenfibrose (echokardiographische Hinweise auf Klappenverdickung, eingeschränkte Beweglichkeit oder signifikante Insuffizienz) — kontraindiziert für die Langzeittherapie der Hyperprolaktinämie.
  • Anamnestische pulmonale, perikardiale oder retroperitoneale fibrotische Erkrankungen.
  • Präeklampsie oder Eklampsie (bei Anwendung zur Laktationshemmung).
  • Schwere Leberinsuffizienz.

Nebenwirkungen

Sehr häufig (≥ 1/10): Übelkeit, Kopfschmerzen, Schwindel, Asthenie.

Häufig (≥ 1/100 bis < 1/10): orthostatische Hypotonie, Somnolenz, Fatigue, Bauchschmerzen, Dyspepsie, Obstipation, Erbrechen, Hitzewallungen, Brustschmerzen, Dysmenorrhö, Depression, Parästhesien, Vertigo.

Gelegentlich (≥ 1/1.000 bis < 1/100): nasale Kongestion, Synkope, Hemianopsie, vorübergehender Anstieg der Leberenzyme, periphere Ödeme, Pleuraerguss.

Selten (< 1/1.000): Herzklappenfibrose (Insuffizienz der Aorten-, Mitral- oder Trikuspidalklappe) und Perikarditis — das Risiko ist dosis- und expositionsabhängig und tritt vor allem bei chronischer Hochdosistherapie der Parkinson-Krankheit auf; pulmonale oder retroperitoneale Fibrose; psychotische Störungen, Halluzinationen; Impulskontrollstörungen (pathologisches Spielen, Hypersexualität, zwanghaftes Einkaufen/Essen).

Sehr selten (< 1/10.000): hepatische Funktionsstörungen, fibrotische und seröse Entzündungen.

Wechselwirkungen

  • Dopaminantagonisten (typische und atypische Antipsychotika, Metoclopramid, Prochlorperazin, Domperidon): antagonisieren die therapeutische Wirkung — Kombination möglichst vermeiden.
  • Makrolidantibiotika (Erythromycin, Clarithromycin): starke CYP3A4-Hemmung erhöht die Cabergolin-Exposition; vermeiden oder mit Vorsicht anwenden.
  • Andere Mutterkornalkaloide: gleichzeitige Anwendung vermeiden.
  • Antihypertensiva: additive blutdrucksenkende Wirkung; Blutdruck überwachen.
  • Alkohol: die Verträglichkeit von Cabergolin mit Alkohol ist nicht belegt; Alkohol kann orthostatische Symptome verstärken.
  • Grapefruitsaft und Johanniskraut: können die Serumspiegel verändern (Hemmung bzw. Induktion); meiden.

Verabreichung und Dosierung

Cabergolin-Tabletten werden mit oder ohne Nahrung mit Wasser eingenommen. Die Einnahme zu einer Mahlzeit kann die Magenreizung verringern.

Hyperprolaktinämie

  • Anfangsdosis: 0,5 mg pro Woche, aufgeteilt auf zwei Einnahmen von je 0,25 mg (z. B. Montag und Donnerstag).
  • Titration: Steigerung um 0,5 mg/Woche in monatlichen Abständen, abhängig vom Serumprolaktin und der Verträglichkeit.
  • Übliche therapeutische Dosis: 1 mg pro Woche; Bereich 0,25–2 mg pro Woche. Dosen über 1 mg/Woche sind auf zwei oder mehr Einnahmen zu verteilen.
  • Maximaldosis: typischerweise 4,5 mg pro Woche; Dosen über 3 mg/Woche werden nur selten benötigt.
  • Therapiedauer: Fortführung bis zur Normalisierung des Prolaktins und (bei Makroprolaktinomen) bis zur Tumorverkleinerung; ein vorsichtiger Auslassversuch kann nach mindestens 2 Jahren normaler Prolaktinwerte ohne sichtbaren Tumor unternommen werden.

Laktationshemmung

  • Verhinderung der puerperalen Laktation: Einzeldosis von 1 mg am ersten Tag postpartum.
  • Unterdrückung einer eingetretenen Laktation: 0,25 mg alle 12 Stunden über zwei Tage (Gesamtdosis 1 mg).

Parkinson-Krankheit

Einstieg mit 1 mg täglich; langsame Titration auf eine typische Erhaltungsdosis von 2–6 mg täglich als Monotherapie bzw. 0,5–4 mg täglich als Zusatz zu Levodopa. Eine jährliche echokardiographische Kontrolle ist erforderlich.

