HPV-Impfstoff (9-valent)

Rekombinanter Impfstoff aus virusähnlichen Partikeln (VLP)

Der 9-valente HPV-Impfstoff ist ein rekombinanter Impfstoff aus virusähnlichen Partikeln (VLP), der vor einer Infektion mit neun Typen humaner Papillomaviren schützt, die für die Mehrzahl HPV-bedingter Krebserkrankungen und Genitalwarzen verantwortlich sind. Die routinemäßige Impfung von Jugendlichen hat zu einer drastischen Reduktion der HPV-Infektionsraten und der präkanzerösen Zervixläsionen geführt.

Erhältlich unter folgenden Markennamen

Dieser Wirkstoff wird je nach Region und Hersteller unter folgenden Markennamen vertrieben:

  • Gardasil 9 ®

Markennamen sind eingetragene Warenzeichen der jeweiligen Inhaber. Pharmalogistic vertritt, produziert oder vertreibt die oben genannten Markenprodukte nicht.

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Häufig gestellte Fragen

HPV-Impfstoff (9-valent): Wofür wird es angewendet?

Der 9-valente HPV-Impfstoff ist ein rekombinanter Impfstoff aus virusähnlichen Partikeln (VLP), der vor einer Infektion mit neun Typen humaner Papillomaviren schützt, die für die Mehrzahl HPV-bedingter Krebserkrankungen und Genitalwarzen verantwortlich sind.

HPV-Impfstoff (9-valent): Ist ein Rezept erforderlich?

Ja. HPV-Impfstoff (9-valent) ist ein verschreibungspflichtiges Arzneimittel. Erforderlich ist ein gültiges Rezept einer approbierten Ärztin oder eines approbierten Arztes; die Rezeptvorschriften des Bestimmungslandes werden vor jedem Versand geprüft.

HPV-Impfstoff (9-valent): Wie ist es zu lagern?

Lagern Sie HPV-Impfstoff (9-valent) bei 2–8 °C in der Originalverpackung, vor Licht geschützt und für Kinder unzugänglich.

HPV-Impfstoff (9-valent): Ist ein gekühlter Versand (Kühlkette) erforderlich?

Ja. HPV-Impfstoff (9-valent) muss bei 2–8 °C gehalten werden und wird daher in Isolierverpackungen mit Kühlelementen versendet, die für die gesamte Transitzeit dimensioniert sind, sodass die Kühlkette vom Versand bis zur Zustellung ununterbrochen bleibt.

HPV-Impfstoff (9-valent): Unter welchen Markennamen wird es vertrieben?

HPV-Impfstoff (9-valent) wird je nach Land und Hersteller als Gardasil 9 vermarktet. Markennamen sind Warenzeichen der jeweiligen Inhaber; Pharmalogistic vertritt oder vertreibt die Markenprodukte nicht.

HPV-Impfstoff (9-valent): Welche Stärken sind verfügbar?

HPV-Impfstoff (9-valent) ist in folgenden Stärken erhältlich: 0,5 ml Suspension zur Injektion. Die geeignete Stärke und das Dosierungsschema legt die behandelnde Ärztin bzw. der behandelnde Arzt fest.

HPV-Impfstoff (9-valent): Wie lange ist es haltbar?

Die Haltbarkeit von HPV-Impfstoff (9-valent) beträgt 3 Jahre bei Lagerung gemäß Empfehlung. Nach dem auf der Verpackung angegebenen Verfalldatum nicht mehr anwenden.

Medizinische Informationen & Leitlinien

Pharmakologie, Anwendungsgebiete und Sicherheitsprofil dieses Wirkstoffs

Pharmakologische Wirkung

Der 9-valente HPV-Impfstoff ist ein rekombinanter Impfstoff, der virusähnliche Partikel (VLP) des Haupt-Kapsidproteins L1 von neun HPV-Typen enthält. Er bietet Schutz vor den HPV-Typen, die für den überwiegenden Teil HPV-bedingter Krebserkrankungen und Genitalwarzen verantwortlich sind.

Abgedeckte HPV-Typen

Hochrisiko-Onkogene HPV-Typen (krebsverursachend):

  • HPV 16 und 18 — Ursache eines Großteils der Zervix- und Analkarzinome. Laut EMA-EPAR werden nahezu 100 % der Zervixkarzinome durch eine HPV-Infektion verursacht; rund 90 % der Analkarzinome, 15 % der Vulvakarzinome, 70 % der Vaginalkarzinome und 30–40 % der Peniskarzinome werden ebenfalls auf HPV zurückgeführt.
  • HPV 31, 33, 45, 52 und 58 — weitere Hochrisiko-Typen, die für etwa 20 % der Zervixkarzinome verantwortlich sind.
  • In Summe: Abdeckung von rund 90 % der Zervixkarzinome.

Niedrigrisiko-Typen (verursachen Genitalwarzen):

  • HPV 6 und 11 — Ursache der meisten Genitalwarzen.

Wirkmechanismus

Alle Papillomaviren besitzen eine Hülle (Kapsid) aus L1-Proteinen. Gardasil 9 enthält die mittels rekombinanter DNA-Technologie hergestellten gereinigten L1-Proteine der oben genannten neun HPV-Typen. Diese Proteine setzen sich zu virusähnlichen Partikeln (VLP) zusammen — Strukturen, die HPV so ähnlich sind, dass der Körper sie erkennt, die jedoch keine Infektion oder Erkrankung verursachen können.

Der Impfstoff enthält außerdem einen aluminiumhaltigen Adjuvans, der eine stärkere Immunantwort stimuliert. Nach der Impfung bildet das Immunsystem Antikörper gegen die L1-Proteine und kann diese bei einer realen HPV-Exposition rasch nachproduzieren, eine Infektion der Epithelzellen verhindern und ein langfristiges immunologisches Gedächtnis aufrechterhalten.

Der Impfstoff behandelt keine bestehenden HPV-Infektionen oder HPV-bedingten Erkrankungen, schützt nicht vor nicht in der Formulierung enthaltenen HPV-Typen und ersetzt die Zervixkarzinom-Vorsorge nicht.

Immunogenität

  • Serokonversion: > 99 % der Geimpften bilden Antikörper gegen alle 9 HPV-Typen.
  • Maximale Antikörperspiegel: 1 Monat nach Abschluss der Impfserie.
  • Antikörperpersistenz: hält mindestens 10–14 Jahre (vermutlich länger; Studien laufen).
  • Die Antikörperspiegel sind höher als nach einer natürlichen Infektion.

Klinische Wirksamkeit und Sicherheit

  • Zervikale intraepitheliale Neoplasie (CIN 2/3): 96–100 % Wirksamkeit gegen CIN 2/3 durch die fünf zusätzlichen HPV-Typen (31/33/45/52/58); nahezu 100 % gegen alle 9 Impfstofftypen zusammen.
  • Vulvar- und Vaginalerkrankungen: 100 % Wirksamkeit gegen hochgradige VIN 2/3 und VaIN 2/3.
  • Analerkrankungen: 78–95 % Wirksamkeit gegen anale intraepitheliale Neoplasien.
  • Genitalwarzen: > 90 % Wirksamkeit gegen Warzen durch HPV 6 und 11.
  • Realwelt-Effekt: In Ländern mit hoher Durchimpfung 75–90 % Reduktion präkanzeröser Zervixläsionen, nahezu Elimination der Genitalwarzen bei jungen Menschen und relevante Herdenprotektion bei Ungeimpften.

Anwendungsgebiete

Zur aktiven Immunisierung zur Prävention HPV-bedingter Krebserkrankungen und Präkanzerosen sowie Genitalwarzen bei Mädchen/Frauen und Jungen/Männern.

Bei Mädchen/Frauen (9–45 Jahre): Karzinome und Präkanzerosen der Zervix, Vulva, Vagina und des Analbereichs; zervikale, vulväre, vaginale und anale intraepitheliale Neoplasien (CIN, VIN, VaIN, AIN); Genitalwarzen.

Bei Jungen/Männern (9–45 Jahre): Analkarzinom und AIN; Genitalwarzen; voraussichtliche Prävention oropharyngealer und weiterer HPV-bedingter Kopf-Hals-Karzinome (Datenlage entwickelt sich).

Empfohlene Altersgruppen

  • Routine: 11–12 Jahre (Beginn ab 9 Jahren möglich).
  • Catch-up: bis 26 Jahre.
  • Gemeinsame klinische Entscheidung: 27–45 Jahre.

Der optimale Zeitpunkt liegt vor einer HPV-Exposition (typischerweise vor dem ersten Geschlechtsverkehr), ein Nutzen besteht jedoch auch nach sexuellem Debüt.