Niereninsuffizienz

Keine Dosisanpassung bei leichter bis mittelschwerer Insuffizienz; bei schwerer Insuffizienz liegen begrenzte Daten vor — mit Vorsicht anwenden.

Leberinsuffizienz

Bei schwerer Leberinsuffizienz die Dosis reduzieren.

Vergessene Dosis

Sobald wie möglich nachholen, sofern dies innerhalb von ca. 24 Stunden nach dem geplanten Zeitpunkt erfolgt; ansonsten auslassen und das Schema fortsetzen. Die Dosis nicht verdoppeln.

Besondere Hinweise

Kontrolle der Herzklappen

Vor Beginn einer Langzeittherapie (insbesondere bei Parkinson-Dosierung) und anschließend regelmäßig (z. B. nach 6 Monaten und dann jährlich) eine Echokardiographie durchführen. Bei Auftreten einer Klappenfibrose absetzen.

Orthostatische Hypotonie und Somnolenz

Insbesondere zu Therapiebeginn und nach Dosissteigerungen häufig. Vorsicht beim Fahren, beim Bedienen von Maschinen und beim Aufstehen aus dem Liegen oder Sitzen.

Impulskontrollstörungen

Alle Dopaminagonisten können pathologisches Spielen, Hypersexualität, zwanghaftes Einkaufen und zwanghaftes Essen auslösen. Patientinnen, Patienten und Angehörige auf neue Verhaltensweisen aufmerksam machen und sie auffordern, diese unverzüglich zu melden.

Schwangerschaft und Stillzeit

  • Schwangerschaft: Eine Schwangerschaft ist vor Therapiebeginn auszuschließen, und es ist eine zuverlässige Empfängnisverhütung anzuwenden. Cabergolin stellt die Fertilität wieder her — viele Patientinnen werden unter Therapie schwanger. In der Regel wird Cabergolin nach Bestätigung der Schwangerschaft abgesetzt, sofern die Tumorgröße nicht — nach fachärztlicher Bewertung — eine Fortführung erforderlich macht.
  • Stillzeit: Cabergolin unterdrückt die Laktation; bei stillwilligen Müttern nicht anwenden.

Ältere Patientinnen und Patienten

Wegen des höheren Risikos orthostatischer Hypotonie und verwirrender Zustände mit Vorsicht anwenden.

Pädiatrie

Üblicherweise nicht bei Patientinnen und Patienten unter 16 Jahren angewendet; Sicherheit und Wirksamkeit sind nicht belegt.

Auswirkungen auf die Fahrtüchtigkeit

Somnolenz und plötzliches Einschlafen wurden berichtet; betroffene Personen entsprechend aufklären und vom Fahren abraten.

Lagerungsbedingungen

Unter 25 °C in der Originalverpackung vor Feuchtigkeit geschützt aufbewahren.

Haltbarkeit

Üblicherweise 2 Jahre. Nach dem auf der Verpackung aufgedruckten Verfalldatum nicht mehr anwenden.

Abgabebedingungen in der Apotheke

Verschreibungspflichtig (Rx).

Weitere Wirkstoffe aus demselben Therapiegebiet oder derselben Wirkstoffklasse.

Wichtiger Hinweis

Die auf dieser Website bereitgestellten Informationen dienen ausschließlich allgemeinen Informations- und Bildungszwecken und stellen weder eine medizinische Beratung noch eine Diagnose oder Behandlungsempfehlung dar. Diese Informationen ersetzen nicht die Konsultation einer qualifizierten medizinischen Fachperson. Holen Sie bei Fragen zu einem Gesundheitszustand oder Arzneimittel stets den Rat Ihrer Ärztin bzw. Ihres Arztes, Apothekerin bzw. Apothekers oder einer anderen qualifizierten Fachperson ein. Ignorieren Sie ärztlichen Rat nicht und verzögern Sie dessen Einholung nicht aufgrund von Informationen auf dieser Website. Produktverfügbarkeit, zugelassene Anwendungsgebiete und Fachinformationen können je nach Land unterschiedlich sein. Viele der gelisteten Arzneimittel sind verschreibungspflichtig; wo ein Rezept erforderlich ist, muss dieses im Bestimmungsland gültig sein, und die Produkte sind unter ärztlicher Aufsicht anzuwenden. Wir beschaffen, versenden oder listen keine Suchtmittel im Sinne des österreichischen Suchtmittelgesetzes (SMG) oder vergleichbarer internationaler Regelungen.

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Informationsquelle

Diese Produktinformation basiert auf:

DrugBank — Cabergoline (DB00248); UK-eMC-Fachinformation — Dostinex (Pfizer Limited)

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