Gegenanzeigen

  • Schwere allergische Reaktion (Anaphylaxie) auf einen Bestandteil des Impfstoffs oder auf eine frühere Dosis eines HPV-Impfstoffs.

Impfung verschieben bei mittelschwerer oder schwerer akuter Erkrankung; Schwangerschaft (bis nach der Geburt verschieben).

Keine Kontraindikationen: geringfügige Erkrankungen, Stillzeit, Immunsuppression, frühere HPV-Infektion oder auffälliger Pap-Abstrich, Genitalwarzen in der Vorgeschichte, vorangegangene Impfung mit einem weniger valenten HPV-Impfstoff.

Nebenwirkungen

Im Allgemeinen gut verträglich; die meisten Reaktionen sind leicht und vorübergehend.

Sehr häufig (> 10 %): Schmerzen an der Injektionsstelle (bis 90 %), Schwellung, Rötung, Juckreiz; Kopfschmerzen; Fatigue.

Häufig (1–10 %): Schwindel, Übelkeit, leichtes Fieber, Hämatome an der Injektionsstelle.

Gelegentlich (0,1–1 %): Synkope (insbesondere bei Jugendlichen — meist innerhalb von 15 Minuten nach Impfung), Urtikaria, Arthralgie, Myalgie.

Selten (< 0,1 %): Anaphylaxie, Bronchospasmus, Angioödem.

Pharmakovigilanz nach Zulassung hat kein Signal für vermehrte Autoimmunerkrankungen, Fertilitätsstörungen oder ungünstige Schwangerschaftsverläufe bei versehentlicher Anwendung während einer Schwangerschaft ergeben.

Wechselwirkungen

  • Andere Impfstoffe: gleichzeitige Verabreichung an unterschiedlichen Injektionsstellen möglich — Tdap, MenACWY, Hepatitis B, MMR, Varizellen u. a.
  • Immunsuppressive Therapie: kann die Immunantwort verringern — dennoch impfen; ggf. Antikörpertiter kontrollieren.
  • Hormonale Kontrazeptiva: keine Reduktion der Wirksamkeit.

Verabreichung und Dosierung

Impfschema

Gemäß Gardasil-9-EPAR wird je nach Alter ein Zwei- oder Drei-Dosen-Schema angewendet. Personen, die die erste Dosis Gardasil 9 erhalten haben, sollen die Serie mit demselben Impfstoff abschließen.

Alter 9–14 Jahre (Zwei-Dosen-Schema):

  • Dosis 1: erster Termin (0 Monate).
  • Dosis 2: zwischen 5 und 13 Monaten nach Dosis 1.
  • (Bei Bedarf kann in dieser Altersgruppe auch ein Drei-Dosen-Schema angewendet werden.)

Ab 15 Jahre (Drei-Dosen-Schema):

  • Dosis 1: erster Termin (0 Monate).
  • Dosis 2: 2 Monate nach Dosis 1.
  • Dosis 3: 4 Monate nach Dosis 2 (d. h. 6 Monate nach Dosis 1).
  • Zwischen Dosis 1 und 2 müssen mindestens 1 Monat, zwischen Dosis 2 und 3 mindestens 3 Monate liegen; alle Dosen sollen innerhalb von 1 Jahr verabreicht werden.

Immunsupprimierte Personen: unabhängig vom Alter wird das Drei-Dosen-Schema empfohlen.

Verabreichungsweg und Injektionsstelle

Ausschließlich intramuskuläre Injektion — gemäß EMA-EPAR vorzugsweise in den Schulter- (Deltoideus) oder den Oberschenkelmuskel. Nicht subkutan, intradermal oder intravenös verabreichen.

Vorgehen

  • Vor Anwendung gut schütteln (es bildet sich eine weiße, trübe Suspension).
  • Visuell prüfen — bei Verfärbung oder sichtbaren Partikeln verwerfen.
  • Nicht in derselben Spritze mit anderen Impfstoffen mischen.

Synkopen-Prävention

Die Impfung mit der Person sitzend oder liegend verabreichen und 15 Minuten nachbeobachten, insbesondere bei Jugendlichen.

Unterbrochenes Schema

Die Serie fortsetzen — nicht neu beginnen. Die verbleibenden Dosen mit den vorgesehenen Intervallen verabreichen.

Umstellung von anderen HPV-Impfstoffen: Eine begonnene Serie mit niedriger valenter Formulierung kann mit dem 9-valenten Impfstoff abgeschlossen werden; dann das Drei-Dosen-Schema verwenden.

Besondere Hinweise

Aufklärung vor der Impfung

Patientinnen und Patienten darauf hinweisen, dass der Impfstoff die häufigsten HPV-bedingten Krebserkrankungen und Genitalwarzen verhindert, aber weder die Zervixkarzinom-Vorsorge ersetzt noch eine bestehende HPV-Infektion behandelt noch vor allen HPV-Typen schützt. Routinemäßige Zervixkarzinom-Vorsorge und Safer-Sex-Praktiken beibehalten.

Schwangerschaft und Stillzeit

Impfung bis nach der Schwangerschaft verschieben. Wird sie versehentlich während der Schwangerschaft verabreicht, ist keine Intervention erforderlich; das Schwangerschaftsregister sollte informiert werden. In der Stillzeit unbedenklich.

Immunsupprimierte Patientinnen und Patienten

Verabreichung sicher; mögliche reduzierte Immunantwort. Bei HIV-Positivität und anderen Formen der Immunschwäche wird das Drei-Dosen-Schema empfohlen. Soweit möglich, vor solider Organtransplantation oder Chemotherapie impfen.

Männer und MSM

Die Impfung ist für Männer ebenso wichtig — sie verhindert Analkarzinome, Genitalwarzen und verringert die Übertragung. Besonders wichtig für Männer, die Sex mit Männern haben (MSM), die ein höheres Risiko für HPV-bedingte Krebserkrankungen tragen.

Hinweise zu Allergien

  • Hefeallergie: keine Kontraindikation für diesen Impfstoff (keine Hefe in der Formulierung).
  • Latexallergie: Spitzenkappen von Fertigspritzen können Latex enthalten; Durchstechflaschen nicht.

Lagerungsbedingungen

Bei 2–8 °C in der Originalverpackung vor Licht geschützt lagern. Nicht einfrieren (bei Einfrieren verwerfen). Kurze Temperaturabweichungen (< 25 °C für < 72 Stunden) sind nach lokalen Vorgaben in der Regel akzeptabel. Kühlkette während des Transports einhalten.

Vor der Verabreichung das Produkt unmittelbar vor Gebrauch aus dem Kühlschrank entnehmen, gut schütteln, bis eine gleichmäßige weiße trübe Suspension entsteht; bei nicht resuspendierbarem Inhalt verwerfen.

Haltbarkeit

3 Jahre bei sachgerechter Lagerung bei 2–8 °C. Nach Ablauf des Verfalldatums nicht mehr anwenden.

Abgabebedingungen in der Apotheke

Verschreibungspflichtig. Verabreichung ausschließlich durch qualifiziertes medizinisches Fachpersonal in einer Einrichtung, die zur Behandlung anaphylaktischer Reaktionen ausgestattet ist.

Weitere Wirkstoffe aus demselben Therapiegebiet oder derselben Wirkstoffklasse.

Wichtiger Hinweis

Die auf dieser Website bereitgestellten Informationen dienen ausschließlich allgemeinen Informations- und Bildungszwecken und stellen weder eine medizinische Beratung noch eine Diagnose oder Behandlungsempfehlung dar. Diese Informationen ersetzen nicht die Konsultation einer qualifizierten medizinischen Fachperson. Holen Sie bei Fragen zu einem Gesundheitszustand oder Arzneimittel stets den Rat Ihrer Ärztin bzw. Ihres Arztes, Apothekerin bzw. Apothekers oder einer anderen qualifizierten Fachperson ein. Ignorieren Sie ärztlichen Rat nicht und verzögern Sie dessen Einholung nicht aufgrund von Informationen auf dieser Website. Produktverfügbarkeit, zugelassene Anwendungsgebiete und Fachinformationen können je nach Land unterschiedlich sein. Viele der gelisteten Arzneimittel sind verschreibungspflichtig; wo ein Rezept erforderlich ist, muss dieses im Bestimmungsland gültig sein, und die Produkte sind unter ärztlicher Aufsicht anzuwenden. Wir beschaffen, versenden oder listen keine Suchtmittel im Sinne des österreichischen Suchtmittelgesetzes (SMG) oder vergleichbarer internationaler Regelungen.

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Informationsquelle

Diese Produktinformation basiert auf:

Gardasil 9 EPAR — Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA/192711/2016, EMEA/H/C/003852)

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